München 17. Juli 2025. Anfang Mai war es soweit: Aus zwei mach eins! Zwei internistische Kliniken im Süden arbeiten nun als eine gemeinsame Schwerpunktklinik in Neuperlach zusammen. Die Klinik für Nierenerkrankungen der München Klinik war schon bisher eine der größten und traditionsreichsten Fachabteilungen für Nephrologie in Deutschland und wurde wiederholt als nephrologische Schwerpunktklinik zertifiziert. Beides bleibt sie auch am neuen Standort, aber in der neuen Schwerpunktklinik sollen Patient*innen mit mehreren internistischen Erkrankungen noch umfassender versorgt werden können.
Räumlich und inhaltlich enge Zusammenarbeit – für Patient*innen
Rund 100 Mitarbeitende aus fünf Fachgebieten – der Nephrologie, Endokrinologie, Diabetologie, Angiologie und Rheumatologie – werden in Neuperlach räumlich und inhaltlich enger zusammenarbeiten. „Menschen mit Nierenkrankheiten haben oft mehrere internistische Erkrankungen, wie zum Beispiel auch Diabetes, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen. Die Vielzahl an Krankheitsaspekten erfordert ein breites Verständnis für Innere Medizin,“ erklärt Chefarzt Prof. Dr. Clemens Cohen. „Das ist der Grund, warum wir jetzt die verschiedenen Fachgebiete für Nieren-, Diabetes- und Hormonerkrankung, Gefäßkrankheiten und Autoimmunerkrankungen zusammenlegen. Die fachliche Breite in unserem Team soll unseren Nierenpatient*innen direkt zugutekommen“.
Nähe zur Gefäßchirurgie als Vorteil
Auch die Nähe zur großen Neuperlacher Gefäßchirurgie ist ein Vorteil, denn Patient*innen an der Hämodialyse benötigen einen dauerhaft stabil laufenden Dialyseshunt, also eine spezielle Gefäßverbindung für die Blutwäsche. Diese „Lebensader“ bedarf immer wieder Kontrollen und Interventionen. Zudem leiden nierenkranke Menschen auch häufig an behandlungsbedürftigen Durchblutungsproblemen durch Gefäßverkalkungen und -engstellen. Dafür kann nun direkt auf die Expertise der Kolleg*innen aus der Gefäßchirurgie zurückgegriffen werden.
Künftig mehr ambulante und teilstationäre Angebote
Zudem steht auch der Ausbau der tagesklinischen Versorgung für endokrinologische und nephrologische Erkrankungen in Neuperlach im Fokus. Neben der umfassenden Abklärung von Hormonerkrankungen können tagesklinisch auch Behandlungen von verschiedenen Autoimmunerkrankungen vorgenommen werden. Nierenkranke Personen können für beide Dialyseverfahren – Hämo- und Peritonealdialyse – vorbereitet werden. Und schwerkranke Patient*innen können in neuen Räumen teilstationär hämodialysieren.
Damit passt der Umzug in das Medizinkonzept „MüK20++“. Es sieht vor, medizinisch-pflegerische Kompetenz in großen Zentren zu bündeln und mehr ambulante und teilstationäre Angebote anzubieten. In Harlaching bleibt das kooperierende KfH-Nierenzentrum, das vom Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation betrieben wird, als ambulantes Zentrum mit Dialyse bestehen.
Geschafft: Emotionen, Synergien und großer Dank
Mehr als zwei Jahre wurde auf die Zusammenlegung hingearbeitet. Die Bauabteilung der München Klinik hat in enger Absprache mit den ärztlichen und pflegerischen Teams in Neuperlach das Haus B auf vier Stockwerken umbauen lassen. So wurde Platz für zwei Stationen mit zusammen 60 Betten geschaffen, eine moderne Hämodialyseeinheit errichtet, Räume für Bauchfelldialyse und Interventionen eingebaut und im Haus A die Tageskliniken für Endokrinologie und Nephrologie etabliert. Für das Pflege-Team bedeutet der Umzug das Arbeiten in neuen Räumen und mit neuen Schnittstellen. „Schon zuvor haben wir standortübergreifend zusammengearbeitet. Durch die neue räumliche Nähe ist der fachliche Austausch auch mit den anderen internistischen Pflegeteams nun noch besser möglich. Das erleichtert unseren Arbeitsalltag spürbar – und bringt auch für unsere Patient*innen viele Vorteile“, sagt Sandra Lehwalder, Stationsleitung Dialyse. Dass der Wechsel nach Neuperlach nach langer Vorbereitung so reibungslos geklappt hat, erleichtert Chefarzt Prof. Cohen sehr: "Am Tag nach dem Umzug wurden Patienten routiniert in der Neuperlacher Dialyse versorgt - als hätten wir das schon seit Jahren hier gemacht. Großer Dank an alle!"
Mehr Informationen zur neuen internistischen Schwerpunktklinik unter: https://www.muenchen-klinik.de/krankenhaus/neuperlach/nephrologie-endokrinologie-diabetologie-angiologie-rheumatologie/
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Hörtipp: MüK-Podcast zum Umzug der Nephrologie
Sehr geehrte Redaktionen:
In eigener Sache möchten wir Ihnen an dieser Stelle noch unseren eigenen MüK-Podcast mükrofon vorstellen, der sich primär intern an die rund 8.000 Kolleginnen und Kollegen der MüK richtet, aber auch extern über die gängigen Podcast-Portale Spotify, Apple und Co. abrufbar ist. Mit wechselnden Gästen aus allen Berufsgruppen und MüK-Standorten wird mal das große Ganze, mal ganz bewusst leichtere Themen und Anekdoten besprochen.
In der aktuellen Folge sprechen Prof. Clemens Cohen (Chefarzt) und Sandra Lehwalder (Stationsleitung Dialyse) über den Umzug der Nephrologie von Harlaching nach Neuperlach – wie läuft das im laufenden Betrieb eigentlich ab, was sind die Herausforderungen, und welche Vorteile hat ein großes internistisches Zentrum für Mitarbeitende und Patient*innen.Hören Sie gerne mal rein – Ausschnitte daraus sind auch als O-Töne z.B. für die Audio-Berichterstattung geeignet.
Hier geht’s zum Podcast: https://www.muenchen-klinik.de/karriere/podcast-muekrofon/
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Die München Klinik ist mit Kliniken in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Europas größter Hautklinik in der Thalkirchner Straße Deutschlands zweitgrößte kommunale Klinik und der größte und wichtigste Gesundheitsversorger der Landeshauptstadt München. Die München Klinik bietet als starker Klinikverbund Diagnostik und Therapie für alle Erkrankungen in München und im Umland und genießt deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf – mit innovativer und hoch spezialisierter Medizin und Pflege und gleichzeitig als erster Ansprechpartner für die medizinische Grundversorgung. Rund 110 000 Menschen lassen sich hier im Schnitt pro Jahr stationär und teilstationär behandeln. Mit jährlich rund 6000 Geburten kommen hier deutschlandweit die meisten Babys zur Welt. Auch in der Notfallmedizin ist die München Klinik die Nummer 1 der Stadt: Über 130 000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht rund einem Drittel aller Notfälle der Landeshauptstadt. Die Kliniken sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München. Der eigene Bildungscampus ist mit rund 500 Ausbildungsplätzen die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern. Als gemeinnütziger Verbund finden in der München Klinik Daseinsvorsorge und herausragende Medizin zusammen und stellen das Gemeinwohl in den Vordergrund: Über die medizinisch-pflegerische Versorgung hinaus gibt es großen Bedarf, der vom Gesundheitssystem nicht refinanziert wird – wie etwa das Spielzimmer für Geschwisterkinder. Und auch die Mitarbeitenden aus Medizin und Pflege, die sich mit ihrer täglichen Arbeit für die Gesundheitsversorgung Münchens einsetzen, können von Zuwendungen in Form von Spenden profitieren – beispielsweise durch die Finanzierung von zusätzlicher Ausstattung, Erholungsmöglichkeiten und Fortbildungen. Dafür zählt jeder Euro.