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Aktuelle Mitteilung der München Klinik

Neuigkeit
06.04.202112:33 Uhr

Ausbildungscoaching in der Pflege: „Von Lernberatung bis Selbstbehauptung – wir unterstützen in allen Belangen“

Bayernweit einzigartiges Modellprojekt in der München Klinik Akademie

In der München Klinik beginnt die Aufwertung des Pflegeberufs schon in der Ausbildung. Im Rahmen eines bayernweit einzigartigen Modellprojekts der Landeshauptstadt München sind seit 2019 zwei Ausbildungscoaches in der hauseigenen Pflegeakademie im Einsatz. Sie sind unabhängiges Sprachrohr und unterstützen die Auszubildenden mit ihrer Arbeit dabei, im Krankenhausumfeld selbstbewusst aufzutreten. Im Zuge der Einführung der neuen Generalistischen Pflegeausbildung im Herbst haben die Ausbildungscoaches als bislang größtes Projekt die Einführung von Kompetenztrainings, als zusätzliches Angebot zu Theorie und Praxis, umgesetzt. Durch die Kompetenztrainings werden den Pflege-Auszubildenden wichtige Fähigkeiten wie Selbstbehauptung, Kommunikation oder Resilienz vermittelt, die über die theoretische und praktische Pflegeausbildung hinausgehen und elementar im Umgang mit Patienten, Kollegen und anderen Berufsgruppen sind.

München, 6. April 2021. Ausbildungscoaching in der Pflege ist neu. So neu, dass das Aufgabenfeld von Veronika Mayer, ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin und Sozialpädagogin, und Matthias Zächerl, Erziehungswissenschaftler und Sozialarbeiter mit zusätzlicher Mediatorenausbildung, noch gar nicht definiert war, als sie vor zwei Jahren ihre Doppelstelle als Ausbildungscoaches in der München Klinik Akademie antraten, der mit rund 500 Ausbildungsplätzen größten Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern. „Ausbildungscoaching gab es in dem Sinne noch gar nicht, deswegen haben wir zu Beginn unserer Tätigkeit zunächst ein Konzept erstellt und unseren Einsatzbereich selbst definiert. Unser Selbstverständnis ist, die Auszubildenden in allen Belangen zu unterstützen und ihnen die Mittel an die Hand zu geben, sich im beruflichen Alltag behaupten zu können – denn der Pflegeberuf ist im Wandel, weg von der Grundpflege und hin zu einem hochspezialisierten und differenzierten Berufsbild, und eine veränderte Wahrnehmung setzt auch eine entsprechend selbstbewusste Selbstwahrnehmung voraus“, so Ausbildungscoach Matthias Zächerl. 

Schnittstelle und Sprachrohr für die Pflege-Auszubildenden

Entsprechend vielschichtig hat sich der Aufgabenbereich der beiden Ausbildungscoaches bis heute entwickelt. Regelmäßig klopfen Auszubildende an die Bürotür oder vereinbaren längere Beratungstermine mit den Ausbildungscoaches. Dabei kann es um notwendige Vermittlung im Konflikt mit einer Lehrkraft gehen, um Unterstützung bei der Wohnungssuche oder Rat in einer psychischen Ausnahmesituation. Die Ausbildungscoaches unterliegen als neutrale Ansprechpartner der Schweigepflicht und vermitteln den Auszubildenden je nach Situation eine tiefergehende Beratung oder bestärken sie darin, das Problem selbst anzusprechen. In Klassenbesuchen hören sie heraus, ob es aktuelle Anliegen gibt, und bringen diese in regelmäßigen Besprechungsrunden mit der Schulleitung als Sprachrohr der Auszubildenden ein. Auch Teambuilding- oder Lerncoachings führen die Ausbildungscoaches mit den Klassen selbst durch, sie haben die Umgestaltung des Pausenraums organisiert und Willkommenstaschen für neue Auszubildende eingeführt. In der Corona-Pandemie sorgen sie mit einem eigenen Newsletter dafür, dass wichtige Informationen aus den Krankenhäusern der München Klinik, den Praxiseinsatzorten der Pflege-Auszubildenden, schnell und zuverlässig bei den Auszubildenden ankommen.

Kompetenztrainings geben den Pflege-Auszubildenden wichtige Fähigkeiten an die Hand

Das bislang größte umgesetzte Projekt ist die Einführung von neuen Kompetenztrainings, die den Pflege-Auszubildenden Fähigkeiten über die pflegerische Theorie und Praxis hinaus vermitteln. „Pflege arbeitet an und mit Menschen, deshalb sind soziale Kompetenzen neben dem pflegerischen Know-how eine elementare Anforderung. Bislang ist das in der Pflegeausbildung noch nicht abgebildet und Auszubildende werden im Praxiseinsatz oft unvorbereitet mit teilweise herausfordernden, zwischenmenschlichen Situationen konfrontiert. Genau hier haben wir gemeinsam mit der Schulleitung angesetzt und Kompetenztrainings eingeführt, die den Auszubildenden die Fähigkeiten an die Hand geben, die sie benötigen, um im Umgang mit verschiedenen Charakteren besonnen zu reagieren und, wo notwendig, im Berufsalltag für sich einzustehen“, erklärt Ausbildungscoach Veronika Mayer. Die Trainings wurden von den Ausbildungscoaches gemeinsam mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement der München Klinik entwickelt. Auf dem Stundenplan für die Auszubildenden ab dem 1. Ausbildungsjahr stehen seitdem Kurse wie Gesundheitsförderung und –prävention, gesunde Ernährung, Resilienz und Stressbewältigung, Interkulturelle Kompetenz, Kommunikative Kompetenz, Gendermedizin oder Selbstbehauptung.

Selbstbehauptung im Pflegeberuf und im persönlichen Alltag
Zuletzt fand am 25.3. der Kurs „Selbstbehauptung und Deeskalation“ für eine Klasse des 3. Ausbildungsjahres pandemiebedingt als digitales Online-Training statt. Unter der Klammer „Achtsamkeit bedeutet, auf sich selbst und auch auf andere zu achten“ werden anhand von praktischen Beispielen aus dem Stationsalltag, die die Auszubildenden selbst einbringen, Situationen im Umgang mit Patienten reflektiert und analysiert. Die Auszubildenden bekommen Techniken an die Hand, die helfen, mit möglichen Konfliktsituationen umzugehen und diese nicht auf sich persönlich zu beziehen, sondern die Umstände der Patienten, die sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden und womöglich Schmerzen haben, im Blick zu behalten. „Ich arbeite weiterhin in Teilzeit als Pflegekraft in einer Klinik und erlebe täglich Situationen, in denen ich mich frage: Warum reagiert der Patient so und warum macht er mich für Dinge verantwortlich, die ich als Pflegekraft gar nicht beeinflussen kann – beispielsweise, wenn das Essen nicht den persönlichen Geschmack trifft? Es hilft dann sehr, durchzuatmen und zu überlegen, welche situativen Umstände zu dieser Reaktion geführt haben könnten. So kann man besser auf den Patienten eingehen und auch die eigene Reaktion überdenken“, ordnet Veronika Mayer die praktische Relevanz des Trainings ein. Eine hilfreiche Technik, die im Kurs vermittelt wird, ist das aktive Zuhören – statt sich im Falle einer Beschwerde zu rechtfertigen, sollen die Auszubildenden mit gezielten Nachfragen pauschale Aussagen klassifizieren und damit nachspüren, ob tatsächlich der Beschwerdegegenstand Auslöser für die Konfliktsituation ist oder tiefergehende Probleme dahinterstehen. „Die Rückmeldungen zum Training sind sehr positiv. Die Auszubildenden nehmen dabei etwas für den Stationsalltag, aber auch für ihr Leben mit. Als junger Erwachsener ist es im persönlichen und beruflichen Umfeld wichtig zu wissen, wie man sich gut behaupten kann oder wo umgekehrt die eigene Grenze ist. Der Kurs gibt den Auszubildenden dafür wichtiges Handwerkszeug mit auf den Weg, an das sie sich in den verschiedensten Situationen erinnern werden“, ergänzt Matthias Zächerl.

Kim, 26 Jahre, Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im 3. Ausbildungsjahr:
„Die beiden Ausbildungscoaches haben sich zu Ausbildungsbeginn bei uns vorgestellt und als Schülersprecherin habe ich ohnehin sehr viel Kontakt mit den beiden. Wir können mit den Ausbildungscoaches immer in Kontakt treten, wenn Probleme auftreten, z.B. mit Blick auf die praktischen Prüfungen. Im heutigen Selbstbehauptungskurs konnten wir reflektieren, was wir in der Vergangenheit schon gut gemacht haben oder vielleicht hätten besser machen können. Bei mir gab es beispielsweise in meinem Praxiseinsatz in der Psychiatrie ein paar Situationen, die ich rückblickend mit den Tipps, die wir heute an die Hand bekommen haben, anders und für mich persönlich zufriedenstellender hätte lösen können. Ich bin mir jetzt aus ingesamt sicherer und meinem Handeln bewusster.“

Jenny, 25 Jahre, Auszubildende zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin im 3. Ausbildungsjahr:
„Das Deeskalations- und Selbstbehauptungstraining ist für uns von großem Nutzen für die Praxis. Man kommt im Krankenhaus mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammen, mit Kollegen, Patienten und Angehörigen. Da ist es von großem Vorteil, wenn man ein paar Ressourcen an der Hand hat, die bei der Kommunikation und Konfliktlösung helfen und generell dabei, gut miteinander umzugehen.

Die München Klinik ist mit Kliniken in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Europas größter Hautklinik in der Thalkirchner Straße Deutschlands zweitgrößte kommunale Klinik und der größte und wichtigste Gesundheitsversorger der Landeshauptstadt München. Die München Klinik bietet als starker Klinikverbund Diagnostik und Therapie für alle Erkrankungen in München und im Umland und genießt deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf – mit innovativer und hoch spezialisierter Medizin und Pflege und gleichzeitig als erster Ansprechpartner für die medizinische Grundversorgung. Rund 135 000 Menschen lassen sich hier jährlich stationär und teilstationär behandeln. Mit jährlich über 6000 Geburten kommen hier deutschlandweit die meisten Babys zur Welt. Auch in der Notfallmedizin ist die München Klinik die Nummer 1 der Stadt: Rund 160 000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht rund einem Drittel aller Notfälle der Landeshauptstadt. Die Kliniken sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München. Die hauseigene Pflege-Akademie ist mit rund 500 Ausbildungsplätzen die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern. Als gemeinnütziger Verbund finden in der München Klinik Daseinsvorsorge und herausragende Medizin zusammen und stellen das Gemeinwohl in den Vordergrund: Über die medizinisch-pflegerische Versorgung hinaus gibt es großen Bedarf, der vom Gesundheitssystem nicht refinanziert wird – wie etwa das Spielzimmer für Geschwisterkinder. Und auch die Mitarbeitenden aus Medizin und Pflege, die sich mit ihrer täglichen Arbeit für die Gesundheitsversorgung Münchens einsetzen, können von Zuwendungen in Form von Spenden profitieren – beispielsweise durch die Finanzierung von zusätzlichem Wohnraum. Dafür zählt jeder Euro.

 

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Veronika Mayer und Matthias Zächerl sind im Rahmen eines bayernweit einzigartigen Pilotprojektes als Ausbildungscoaches in der München Klinik Akademie im Einsatz. Sie sind Sprachrohr der Auszubildenden und unterstützender Ansprechpartner in allen Belangen. Als bislang größtes Projekt haben sie neue Kompetenztrainings in die Pflege-Ausbildung eingeführt, die über theoretische und praktische Pflegekenntnisse hinausgehen. Bildnachweis: München Klinik

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Ausbildungscoach Veronika Mayer. Bildnachweis: München Klinik.

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Ausbildungscoach Matthias Zächerl. Bildnachweis: München Klinik.

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Am 25.3. fand der von den Ausbildungscoaches organisierte Kurs „Selbstbehauptung und Deeskalation“ als Teil der neuen Kompetenztrainings pandemiebedingt in digitaler Form für eine Klasse des 3. Ausbildungsjahres statt. Trainer Martin Weitl (Experte für Mind-Transformation) gab den Auszubildenden auf konkret von ihnen eingebrachte Beispiele hin Tipps, Techniken und Übungen an die Hand, die helfen, mit zwischenmenschlich herausfordernden Situationen sowohl im Krankenhaus als auch privat besser umzugehen. Bildnachweis: München Klinik

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Kim, 26 Jahre, Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im 3. Ausbildungsjahr:
„Die beiden Ausbildungscoaches haben sich zu Ausbildungsbeginn bei uns vorgestellt und als Schülersprecherin habe ich ohnehin sehr viel Kontakt mit den beiden. Wir können mit den Ausbildungscoaches immer in Kontakt treten, wenn Probleme auftreten, z.B. mit Blick auf die praktischen Prüfungen. Im heutigen Selbstbehauptungskurs konnten wir reflektieren, was wir in der Vergangenheit schon gut gemacht haben oder vielleicht hätten besser machen können. Bei mir gab es beispielsweise in meinem Praxiseinsatz in der Psychiatrie ein paar Situationen, die ich rückblickend mit den Tipps, die wir heute an die Hand bekommen haben, anders und für mich persönlich zufriedenstellender hätte lösen können. Ich bin mir jetzt aus ingesamt sicherer und meinem Handeln bewusster.“ Bildnachweis: München Klinik

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Jenny, 25 Jahre, Auszubildende zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin im 3. Ausbildungsjahr:
„Das Deeskalations- und Selbstbehauptungstraining ist für uns von großem Nutzen für die Praxis. Man kommt im Krankenhaus mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammen, mit Kollegen, Patienten und Angehörigen. Da ist es von großem Vorteil, wenn man ein paar Ressourcen an der Hand hat, die bei der Kommunikation und Konfliktlösung helfen und generell dabei, gut miteinander umzugehen.
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