Nabelbruch OP

Lücken im Bereich der Bauchwand rund um den Nabel werden als Nabelbruch bezeichnet. Durch diese Lücken stülpt sich Gewebe des Bauchraums aus. Bei Erwachsenen ist eine Operation an Nabelbrüchen fast immer erforderlich, da die Gefahr besteht, dass sich Bauchorgane, beispielsweise eine Darmschlinge, einklemmen könnten, wodurch eine lebensbedrohliche Situation eintreten kann.

Wann sollte ein Nabelbruch operiert werden?

Nabelbrüche im Erwachsenenalter bilden sich nicht zurück. Bei Kindern wird er dagegen nur selten operiert, da er in der Regel selbst ausheilt. Wird bei Erwachsenen der Nabelbruch nicht operiert, vergrößert er sich in vielen Fällen sogar und die Schmerzen nehmen zu.

Beim Nabelbruch im Erwachsenenalter, der häufiger bei Frauen auftritt, besteht ein relativ hohes Risiko von Komplikationen, vor allem durch Einklemmungen (Inkarzerationen), weshalb wir in der Regel zu einer Operation raten.

Die OP-Verfahren bei Nabelbruch

Bei Nabelbrüchen können unsere Hernien-Chirurgen – je nach Lage und Größe der Bruchlücke – vielfältige Operationsverfahren anbieten:

  • laparoskopische Nabelbruch-OP
  • offene OP bei kleinem Nabelbruch
  • offene OP bei großem Nabelbruch

Offene OP bei kleinem Nabelbruch

Kleine Nabelbrüche operieren wir im Rahmen eines kleinen offenen Eingriffs. Wir öffnen die Bauchwand mittels eines halbmondförmigen Schnitts um den Nabel herum. Den Inhalt des hervorgetretenen Bruchsacks verlagern wir vorsichtig wieder zurück in den Bauchraum.

Unter Umständen tragen wir dann den Bruchsack ab und verschließen die dadurch entstandene Lücke im Bauchfell mit unterschiedlichen Nahttechniken. 

Offene OP bei großen Nabelbrüchen

Bei größeren Bruchpforten müssen wir ein Kunststoffnetz einbringen, um das Risiko eines erneuten Auftretens deutlich herabzusetzen.

Dieses Netz kann entweder zwischen die Schichten der Bauchdecke (Sublay-Methode) oder unter dem Bauchfell (IPOM-Methode) eingebracht und dort fixiert werden.

Die laparoskopische OP

Neben den klassischen offenen Operationen beherrschen unsere Chirurgen auch minimal-invasive Methoden, bei denen die Hautschnitte deutlich kürzer ausfallen und die Patienten demzufolge eine kürzere Erholungszeit benötigen. Durch einen etwa einen Zentimeter langen Schnitt führen sie ein Laparoskop, ein spezielles Instrument für die Bauchspiegelung, ein, das vorne Licht und einen Kamerachip trägt.

Weitere, nur wenige Millimeter lange Schnitte, ermöglichen, Operationsinstrumente in die Bauchhöhle vorzuschieben, mit denen unsere versierten Operateure den Bruchsack entfernen, die Bruchpforte verschließen und ein Kunststoffnetz einbringen.

Je nachdem, wo das Netz eingelegt wird, sprechen die Operateure von der IPOM-, der PUMP- oder der MILOS-Methode.

  • IPOM (Intraperitoneales Onlay-Mesh): innerhalb des Bauchfellraumes
  • PUMP (präperitoneale umbilikale Mesh-Plastik): vorne und seitlich vor dem Bauchfell
  • MILOS (Mini- or Less Open Sublay): außerhalb des Bauchfells

Wann kann keine Laparoskopie erfolgen?

Da die Operateure bei der Laparoskopie, der Bauchspiegelung, stets vorab Kohlendioxid in den Bauchraum einströmen lassen müssen, um ausreichend Sicht zu erhalten, erfolgen die minimal-invasiven Operationen stets unter Vollnarkose. Denn das Aufblähen des Bauches wäre zu schmerzhaft für einen wachen Patienten und würde zu störenden Verspannungen führen.

Aus diesem Grund kommen die minimal-invasiven Methoden nicht in Frage für ältere Menschen, bei denen aufgrund diverser Nebenerkrankungen ein zu hohes Narkose-Risiko vorliegt.

Ausgezeichnete Hernienchirurgie

Unsere Viszeralchirurgien in Harlaching und Schwabing sind von der Deutschen Herniengesellschaft für ihre qualitätsorientierte Hernienchirugie mit einem Gütesiegel ausgezeichnet worden. Zusätzlich werden alle operierten Fälle nach standardisierten wissenschaftlichen Kriterien in eine Datenbank eingegeben und bis zu zehn Jahre nachverfolgt werden.

Durch die Teilnahme an dieser Herniamed-Qualitätssicherungsstudie unterstützt die München Klinik nicht nur die Forschung, um die Versorgung der Patienten mit Hernien zu verbessern, sondern erhält selbst auch Transparenz über die eigenen Operationsergebnisse.

Unterdurchschnittliche Komplikationsraten

Aufgrund des umfangreichen Datenbestands wissen unsere Hernien-Chirurgen, dass ihre Komplikationsraten deutlich niedriger ausfallen als im Bundesschnitt: Nur bei etwa einem Prozent der bei uns operierten Patienten tritt erneut ein Nabelbruch auf. Auch andere Komplikationen sind ausgesprochen selten.

In der München Klinik sind die Chirurgen sehr erfahren. Sie sind stets auf dem neuesten Stand was Operationsverfahren, verwendete Materialien und Fixierungsmethoden angeht.

Sicherheit einer Maximalversorgerklinik

Als Klinik mit Maximalversorger-Status sind unsere Notaufnahmen Tag und Nacht, sieben Tage die Woche, geöffnet. Die enge Zusammenarbeit der vielen Fachbereiche in unserer großen Klinik ermöglicht eine schnelle und gezielte Abklärung eventuell vorliegender Vorerkrankungen.  

Patienten mit Erkrankungen des Herzens, der Lunge oder der Nieren besitzen ein erhöhtes Narkose-Risiko. Somit können sich die Patienten auf die vielfältige Expertise verschiedener Fachgebiete verlassen.

Unsere Spezialistinnen und Spezialisten für Nabelbruch OP

Prof. Dr. med. Ayman
Chefarzt, Stv. Leitung der Darmkrebs- & Pankreaskarzinomzentren
Prof. Dr. med. Ayman Agha
Prof. Dr. med. Natascha C.
Chefärztin (Allgemein-, Viszeralchirurgie und endokrine Chirurgie)
Prof. Dr. med. Natascha C. Nüssler
Dr. med. Marco
Ärztliche Leitung
Dr. med. Marco Rudolph

Wie lange bleibt man in der Klinik?

Je nach Größe der Bauchwandlücken und je nach Gesundheitszustand und Wünschen unserer Patienten führen wir Nabelbruch-Operationen ambulant oder stationär durch. Einige Patienten gehen noch am gleichen Nachmittag nach Hause, andere bleiben über Nacht in unserer Klinik.

Was passiert nach der Nabelbruch-OP?

In der Regel zieht der Hausarzt etwa eine Woche nach der Operation die Fäden, mit denen wir den Hautschnitt genäht haben. Manche Patienten bevorzugen, diese Fäden in unserer Sprechstunde entfernen zu lassen. Dort sind wir auch stets ansprechbar für Patienten, bei denen Probleme auftreten – was jedoch erfahrungsgemäß sehr selten vorkommt.

Vorbereitung auf die OP

In unserer speziellen Hernien-Sprechstunde beraten wir Patienten, deren Hausarzt eine Nabelbruch-Operation nahe gelegt hat. Nach einem ausführlichen Patientengespräch und der körperlichen Untersuchung nehmen wir in der Regel einen Ultraschall der Bruchlücken vor. Wenn wir Behandlungsoptionen anraten, folgen wir dabei stets den aktuellen medizinischen Leitlinien, in die alle wissenschaftlichen Forschungsergebnisse eingeflossen sind.

Entscheidet sich der Patient noch während des Gesprächs in der Sprechstunde für einen zeitnahen Operationstermin, erklären wir ihm gleich, wie die Operation vonstattengehen wird und welche eventuellen Risiken damit verbunden sind. Steht der vorgesehene Operationstermin jedoch erst Wochen später an, erfolgt diese Aufklärung in den Tagen vor der Operation.

Wie entsteht ein Nabelbruch?

Unterschieden wird zwischen angeborenem und erworbenem Nabelbruch

Der angeborene Nabelbruch

Während der Embyonalentwicklung kommt es zu einem natürlichen Nabelbruch, da der Embryo noch zu klein ist, um die rasch wachsenden Dünndarmschlingen aufzunehmen. Der Bruch bildet sich aber meist wieder von allein zurück. Nur in wenigen Fällen bleibt der Bruch bestehen und die Kinder werden mit einem Nabelbruch geboren.

Der erworbene Nabelbruch

Bei erhöhtem Innendruck im Bauchraum kann sich bei Kindern und Erwachsenen ein Nabelbruch bilden. Ursache ist häufig

  • Übergewicht
  • Schwangerschaft
  • Husten
  • Heben schwerer Lasten  
  • familiäre Bindegewebsschwäche

Darm- und Bauchwanderkrankungen im Überblick