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Meldung
23.04.2026

AR-Brillen im OP-Saal: Präzision in 3D bei Wirbelsäulenoperationen

Hightech-Navigation in der Neurochirurgie – als eine der ersten Kliniken in Bayern setzen wir AR-Brillen bei Versteifungsoperationen ein

Seit April 2026 nutzen wir in der Neurochirurgie der München Klinik Bogenhausen innovative AR-Brillen (Augmented Reality) bei komplexen Wirbelsäulenoperationen. In Kombination mit unserem hochmodernen Loop-X-System ermöglichen die Magic Leap 2-Brillen eine dreidimensionale Echtzeitvisualisierung direkt im Sichtfeld unserer Operateurinnen und Operateure.

Vorteile sind höchste Präzision und millimetergenaues Platzieren der Schrauben. Das vermeidet Nerven- und Gefäßverletzungen und bietet damit mehr Sicherheit und weniger Komplikationen und Revisionen. Letztlich führt dies zu kürzeren Krankenhausaufenthalten.

 

„Wir freuen uns, dass wir als erste Klinik in München diese Technologie einsetzen können. Die AR-Brillen sind ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung des neurochirurgischen Fachs und wir sind stolz darauf, diesen Weg aktiv mitzugestalten. Diese Innovationen sind ein echter Gewinn für die Patientinnen und Patienten.“
Prof. Jens Lehmberg, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie in der München Klinik

 

Wann kommt die AR-Brille zum Einsatz?

Wir setzen die AR-Technologie bei Versteifungsoperationen (Spondylodese) ein – etwa die Hälfte unserer jährlich über 600 Wirbelsäulen-OPs.

AR-Technologie bei Versteifungsoperationen

Eingriffe bei:
✓ Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) mit starken Rückenschmerzen
✓ Schweren Spinalkanalstenosen mit Instabilität
✓ Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung)
✓ Traumatischen Wirbelfrakturen
✓ Tumorerkrankungen mit Wirbelkörperschäden

So funktioniert die AR-Navigation

Früher: Ständiger Blickwechsel zwischen OP-Feld und Monitor, 2D-Darstellung auf Bildschirmen

Heute mit AR-Brille:

  • 3D-Visualisierung direkt im Sichtfeld
  • Alle drei anatomischen Ebenen gleichzeitig sichtbar
  • Echtzeit-CT-Daten vom Loop-X-System überlagert auf der realen Wirbelsäule
  • Geplante Schrauben-Trajektorien eingeblendet
  • Kein Blickwechsel mehr nötig – natürlichere Arbeitshaltung

Die AR-Brille wird gezielt beim komplexesten Schritt der Operation eingesetzt: dem Setzen der Pedikelschrauben. Die millimetergenaue Platzierung verhindert Nervenwurzelverletzungen, Rückenmarkschäden und Gefäßverletzungen. Denn bei Versteifungsoperationen an der Wirbelsäule zählt jeder Millimeter. Eine falsch platzierte Schraube kann Nerven oder Rückenmark verletzen und schwere Folgen haben. Mit der neuen AR-Technologie sehen unsere Neurochirurginnen und Neurochirurgen die Wirbelsäule dreidimensional – überlagert auf dem realen OP-Feld. Kein ständiger Blickwechsel zum Monitor mehr, sondern alle Informationen direkt vor Augen.

    „Beim Setzen der Pedikelschrauben ist ein starkes räumliches Vorstellungsvermögen entscheidend. Mit der AR-Brille sehen wir jetzt alle drei anatomischen Ebenen gleichzeitig in einem Raum, direkt überlagert auf der realen Wirbelsäule. Die Neuronavigation wird dadurch intuitiver und natürlicher.“
    Prof. Dr. Alexander Romagna, Oberarzt Neurochirurgie

     

    Loop-X: Der Bildgebungsroboter als Basis

    Loop-X: 3D-CT-Bilder in Echtzeit

    Grundlage der AR-Visualisierung ist unser Loop-X-System – ein mobiler Bildgebungsroboter, der seit Juli 2025 fest im OP-Saal 9 in Bogenhausen installiert ist. Das System liefert während der Operation hochauflösende 3D-CT-Bilder in Echtzeit. Ein Ring fährt über den OP-Tisch und erstellt binnen Sekunden dreidimensionale Schnittbilder mit extrem hoher Genauigkeit – unabhängig von der Körperstatur der Patientin oder des Patienten.
    *Bildquelle: Brainlab

     

    Die Anschaffung der AR-Brillen und des Loop-X-Systems erfolgte im Rahmen der KHZG-Förderung (Krankenhauszukunftsgesetz) und ist Teil unserer übergreifenden Digitalisierungsstrategie.

    Nach unserem Kenntnisstand gehören wir zu den ersten Kliniken in Bayern, die AR-Brillen in Kombination mit einem intraoperativen CT-System bei Wirbelsäulenoperationen im klinischen Alltag einsetzen. Wir sind stolz darauf, diese innovative Technologie unseren Patientinnen und Patienten anbieten zu können.

    Zertifiziertes Wirbelsäulenzentrum

    Seit September 2021 ist die München Klinik Bogenhausen als Wirbelsäulenzentrum der Maximalversorgung zertifiziert, was der höchsten Versorgungsstufe der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG®) entspricht.

     

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