Intensivmedizin und Intensivpflege

Moderne Technik, behutsame Betreuung

Unsere Kinder-Intensivstation bietet zwölf Beatmungsplätze mit moderner intensiv-medizinischer Ausstattung. Die Kinder und Jugendliche kommen nach großen Operationen, schweren Unfällen und mit lebensgefährlichen Erkrankungen auf unsere Station.

Warum Kinder auf unsere Kinderintensivstation verlegt werden

Unsere Aufgabe: Regeneration nach großen Operationen - in größtmöglicher Sicherheit

Kinder, die in unserer Schwabinger Kinderklinik lange oder schwere Operationen erfahren, kommen aus dem Operationssaal direkt in unsere Intensivstation. Die Lebensfunktionen der Kinder und Jugendlichen werden hier systematisch überwacht, eine Nachbeatmung überbrückt die Zeit, bis der Körper wieder selbstständig atmen kann, und die intensivmedizinische Versorgung und Pflege unterstützt die Genesung.

Vor allem nach großen Kopf-Operationen, bei denen meist angeborene Gesichtsfehlbildungen (z. B. vorzeitige Verknöcherung einer Schädelnaht, Lippen-, Kiefer-, Gaumen-Spalten) operiert werden, oder nach großen Eingriffen im Brustkorb oder Bauchraum, bei denen die Chirurgen häufig Tumore entfernen müssen, werden die operierten Kinder und Jugendlichen bei uns intensiv-medizinisch betreut.

Häufige Gründe für die Verlegung zu uns

Schwerpunktmäßig versorgen wir vor allem folgende Erkrankungen

  • Versorgung bei schweren Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Versorgung bei mehrfachen Knochenbrüchen und inneren Verletzungen (Polytrauma)
  • Schwere Verbrühungen und Verbrennungen, die einen großen Teil der Körperoberfläche betreffen
  • Versorgung nach operativen Eingriffen, z.B.
    • nach großen Operationenin unserer Kinderchirurgie
    • nach plastischen Operationen (z.B. bei vorzeitiger Verknöcherung einer Schädelnaht)
    • nach onkologischer Chirurgie
    • nach Operationen durch die Neurochirurgie
    • nach Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Neurologische Notfälle, u. a. epileptische Anfälle, Schlaganfall im Kindesalter und Entzündungen des Gehirns und seiner Häute
  • Respiratorische Notfälle (z.B. Lungenversagen) - differenzierte Beatmungs- und Weaning-Strategien
  • Schwere lebensbedrohliche Infektionen, Sepsis mit Schockgeschehen
  • Differenzierte Therapie aller Schockformen
  • Entgleisung bei Stoffwechselerkrankungen, vor allem diabetische Notfälle
  • Behandlung von Vergiftungen, incl. eventuell erforderlicher Blutreinigungsverfahren
  • Akutes Nierenversagen (alle Nierenersatzverfahren werden auf der Intensivstation durchgeführt)
  • Ertrinkungsunfälle

Wie wir Untersuchungen besonders schonend durchführen

Diagnostik möglichst ohne Zusatzbelastungen, auch ohne Transporte innerhalb der Klinik.

Viele diagnostische Untersuchungen können unsere Kinder-Intensivmediziner am Bett der Patienten durchführen, so dass die kleinen Patienten dafür nicht umgelagert werden müssen.

Wir bevorzugen Untersuchungen ohne Strahlenbelastung. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche ist auch eine speziell auf Kinder ausgerichtete Echokardiographie, also eine Ultraschalluntersuchung des Herzes, direkt in der Intensivstation möglich.

Vor allem Notfälle verlangen eine schnelle Diagnose, um durch die richtigen therapeutischen Schritte die lebenswichtigen Funktionen zu erhalten und mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

Alle Ärzte verschiedener Spezialgebiete kommen zur Untersuchung und Behandlung bei spezieller Fragen auf die Kinderintensivstation, z.B. der Fachgebiete Hals-Nasen-Ohren, Augen, Urologie, plastische Chirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Transplantationschirurgie

Warum die Technik eine große Rolle bei uns spielt

Systematische Überwachung und Beatmung durch hochmoderne technische Ausstattung

Alle Organfunktionen werden permanent überwacht. Moderne multifunktionale Beatmungsgeräte ermöglichen uns, die Atemorgane genau so weit zu unterstützen wie notwendig.

Wir setzen moderne Spezialverfahren zur Beatmung ein wie die Hochfrequenzoszillationsbeatmung (HFOV) und inhalatives Stickstoffmonoxid (iNO).

Nach einer längeren Phase der künstlichen Beatmung müssen die Patienten an die Eigenatmung herangeführt werden. Nicht nur die Beatmung selbst, auch das Entwöhnen von der Beatmung, von Experten Weaning genannt, führen wir durch – individuell und auf die Situation des betroffenen Kindes angepasst.

Welche Eingriffe direkt auf der Station durchgeführt werden

Eigener Raum für kleinere Eingriffe direkt auf der Intensivstation

Nahezu täglich führen wir auf unserer Kinder-Intensivstation Narkosen durch und haben daher einen eigenen Eingriffsraum.

Dort finden auch Untersuchungen und therapeutische Eingriffe statt, die für die Kinder mit Schmerzen verbunden wären und deshalb einer Betäubung oder Narkose bedürfen.

 

Einige Beispiele sind:

  • Knochenmarkspunktionen
  • Lumbalpunktionen
  • Nierenpunktionen 
  • Botulinumtoxin-Behandlung von spastischen Kindern
  • die Anlage von Drainagen und Kathetern.

Welche Hygiene und Barriere-Maßnahmen wir treffen

Ansteckende oder multiresistente Keime haben in unserer Intensivstation keine Chance.

In unserer Kinder-Intensivstation sind wir im höchsten Maße darauf bedacht, dass keinerlei Keime von einem Kinderbett zum anderen gelangen können.

Nach und vor jedem Patientenkontakt sterilisieren wir unsere Hände und beachten auch sonst die strengen Hygiene-Regeln, die bundesweit durch die Aktion „Saubere Hände“ in den Krankenhäusern propagiert werden.

Kinder, die mit dem Verdacht auf eine ansteckende Krankheit zu uns kommen, werden sofort in einer so genannten Isoliereinheit (wenn nötig sogar mit einem besonderen Luftzirkulationssystem) isoliert.

Mittels der Isoliereinheit können wir auch Kindern mit Krebserkrankungen, deren Immunsystem durch die Chemotherapie extrem geschwächt ist, schützen.

Bei der Untersuchung der betroffenen Kinder gehen wir mittels so genannter Barriere-Maßnahmen auf Nummer Sicher: Wir tragen Handschuhe, Kittel und Mundschutz, die nach jedem Kontakt entsorgt werden.

Welche Aufgaben die Eltern in der Pflege übernehmen

Schrittweise werden Eltern in die Pflege ihres Kindes mit einbezogen. Gemeinsam mit der Kinderintensiv-Pflegekraft

  • waschen und cremen sie ihr Kind,
  • putzen die Zähne,
  • übernehmen das Wickeln und
  • dürfen Ihr Kind dann auch füttern.

Bei Säuglingen fördern wir, dass die Mütter sie stillen und ermöglichen dafür auch erweiterte Besuchszeiten.

Fast alle Kinder bekommen täglich Atem- und Physiotherapie, während sie auf unserer Station liegen. Die Therapeuten zeigen den Eltern einfache spielerische Übungen und lernen sie darin an, so dass sie dann einen ergänzenden regelmäßigen Part der Therapie übernehmen können.

Wie wir Eltern in Krisensituationen seelischen Beistand leisten

Alle Eltern, deren Kinder mit schweren Erkrankungen auf der Intensivstation liegen, durchlaufen herbe seelische Tiefs – denn die Ängste um das geliebte Kind sind kaum auszuhalten.

Daher bieten wir bei Bedarf Gespräche mit unseren erfahrenen klinikeigenen Psychologen an, um die Situation innerlich besser bewältigen zu können.

Besonders intensiv kümmern wir uns um die Eltern, die von ihrem Kind Abschied nehmen müssen. In diesen Fällen ermöglichen wir auch, dass Geschwister und andere nahe Verwandte das Kind auf unserer Intensivstation aufsuchen können.

Wir begleiten die Eltern auch über den Tod des Kindes hinaus und vereinbaren gerne Gesprächstermine für Fragen, die oft erst viele Wochen später auftreten.

Vorgestellt: interdisziplinäre Kinderintensivstation - Medizin, Mitarbeiter, Kontakte