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Gehirn & Psyche im Zentrum

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Gesichtslähmung, Fazialisparese

Wenn das Lächeln plötzlich verschwindet

Eine Fazialisparese, auch Gesichtslähmung oder Bell’sche Parese genannt, entsteht, wenn der Gesichtsnerv (Nervus facialis) geschädigt wird. Dieser Nerv steuert nahezu alle wichtigen Muskeln im Gesicht und im Halsbereich. Wird er beeinträchtigt, kann das zu Asymmetrien, eingeschränkter Mimik, Problemen beim Lidschluss, Sprechschwierigkeiten oder dem Verlust eines natürlichen Lächelns führen.

ICD-Code

G51.0 – Fazialisparese / Gesichtsnervenlähmung

75Prozent

In 75% der Fälle ist die Ursache für eine Fazialisparese unbekannt.

20.000im Jahr

Pro Jahr erkranken ca. 20.000 Personen in Deutschland an der idiopathischen Fazialisparese.

16Prozent

In 16 % der Fälle bei einer idiopathischen Fazialisparese bleiben dauerhafte Funktionsausfälle.

Was sind die Ursachen einer Gesichtslähmung (Fazialisparese)?

Eine Fazialisparese kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Idiopathische Fazialisparese (Bell’s Palsy) – oft ohne erkennbare Ursache
  • Entzündungen und Infektionen, z. B. nach Virusinfekten (Gürtelrose, Herpes simplex, Epstein-Barr) oder Autoimmunerkrankungen (Guillain-Barré-Syndrom, Sarkoidose)
  • Verletzungen, etwa nach Operationen oder Traumata (Bruch des Felsenbeins)
  • Tumorerkrankungen, z. B. Akustikusneurinom oder Tumore der Ohrspeicheldrüse (Parotis)
  • Schlaganfall oder zentrale Läsionen, die den Verlauf des Gesichtsnervs beeinflussen
  • Medikamente, z. B. Ciclosporin A
  • Schwangerschaft
  • Diabetes mellitus

In 75 % der Fälle findet sich keine Ursache für die Entstehung einer Fazialisparese, daher wird sie auch idiopathische Fazialisparese genannt. Als Auslöser wird der Herpes simplex-Virus Typ 1 (Lippenherpes) vermutet. Sobald man eine erste Infektion durchlaufen hat, zieht sich das Virus in Nervenzellen zurück und bleibt dort ein Leben lang. Bestimmte Auslöser können das Virus wieder erwecken bzw. reaktivieren. Die Entzündungsprozesse führen zu einer Schwellung, die die Funktion des Nervs beeinträchtigen. 

In 25% der Fälle ist die Ursache bekannt. Dazu zählen z.B. Infektionen, bei denen ein Erreger nachgewiesen werden konnte beispielsweise das Epstein-Barr-Virus oder Neuroborreliose. Aber auch Autoimmunkrankheiten wie das Guillain-Barré-Syndrom oder Brüche des Felsenbeins (Teil des Schläfenbeins an der Schädelbasis, direkt hinter dem Ohr) können eine Gesichtslähmung verursachen. 

Was sind Risikofaktoren für eine idiopathische Fazialisparese?

Vermutlich sind vorherige Virusinfektionen, die zu einer Entzündung des Gesichtsnervs führen, die häufigsten Auslöser für eine Gesichtslähmung.

Die häufigsten Risikofaktoren sind:

  • Schwangerschaft (Insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel erhöht sich das Risiko, möglicherweise durch Wassereinlagerungen und erhöhte Gerinnungsneigung)
  • Migräne
  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck
  • Vorangegangene virale Infektionen (vor allem Lippenherpes verursacht durch das Herpes-simplex-Virus, aber auch Zoster oder Grippe)

Was sind die Anzeichen einer Gesichtslähmung (Fazialisparese)?

Die Symptome einer Gesichtslähmung sind für viele Betroffene sofort sichtbar und können den Alltag deutlich beeinträchtigen:

  • Unvollständiger Lidschluss – erhöhtes Risiko für Augentrockenheit oder Hornhautschäden
  • Herabhängender Mundwinkel – erschwertes Lächeln, Sprechen, Essen oder Trinken
  • Asymmetrische oder starre Mimik
  • Synkinesien – unwillkürliche Mitbewegungen, z. B. Schließen des Auges beim Lächeln
  • Verlust des natürlichen, emotionalen Gesichtsausdrucks
  • Empfindungs- oder Geschmacksstörungen (je nach Ausprägung)
Gesichtslähmung

Bleibt die Gesichtslähmung dauerhaft bestehen?

In den meisten Fällen nicht

Vor allem Patientinnen und Patienten, die unter der idiopathischen Fazialisparese leiden, haben eine sehr gut Prognose. Sie erholen sich in 80 % der Fälle innerhalb von 3 - 6 Monaten ohne bleibende Lähmungen. Schon nach 4 - 10 Wochen kann bereits eine deutliche Besserung sichtbar sein.

Bei schweren Fällen oder Verletzungen sind die Prognosen allerdings schlechter. Es können Synkinesien - unwillkürliche Mitbewegungen-, Gesichtsasymmetrien oder der durch Reizung der Geschmacksnerven bedingte Tränenfluss (Krokodilstränen-Phänomen) bestehen bleiben. Auch eine dauerhafte Lähmung ist möglich. Entscheidend ist eine frühe und konsequente Behandlung, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

„Für viele Betroffene ist der plötzliche Kontrollverlust über Gesichtsausdruck und Mimik äußerst belastend. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Diagnose und individuelle Behandlung.“
Dr. med. univ. Zvjezdana Milacak Kehrer

Wie kann eine Fazialisparese behandelt werden?

Unsere Therapie orientiert sich immer an der individuellen Situation – mit dem Ziel, Mimik, Symmetrie und Lebensfreude wiederherzustellen. Dabei stehen uns konservative als auch operative Möglichkeiten zur Verfügung.

Wie sieht eine konservative Behandlung aus?

Bei der konservativen Behandlung wird vor allem auf Physiotherapie und Botox-Injektionen gesetzt.

  • Spezialisierte Physiotherapie und Mimik-Training zur Verbesserung von Koordination und Muskelaktivität
  • Botulinumtoxin-Injektionen, um überaktive Muskelgruppen zu entspannen und Synkinesien zu reduzieren

Wie wird die Gesichtslähmung operiert?

Folgende operative Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Nervenrekonstruktion oder Nerventransfer
    z. B. Cross-Face-Nerventransfer zur Wiederherstellung dynamischer Bewegungen
  • Muskeltransplantation (Gracilis-Flap)
    ermöglicht die aktive Wiederherstellung des Lächelns
  • Implantation von Gold- oder Platingewichten ins Oberlid
    verbessert den Lidschluss und schützt das Auge
  • Statische Suspensionen
    sorgen für eine bessere Gesichtssymmetrie in Ruhe
  • Selektive Neurektomie
    sinnvoll bei ausgeprägten Synkinesien und Fehlspannungen

Wann ist eine OP bei einer Gesichtslähmung sinnvoll?

Eine operative Behandlung wird empfohlen, wenn:

  • die Lähmung länger als 6–12 Monate besteht,
  • keine spontane Regeneration mehr erkennbar ist,
  • deutliche funktionelle Einschränkungen bestehen (Lidschluss, Mundschluss, Sprache, Symmetrie),
  • Schmerzen, muskuläre Fehlspannungen oder ausgeprägte Synkinesien auftreten.

Gerade bei langanhaltenden Gesichtslähmungen kann eine Operation Lebensqualität, Selbstvertrauen und Ausdrucksfähigkeit nachhaltig verbessern.

Warten Sie nicht zu lange

Wenn keine Besserung eintritt, sollte man eine OP nicht allzu lange hinauszögern. Nach einem bis anderthalb Jahren ohne neuronale Impulse wird die Gesichtsmuskulatur in Fettgewebe umgewandelt. Dann müssen die nicht mehr vorhandenen Muskeln mittels Muskeltransfer aus dem Oberschenkel ersetzt werden.

Unsere Spezialistin für Fazialisrekonstruktionen

Milacak Kehrer

Dr. med. univ. Zvjezdana Milacak Kehrer

Oberärztin, Leitung Rekonstruktive Gesichtschirurgie (inkl. Fazialisparese) & Ästhetische Chirurgie
Nachricht an unsere Klinik

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die OP?

Ja, denn die operative Fazialisrekonstruktion ist eine medizinisch notwendige Rekonstruktion, keine Schönheitsoperation.

Die Kosten werden in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, sobald funktionelle Einschränkungen oder Schmerzen bestehen.

Wir unterstützen Sie bei der medizinischen Begründung und Antragstellung.

Beste Klinik für die Behandlung der Fazialisparese, Gesichtslähmung

Warum sollten Sie sich in der München Klinik operieren lassen?

Die München Klinik am Standort Bogenhausen zählt zu den wenigen spezialisierten Zentren in Deutschland für komplexe Fazialisrekonstruktionen. Als eines der führenden Zentren für Gesichtslähmung (Fazialisparese) in München bieten wir moderne mikrochirurgische Verfahren, erfahrene Spezialisten und eine eng vernetzte Diagnostik.

Unsere Stärken sind:

  • Hochspezialisierte mikrochirurgische Expertise
  • Enge Zusammenarbeit mit Neurologie, HNO und Physiotherapie
  • Kombination aus funktioneller und ästhetischer Rekonstruktion
  • Langjährige Erfahrung unter der Leitung von Dr. Zvjezdana Milacak Kehrer

Unser Ziel ist es, nicht nur Bewegung, sondern Ausdruck, Natürlichkeit und Lebensfreude zurückzugeben.

Online-Kontakt. Ihre E-Mail an uns

Zur Entlastung unserer Sekretariate (und außerhalb der Bürozeiten) nutzen Sie bitte auch unseren Online-Fragebogen. Das Formular hilft uns den für Sie geeigneten Ansprechpartner gezielt auszuwählen. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Online: Termine & Anfragen an uns

Erfahrungen unserer Patientinnen und Patienten nach der OP

„Ich erkenne mich endlich wieder im Spiegel.“
Patientin
„Ich traue mich endlich wieder unter die Leute und habe nicht das Gefühl, ständig angestarrt zu werden.“
Patient
„Das schönste für mich ist, dass ich wieder meinen Gesichtsausdruck verändern kann.“
Patient

Wie erfolgt die Nachsorge nach einer Operation?

Nach einer Operation begleiten wir unsere Patient*innen engmaschig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. So fördern wir nicht nur die funktionelle Erholung, sondern auch das Vertrauen ins eigene Gesicht.

Die Nachsorge beinhaltet folgende Maßnahmen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen
  • Kontinuierliche Physiotherapie und gezieltes Mimik-Training
  • Anleitung zur Narbenpflege
  • Individuelle Anpassung der Behandlung im Verlauf