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Aktuelle Mitteilung der München Klinik

Meldung
26.02.202612:33 Uhr

Fällt ins Gewicht bei Übergewicht: Neues Behandlungsangebot für Adipositas im Münchner Süden

Am 4. März ist Welt-Adipositas-Tag

Seit der Abnehmspritze in aller Munde, ist starkes Übergewicht doch mehr als ein kosmetisches Problem: Es ist eine chronische Erkrankung mit oft schwerwiegenden Folgen. Die München Klinik hat daher jüngst ihr Behandlungsangebot für Adipositas-Patient*innen auf den Münchner Süden erweitert. Im Mittelpunkt steht als langfristig effektivste Maßnahme die neue Adipositaschirurgie am Standort Harlaching Die Fachbereiche der Chirurgie, Endokrinologie, Gastroenterologie, Ernährungsmedizin und Psychosomatische Medizin arbeiten Hand in Hand zusammen. So erhalten Betroffene die individuell passende Betreuung zum bestmöglichen Einstieg in ein dauerhaft leichteres Leben.

München, 26. Februar 2026. Adipositas gilt als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Laut der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sind rund zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen sind mit einem BMI über 30 stark übergewichtig. Die möglichen Folgen reichen von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Gelenkproblemen und psychosomatischen Belastungen. Entgegen des aktuellen Trends um die sogenannte Abnehmspritze, zeigen neueste Studien: Adipositas ist eine komplexe, multifaktorielle Erkrankung, die einen ganzheitlichen Behandlungsansatz erfordert.

Neues Behandlungsangebot mit Adipositaschirurgie im Fokus
Genau hier setzt die München Klinik mit einem neuen Behandlungsangebot für Betroffene von Adipositas an: Im Münchner Süden wurde zum Jahresanfang die Adipositaschirurgie neu etabliert, die von erfahrenen Viszeralchirurg*innen am Standort Harlaching durchgeführt wird. Als leitliniengerechte Therapie mit den nachweislich besten Langzeitergebnissen bilden operative Maßnahmen den Kern des neuen Angebots. Interdisziplinär ergänzt wird das Therapieangebot durch die gastroenterologische und psychosomatische Expertise vor Ort in Harlaching, sowie durch das tagesklinische Angebot in Neuperlach zur endokrinologischen Abklärung und ernährungsmedizinischen Beratung.„Adipositas ist keine Frage mangelnder Disziplin, sondern eine chronische Erkrankung, die eine spezialisierte, individuelle Behandlung erfordert und die enge Verzahnung aller Fachdisziplinen“, betonen Prof. Mia Kim (Chefärztin Viszeralchirurgie) und Dr. Patrick Kirstein (Oberarzt Endokrinologie). Auch im Münchner Norden behandelt die München Klinik am Standort Bogenhausen spezialisiert Patient*innen mit Adipositas.

6 Fragen, 6 Antworten – Adipositas-Expert*innen klären auf

Ab wann spricht man von Adipositas und wer ist besonders gefährdet?

Dr. Patrick Kirstein, Oberarzt Endokrinologie, MüK Neuperlach: „Von Adipositas sprechen wir ab einem Body-Mass-Index von 30 kg/m². Ab einem BMI von 40 kg/m² liegt eine krankhafte Adipositas vor. Eine für die Gewichtszunahme ursächliche hormonelle Erkrankung sollte immer ausgeschlossen werden. Mittlerweile wissen wir, dass die Adipositas insbesondere in Zusammenspiel mit einer familiären Belastung zentral für die Entstehung von Herz- und Kreislauferkrankungen aber auch Nieren- und Leberprobleme ist. Um der Komplexität des Krankheitsbildes gerecht zu werden, bedarf es einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit.“

Wie stehen Sie zu den neuen Abnehmspritzen – ersetzen sie die Operation?

Dr. Philipp Steiner, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Standortleiter Harlaching: „Die sogenannten Abnehmspritzen, also GLP-1-Agonisten, sind eine wertvolle Ergänzung im Behandlungsspektrum, aber kein Ersatz für die Operation. Die bariatrische Chirurgie bleibt die leitliniengerechte Behandlung bei schwerer Adipositas mit den nachweislich besten Langzeitergebnissen. Gerade weil es nach dem Absetzen der sogenannten Abnehmspritze in der Regel zu einer raschen Gewichtszunahme kommt (Rebound Effekt), ist diese für sich allein genommen keine dauerhafte Lösung. Die Medikamente können jedoch in bestimmten Fällen komplementär eingesetzt werden – beispielsweise zur Gewichtsreduktion vor einer Operation, um das OP-Risiko zu senken. Oder bei Patienten, für die eine Operation nicht infrage kommt. Entscheidend ist: Wir bewerten jeden Fall individuell und nutzen alle verfügbaren Therapieoptionen dort, wo sie den größten Nutzen bringen."

Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Behandlung von Adipositas?

Dr. Eva-Maria Jacob, Stabsstelle Ernährungsmedizin, MüK : „Die Ernährungstherapie ist ein zentraler Baustein in der Adipositas-Behandlung. Dabei geht es nicht um kurzfristige Diäten, sondern um eine langfristige Umstellung der Essgewohnheiten. Wir erstellen mit unseren Patientinnen und Patienten individuell angepasste Ernährungspläne und begleiten sie eng bei der Umsetzung im Alltag. Wichtig ist: Es gibt keine One-Size-Fits-All-Lösung. Was bei dem einen funktioniert, kann beim anderen weniger wirksam sein. Deshalb ist die individuelle Betreuung in unserer Tagesklinik so wertvoll."

Wann ist eine Operation sinnvoll und welche Verfahren gibt es?

Dr. Philipp Steiner, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Standortleiter Harlaching: „Eine bariatrische Operation kommt in Betracht, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend greifen, der BMI über 35 liegt und wenn schwere Begleiterkrankungen wie Diabetes vorliegen. Wir bieten verschiedene Verfahren an: vom Magenbypass bis zum Schlauchmagen. Welches Verfahren das richtige ist, entscheiden wir gemeinsam im interdisziplinären Team. Entscheidend ist: Die Operation allein ist kein Wundermittel, sondern ein Werkzeug. Der langfristige Erfolg hängt von der Nachsorge und der Änderung des Lebensstils ab."

Warum ist die Fettleber bei Adipositas ein so wichtiges Thema?

Dr. Markus Dollhopf, Chefarzt Gastroenterologie, MüK Neuperlach und Harlaching: „Die nicht-alkoholische Fettleber ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen bei Adipositas und wird oft unterschätzt. In Deutschland sind schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung betroffen, bei Menschen mit Adipositas liegt die Rate noch deutlich höher. Das Tückische: Die Fettleber verursacht lange keine Beschwerden, kann aber zu schweren Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Die gute Nachricht ist: In frühen Stadien ist die Fettleber reversibel – durch Gewichtsreduktion und Lebensstiländerung. Deshalb ist die gastroenterologische Diagnostik und Begleitung ein wichtiger Bestandteil unseres interdisziplinären Konzepts. Wir können die Leber mittels Ultraschall und speziellen Bluttests beurteilen und den Therapieerfolg überwachen."

Wie wichtig ist die psychische Betreuung bei Adipositas?

Dr. Casper Roenneberg, Chefarzt Psychosomatische Medizin, MüK Harlaching: „Sehr wichtig für eine nachhaltige Behandlung und Perspektive der Patient*innen ist auch die Berücksichtigung von individuellen psychologischen und sozialen Faktoren. Genau das versuchen wir in der Behandlung mit dem sogenannten biopsychosozialen Modell zu berücksichtigen. Viele unserer Patient*innen haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich – mit Stigmatisierung, Selbstwertthemen, Diätversuchen und Rückschlägen. Oft hat das Essen auch eine emotionale Komponente. Deshalb gehört die psychosomatische Begleitung fest zu unserem Behandlungskonzept. Wir wollen nicht nur auf die Gewichtsreduktion einen Fokus legen, sondern die Lebensqualität nachhaltig verbessern."

Die München Klinik (MüK) ist mit ihren Standorten in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Europas größter Hautklinik in der Thalkirchner Straße Deutschlands zweitgrößte kommunale Klinik und der größte und wichtigste Gesundheitsversorger der Landeshauptstadt München. Rund 8000 Mitarbeitende setzen sich „JEDEN TAG für JEDES LEBEN“ ein. Die München Klinik bietet Diagnostik und Therapie für alle Erkrankungen in München und im Umland und genießt deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf – mit innovativer und hoch spezialisierter Medizin und Pflege und gleichzeitig als erste Ansprechpartnerin für die medizinische Grundversorgung. Rund 110 000 Menschen lassen sich hier im Schnitt pro Jahr stationär und teilstationär behandeln. Mit jährlich rund 6000 Geburten kommen hier deutschlandweit die meisten Babys zur Welt. Auch in der Notfallmedizin ist die München Klinik die Nummer 1 der Stadt: Über 130 000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht rund einem Drittel aller Notfälle der Landeshauptstadt. Im Rahmen des Zukunftskonzeptes MüK 20++ und unter dem Leitgedanken „Medizin führt“ stellt sich die MüK als DIE Gesundheitsversorgerin der Stadt zukunftsfähig auf und investiert in eine moderne Infrastruktur und Digitalisierung. Die Standorte sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München. Der eigene Bildungscampus ist mit rund 500 Ausbildungsplätzen die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern. Als gemeinnütziges Krankenhaus  finden in der München Klinik Daseinsvorsorge und herausragende Medizin zusammen und stellen das Gemeinwohl in den Vordergrund: Patient*innen, deren Angehörige und die Mitarbeitenden aus Medizin und Pflege, die sich mit ihrer täglichen Arbeit für die Gesundheitsversorgung Münchens einsetzen, können von Zuwendungen in Form von Spenden profitieren – beispielsweise durch die Finanzierung von Spielzimmern für Geschwisterkinder, Erholungsmöglichkeiten und Fortbildungen. Dafür zählt jeder Euro.

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Dr. Patrick Kirstein, Oberarzt Endokrinologie, München Klinik Neuperlach. Bildnachweis: München Klinik.

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Dr. Casper Roenneberg, Chefarzt Psychosomatische Medizin, München Klinik Harlaching. Bildnachweis: München Klinik.

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