Neuigkeit
25.09.2017 11:52 Uhr

Klinikum Harlaching versorgt komplett Süd-Ost-Bayern

Rund 270.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall. Etwa eine Million Betroffene leben mit gravierenden Behinderungen in Folge eines Schlaganfalls. Je länger es dauert, bis ein Schlaganfallpatient die passende Therapie erhält – desto geringer sind die Überlebenschancen und das Risiko dieser Folgeschäden steigt. Deshalb spielt die Zeitspanne vom Eintreffen in der Klinik bis zur Behandlung („door-to-needle-time“) eine entscheidende Rolle.

Schlaganfallzentren auf dem Land rar

Die Behandlung erfolgt normalerweise in großen Schlaganfallzentren in denen speziell ausgebildete und erfahrene Expertenteams schnelle Diagnosen mittels Computertomografie stellen und die Behandlung durchführen können. In den Schlaganfallzentren der beiden städtischen Kliniken Bogenhausen und Harlaching werden rund die Hälfte aller Schlaganfälle in München behandelt. Da die Spezialbehandlungsplätze nahezu ausschließlich in Ballungsräumen eingerichtet sind, haben in Deutschland nicht alle Schlaganfall-Patienten Zugang zu dieser Expertise.

Neue Kliniken im Partnernetzwerk TEMPiS zur besseren Versorgung

Deshalb versorgt das Klinikum Harlaching seit 2003 inzwischen 21 Partnerkliniken im bayerischen Umland telemedizinisch und hilft bei jährlich über 10.000 Schlaganfallpatienten in Videoschalten bei der raschen Diagnose und Therapieempfehlung – zu jeder Tages- und Nachtzeit. In das TEMPiS-Netzwerk (Telemedizinisches Projekt zur integrierten Schlaganfallversorgung in der Region Süd-Ost-Bayern) sind nun jüngst die Kliniken Grafenau und Wasserburg aufgenommen worden.

Dank des Netzwerks weltweit Spitze bei der Versorgung

Der Experte entscheidet innerhalb von wenigen Minuten ob eine Lyse in der Partnerklinik eingeleitet werden kann oder ob der Patient direkt in das Schlaganfallzentrum für eine Thrombektomie verlegt werden soll. Das Netzwerk gilt als größtes seiner Art in Europa und ist ein Erfolg: Seit 2003 wurden 50.000 Video-Untersuchungen abgehalten, die Zeit vom Beginn des Schlaganfalls bis zur Behandlung ist weltweite Spitze und damit in der ländlichen Region genauso schnell wie in großen Ballungsgebieten.

Jedes der Versorgungskrankenhäuser hat eine eigene Schlaganfallstation (sogenannte Stroke Unit) aufgebaut und wird bezüglich Fortbildung und Qualitätssicherung kontinuierlich durch die Projektleitung unterstützt. Kurse, Hospitationen und Visiten finden dabei regelmäßig in den Kooperationskliniken statt.

Versorgungsqualität hat sich erheblich verbessert

Insgesamt konnte in den regionalen Partnerkliniken neben der Lysetherapie auch die Qualität der gesamten Schlaganfallversorgung verbessert werden. Mehr Patienten erhalten eine frühe Diagnostik, spezifische Therapie und frühe rehabilitative Behandlung.

In einem Vergleich zwischen Kliniken mit und ohne telemedizinische Beratung zeigte sich für die Patienten innerhalb des Netzwerkes eine Prognoseverbesserung um 37 Prozent für Sterblichkeit, Pflegeheimversorgung und schwere Behinderung. Dies konnte ohne Steigerung von Krankenhausverlegungen bei gleichzeitig signifikanter Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes erreicht werden. Deshalb wurde TEMPiS in die Regelversorgung der bayerischen Krankenkassen übernommen und als im Bayerischen Krankenhausplan verankertes Projekt weitergeführt.

 

 

 

Neuro-Kompetenzzentrum im Süden Münchens

In unserer Klinik werden jedes Jahr mehr als 1.300 Patienten mit akutem Schlaganfall behandelt.

Stroke Unit des Klinikums Harlaching
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