Magenspiegelung (Gastroskopie)

Bei einer Magenspiegelung untersuchen unsere spezialisierten Internisten nicht nur den Magen, sondern auch die Speiseröhre und den Zwölffingerdarm von innen. Die Schleimhäute werden dabei nach Auffälligkeiten abgesucht.  Ohne Strahlenbelastung, ohne einen einzigen Hautschnitt und ohne Vollnarkose können unsere Gastroenterologen somit viele unklare Symptome und Verdachtsmomente schnell und unkompliziert abklären und in einigen Fällen auch gleich die Ursachen beheben.

Wann sollte eine Magenspiegelung in einer Klinik erfolgen?

Magenspiegelungen können wir in unserer Klinik nur im Rahmen von stationären Aufenthalten durchführen. Manche Patienten kommen über die Notaufnahme zu uns, weil sie beispielsweise Blut erbrechen oder über Teerstühle, also Stühle, in denen viel geronnenes Blut zu sehen ist, erschrecken.

Niedergelassene Internisten und Gastroenterologen, mit denen wir sehr kooperativ zusammenarbeiten, weisen viele Patienten ein und bitten um Abklärung von unklaren Symptomen oder Warnsignalen.

„Dann ist die Magenspiegelung meist eine von mehreren Untersuchungen, nimmt aber eine zentrale Rolle ein“, erklärt Dr. Irene Klingenberg, Oberärztin in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Gastroenterologische Onkologie in der München Klinik Bogenhausen.

Bei folgenden Erkrankungen wird eine Magenspiegelung durchgeführt:

Die Symptome oder Verdachtsmomente, bei denen eine Gastroskopie wichtige Mosaiksteine der Diagnostik liefert, sind:

  • unklare Anämie (Blutarmut)
  • starke Oberbauchschmerzen
  • lang anhaltende Durchfälle
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Erbrechen von Blut oder Teerstühle
  • Verdacht auf Tumore in Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm
  • Schluckstörungen
  • Verdacht auf die Speiseröhren-Funktionsstörung Achalasie, für deren Therapie wir uns eine herausragende Expertise erarbeitet haben
  • verschluckte Fremdkörper oder in der Speiseröhre feststeckende Nahrungsteile (Bolus)

Zudem setzen wir – im Rahmen unserer fachübergreifenden Zusammenarbeit – Magenspiegelungen ein, um Tumore in den oberen Verdauungsorganen genau einordnen zu können (Staging), da dies die Basis jeder zielgerichteten Krebstherapie darstellt.

Auch vor Operationen kann eine Gastroskopie erforderlich sein, um sich ein klares Bild der Situation in Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm zu verschaffen.

Wie wir unsere Patienten auf die Magenspiegelung vorbereiten

Wir klären alle Patienten, bei denen eine Magenspiegelung vorgesehen ist, schon im Vorfeld auf: Auf unseren gastroenterologischen Stationen kommt der Stationsarzt zu den Patienten ans Bett, um ihnen genau zu erklären, wie die Untersuchung ablaufen wird und was zu beachten ist. Liegen die Patienten auf anderen Stationen, suchen wir sie meist am Tag vor der Untersuchung in ihrem Zimmer auf.

Wichtig: Nüchtern bleiben!

Die Patienten müssen sechs bis acht Stunden vor der Magenspiegelung nüchtern bleiben, damit unsere Gastroenterologen die Schleimwände ungehindert betrachten können. Damit nicht Luftblasen die Sicht behindern, erhalten die Patienten kurz vor der Untersuchung eine Flüssigkeit, die die Blasenbildung reduziert.     

Sedierung oder lokale Betäubung?

In der Regel entscheiden sich die Patienten im Vorgespräch, sich während der Untersuchung eine Sedierung geben zu lassen, so dass sie für kurze Zeit in einen künstlichen Schlaf fallen.

Da die Magenspiegelung, selbst wenn wir Gewebeproben entnehmen müssen, keine Schmerzen bereitet, ist es auch möglich, sie im wachen Zustand durchzuführen.

In seltenen Fällen, wenn größere Eingriffe während der Gastroskopie erfolgen sollen, lassen wir den Patienten dafür eine Vollnarkose verabreichen. Diese überwachen dann unsere Anästhesisten, die während der gesamten Behandlung anwesend sind. 

So läuft die Gastroskopie im Detail ab

Das Gastroskop ist ein langer biegsamer Schlauch, an dessen Ende sich Weißlicht und ein leistungsfähiger Kamera-Chip befinden. Die Spitze dieses Instruments ist mittels eines Hebelsystems von außen steuerbar und liefert hochauflösende Videos, die unsere Spezialisten auf großen Monitoren betrachten.  

Bei schlafenden Patienten schieben unsere Gastroenterologen das Gastroskop vorsichtig durch den Rachen Richtung Speiseröhre. Wache Patienten, deren Rachen wir gegen den Würgereiz lokal mit einem Spray betäubt haben, bitten wir, uns durch ein einmaliges Schlucken zu unterstützen.

Wir lassen Kohlendioxid einströmen, um die Wände der oberen Verdauungsorgane im ausgedehnten Zustand betrachten zu können.

Was während der Untersuchung in Augenschein genommen wird

Sorgfältig inspizieren unsere Gastroenterologen mit dem steuerbaren Gastroskop den Kehlkopf, die Speiseröhre und den Übergang zwischen Speiseröhre und Magen auf Entzündungen, Blutungsquellen, Geschwüre oder sonstige auffälligen Veränderungen der Schleimhäute.

Den Magen untersuchen wir in alle Richtungen, also auch nach oben rückwärts im sogenannten Magengewölbe (Fundus) und die Wände des Zwölffingerdarms betrachten wir ebenfalls sehr genau.

Was geschieht nach der Magenspiegelung?

Nach der Magenspiegelung lassen wir unsere Patienten im Aufwachraum ausschlafen. Patienten, die einer Schlafnarkose erhalten haben, dürfen nicht selbst Auto fahren, sondern sollten sich abholen lassen.

Patienten, deren Rachen betäubt wurde, sollten etwa eine halbe Stunde nach der Untersuchung nichts trinken, da die Gefahr, sich zu verschlucken, zu groß ist.

Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Magenspiegelung

Warum Risiken und mögliche Komplikationen gering ausfallen

Einsatz schonender Verfahren

Eine diagnostische Magenspiegelung ist ein sehr schonendes Verfahren, das nur äußerst selten Schmerzen verursacht, selbst wenn wir währenddessen Gewebeproben entnehmen. Da wir Kohlendioxid statt der sonst oft üblichen Raumluft einsetzen, leiden unsere Patienten in der Regel auch kaum unter Aufstoßen, Völlegefühlen oder Blähungen. 

Hoher Sicherheitsstandard

Unsere technischen Geräte reinigen wir systematisch und bereiten sie auf. Unsere Klinik besitzt Wasch- und Trockengeräte der neuesten Generation und wir befolgen klare Hygiene-Regeln und unterziehen alle Geräte einer regelmäßigen Kontrolle.     

Langjährige Erfahrung

Die besondere Erfahrung und permanente Weiterbildung unserer Gastroenterologen und auch unserer Endoskopie-Pflegekräfte gewährleistet ein hohes Sicherheitsniveau. Obwohl unsere Gastroenterologen zum Teil sehr komplexe therapeutische Eingriffe während der Magenspiegelung vornehmen, für die es oftmals einer Narkose bedarf, fällt unsere Komplikationsrate ausgesprochen niedrig aus. 

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