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Ernährungsmedizin vor und nach der Operation

Besser ernährt, schneller erholt: Unsere Ernährungsmedizin begleitet rund um einen chirurgischen Eingriff.

Große Operationen belasten den Körper und lösen komplizierte Stoffwechselreaktionen aus. Damit unsere Patientinnen und Patienten nach einem Eingriff schneller wieder auf die Beine kommen, begleitet sie unsere Stabsstelle Ernährungsmedizin schon vor dem Eingriff und weiter bis zur Entlassung. Das Konzept ist Teil des international anerkannten ERAS-Programms (Enhanced Recovery After Surgery – verbesserte Genesung nach Operationen). Unser Ziel: weniger Komplikationen, kürzere Liegezeiten, schnellere Rückkehr in den Alltag.

Ernährungsmedizin rund um die OP

Die Ernährungsmedizin ist fest in jede Phase des Aufenthalts in unserer Klinik integriert:

Viele Patientinnen und Patienten sind trotz Normal- oder Übergewicht mangelernährt: Es fehlen wichtige Nährstoffe wie Eiweiß, Vitamine oder Spurenelemente. Das erhöht das Operationsrisiko und verlangsamt die Heilung. Unsere Lösung: Chirurgie, Anästhesie, Intensivmedizin und Ernährungsmedizin arbeiten in unserem Haus konsequent vor, während und nach der Operation zusammen. Die beteiligten Chefärztinnen der Allgemein-, Viszeralchirurgie und Koloproktologie Prof. Natascha Nüssler und Prof. Mia Kim sehen dadurch bessere operative Ergebnisse.

Verzahnung der Ernährungsmedizin vor, während und nach dem stationären Aufenthalt:

  • Screening auf Mangelernährung
  • Prähabilitation vor OP (Ernährungs- und Bewegungstherapie, psychologische Unterstützung, Ausgleich von Mikronährstoffdefiziten)
  • Carbohydrate Loading
  • Trinken vor der OP bis auf Abruf („Sip til Send“)
  • Ernährungsmedizinische Visite auf den Intensiv- und Normalstationen
  • Begleitung des Kostaufbaus und der Ernährung zu Hause
„Stellen wir im Screening fest, dass Patientinnen mangelernährt sind, erhalten sie eine individuelle Beratung und eine an ihre Bedürfnisse angepasste Therapie. Die Ernährungsmedizin ermöglicht es den Patientinnen, einen chirurgischen Eingriff besser zu verkraften und verkürzt damit die Genesungszeit.“
Dr. Eva-Maria Jacob, Leitung Stabsstelle Ernährungsmedizin

OP-begleitendes ernährungsmedizinisches Programm im Detail

Carbohydrate Loading – gezielte Kohlenhydratzufuhr vor der OP

Operative Eingriffe lösen Stressreaktionen aus, die den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen können. Carbohydrate Loading wirkt dem gezielt entgegen: Durch eine kontrollierte Kohlenhydratzufuhr kurz vor dem Eingriff wird der Körper in einen stoffwechselstabilen Zustand gebracht.

Was bedeutet das für unsere Patientinnen und Patienten?

Das Carbohydrate Loading-Verfahren gehört am Standort Neuperlach bei elektiven viszeralchirurgischen Operationen zum Standard. Der Effekt: Die postoperative Insulinresistenz wird vermindert, die katabole Reaktion reduziert. Betroffene erholen sich schneller.

„Für das Carbohydrate Loading sprechen vor allem eine verbesserte postoperative Insulinsensitivität und eine Reduktion der katabolen Stoffwechselantwort. Das ist gut für die Patient*innen, die sich schneller erholen.“
PD Dr. Ines Kaufmann, Intensivmedizinerin

„Sip til Send" – Trinken bis kurz vor der OP

Das neue, wissenschaftlich abgesicherte Nüchternheitsprotokoll „Sip til Send" (zu Deutsch etwa: Trinken bis zum Abholruf) erlaubt es Patientinnen und Patienten, klare Flüssigkeiten bis unmittelbar vor der Operation zu sich zu nehmen – im Gegensatz zu den klassischen mehrstündigen Nüchternheitsvorgaben.

Trinken direkt vor einer OP? Ist das nicht „verboten“?

Weniger Durstgefühl, weniger Stress, ein stabilerer Kreislauf vor dem Eingriff. Der Ansatz wurde aus der Kinderanästhesie übertragen, wo verkürzte Nüchternheitsgrenzen bereits erprobt sind, und am Standort Harlaching erstmals ausgerollt.

Ernährungsmedizinische Visite – auf der Normal- und Intensivstation

Nach einer Operation ist nicht einfach „mehr essen" die richtige Antwort. Stress, Entzündungen und Eingriffe können zu massivem Proteinabbau führen, der Muskelschwund und verzögerte Heilung zur Folge hat. Die ernährungsmedizinische Visite stellt sicher, dass unsere Patientinnen und Patienten auf Intensiv- und Normalstation ihre Ernährung in der richtigen Menge, Zusammensetzung und zum richtigen Zeitpunkt erhalten.

Was bedeutet das für unsere Patientinnen und Patienten?

Wöchentlich findet eine ernährungsmedizinische Visite statt. Dort bewerten die Ernährungsmedizinerin und das Team der Normalstation bzw. der Intensivstation gemeinsam die individuelle Ernährungsstrategie.

„Wenn der Stoffwechsel nach der OP entgleist, gefährdet das den Patienten.“
PD Dr. Thomas Felbinger, Chefarzt Anästhesie, Mitautor der Leitlinie „Ernährung in der Intensivmedizin

NutriZert zertifizierte Ernährungsmedizin in der München Klinik Neuperlach

Ernährungsmedizinische Schwerpunktabteilung

Wir sind eine durch nutriZert zertifizierte Schwerpunktabteilung Ernährungsmedizin.

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Jacob

Dr. med. Eva-Maria Jacob

Leitung der Stabstelle Ernährungsmedizin


Tel: (089) 6794-3211

Nachricht an unsere Klinik

Vorgestellt: das Zentrum für Ernährungsmedizin in Neuperlach

Beteiligte Fachabteilungen