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Hormone, Stoffwechsel, Infektionen, Haut, Hals-Nase-Ohren

(Komplizierte) Elektrolytstörungen

Bei Elektrolytstörungen liegen Störungen von Natrium, Kalium, Calcium und anderen „Salzen“ im Blut vor. Sie sind sehr häufig. Meist sind sie mild und gut behandelbar. „Komplizierte“ Elektrolytstörungen liegen vor, wenn die Ursache unklar ist, mehrere Elektrolyte betroffen sind, die Beschwerden schwer sind oder eine stationäre bzw. tagesklinische Abklärung nötig wird.

In der München Klinik werden solche komplexen Fälle interdisziplinär durch Endokrinologie, Nephrologie und weitere internistische Fächer betreut – u.a. in speziellen endokrinologischen Tageskliniken an den Standorten Bogenhausen, Neuperlach und Schwabing

ICD-10

  • E87.0 – Hyperosmolarität und Hypernatriämie
  • E87.1 – Hypoosmolarität und Hyponatriämie
  • E87.5 – Hyperkaliämie
  • E87.6 – Hypokaliämie
  • E83.4 – Störungen des Calciumstoffwechsels
  • E83.5 – Störungen des Phosphatstoffwechsels
  • E21.0 - Hyperparathyreoidismus 
  • E23.2 - Diabetes insipidus

ICD-11

5C70 - Elektrolyt‑ oder Flüssigkeitsstörungen

Was sind Elektrolytstörungen?

Von einer Elektrolytstörung spricht man, wenn die Konzentration eines oder mehrerer Elektrolyte außerhalb des Normbereichs liegt, z.B.:

  • Hyponatriämie / Hypernatriämie – zu wenig / zu viel Natrium
  • Hypokaliämie / Hyperkaliämie – zu wenig / zu viel Kalium
  • Hypo- oder Hyperkalzämie – Calcium-Störungen 

Kompliziert wird eine Elektrolytstörung wenn:

  • die Störung schwer ausgeprägt ist (z.B. stark erniedrigtes Natrium)
  • mehrere Elektrolyte gleichzeitig entgleist sind
  • die Ursache unklar bleibt, obwohl ambulant schon viel untersucht wurde
  • schwere Symptome auftreten (z.B. Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen)
  • eine gezielte Funktionsdiagnostik (z.B. Durstversuch, spezielle Hormon-Tests) nötig ist

In solchen Situationen ist eine Abklärung in einer spezialisierten Klinik wie der München Klinik sinnvoll.

Symptome. Wie zeigen sich Elektrolytstörungen?

Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich. Sie hängen stark davon ab, welches Elektrolyt betroffen ist, wie stark die Abweichung ist, wie schnell sie entstanden ist und welche Vorerkrankungen bestehen (z.B. Herzschwäche, Nierenerkrankung).

Allgemeine Symptome

  • starke Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit, Desorientierung
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit

Spezifisch bei Natriumstörungen (Hyponatriämie / Hypernatriämie)

  • rasche Gewichtszunahme durch Wassereinlagerung oder Gewichtsverlust durch Austrocknung
  • starke Unruhe oder umgekehrt auffällige Müdigkeit
  • bei älteren Patienten: häufig Delir, erhöhte Sturz- und Sterblichkeitsrate

Neurologische Symptome

  • Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen
  • Gefühlsstörungen (Kribbeln, „Ameisenlaufen“)
  • Gangunsicherheit, Stürze
  • Krampfanfälle
  • in schweren Fällen: Somnolenz, Koma

Warnzeichen – sofort in die Notaufnahme

  • plötzlich auftretende Verwirrtheit oder Wesensveränderung
  • Krampfanfälle
  • Brustschmerzen, anhaltendes starkes Herzstolpern
  • schwere Schwäche mit Sturzneigung oder Bewusstseinsstörung

Herz-Kreislauf

  • Herzstolpern, Herzrasen
  • Blutdruckabfall oder -anstieg
  • im Extremfall: lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen

Ursachen: Wie entstehen komplizierte Elektrolytstörungen?

Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen. Typische Ursachen sind:

Erkrankungen von Niere und Hormonsystem

  • Nierenfunktionsstörungen (akut oder chronisch)
  • Hormonstörungen:
    • Störungen der Hypophyse (z.B. Mangel an antidiuretischem Hormon / ADH)
    • Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) – führt typischerweise zu Hyponatriämie
    • Über- oder Unterfunktion der Nebenschilddrüsen (z.B. Hyperparathyreoidismus mit Hyperkalzämie)

Tumorerkrankungen

  • Tumoren können Hormone oder hormonähnliche Stoffe produzieren (z.B. bei SIADH)
  • Tumorbehandlungen (Chemo‑, Immun‑, Strahlentherapie) können Niere und Elektrolyte beeinflussen

Medikamente

  • entwässernde Medikamente (Diuretika)
  • bestimmte Antidepressiva, Antiepileptika, Schmerzmittel
  • einige Blutdruckmedikamente (z.B. ACE-Hemmer, AT1-Blocker)
  • Chemotherapeutika und Immuntherapien

Mangelernährung, Alkoholabhängigkeit

  • unzureichende Zufuhr von Elektrolyten und Vitaminen
  • Kombination aus Leber-, Pankreas- und Nervenschäden

Flüssigkeitshaushalt

  • starkes Erbrechen oder Durchfälle
  • ausgeprägtes Schwitzen ohne ausreichendes Trinken
  • falsche oder übertriebene Flüssigkeitszufuhr (z.B. sehr viel Wasser bei bestimmten Sportarten oder psychogenen Störungen)

Was sind Risikofaktoren und wie häufig sind Elektrolytstörungen?

Risikofaktoren

Das Risiko für komplizierte Elektrolytstörungen ist erhöht bei:

  • höherem Alter (v.a. geriatrische Patienten)aerzteblatt
  • chronischen Nierenerkrankungen
  • Herzinsuffizienz
  • Leberzirrhose
  • Tumorerkrankungen und deren Therapien
  • gleichzeitiger Einnahme mehrerer Medikamente, die den Wasser‑ oder Salzhaushalt beeinflussen
  • ausgeprägter Multimorbidität (mehrere schwere Grunderkrankungen)

Gerade bei diesen Patientengruppen lohnt sich eine frühe Überweisung in eine spezialisierte endokrinologisch‑nephrologische Klinik.

10 - 30Prozent

aller Krankenhauspatient*innen haben eine Hyponatriämie. Hyponatriämie ist damit die häufigste Elektrolytstörung in Notaufnahmen und bei hospitalisierten Patient*innen – und sie ist eng mit erhöhter Morbidität und Mortalität verknüpft.

Diagnose. Wie werden komplizierte Elektrolytstörungen abgeklärt?

Die Diagnostik erfolgt in mehreren Schritten und ist bei komplizierten Fällen oft nur in einem spezialisierten Zentrum möglich. In der München Klinik stehen dafür moderne Ultraschall‑, Duplex‑ und Labormethoden zur Verfügung, ergänzt durch eine nephrologische und endokrinologische Schwerpunktklinik mit eigener Tagesklinik.

Ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung

  • genaue Erhebung der Beschwerden
  • Medikamentenliste (inkl. frei verkäuflicher Präparate)
  • Trink‑ und Essgewohnheiten
  • Vorerkrankungen (Herz, Niere, Leber, endokrinologische Erkrankungen)

Bildgebung

Je nach Fragestellung:

  • Sonographie von Schilddrüse, Nebenschilddrüsen und Abdomen
  • CT/MRT von Schädel oder Abdomen
  • Knochenszintigraphie, DXA-Messung (z.B. bei Verdacht auf Hyperparathyreoidismus oder Osteopathien)

Laboruntersuchungen

  • Bestimmung von Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat im Serum
  • Messung der Osmolalität von Serum und Urin
  • Beurteilung von Vitamin D, Parathormon, Nierenwerten, Leberwerten
  • bei Verdacht auf SIADH: differenzierte SIADH‑Abklärung inkl. Tumorsuche und Hormondiagnostik

Spezielle Funktionstests in der Endokrinologie-Tagesklinik

In der endokrinologischen Tagesklinik der München Klinik werden z.B. durchgeführt:

  • Durstversuch über mindestens 4 Stunden mit stündlicher Messung von Serum‑ und Urinosmolalität, Körpergewicht, Temperatur und Elektrolyten
  • Hormonbestimmung (u.a. ADH/Copeptin, Parathormon, Vitamin-D-Metabolite)
  • 24‑Stunden-Sammelurin (z.B. Calcium-Ausscheidung)
  • gezielte Untersuchungen bei Verdacht auf Malabsorption oder polyglanduläre Autoimmunerkrankungen

Therapie. Wie werden komplizierte Elektrolytstörungen behandelt?

Die Therapie richtet sich nach:

  • Art und Schwere der Störung
  • Ursache
  • Begleiterkrankungen

Je nach Situation erfolgt die Behandlung:

  • ambulant in Spezialsprechstunden
  • tagesklinisch (mehrstündige Aufenthalte mit Diagnostik und Therapie, abends zu Hause)
  • stationär, wenn eine engmaschige Überwachung oder sehr rasche Therapieanpassung nötig ist

Sichere Stabilisierung

  • ggf. Überwachung auf Monitor / Intensiv- oder Überwachungsstation
  • langsame, kontrollierte Korrektur schwerer Störungen (z.B. Hyponatriämie), um Komplikationen zu vermeiden

Interdisziplinäre Betreuung

  • Zusammenarbeit von Endokrinologie, Nephrologie, Kardiologie, Onkologie, Geriatrie u.a.

In der München Klinik wird dies durch die Bündelung mehrerer internistischer Schwerpunkte in einer Klinik und durch gemeinsame Boards erleichtert.

Gezielte Korrektur der Elektrolyte

  • Infusionen (z.B. Kochsalzlösung, Elektrolytlösungen)
  • Tabletten mit Elektrolyten (z.B. Natrium-, Kalium-, Calcium-Präparate)
  • Anpassung der Flüssigkeitszufuhr (Trinkmenge, Infusionen)

Behandlung der Grunderkrankung

  • Anpassung oder Absetzen auslösender Medikamente
  • Therapie von Hormonstörungen (z.B. Nebenschilddrüsen-Erkrankungen)
  • Behandlung von Tumoren, Herz‑ oder Nierenerkrankungen

Verlauf, Prognose und Lebenserwartung

Die Prognose hängt stark ab von der Grunderkrankung, der Schwere und Geschwindigkeit der Elektrolytverschiebung sowie dem Allgemeinzustand und Alter der Patient*in.

Günstige Prognose

  • Wenn die Elektrolytstörung früh erkannt wird
  • Wenn die Ursache gefunden und behandelt werden kann
  • Wenn die Behandlung kontrolliert und leitliniengerecht erfolgt

Ungünstige Prognose

  • Wenn schwere Begleiterkrankungen (z.B. Herzschwäche, fortgeschrittene Tumorerkrankung) bestehen
  • Wenn die Elektrolytstörung sehr ausgeprägt ist
  • Wenn wiederholt Entgleisungen auftreten

Wie hoch ist die Lebenserwartung?

Eine isolierte, einmalige Elektrolytstörung verändert die Lebenserwartung in der Regel nicht dauerhaft, wenn sie:

  • rechtzeitig erkannt
  • fachgerecht behandelt
  • und die Ursache nach Möglichkeit behoben wird.

Komplizierte Elektrolytstörungen sind aber oft ein Marker für eine ernste Grunderkrankung. Entscheidend für die langfristige Lebenserwartung ist daher vor allem die Optimierung dieser Grunderkrankung. Genau hier setzen spezialisierte Zentren wie die München Klinik an.

Was ist die beste Klinik für komplizierte Elektrolytstörungen?

Warum ist die München Klinik eine exzellente Adresse zur Behandlung komplizierter Elektrolytstörungen?

Die München Klinik vereint an den Standorten Bogenhausen, Neuperlach und Schwabing eine breite internistische Expertise mit ausgewiesenen Schwerpunkten in Endokrinologie, Nephrologie, Diabetologie und Angiologie – ideale Voraussetzungen für die Diagnostik und Therapie komplizierter Elektrolytstörungen.

Die München Klinik bietet Ihnen Expertise aus einem Guss:

++ Spezialisierte endokrinologische Tageskliniken

Die endokrinologischen Tageskliniken der München Klinik sind auf unklare Hyper‑/Hyponatriämien, Kalium‑ und Calciumstörungen nach Ausschöpfung ambulanter Möglichkeiten spezialisiert mit standardisierten Abläufen inkl. Durstversuch, umfassender SIADH-Abklärung, Parathormon‑ und Vitamin-D-Diagnostik, Knochenszintigraphie und DXA‑Messung.

++ Interdisziplinäre Strukturen in allen drei Häusern

  • kurze Wege zu Intensivmedizin, Kardiologie, Neurologie, Onkologie, Geriatrie
  • gemeinsame Behandlungsstrategien für Patient:innen mit komplexen, internistischen Multisystemerkrankungen

Für Patient*innen mit komplizierten Elektrolytstörungen bedeutet das: Sie profitieren von einer Kombination aus Spitzenmedizin, moderner Diagnostik und tagesklinischen Konzepten, abgestimmt auf Ihre individuelle Situation.

++ Internistische Schwerpunktklinik in Neuperlach

  • Kombination aus Nephrologie, Endokrinologie, Diabetologie, Angiologie und Rheumatologie in einer Klinik – kurze Wege, enge Abstimmungmuenchen
  • moderne Geräte und Laboruntersuchungen „auf dem neuesten Stand“ – von anspruchsvoller Sonographie und Duplexdiagnostik bis zu spezialisierten Funktionstests
  • internistische Tageskliniken für Nephrologie und Endokrinologie/Diabetologie, sodass viele komplexe Fälle ohne Vollstationarität betreut werden können

++ Weitere endokrinologische Expertise in Bogenhausen & Schwabing

Mit den endokrinologischen Tageskliniken in Bogenhausen und Schwabing sowie ihrem stationären Angebot mit breitem Spektrum an Hormon‑ und Stoffwechselerkrankungen ist der ganze Mensch im Blick. Besonders wichtig bei multimorbiden Patient:innen mit Elektrolytstörungen ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen.

Beratungstermine erhalten Sie direkt in unseren Fachabteilungen

Sie erreichen uns telefonisch werktags 8:00 - 16/16:30 Uhr - oder jederzeit per Kontaktformular.

München Klinik Neuperlach

Telefonische Kontaktaufnahme

Sekretariat, allgemeine Fragen: (089) 6794-2401
Tagesklinik für Endokrinologie und Diabetologie: (089) 6794-2107
Einweiser-Hotline: (089) 6794-192051

Online: Termine & Anfragen

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Endokrine Chirurgie: (089) 9270-2011

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Endokrinologisch-diabetologische Tagesklinik: (089) 3068-3430

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