Darmkrebs-Operation in der München Klinik

Die operative Resektion des Kolonkarzinom

Bei Darmkrebs ist die Operation das wichtigste Behandlungsverfahren. Dabei entfernen die Viszeral-/ Darmchirurgen den Tumor vollständig und erhalten - soweit möglich - den Darm selbst.

Wie lässt sich herausfinden, wie weit der Krebs vorgedrungen ist?

Bei einem Verdacht auf Darmkrebs erfolgt stets eine umfangreiche Diagnostik, teils bei niedergelassenen Ärzten, teils aber auch in unseren gastro-enterologischen, also auf Erkrankungen der Verdauungsorgane spezialisierten, Kliniken.

Mit den verschiedenen Untersuchungsverfahren können die Mediziner eindeutig erkennen, ob tatsächlich Darmkrebs vorliegt.

Unerlässlich ist eine Darmspiegelung, bei der Gewebeproben aus den auffälligen Geschwüren oder Gewebearealen entnommen werden. Pathologen untersuchen anschließend, ob Krebszellen in den Gewebeproben zu finden sind.

Sobald die Diagnose „Darmkrebs“ gesichert ist, müssen wir herausfinden, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und ob Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen vorhanden sind. Durch Ultraschall-Untersuchungen und eine Computertomographie (CT) können sich die Mediziner ein umfassendes Bild verschaffen.

Bei Mastdarmkrebs im mittleren oder unteren Segment dieses Darmabschnitts ist zudem eine Kernspin-Untersuchung des kleinen Beckens erforderlich und die Ultraschall-Untersuchungen erfolgen von innen, vom Mastdarm selber, aus.

Auf welcher Stufe (stage) sich die Krebserkrankung befindet, diese Diagnostik-Phase bezeichnen die Mediziner mit dem Fachwort „Staging“.

Wann ist die Darmkrebs-OP die bestmögliche Behandlungsoption?

Tumorkonferenzen stellen sicher, dass viele Experten gemeinsam entscheiden

Sobald alle notwendigen Diagnostik-Ergebnisse vorliegen, beratschlagen die Experten verschiedener medizinischer Fachrichtungen gemeinsam, welche Behandlungsstrategie die besten Erfolgsaussichten verspricht. Die regelmäßig stattfindenden Konferenzen werden Tumorboard oder auch Tumorkonferenz genannt.

In dieser Besprechungsrunde beratschlagen Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Strahlenmediziner, Radiologen und Pathologen miteinander alle vorliegenden Untersuchungsergebnisse. Sie entwickeln für jeden einzelnen Darmkrebs-Patienten ein individuelles Therapie-Konzept, das wir dem Patienten dann vorschlagen.

Was vor der Operation von Kolonkarzinomen geschieht

Warum wir so viel Wert auf einen sorgfältig gereinigten Darm legen

Bei fortgeschrittenen Stadien von Mastdarm-Krebs erfolgt in der Regel noch vor der Operation eine Strahlen- oder Chemotherapie, um den Tumor zu verkleinern und somit die Heilungschancen zu erhöhen.

Bei Dickdarmkrebs hingegen ist meist die Operation der erste Schritt der Behandlung. Stets klären wir unsere Patienten sorgfältig über die geplanten Therapie-Maßnahmen, über Risiken und Alternativen auf. Zudem erfolgt eine gesonderte Aufklärung über die Narkose, da Darmkrebs-Operationen stets unter Vollnarkose stattfinden.

Am Vortag der Operation wird der Dickdarm sorgfältig gespült, so dass sich keine Stuhlreste mehr im Darm befinden.

Zudem erhalten die Patienten Antibiotika in Tablettenform, um die Keime im Darm zu verringern. Durch diese Maßnahmen setzen wir das Risiko von Entzündungen nach der Operation herab, die vor allem das Zusammenwachsen der Naht im Darm beeinträchtigen könnten.

So läuft eine Darmkrebs-Operation im Detail ab

Das Ziel der Darmkrebs-Operation ist stets, den von dem Geschwulst betroffenen Darmbereich mit allen abführenden Lymphbahnen und –knoten komplett zu entfernen. „Wir wissen, dass Darmkrebsgeschwulste relativ früh Tumorzellen in die Lymphbahnen abgeben“, gibt Chefarzt Dr. Ralf Schmid als Grund an für dieses radikale Vorgehen.

Da die mit den Lymphbahnen verflochtenen Blutgefäße oftmals große Darmbereiche versorgen, müssen die Viszeralchirurgen bei Dickdarm-Krebs meist 30 bis 50 Zentimeter des Darms entnehmen.

Bei Mastdarm-Operationen, bei denen oftmals Vorbehandlungen erfolgen, um den Tumor zu verkleinern, reichen meist 20 bis 30 Zentimeter Entnahme.

Minimal-invasive Operation des Darmkrebs

Solange die Darmkrebserkrankung nicht so weit fortgeschritten ist, dass die Geschwulste in die Umgebung des Darms eingewachsen sind, kann die Darmkrebs-Operation minimal-invasiv, also ohne große Hautschnitte erfolgen. Das Laparoskop, ein stabförmiges Instrument, das vorne Licht und einen Kamerachip trägt, wird – ebenso wie die Operationswerkzeuge – über kleine Schnitte in den Bauchraum eingeführt.

Um eine freie Sicht zu erlangen, lassen die Chirurgen bei einer laparoskopischen OP Kohlendioxid in die Bauchhöhle einströmen und operieren dann unter hochauflösender Videokontrolle. Diese schonende Operationsmethode ist vor allem bei Tumorerkrankungen möglich, die im linken Bereich des Dickdarms aufgetreten sind.

Bauchspiegelung als Beispiel für eine laparoskopische OP

Offene Operation des fortgeschrittenen Darmkrebs

Ziel: eine spannungsfreie Verbindung der freien Darmenden erreichen und den Schließmuskel erhalten

Bei weiter fortgeschrittenen Stadien der Krebserkrankung müssen die Operateure einen Bauchschnitt setzen und offen operieren.

Sobald sie mit ausreichendem Sicherheitsabstand den betroffenen Abschnitt des Darms, die ihn versorgenden Gefäße und auch eventuelle Einwachsungen in andere Organe entnommen haben, verbinden sie die freien Darmenden.

Die Darmenden haben sie vorab frei präpariert, so dass keine Spannung entsteht. Die Verbindung erfolgt mittels einer Handnaht oder durch spezielle Klammerinstrumente.

Bei Mastdarm-Operationen beherrschen wir eine Vielzahl von Techniken, die den Schließmuskel selbst dann erhalten, wenn der Tumor nur wenige Zentimeter entfernt liegt. 

Der künstliche Darmausgang (Stoma oder Anus praeter)

Warum ein künstlicher Darmausgang nur im Mastdarm vonnöten ist

Bei Dickdarmkrebs-Operationen ist es in der Regel nicht erforderlich, einen vorübergehenden künstlichen Darmausgang anzulegen.

Dagegen erfolgt diese Maßnahme bei tiefen Mastdarm-Operationen in allen Fällen, um die tiefe Darmnaht zu schützen, indem wir um sechs bis acht Wochen verzögern, dass Stuhl über die Naht läuft. Nach dieser Zeit stellen wir bei einem zweiten kleinen Eingriff den natürlichen Verlauf der Verdauung wieder her.

In einem geringen Teil der Fälle – etwa 10 Prozent der tiefen Mastdarm-Operationen – ist ein dauerhafter künstlicher Darmausgang (Stoma) erforderlich.

Unsere speziellen Stoma-Therapeuten weisen diese Patienten umfassend in den Umgang und die Hygiene bei dem künstlichen Darmausgang ein.

Komplikation bei Darmkrebs-Operationen lassen sich vermeiden

Wie wir überdurchschnittlich viele dichte Darmnähte erreichen

Aufgrund unserer großen Expertise bei Darmkrebs-Operationen, besonders sorgfältiger Vorbereitung und regelmäßiger Qualitätssicherung erreichen wir eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von dichten Darmnähten.

Undichte Darmnähte, im Fachjargon Anastomose-Insuffizienz genannt, sind die häufigste Komplikation bei Darmkrebs-Operationen, die in unserer Klinik jedoch erwiesenermaßen weniger häufig eintritt als im Bundesdurchschnitt. 

Was nach der Darmkrebs-Operation geschieht

Die ersten Tage nach der Operation

Nach Dickdarm-Operationen bleiben die Patienten in der Regel vier bis sieben Tage in unserer Klinik, nach Mastdarm-Operationen oftmals einige wenige Tage länger.

Doch keineswegs verbringen die Patienten diese Tage im Bett: Wir legen Wert auf eine rasche Mobilisierung. In der Regel stehen die Patienten bereits am Tag nach der Operation wieder auf eigenen Füßen.

Zudem ermöglichen wir den Patienten einen raschen, aber dennoch sorgfältig überlegten Kostaufbau, so dass sie sich bald wieder normal ernähren können.

Warum das entnommene Gewebe in die Pathologie muss

Das Gewebe, das wir bei der Operation entnommen haben, wird anschließend gründlich im Labor unserer Pathologie untersucht. Je nachdem, welche Ergebnisse diese feingeweblichen Untersuchungen erbracht haben, raten wir den Patienten möglicherweise zu einer anschließenden Chemotherapie.

Vor allem wenn sich Tumorzellen in den Lymphbahnen oder –knoten zeigten oder sonstige Risikofaktoren vorliegen, erhöht eine sich an die Operation anschließende Chemotherapie die Heilungschancen.

Sehr empfehlenswert: Rehabilitation nach der OP

Wir empfehlen nach Darmkrebs-Operationen stets eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme in einer darauf spezialisierten Klinik. Meist gehen die Patienten zwischenzeitig für einige Tage nach Hause, um dann zu einem drei- bis vierwöchigen Aufenthalt in die Reha-Klinik zu wechseln.

Bei der Suche nach einem Platz in einer geeigneten Reha-Klinik steht Ihnen unser Sozialdienst zur Seite.

Hilfe bei seelischen Nöten und organisatorischen Fragen

Zudem stehen unsere besonders auf Krebserkrankungen spezialisierten Psychologen den Patienten und auch ihren Angehörigen zur Seite. Jede Krebsdiagnose stellt eine große Belastung dar, die zu bewältigen eine fachlich kompetente Hilfe erleichtert.

Unsere Sozialdienst-Mitarbeiter unterstützen Sie als Patienten gerne bei organisatorischen Themen.

Welche Vorteile bietet die Krebstherapie in einem großen Krebszentrum

Geprüft durch die Fachgesellschaften

In Kliniken, die als Darmkrebs-Zentren (Neuperlach, Bogenhausen) zertifiziert sind, können sich Patienten auf eine herausragende Expertise verlassen. Die Zertifizierungsinstitute, die als externe Prüfer ins Haus kommen, begutachten nicht nur die technische Ausstattung und die Qualifikationen der Mediziner, sondern betrachten auch die Prozesse.

Alle für eine*n, nicht eine*r für Alles!

Die sogenannte "interdisziplinäre" Zusammenarbeit sowohl medizinisch fachübergreifend mit unterschiedlichen Fachrichtungen im Tumorboard als auch berufsübergreifend mit Pflegern, Psychologen und Sozialdienst-Mitarbeitern Grundvoraussetzung für eine derartige Zertifizierung. In Darmkrebszentren wird sichergestellt, dass alle Patienten nach den gleichen sicheren Abläufen behandelt werden.

Es ist leichter, wenn alle Therapien in einem Haus erfolgen

Alle Bausteine der Krebstherapie – Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie und moderne Krebstherapien – können die Patienten bei uns in der München Klinik als abgestimmtes Paket erhalten.

Diese Behandlung aus einem Guss bedeutet für die Patienten eine große Erleichterung, weil sie in der Regel ein fester Ansprechpartner durch die gesamte Therapiezeit begleitet.

Die Vorteile die Maximalversorger-Klinik für die Patienten

In unserer großen Maximalversorger-Klinik sind wir umgeben von Experten aller relevanten Fachrichtungen. „Vor allem Patienten höheren Lebensalters oder mit zum Teil schweren Begleiterkrankungen sind bei uns in besten Händen“, unterstreicht Dr. Ralf Schmid, der Chefarzt der Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie in der München Klinik Harlaching.

Jederzeit können die Chirurgen auf versierte Herz-, Lungen- oder Nierenspezialisten zugreifen und auch die Anästhesie und Intensivstationen sind auf schwerkranke Patienten bestens eingestellt.

Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Darmkrebs-Operationen

Prof. Dr. med. Ayman
Chefarzt, Stv. Leitung der Darmkrebs- & Pankreaskarzinomzentren
Prof. Dr. med. Ayman Agha
Prof. Dr. med. Natascha C.
Chefärztin (Allgemein-, Viszeralchirurgie und endokrine Chirurgie)
Prof. Dr. med. Natascha C. Nüssler
Dr. med. Marco
Ärztliche Leitung
Dr. med. Marco Rudolph
Dr. med. Reinhard
Chefarzt (Coloproktologie)
Dr. med. Reinhard Ruppert

Darm- und Bauchwand: Erkrankungen und Therapien im Überblick