Diagnostik und Behandlung schwerer Infektionen

Wenn schwer kranke Kinder mit Infektionen zu uns kommen, ist es unser Ziel, den jeweils verantwortlichen Erregern schnellstmöglich auf die Spur zu kommen. Dies können Bakterien, Viren und Pilze ebenso sein wie Parasiten. In der Regel nehmen wir Blut ab, je nach Erkrankung auch Urin, Stuhl, Rachensekret oder Nervenwasser, um diese Körperflüssigkeiten im Labor auf Anzeichen einer Infektion und auf bestimmte Erreger zu untersuchen.

Mit welchen Methoden wir die Krankheitsherde entdecken

Unsere engagierten Kinderradiologen unterstützen uns mit bildgebender Diagnostik (Ultraschall, Röntgen, MRT, CT), so dass wir mögliche Krankheitsherde in den verschiedenen Organen entdecken oder andere Krankheitsursachen ausschließen können.

Unser Infektionsteam sucht im Falle schwerer, wiederkehrender oder untypischer Infektionen immer auch nach möglichen weiteren Ursachen für die außergewöhnlichen Erkrankungen und ordnet gegebenenfalls zusätzliche immunologische oder hämato-onkologische Untersuchungen an.

Wie wir Infektionen gezielt behandeln

Sobald wir die Krankheitsursache gefunden haben, bekämpfen wir sie gemäß der aktuellen medizinischen Leitlinien.

In der Regel erfolgt eine gezielte Medikamentengabe, meistens zunächst über einen venösen Zugang.

In manchen Fällen kann auch ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, um beispielsweise einen Abszess zu eröffnen.

Unser speziell geschultes Pflegepersonal besitzt große Erfahrung mit schwer kranken und ansteckenden Kindern sowie den erforderlichen Hygiene-Anforderungen.

Kinder mit besonders ansteckenden Krankheiten werden in so genannten Schleusen-Zimmern untergebracht, mit deren besonderen Regeln unser Pflegeteam bestens vertraut ist.

Die Angehörigen betroffener Patienten werden von Ärzten und Pflegeteam genau in die sichere Nutzung dieser Schleusen-Zimmer eingewiesen.

Antibiotic Stewardship

So viel Antibiotika wie nötig, aber so wenig wie möglich

Als Experten für die Behandlung mit Antibiotika engagieren sich unsere Infektiologen dafür, dass diese Medikamente möglichst gezielt und kurz verabreicht werden, damit die bekannten Resistenzen gegen Antibiotika nicht weiter zunehmen.

Diese wichtige Aufgabe im Bereich der Infektiologie wird international mit dem englischen Fachausdruck „Antibiotic Stewardship“ (abgekürzt ABS) bezeichnet. Eine optimale ABS ist das Ziel jeder Infektionsvisite, aber auch das Thema von Forschungsprojekten unseres infektiologischen Teams.

Spezielle Expertise: Infektiöse Mononukleose, Pfeiffersches Drüsenfieber

Wir forschen zur Diagnostik und Therapie von Krankheiten, die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) hervorgerufen werden.

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) infiziert fast alle Menschen und verbleibt in der Regel unsichtbar und lebenslang in unserem Körper. Vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann sich die Erstinfektion als Infektiöse Mononukleose (IM), auch unter dem Begriff Pfeiffersches Drüsenfieber bekannt, zeigen.

Die betroffenen Kinder und Jugendlichen leiden in der Regel unter Halsschmerzen, Fieber, geschwollenen Lymphknoten und einer ausgeprägten Abgeschlagenheit.

Warum die Infektiöse Mononukleose bei manchen Patienten nur leicht, bei anderen schwer oder lebensbedrohlich verläuft, untersuchen wir gemeinsam mit anderen international ausgewiesenen Gruppen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) mit unserer IMMUC-Studie.

Zusätzlich arbeiten wir an neuen Diagnose- und Therapieverfahren für EBV-assoziierte Erkrankungen und an einem schützenden Impfstoff gegen EBV.

Projekte zu Epstein-Barr-Virus-assoziierten Erkrankungen

Bislang gibt es kein Medikament, das zuverlässig vor Epstein-Barr-Virus (EBV)-assoziierten Erkrankungen schützt oder mit dem diese zuverlässig behandelt werden könnten. Zudem gibt es keine zuverlässigen Marker, mit denen das Risiko für EBV-assoziierte Erkrankungen genau vorhergesagt werden kann.

Wir forschen mit Unterstützung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) sowie in Kooperation mit dem Helmholtz Zentrum München (HMGU) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) an neuen diagnostischen Markern und Therapieansätzen für immungesunde und immungeschwächte Kinder sowie an einem schützenden Impfstoff.

Durch unsere enge internationale Vernetzung im Bereich der klinischen EBV-Forschung können wir schwerkranken Kindern und Jugendlichen mit EBV-assoziierten Erkrankungen gegebenenfalls im Rahmen von Studien auch neue Behandlungsansätze anbieten.

Zur Forschungsgruppe: Pädiatrische Infektiologie & Immunologie

Kinderinfektiologie - unsere Medizin, Mitarbeiter und Kontakte