Schwerpunkt Intensivmedizin und Beatmungsmedizin.

Im Falle eines Falles auf der sicheren Seite

Eine schwere Erkrankung, die zur unerwarteten Aufnahme auf der Intensivstation führt, belastet den Betroffenen und seine Angehörigen ohnehin sehr stark. Den Angehörigen fällt es zudem schwer, den ungewohnten Anblick in der Intensivstation zu ertragen, der den Patienten fremd wirken lässt. Oftmals kann der Patient aufgrund der künstlichen Beatmung nur eingeschränkt kommunizieren. Hinzu kommen die vielen technischen Geräte und eine ungewohnte Geräuschkulisse etwa durch die Überwachungsalarme.

Trotz aller notwendigen Technik: Immer steht der lebensbedrohlich erkrankte Mensch im Mittelpunkt unserer ArbeitAngehörige und Vertrauenspersonen binden wir möglichst eng in unser Behandlungskonzept ein, auch indem wir Aufklärungsgespräche und Besuchsmöglichkeiten auf der Station anbieten.

Möglichkeiten der Intensivbehandlung: Modern und umfassend.

In unserer Klinik für Internistische Intensiv- und Beatmungsmedizin stehen dem ärztlichen und pflegerischen Team der Intensivstation rund um die Uhr alle modernen Methoden und Geräte der Intensivbehandlung  zur Verfügung, wie z.B. künstliche Beatmung, Nierenersatztherapie (Dialyse), Herzunterstützungs- und Lungenersatzverfahren.

Die Intensivstation umfasst 12 Behandlungsplätze und den internistischen Schockraum und ist räumlich und fachlich eng mit dem Notfallzentrum des Hauses verbunden.

Cardiac Arrest Center - optimale Versorgung reanimierter Patienten

Reanimierte Patienten benötigen spezialisierte Krankenhäuser, in denen sie weiterbehandelt werden können. Die Prognose hängt wesentlich von der Fachkompetenz und der Ausstattung der Klinik ab. Daher hat der Deutsche Rat für Wiederbelebung einheitliche Kriterien für ein Cardiac Arrest Center entwickelt, in denen die Patienten optimal versorgt werden können.

Die München Klinik Harlaching ist als eine der ersten Kliniken in München als Cardiac Arrest Center intern zertifiziert worden. Sie erfüllt alle Kriterien die für die Zertifizierung notwendig waren.

Infos zu den Kriterien

Intensiv-Pflegekräfte mit spezieller Ausbildung und großer sozialer Kompetenz

Im Krankenhaus-Alltag spielen die Pflege-Mitarbeiter eine wichtige Rolle, die leider viel zu selten hervorgehoben wird. Die Arbeit in der Intensivstation steht und fällt mit der Kompetenz des Pflegepersonals, da sie diejenigen sind, die unsere Patienten pausenlos beobachten und ihnen sofort zur Seite stehen.

Auf unserer Intensivstation kümmert sich eine speziell ausgebildete Schwester respektive ein Pfleger jeweils um zwei oder drei Patienten, in besonderen Situationen auch nur um einen Patienten (1:1-Betreuung).

Die Intensivpflegekräfte kennen sich nicht nur bestens mit unseren vielfältigen technischen Geräten aus, sondern haben auch ein besonderes Herz für die schwer verletzten oder erkrankten Menschen.

Mit großem Einfühlungsvermögen versuchen sie, die bedrohliche Situation für die einzelnen Patienten erträglich zu gestalten.

Sie sind oft die ersten Ansprechpartner für die Angehörigen und beziehen diese mit in die Pflege ein.

Gut geschulte Mediziner und Pflegekräfte sichern schnelle Hilfe

Auf unserer Intensivstation erfolgt bereits im Internistischen Schockraum eine Akutdiagnostik und –therapie.

Dabei kooperieren wir eng mit allen Fachdisziplinen, etwa mit den Gastroenterologen, wenn eine akute Gastroskopie bei einer schweren Magenblutung nötig ist, oder den Kardiologen, die beispielsweise im Falle eines akuten Herzinfarktes eine Koronarangiografie durchführen können.

Alle Ärzte und Pflegekräfte unserer Intensivstation werden im Rahmen regelmäßiger ACLS-Trainings im optimalen Ablauf der Reanimation und der anschließenden Weiterversorgung durch erfahrene Instruktoren des Teams trainiert. Diese Kurse sind durch die AHA (American Heart Association) zertifiziert.

Besondere Expertise bei schwer übergewichtigen Intensivpatienten

Die intensivmedizinische Versorgung extrem übergewichtiger Patienten mit schweren Akuterkrankungen ist eine große Herausforderung und nur von einem gut eingespielten hochprofessionellen multidisziplinären Team mit allen Möglichkeiten der modernen Intensivmedizin zu leisten.

Wir sind auf diese besonderen Patienten nicht nur durch eine mit hohem Gewicht belastbare Ausstattung, sondern auch hinsichtlich der fachlichen Spezialisierung vorbereitet.

Die technische Ausstattung der Intensivstation

  • Monitoring: Monitorsystem Intellivue der Fa. Philips mit 13x Touchscreen-Monitoren MP70 an allen Plätzen; 3 Zentralen inklusive automatischer Alarmerfassung und –dokumentation und 24 h-Trend (Vernetzung mit der benachbarten Aufnahmestation des Notfallzentrums und der IMC-Station)
  • Transportmonitore: Alle Monitore sind zusätzlich mit Multi-Parameter-Modulen X2 ausgestattet, durch die ein verzögerungsfreier Transport und Mobilität garantiert wird
  • nasaler High-Flow zur Vermeidung einer (nicht-)invasiven Beatmung mittels TNI softFlow 50 Fa. TNI medical (Zweitgerät mit der Klinik für Anästhesiologie)
  • Beatmungsgeräte zur invasiven Beatmung: Beatmungsgerät EVITA 4 Fa. Dräger an jedem Bettplatz (Pool zusammen mit der Klinik für Anästhesie und Neurologie)
  • Beatmungsgeräte zur invasiven und nicht-invasiven Beatmung: Beatmungsgerät Savina® 300 Select Fa. Dräger
  • Transportbeatmungsgerät: Oxylog 3000 Fa. Dräger
  • Ultraschallvernebler Aerogen Aeroneb Pro X
  • Beatmungsgeräte zur Hochfrequenz-Oszillations-Beatmung: Hochfrequenz-Oszillations-Beatmungsgerät HFOV SensorMedics 3100 B, Fa. CareFusion (Leasinggerät)
  • IABP (Intraaortale Ballongegenpulsation): IABP Datascope CS 300 (zusammen mit der Klinik für Kardiologie)
  • Linksherzunterstützungssystem: Impella® 2,5 und CP (zusammen mit der Klinik für Kardiologie)
  • Lungenersatzverfahren (vv-ECMO) bzw. als Herzunterstützungssystem (va-ECMO): Cardiohelp Fa. Maquet
  • Hämodynamik: PiCCO-Modul (für Intellivue) Fa. Pulsion bzw. Philips an allen Bettplätzen und optische Module vom Typ Cevox Fa. Pulsion bzw. Philips zur kontinuierlichen fiberoptischen Messung der Sauerstoffsättigung
  • Nierenersatz-Geräte: 10x Dialysegerät Genius 90 der Fa. Fresenius Medical Care (in Kooperation mit der Klinik für Nephrologie)
  • Plasmapherese-Gerät Multifiltrate der Fa. Fresenius Medical Care (in Kooperation mit der Klinik für Nephrologie)
  • Hypothermiegerät: Arctic Sun® 5000 Fa. Bard (Zweitgerät in der Klinik für Neurologie)
  • Infusomaten Agilia Volumat MC der Fa. Fresenius Kabi mit Link 8a und Link 4a
  • Perfusoren Agilia Injectomat MC der Fa. Fresenius Kabi mit Link 8a und Link 4a
  • Ernährungspumpen: Applix Vision, Fa. Fresenius Kabi
  • Ultraschall- und Echokardiographiegerät: CX50 Fa. Philips Healthcare mit Schallköpfen für Abdomen, Herz und Gefäße
  • Taschendoppler: Huntleigh dopplex DMX
  • Fiberbronchoskope für beatmete Patienten: FB 15 V Fa. Pentax sowie Ambu®-View mit Einmalbronchoskopen-Scope in verschiedenen Größen
  • Video-Laryngoskop: STORZ 8402 ZX
  • Video-Laryngoskope: 5x McGrath
  • CO2-Messung: mobile EMMA-Kapnographen Fa. Masimo, sowie über Philips-Module in bettseitiges Monitoring integriert
  • Knochenbohrer: 2x Arrow® EZ-IO® Intraosseous Vascular Access System
  • Defibrillatoren: 3x LIFEPAK 20 Fa. Physiocontrol mit transkutanem Pacer
  • Automatische Defibrillatoren: AED Heartstart Fa Philips
  • transvenöse Herzschrittmacher (über venöse Schleuse)
  • Thoraxkompressionssysteme: LUCAS 2-Thoraxkompressionssystem Fa. Physiocontrol
  • Mobiles Notfallequipement (Rucksacksysteme) für Reanimations-/Notfallteam (plus Backup-Systeme)
  • EKG-Gerät: MAC 1200 ST Fa. GE Medical Systems
  • Blutgasgerät: 2x Siemens Rapidlab 500
  • Blutwärmer: 2x Barkey Plasmatherm mit Warming Center
  • Eismaschine Fa. Ziegra
  • Wärmeschrank Fa. Memmert
  • Bair Hugger Modell 775 Fa. Arizant Healthcare
  • Hilfsmittel zur Mobilisierung: Mobilisierungsstühle, Mehrzweck-Reha-Rollstuhl Modell THEKLA und TINA Fa. Hanse, Gehwagen, Rollator
  • Megacode-Station mit Resusci Anne Fa. Laerdal (gemeinsam mit Klinik für Anästhesiologie)    
  • Patientendatenmanagementsystem (PDMS): Beschaffung anstehend

Schwere internistische Erkrankungen, die als Notfall einzustufen sind

Betreut werden Patientinnen und Patienten aller Fachbereiche, schwerpunktmäßig mit folgenden internistischen Erkrankungen:

  • Zustand nach Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung), z.B. im Rahmen eines akuten Myokardinfarkts
    Patienten, die nach einer außerhalb erfolgten Wiederbelebung bei uns per Hubschrauber oder Notarztwagen ankommen, übernehmen wir sofort in unserem internistischen Schockraum. Ein erfahrenes und bestens eingespieltes Intensiv-Team setzt die Wiederbelebung fort und bedient sich dabei modernster technischer Geräte, etwa automatischer Reanimationshilfen, modernster Defibrillatoren oder temporärer Herzschrittmacher, die über die Venen eingeführt werden.
    Parallel erfolgen eine Schnelldiagnostik sämtlicher Organe und eine Kühlung der Körpertemperatur zum Schutz der Hirnfunktion. Im Einzelfall kommen auch Herzunterstützungssysteme mittels extrakorporaler Membranoxygenierung (va-ECMO) zum Einsatz.
  • Beatmungspflichtige Lungenerkrankungen und ARDS / Lungenversagen, speziell schwere Pneumonien 
    Bei Patienten mit akutem Lungenversagen, meist nach Lungenentzündungen, schweren Unfällen, Beinahe-Ertrinken oder Vergiftungen, sichern wir die Sauerstoffversorgung des Körpers durch invasive Beatmung. Dabei achten wir – gemäß der anerkannten wissenschaftlichen Richtlinien – strengstens darauf, die mechanische Schädigung der Lungen möglichst gering zu halten. 
    Dazu setzen wir auch zusätzlich bewährte Lagerungstherapien (kinetische Therapie, intermittierende Bauchlagerung) ein. In besonders schweren Fällen greifen wir zu extrakorporalen Lungenersatzverfahren (vv-ECMO).
  • Schwere Sepsis / septischer Schock im Rahmen schwerer Infektionen 
    Jeder septische Schock ist ein Fall für die Intensivstation: Denn der septische Schock, die schwerste Verlaufsform einer Infektion, bedarf unbedingt einer intensivmedizinischen Behandlung. Am häufigsten tritt eine Sepsis nach schwerer Lungenentzündung auf. Wir haben uns seit vielen Jahren auf die optimale Therapie dieser Erkrankung spezialisiert und an vielen nationalen und internationalen Studien dazu teilgenommen. 

    Die Sepsis gehört zu den zeitkritischen Erkrankungen, das Überleben hängt also ab vom Verlauf der ersten Stunden, der möglichst frühen Diagnose und einer umgehenden zielgerichteten Therapie: Wir leiten schnell eine wirksame Antibiotika-Therapie ein, operieren gegebenenfalls den entzündeten Infektionsherd und unterstützen die beeinträchtigten Organe. 

    Da im septischen Schock die Funktion aller Organsysteme des Organismus ausfallen können oder zumindest stark eingeschränkt sind (Multiorganversagen), ist eine ganz enge Kooperation mit allen Fachdisziplinen des Klinikums erforderlich, was ein hohes Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit und intensivmedizinischer Expertise verlangt.
  • Multiorganversagen jeglicher Art und Schwere
  • lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • schwere Vergiftungen. 

Die internistische Intensivstation in der München Klinik Harlaching stellt sich vor

Quelle: Christian Aigner, münchen.tv, »Unser München« vom 3. Oktober 2012

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