Aktuelle Mitteilung der München Klinik

Neuigkeit
18.09.201712:33 Uhr

21. Partnerklinik ins Schlaganfallnetzwerk TEMPiS aufgenommen: München Klinik Harlaching versorgt komplett Süd-Ost-Bayern

Nach einem Schlaganfall sterben pro Minute 1.9 Millionen Nervenzellen. Deshalb zählt jede Minute. Experten aus dem München Klinik Harlaching sorgen für hochkompetente Schlaganfallversorgung in 21 Partnerkliniken im bayerischen Umland, die es sonst nur in Großstädten gibt.

München, 18. September 2017. Seit Juli profitieren auch die Patienten der Kliniken Grafenau und Wasserburg von der Kompetenz des Telemedizinischen Projektes zur integrierten Schlaganfallversorgung in der Region Süd-Ost-Bayern (TEMPiS), die als 20. und 21. Krankenhaus jüngst in das Netzwerk aufgenommen wurden.

Rund 270.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Schlaganfall. Etwa eine Million Betroffene leben mit gravierenden Behinderungen in Folge eines Schlaganfalls. Je länger es dauert, bis ein Schlaganfallpatient die passende Therapie erhält – desto geringer sind die Überlebenschancen und das Risiko dieser Folgeschäden steigt. Deshalb spielt die Zeitspanne vom Eintreffen in der Klinik bis zur Behandlung („door-to-needle-time“) eine entscheidende Rolle.

Zu den typischen Symptomen des Schlaganfalls gehören das plötzliche Auftreten eines Taubheitsgefühls, einer Halbseitenlähmung, Sprachstörungen, Verschlechterung der Sehfähigkeit oder Doppelbilder. Es geht bei der Therapie darum, die Durchblutung möglichst zügig wieder zu verbessern, um die gestörten oder ausgefallenen Hirnfunktionen wiederherzustellen.

Zwei Arten der Therapie werden unterschieden: Die Behandlung mit einem blutverdünnenden Medikament (Lyse) und die mechanische Katheter-Behandlung (Thrombektomie). Wie bei einer Herzkatheteruntersuchung wird dabei durch einen kleinen Schnitt an der Leiste, ein dünner Kunststoffschlauch durch die Leistenarterie möglichst weit in die Hals- oder Nackenschlagader geschoben und ein noch kleinerer Mikrokatheter darin in die verschlossenen Arterien des Gehirns hineinmanövriert. An dessen Ende befindet sich ein körbchenartiges Drahtgeflecht, das wie ein Art Fangkörbchen das Blutgerinnsel umschließt und anschließend herausgezogen werden kann.

Die Behandlung erfolgt normalerweise in großen Schlaganfallzentren in denen speziell ausgebildete und erfahrene Expertenteams schnelle Diagnosen mittels Computertomografie stellen und die Behandlung durchführen können. In den Schlaganfallzentren der beiden städtischen Kliniken Bogenhausen und Harlaching werden rund die Hälfte aller Schlaganfälle in München behandelt. Da die Spezialbehandlungsplätze nahezu ausschließlich in Ballungsräumen eingerichtet sind, haben in Deutschland nicht alle Schlaganfall-Patienten Zugang zu dieser Expertise.

Deshalb versorgt die München Klinik Harlaching seit 2003 inzwischen 21 Partnerkliniken im bayerischen Umland telemedizinisch und hilft bei jährlich über 10.000 Schlaganfallpatienten in Videoschalten bei der raschen Diagnose und Therapieempfehlung – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Der Experte entscheidet innerhalb von wenigen Minuten ob eine Lyse in der Partnerklinik eingeleitet werden kann oder ob der Patient direkt in das Schlaganfallzentrum für eine Thrombektomie verlegt werden soll. Das Netzwerk gilt als größtes seiner Art in Europa und ist ein Erfolg: Seit 2003 wurden 50.000 Video-Untersuchungen abgehalten, die Zeit vom Beginn des Schlaganfalls bis zur Behandlung ist weltweite Spitze und damit in der ländlichen Region genauso schnell wie in großen Ballungsgebieten.

Jedes der Versorgungskrankenhäuser hat eine eigene Schlaganfallstation (sogenannte Stroke Unit) aufgebaut und wird bezüglich Fortbildung und Qualitätssicherung kontinuierlich durch die Projektleitung unterstützt. Kurse, Hospitationen und Visiten finden dabei regelmäßig in den Kooperationskliniken statt.

Insgesamt konnte in den regionalen Partnerkliniken neben der Lysetherapie auch die Qualität der gesamten Schlaganfallversorgung verbessert werden. Mehr Patienten erhalten eine frühe Diagnostik, spezifische Therapie und frühe rehabilitative Behandlung. In einem Vergleich zwischen Kliniken mit und ohne telemedizinische Beratung zeigte sich für die Patienten innerhalb des Netzwerkes eine Prognoseverbesserung um 37 Prozent für Sterblichkeit, Pflegeheimversorgung und schwere Behinderung. Dies konnte ohne Steigerung von Krankenhausverlegungen bei gleichzeitig signifikanter Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes erreicht werden. Deshalb wurde TEMPiS in die Regelversorgung der bayerischen Krankenkassen übernommen und als im Bayerischen Krankenhausplan verankertes Projekt weitergeführt.

 

Mit seinen fünf Standorten in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und der Thalkirchner Straße sowie dem medizinischen Dienstleistungszentrum Medizet bietet die München Klinik eine umfassende Gesundheitsversorgung auf höchstem medizinischen und pflegerischen Niveau. Jährlich lassen sich hier rund 140.000 Menschen stationär und teilstationär behandeln – aus München, der Region und der ganzen Welt. Auch in der Notfallmedizin ist Deutschlands zweitgrößtes, kommunales Klinikunternehmen die Nr. 1: Rund 170.000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht über 40 Prozent aller Notfälle der Landeshauptstadt. Die Kliniken sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München. In den über 60 Fachabteilungen gibt es zudem zahlreiche interessante Einsatzmöglichkeiten. Die hauseigene Akademie bietet vielfältige Einstiegs- und Entwicklungsperspektiven und verantwortet die aktive Nachwuchssicherung. Mit rund 500 Ausbildungsplätzen jährlich ist sie die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern.

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TEMPiS – Eines des größten telemedizinischen Stroke Unit-Netzwerke seiner Art in Europa

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Übertragung der CT-/MRT-Bilder

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Patientenuntersuchung vor der Kamera. Experte aus dem München Klinik Harlaching ist auf dem Bildschirm dazu geschaltet.

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Das Netzwerk wächst weiter. Übersichtskarte aller TEMPiS-Standorte. Stand September 2017.

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