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Meldung
25.02.2025

ECMO-Therapie: Qualität rettet Leben

Die Anästhesiologie: Prof. Friederich & Dr. Al Riz definieren Qualitätsindikatoren für ECMO

Die Mortalitätsrate in der ECMO-Therapie ist in Deutschland viel höher als im internationalen Vergleich. Chefarzt Prof. Friederich und Oberärztin Dr. Al Riz haben einen Artikel dazu in "Die Anästhesiologie" publiziert. Ihr Ergebnis: Es gibt zwar viele Vorgaben und Empfehlungen, aber es fehlen Standards, Daten und Kontrolle, um die Behandlungsqualität wirklich analysieren zu können. Deshalb haben sie 22 Qualitätsindikatoren definiert und empfehlen die Einführung eines standardisierten Qualitätsmanagementsystems für die ECMO-Therapie, das eine Vergleichbarkeit in deutschen Kliniken ermöglicht.

„Den ECMO-Zentren wird eine leitlinienadhärente Behandlung empfohlen, um eine Therapie nach Best Practice Standards nachzuweisen. In den S3-Leitlinien und Konsensuspapieren zur ECMO-Therapie wurden evidenzbasierte Empfehlungen an ECMO-Zentren definiert. Bislang wird nicht überprüft, ob Kliniken diese Empfehlungen für die zunehmend durchgeführte ECMO-Therapie umsetzen. Hierfür bedarf es eines Qualitätsmanagementsystems (QMS), das sowohl die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität als auch die Leitlinienadhärenz der ECMO-Therapie erfasst und über spezifische Messinstrumente verfügt, um eine Bewertung der Qualität zu ermöglichen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.“
Prof. Dr. Patrick Friederich und Dr. Susanne Al Riz
QMS ECMO Therapie: Qualitätsindikatoren

Friederich und Al Riz haben drei Arten von Qualitätsindikatoren definiert.
Quelle: Al Riz und Friederich Anaesthesiologie 74, 305–312 (2025).

QMS für die ECMO-Therapie - worum es geht

In Deutschland sterben viele Menschen, obwohl sie mit einer ECMO behandelt wurden – mehr als in anderen Ländern. Die Mortalitätsrate beträgt bis zu 66% für die venovenöse (vv-)ECMO und bis zu 72% für die venoarterielle (va-)ECMO. Diese hohen Raten erfordern eine Analyse der Behandlungsqualität und eine standardisierte Dokumentation der Leitlinienadhärenz in den ECMO-Zentren.

Die Autoren empfehlen die Einführung eines standardisierten Qualitätsmanagementsystems mit drei Arten von Qualitätsindikatoren: 

  • Strukturqualität: Wer arbeitet dort? Welche Geräte gibt es? Wie ist das Team organisiert?
    Beispiel: Ein ECMO-Team muss rund um die Uhr einsatzbereit sein.

  • Prozessqualität: Wie läuft die Behandlung genau ab? Wird regelmäßig kontrolliert? Gibt es klare Abläufe?
    Beispiel: Wird täglich überprüft, ob alle Organe ausreichend mit Sauerstoff versorgt sind?

  • Ergebnisqualität: Wie viele Komplikationen gibt es? Wie viele Patienten überleben?
    Beispiel: Wird die Überlebensrate risikobereinigt erfasst, also im Verhältnis zur Schwere der Erkrankung?

Fachverbände, wie die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie sollen bei der Kontrolle und Weiterentwicklung mitwirken.

Das Ziel: mehr Transparenz, mehr Sicherheit, bessere Überlebenschancen.

Die Anaesthesiologie: QMS für ECMO-Therapie

Prof. Dr. Patrick Friederich und Dr. Susanne Al Riz aus der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, München Klinik Bogenhausen, beschäftigen sich in einem Fachartikel mit der Notwendigkeit der Qualitätssicherung bei der ECMO-Behandlung. 

zum ganzen Artikel: Qualitätssicherung der Extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO)
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In der München Klinik besitzt unsere Intensivmedizin umfassende, interdisziplinäre und interprofessionelle Expertise in der ECMO-Therapie.

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