Aktuelle Mitteilung der München Klinik

Neuigkeit
28.02.201812:33 Uhr

Rettungskette: Innovative Kooperation zum Wohle des Patienten

Zwei Hilfsorganisationen betreiben erstmalig einen gemeinsamen Rettungsdienststandort direkt an einem Münchner Klinikum

In einem Notfall zählt jede Minute. Die rettungsdienstliche Notfallversorgung in München ist bereits auf einem hohen Niveau, doch seit kurzem gestaltet ein innovativer Ansatz die Rettungskette noch effizienter. Mit einer in München bislang einzigartigen Kooperation zweier Hilfsorganisationen werden seit Oktober 2017 mehr Notfallpatienten im Münchner Norden schnell und effizient versorgt. ASB und Malteser Hilfsdienst betreiben direkt an der Notaufnahme des Klinikums Bogenhausen einen gemeinsamen Rettungsdienststandort. Das bringt Vorteile für Ärzte und Rettungsdienste, aber in erster Linie für Notfallpatienten.

München, 27. Februar 2018. „Aufgrund des stetigen Bevölkerungswachstums im Münchner Nordosten ist der Bedarf der rettungsdienstlichen Versorgung in den letzten Jahren stark gestiegen“, sagt Roland Dollmeier, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes München. „Durch die innovative Kooperation am Städtischen München Klinik Bogenhausen, wo die Rettungsdienste zweier Hilfsorganisationen – in diesem Fall Malteser und ASB – zusammenarbeiten, können wir die bestmögliche Versorgung in diesem Gebiet sicherstellen“, bestätigt Roland Dollmeier.

Die München Klinik Bogenhausen versorgt jährlich 36.000 Patienten in den Notaufnahmen. Damit übernimmt Bogenhausen als eines der größten Notfallzentren in München Verantwortung für die kommunale Daseinsvorsorge. Um Patienten optimal zu versorgen, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung oder Verletzung unmittelbar bei Einlieferung in das Krankenhaus behandelt werden müssen, ist eine enge Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten wichtig. Die gemeinsame Rettungswache von ASB und Maltesern direkt am Klinikum hat hier Vorbildcharakter und ist eine wichtige Ergänzung zum Notarztstandort Bogenhausen. „In Bogenhausen kennen sich Ärzte, Pflege und Rettungsdienstmitarbeiter persönlich, die Abläufe sind eingespielt“, erklärt Prof. Christoph Dodt, Chefarzt des Notfallzentrums. „Davon profitieren Patienten, wenn sie beispielsweise nach einem schweren Unfall bei uns ankommen.“ Notfallpatienten können in der München Klinik Bogenhausen schneller versorgt werden, weil die Übergabezeiten in der Klinik kürzer sind, der Anmeldeprozess der beiden Rettungsdienste routinierter und damit schneller abläuft. Das kommt letztlich den Notfallpatienten zu Gute.

Beschleunigte Abläufe, Rettungswägen schneller wieder einsetzbar

Auch die beiden Rettungsdienstorganisationen profitieren von der in München einmaligen Kooperation. Viele Arbeitsabläufe werden beschleunigt, so dass die Rettungswagen deutlich schneller wieder einsatzbereit sind und damit auch zeitnaher Patienten an der Unfallstelle versorgen können. Die Kooperation steigert die Effektivität des Rettungsdienststandortes und fördert die Qualifikation der Mitarbeiter. „Einsatzkräfte des Rettungsdienstes sind in ihrem Berufsleben häufig mit traumatisierenden Ereignissen konfrontiert. Indem wir gemeinsam, ASB und Malteser, einen Teil unserer Mitarbeiter als „Erste Ansprechpartner vor Ort“ ausbilden, helfen wir, Stress besser zu bewältigen und das Risiko einer möglichen Erkrankung und ihrer Folgen zu senken“, sagt Dr. Christian Wolf, Vorstandsvorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bunds München/Oberbayern. Nach besonders belastenden Einsätzen kann das Kriseninterventionsteam (KIT) des ASB hinzugerufen werden. Fortbildungen und die gemeinsame Nutzung der Hygieneeinrichtungen, wie Waschhallen zur Reinigung der Fahrzeuge sowie der Desinfektionsräume beider Hilfsorganisationen im Münchner Osten und Westen, führen zu zusätzlicher Kosten- und Zeitersparnis.

Kooperation mit Vorbildcharakter

"Die ersten Ergebnisse geben uns recht", so Dieter Wünsche, Bezirksgeschäftsführer Malteser Rettungsdienst gGmbH. Die vom Rettungszweckverband zusätzlich genehmigten Vorhaltestunden seien bereits gut ausgelastet. Die Einsatzzahlen entsprächen bereits denen der etablierten Rettungsdienststandorte. Zum Funktionieren des neuen Rettungsdienststandortes würden auch die Mitarbeiter einen wichtigen Teil beitragen. „Das persönliche Kennen der Rettungsdienstmitarbeiter beider Organisationen untereinander ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität. Ob krankheits- oder urlaubsbedingt kurzfristig Schichten getauscht werden müssen oder Rettungswagen wegen Fahrzeugschadens gegenseitig geliehen werden müssen, das klappt absolut reibungslos“, bestätigt Wünsche. Er bescheinigt der Kooperation Vorbildcharakter und sieht in ihr ein mögliches Modell für die Zukunft in der Notfallversorgung. „Vielleicht können wir dieses Kooperationsmodell auf andere Rettungsdienststandorte übertragen oder in naher Zukunft sogar mit einer gemischten Besatzung von ASB und Maltesern ausrücken!“

Hintergrund:
Laut TRUST Gutachten (der vom bayerischen Innenministerium und den staatlichen Krankenkassen in Bayern gemeinsam in Auftrag gegebenen Trend- und Strukturanalyse des Rettungsdienstes in Bayern) war der Münchner Norden bezüglich der vorgehaltenen rettungsdienstlichen Mittel unterversorgt. Im Leitstellenbereich München mussten die aufgewendeten Fahrzeuge und Schichtstunden des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes dem tatsächlichen Bedarf entsprechend erhöht werden. Um die rettungsdienstliche Versorgung im Münchner Norden zu optimieren, wurde der neue Standort an der München Klinik Bogenhausen seit Anfang Oktober tagsüber sowie Samstag nachts mit einem Rettungswagen besetzt. Der neue Standort wird gemeinsam von den Maltesern und dem ASB betrieben.

 

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Diakon Willy Kuper, Malteser Diözesanseelsorger für Einsatzkräfte, (Bildmitte) während seiner Ansprache zur Fahrzeugweihe. Bildquelle: Klaus Krischock

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Die Fahrzeugweihe der beiden Einsatzfahrzeuge der Malteser und des ASB vor dem München Klinik Bogenhausen. Durchgeführt von Diakon Willy Kuper, Malteser Diözesanseelsorger für Einsatzkräfte, (Vierter von rechts) und Dr. phil. Andreas Müller-Cyran, Diakon, Leiter der Abteilung Krisenpastoral im Erzbistum, (Fünfter von rechts). Bildquelle: Klaus Krischock

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