Aktuelle Mitteilung der München Klinik

Neuigkeit
22.06.202012:33 Uhr

Als eine der ersten Kliniken in Deutschland: München Klinik Bogenhausen als Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert

2 Millionen Deutsche leiden an Volkskrankheit Vorhofflimmern

München, 22. Juni 2020. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die Todesursache Nummer 1. Vorhofflimmern ist mit rund 2 Millionen Betroffenen in Deutschland  die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und gleichzeitig unbehandelt einer der größten Risikofaktoren, einen Schlaganfall zu erleiden. Die Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin der München Klinik Bogenhausen hat eine besondere Expertise in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen und wurde im Mai von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) erfolgreich als Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert. Damit ist die Bogenhausener Klinik eine von bislang nur acht Kliniken in Deutschland, die mit dem neuen Zertifikat ausgezeichnet wurden. Bereits im Januar hatten Gutachter die Klinik im Rahmen eines Audits auf Herz und Nieren geprüft – und ihr in allen geforderten Bereichen einen hohen Standard an Kompetenz, Sach- und Fachwissen bescheinigt. Die Kompetenz der Mitarbeitenden sowie die exzellenten Behandlungsabläufe auch bei potentiell schwerwiegenden Komplikationen wurden von den Auditoren besonders lobend hervorgehoben. „In unserem interdisziplinären Herzzentrum setzen wir neue Maßstäbe in der Behandlung von Herzerkrankungen und stellen unseren Patienten die neusten Behandlungsmethoden zur Verfügung. Dass wir jetzt als eine der ersten deutschen Kliniken das Zertifikat Vorhofflimmer-Zentrum erhalten haben, ist eine schöne Bestätigung für die Qualität unserer Arbeit“ freuen sich Prof. Ellen Hoffmann, Chefärztin der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin in der München Klinik Bogenhausen und Schwabing und ihr Team über die Auszeichnung.

Volkskrankheit Vorhofflimmern kann gut behandelt werden
Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe unkontrolliert zwischen 350- und 600-mal pro Minute „flimmern“, wodurch die natürliche Vorhofbewegung zum Stillstand kommt. Der verlangsamte Blutfluss in den Vorhöfen kann die Bildung von Blutgerinnseln fördern und so einen Schlaganfall auslösen, weshalb die blutverdünnende Medikation von entscheidender Bedeutung ist. Über 20 Prozent der rund 270.000 jährlichen Schlaganfälle in Deutschland werden von Vorhofflimmern verursacht – da die Erkrankung in 80 Prozent der Fälle symptomlos bleibt, ist sie oft bis zum Auftreten eines Schlaganfalls unbemerkt. Vorhofflimmern kann sich auch durch ein „Herzstolpern“, Herzschmerzen, Leistungsminderung oder Schwächegefühl und Luftnot äußern. Die Erkrankung nimmt mit dem Alter deutlich zu, bis zu 14 Prozent der über 75-Jährigen sind betroffen. Ursachen sind unter anderem Bluthochdruck, andere Herzerkrankungen oder Diabetes mellitus. Vorhofflimmern kann mit Medikamenten oder mit einem speziellen Eingriff, der Katheterablation, behandelt werden. Die Kardiologie der München Klinik Bogenhausen hat hier eine besondere Expertise und führt jährlich über 600 Katheterablationen mittels Verödung (Radiofrequenzstrom) oder mit der seit 2007 etablierten Kälte-Technik (Cyroablation) durch, bei der mithilfe eines Katheters ein kleiner Ballon in den linken Vorhof eingeführt und dort mit flüssigem Lachgas auf ca. -40 bis -60 Grad Celsius gefroren wird. Durch die Kälte entsteht eine Narbe um die Lungenveneneinmündungen, die sich isolierend und damit auch regulierend auf den Herzrhythmus auswirkt. In der München Klinik Bogenhausen wurden bereits über 2.500 solcher Cyroablationen mit Kälte-Technik durchgeführt – damit ist die Klinik Ausbildungszentrum und weltweit eines der erfahrensten Zentren in dieser Methode. Eine weitere angewandte Methode zur Optimierung der Verödungstherapie des Vorhofflimmerns ist das neue, sogenannte „ultra-hochauflösende dreidimensionale Mapping“. Hierbei werden die zum Flimmern neigenden Vorhöfe an bis zu 30.000 Punkten mit einem speziellen Katheter innerhalb weniger Minuten auf Gewebevernarbung und fehlgeleitete elektrische Ströme abgetastet und daraus eine exakte 3D „Landkarte“ erstellt. Darauf basierend erfolgt dann eine gezielte Verödung mit Hochfrequenzstrom bei Patienten, bei denen eine Cryoablation allein zur Heilung nicht ausreicht.

Herzzentrum Bogenhausen: Hohe Expertise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Gemeinsam mit den Kliniken für Herzchirurgie, Angiologie und Gefäßchirurgie bildet die Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin das Herzzentrum Bogenhausen. Hier werden sämtliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit hochmodernen Diagnose- und Behandlungsverfahren interdisziplinär behandelt und Patienten haben im Rahmen von klinischen Studien Zugang zu neuesten und erfolgsversprechenden Therapien. Da Durchblutungsstörungen häufig eine Herzerkrankung auslösen können, profitieren Patienten von der fächerübergreifenden Expertise. Darüber hinaus ist die Klinik für Kardiologie als TAVI-Zentrum und als Chest Pain Unit zertifiziert: Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt können hier schnellstmöglich identifiziert und behandelt werden.

 

Die München Klinik ist mit Kliniken in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Europas größter Hautklinik in der Thalkirchner Straße Deutschlands zweitgrößte kommunale Klinik und der größte und wichtigste Gesundheitsversorger der Landeshauptstadt München. Die München Klinik bietet als starker Klinikverbund Diagnostik und Therapie für alle Erkrankungen in München und im Umland und genießt deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf – mit innovativer und hochspezialisierter Medizin und Pflege und gleichzeitig als erster Ansprechpartner für die medizinische Grundversorgung. Rund 135.000 Menschen lassen sich hier jährlich stationär und teilstationär behandeln. Mit jährlich über 6.000 Geburten kommen hier deutschlandweit die meisten Babys zur Welt. Auch in der Notfallmedizin ist die München Klinik die Nummer 1 der Stadt: Rund 160.000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht über 40 Prozent aller Notfälle der Landeshauptstadt. Die Kliniken sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München. Die hauseigene Pflege-Akademie ist mit rund 500 Ausbildungsplätzen die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern. Als gemeinnütziger Verbund finden in der München Klinik Daseinsvorsorge und herausragende Medizin zusammen und stellen das Gemeinwohl in den Vordergrund: Über die medizinisch-pflegerische Versorgung hinaus gibt es großen Bedarf, der vom Gesundheitssystem nicht refinanziert wird – wie etwa das Spielzimmer für Geschwisterkinder. Und auch die Mitarbeitenden aus Medizin und Pflege, die sich mit ihrer täglichen Arbeit für die Gesundheitsversorgung Münchens einsetzen, können von Zuwendungen in Form von Spenden profitieren – beispielsweise durch die Finanzierung von zusätzlichem Wohnraum. Dafür zählt jeder Euro.

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