Ach du Schreck, Feuerschreck

Die Adventszeit ist für viele Kinder die schönste Zeit des Jahres. Alles ist festlich geschmückt, überall leuchten bunte Lichter und Kerzen brennen. Aber gerade im Advent lauern heiße Gefahren auf die Kleinen. Der Tag des brandverletzten Kindes erinnert an die Gefahren im Haushalt. Denn 30.000 Kinder verbrennen und verbrühen sich jedes Jahr in Deutschland. 6.000 so schwer, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Mit den Sanis in die Klinik

76 Prozent der Verbrennungsopfer sind jünger als fünf Jahre.

Die meisten Unfälle lassen sich vermeiden. Daher klärt die München Klinik Schwabing bereits Kindergartenkinder am Aktionstag über heiße Gefahren auf. Und das auf spielerische und interaktive Weise.     

Auch dieses Jahr gibt es unter den Kindern wieder Gerangel, wer sich auf die Trage im Krankenwagen legen darf. Der fünfjährige Leonardo durfte und war stolz wie Oskar, als er von den beiden Sanitätern in die Klinik geschoben wurde. 

„Aua, Finger verbrannt“

In der Notaufnahme werden die Sanitäter mit Leonardo und den anderen Kindern bereits von Dr. Kai Breuling, Oberarzt der Kinderchirurgie in der München Klinik Schwabing erwartet. Während Leonardo auf die Behandlungsliege gelegt wird, wird er von seinen Kindergartenkameraden liebevoll umsorgt und nach seinem Befinden gefragt.

Gummibärchen zum Trost

„Wer hat sich schon mal verbrannt?“, fragt Breuling in die Runde. Zig Hände gehen nach oben. Ioanna hat sich das Kinn am Ofen verbrannt, das war aber nicht so schlimm, wie sie erklärt. Trotzdem bekommt sie ein Trost-Gummibärchen von Dr. Breuling.    

Vincent hat sich seine Hand an der Herdplatte verbrannt. Er hatte eine böse Brandwunde, die verarztet werden musste, „aber da war ich noch kleiner“. Das war Verbrennunsgrad zwei, wie Dr. Breuling erklärt und auch Vincent erhält ein Trost-Gummibärchen.

Wer hat die schönste Wunde?

Vor dem OP geht es dann ans Eingemachte. Damit jedes Kind eine Vorstellung hat, wie eine Verbrennung 2. Grades aussieht, werden ihnen von Kinderkrankenschwestern mit Wasserfarbe und Gelatine falsche Wunden aufgemalt.     

Die Wunden sehen täuschend echt aus.

Die Kinder haben ihren Spaß und zeigen sich gegenseitig ihre „schönsten“ Wunden. 

Im OP wird nun jedes Kind verarztet. Die „kaputte Haut“ wird entfernt, die Wunde sorgfältig gesäubert und die Hand mit einem Verband versehen. Stolz zeigt Paul seine bandagierte Hand. „Gerade nochmal gut gegangen“, erklärt er grinsend. 

„Fast wie Spiderman“

Bei schweren Verbrennungen ist es mit einem Verband aber noch nicht getan. Zur Narbennachsorge muss spezielle Kompressionskleidung getragen werden. Je nach Region können das Handschuhe, Oberteile oder auch Gesichtsmasken sein.    

Die Kinder staunen nicht schlecht, als ihnen Daniel Gabor, Orthopädie-Techniker in der München Klinik Schwabing erklärt, dass die Kompressionskleidung mindestens ein Jahr lang 24 Stunden täglich getragen werden sollte. „Nur so kann man eine grobe Narbenbildung verhindern“, fügt er hinzu.

Nino möchte unbedingt die rote Maske anprobieren. Er hat sie gleich Spiderman-Maske getauft, weil sie so rot ist. Sein Freund Jonas hat ein Auge auf die Vollgesichtsmaske geworfen. „Die sieht ein bisschen gruselig aus.“ Zum Abschluss gibt es von Gabor noch Schokonikoläuse auf den Weg, denn nach der Versorgung ist vor der Versorgung.

Ach du Schreck! Feuerschreck!

Dr. Carsten Krohn, leitender Oberarzt der Kinderchirurgie, erwartet die Kinder bereits. Am liebsten würde er kein Kind bei sich auf Station sehen. Aber 300 Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr bei ihm im Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder behandelt. Daher ist für ihn Aufklärung wichtig. Mit viel Humor zeigt er Gefahrenquellen auf. Wenn eine von den Kindern erkannt wurde, wird die Gefahr durch einen Zauberspruch gebannt. Auf Krohns Ausruf „Ach du Schreck!“ rufen alle Kinder lauthals „Feuerschreck!“

Auch Eltern müssen aufgeklärt werden

Für Krohn ist auch die Aufklärung der Eltern ein wichtiger Aspekt. Vielen ist nicht bewusst, dass Kleinkinder noch keinen Reflex entwickelt haben, ihre Hände von heißen Flächen zu lösen. Aber auch heißer Tee oder Milch kann zu schweren Verbrühungen führen.     

Bereits ab einer Temperatur von 52 Grad Celsius können heiße Flüssigkeiten die Haut eines Menschen schädigen, auch von Erwachsenen.

Kabel von Wasserkochern sollten nicht herunterhängen, Teetassen unerreichbar in die Mitte des Tisches gestellt sowie Herd und Ofen mit einem Gitter versperrt werden.

München Klinik Schwabing: Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder

Für Kinder, die von schweren Verbrühungen und Verbrennungen betroffen sind, ist die Kinderchirurgie der München Klinik Schwabing besonders ausgestattet. Hier ist eines von deutschlandweit nur 19 Zentren für schwerbrandverletzte Kinder und das größte in Bayern. Die jungen Patienten werden hier nicht nur versorgt, sondern im Rahmen einer speziellen Verbrennungssprechstunde oft jahrelang mit einer speziellen Nachsorge begleitet. 

Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder

Hochspezialisierte Behandlung von Kindern mit schweren Verbrühungen/Verbrennungen.   

Schwerbrandverletzte Kinder (Verbrennung, Brandverletzung) in München Schwabing

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