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Schutz vor der Sonne

Experten-Tipps für gesundes Sonnenbaden: Wissenswertes zu Sonnenschutz, UV-Strahlung und Vitamin D.

Sommer, Sonne, Sonnenbaden. Die Sonne lockt uns nach draußen! Doch wer die Sonne unterschätzt, riskiert die Entstehung von Hautkrebs. Unsere Expertin Prof. Daniela Hartmann, Chefärztin der Dermatologie an der München Klinik Thalkirchner Straße – Europas größte Hautklinik –,  beantwortet häufige Fragen zum Sonnenschutz und gibt praxisnahe Tipps, wie wir den Sommer bedenkenlos genießen können.

Gibt es gesunde Bräune?

Antwort

Nein

Der Mythos von der gesunden Bräune hält sich hartnäckig. Wird die Haut braun, dient dies zwar als ein natürlicher, leichter Lichtschutzfaktor. Allerdings ist es viel zu wenig. Rötungen und regelmäßige Sonnenbäder ohne Lichtschutz sind auf Dauer sehr gefährlich.

Ist Sonnenbrand gefährlich?

Antwort

Regelmäßige Sonneneinstrahlung schädigt die Haut.

Besonders gefährlich: Die UV-Strahlung dringt tief in die Haut ein und hinterlässt langfristig Spuren. Die Wirkung addiert sich auf lange Sicht – auch ohne Sonnenbrand:
- Hautalterung wird beschleunigt
- Hautkrebsrisiko steigt

Schützt Glas vor UV-Strahlung?

Antwort

Das ist leider ein Mythos!

Fensterglas hält UV-Strahlen nicht komplett ab. Rund 74 Prozent der UVA-Strahlung dringen durch gewöhnliche Fenster. Nur UVB-Strahlung wird größtenteils blockiert. Im Auto schützen die Frontscheiben gut, jedoch lassen die Seitenscheiben 60 bis 80 Prozent der UVA-Strahlung durch.

Blockiert Sonnencreme die Aufnahme von Vitamin D?

Antwort

Ja, die Aufnahme wird reduziert

Es ist aber keine Lösung, auf Sonnenschutz zu verzichten, um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen! Denn Vitamin-D-Synthese z.B. mit Vitamin D3-Präparaten aus der Apotheke funktioniert auch mit Sonnencreme.
Gut zu wissen: Ein Vitamin-D-Mangel kann innerhalb von 2-3 Monaten behoben sein, wenn man regelmäßig Vitamin D3 einnimmt und auf eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin-D-reichen Lebensmitteln achtet.

Wieviel Sonnencreme braucht man wirklich?

Antwort

Viel hilft viel!

Nur wer ausreichend aufträgt, erreicht den Lichtschutzfaktor auf der Packung. Die meisten Menschen benutzen nur ein Viertel bis die Hälfte der laut Experten erforderlichen Menge. Gute Nachricht: Sonnencreme muss nicht teuer sein. Discounter-Produkte schneiden bei Stiftung Warentest regelmäßig mit „sehr gut" ab.

Wie groß sollte die Menge pro Körperteil sein?

Antwort

30 bis 40 ml für den gesamten Körper

Das ist eine Golfball-große Menge. Auf die Körperoberfläche gerechnet: 2 mg Sonnencreme pro Quadratzentimeter.

Richtige Dosierung:

Gesicht und Hals: 1 Teelöffel
Körper: 3 Esslöffel
Pro Körperpartie: etwa 2 Finger breit Creme

Im Schatten bin ich geschützt

Antwort

Nein

Auch im Schatten bekommt man Sonnenbrand, weil UV-Strahlen vor Schattenplätzen nicht haltmachen. Vorsicht auch beim Schwimmen: Wasser reflektiert die Strahlen und werden damit sogar verstärkt.

Wie kombiniere ich Gesichtscreme mit Sonnenschutz?

Antwort

Die richtige Reihenfolge:

1. Feuchtigkeitscreme auftragen und einziehen lassen 2. Sonnencreme 3. Make-up
D.h. Sonnencreme zwischen Gesichtspflege und Make-up. So wirken die Inhaltsstoffe der Feuchtigkeitscreme optimal und der Sonnenschutz wird nicht gestört.

Tipp: Wer morgens eine Tagescreme mit LSF 30 oder höher aufträgt, hat einen guten Basis-Sonnenschutz.

Sonnencreme brauche ich doch nur wenn die Sonne scheint

Antwort

Nein

Sonnenschutzprodukte sollten jeden Tag verwendet werden, ob bei Regen oder Sonnenschein, da UV-Strahlen durch Wolken hindurchdringen können.

Wie lange schützt mich Sonnencreme?

Antwort

Ca. 10 bis 30 Minuten,

je nach Hauttyp. Durch Sonnencreme kann diese Schutzzeit einmalig verlängert werden:
Eigenschutzzeit × LSF = maximale Schutzzeit
Beispiel: 10 Minuten Eigenschutzzeit × LSF 30 = 300 Minuten (5 Stunden)
Man sollte jedoch nur circa zwei Drittel der errechneten Zeit ausnutzen. Denn durch Schweiß und Wasser lässt die Wirkung der Sonnencreme mit der Zeit nach.

Verlängert Nachcremen die Schutzzeit?

Antwort

Nein

Nachcremen verlängert die Schutzzeit nicht, es erhält sie nur.

Wie gut schützt Kleidung vor der Sonne?

Antwort

Das hängt vom Material ab

Weniger Schutz: Dünne Baumwolle, Leinen, Seide, Viskose (Ein leichtes weißes T-Shirt hat nur UPF 10.)
Guter Schutz: Dunkle, fest gewebte, dichte Stoffe wie Polyester, Jeans, Wolle (Dicht gewebte, dunklere Baumwollkleidung kann UPF > 20 erreichen.)
Top-Schutz: Spezielle UV-Schutzkleidung mit UPF 50+ blockiert 98 Prozent der UV-Strahlung.

Wann sollte ich mich Eincremen bzw. Nachcremen?

Antwort

Einwirkzeit je nach UV-Filter:

Chemische UV-Filter brauchen Zeit zum Einwirken, deshalb 20 bis 30 min vor dem Rausgehen auftragen.
Mineralische UV-Filter wirken sofort.

Fausregeln für das Nachcremen:
- Alle 2 bis 3 Stunden nachcremen.
- Nach jedem Bad neu eincremen.
- Auch nach starkem Schwitzen (z. B. Sport) nachcremen.

Was tun bei leichtem Sonnenbrand?

Antwort

Haut braucht Feuchtigkeit

Aloe Vera, Hyaluronsäure, Glycerin und Urea spenden Feuchtigkeit und beruhigen die Haut. Wichtig ist, viel Wasser zu trinken. Auch normale Body Lotion kann helfen.

Nicht zu empfehlen bei Sonnenbrand sind fettreiche Produkte. Vorsicht vor Hausmitteln. Zitrone, Apfelessig oder Franzbranntwein reizen die Haut zusätzlich und sollten gemieden werden. Besser: kaltes Wasser, feuchte Umschläge, Wund- und Heillotionen.

Was tun bei schwerem Sonnenbrand?

Antwort

Am besten zum Arzt gehen

Treten Blasen, Pusteln oder offenen Wunden auf, sollten Sie ärztlichen Rat einholen und mindestens eine Woche warten, bevor Sie wieder in die Sonne gehen!

Bekomme ich von Sonnenbrand Hautkrebs?

Antwort

Mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko

Regelmäßige Sonneneinstrahlung kann zu Hautkrebs führen – auch wenn nie ein Sonnenbrand aufgetreten ist. Und mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Regelmäßige Vorsorge ist daher elementar wichtig, um Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen, abzuklären und zu beobachten. Hautkrebs, früh erkannt, ist in den meisten Fällen gut behandelbar.

Resümee: Vor Sonne schützen & Hautkrebs-Screening nutzen!

Gefahr: Sonnenbaden
Regelmäßige Sonneneinstrahlung kann zu Hautkrebs führen – auch wenn nie ein Sonnenbrand aufgetreten ist. Und mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Regelmäßige Vorsorge ist daher elementar wichtig, um Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen, abzuklären und zu beobachten.

Hautkrebsvorsorge ist ein MUSS

Wenn ein Muttermal wächst, ausfranst, blutet, häufig juckt, sich verkrustet oder die Farbe ändert, sind dies Warnsignale! Auch wenn ein Leberfleck plötzlich neu auftritt, ist ein Arztbesuch ratsam.

Die Dermatologie der München Klinik in der Thalkirchner Straße setzt unter Leitung von Prof. Daniela Hartmann bei der Hautkrebs-Versorgung – von der Früherkennung über die Diagnostik bis zur Behandlung – auf hochmoderne, KI-basierte Medizintechnik.

Fachlich geprüft von:

Prof. Dr. Daniela Hartmann
Chefärztin Dermatologie

Informationen zu Hautkrebs