Aktuelle Mitteilung der München Klinik

Neuigkeit
29.10.201812:33 Uhr

Schon im Oktober erste Grippefälle in München und Deutschland: München Klinik informiert über effektiven Schutz vor der Grippewelle

Risikogruppen: Kinder, Senioren, Eltern und Pendler

Die letzte Grippewelle war laut Robert Koch Institut die stärkste seit 2001, auch dieses Jahr könnte es die Deutschen wieder hart treffen. Denn während sich früher starke und schwache Jahre meist abwechselten, gab es in letzter Zeit immer öfter starke Grippewellen hintereinander. In München wurden schon erste Influenzafälle gemeldet, auch eine Erkältungswelle hat die bayerische Landeshauptstadt aktuell fest im Griff. Die München Klinik rät zu Hygienemaßnahmen und gerade Risikogruppen zu frühzeitiger Impfung und startet schon im Oktober mit einer eigenen Impfaktion für das Klinikpersonal.

München, 30. Oktober 2018. Mit der Umstellung auf die Winterzeit beginnt die dunkle Jahreszeit und damit auch die Grippesaison. Die Grippe (Influenza) ist eine Virusinfektion, die durch Husten oder Niesen übertragen wird und in der Regel etwa drei bis fünf Tage anhält, bei Risikogruppen aber auch zu schweren Krankheitsverläufen führen kann.

Regelmäßiges Impfen senkt das Ansteckungsrisiko
Wer es dieses Jahr noch nicht getan hat, sollte sich jetzt gegen die Influenza impfen lassen. Denn der Impfstoff verliert nach etwa einem Jahr an Wirksamkeit, außerdem sinkt bei Menschen, die sich regelmäßig impfen lassen, das Ansteckungsrisiko nachweislich. Nachdem sich der trivalente Grippeimpfstoff gegen die letztjährigen Influenzaviren als wirkungslos erwiesen hat, erhalten auch Kassenpatienten in dieser Saison erstmals den quadrivalenten Impfstoff. Vorsorgen sollten vor allem ältere Menschen ab einem Alter von 60 Jahren, schwangere Frauen und Menschen mit chronischen Vorerkrankungen. „Insgesamt ist die Grippe an sich keine schlimme Erkrankung und es muss bei unkomplizierten Verläufen auch kein Grippetest durchgeführt werden. Chronisch Kranke sollten allerdings besonders auf sich achten und im Zweifelsfall rechtzeitig den Hausarzt aufsuchen“, erläutert Prof. Christoph Dodt, Chefarzt des Notfallzentrums der München Klinik Bogenhausen, das richtige Verhalten während der Grippezeit. Besonders ansteckungsgefährdet sind Kinder, die im Kindergarten oder in der Schule häufig mit Viren und Bakterien in Kontakt kommen, sowie deren Eltern. Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben auch Pendler in öffentlichen Verkehrsmitteln. Menschen mit erhöhtem Ansteckungspotenzial sollten ein Beratungsgespräch mit ihrem Hausarzt führen, ob eine präventive Schutzimpfung sinnvoll sein kann.

Handhygiene, Desinfektion und richtiges Händewaschen wehren die Grippe ab

Die richtige Handhygiene ist ein ebenso simpler wie wirksamer Weg, um sich gegen den Grippevirus zu schützen. Die Mitarbeitenden der München Klinik gehen mit gutem Beispiel voran und veranstalten regelmäßig an allen Standorten Aufkläraktionen für Patienten und Angehörige.

Bis zu 32 Mal desinfiziert sich eine Pflegekraft in der München Klinik auf der Intensivstation pro Patient und Tag die Hände

Keime lauern von Türklinken bis hin zu den Haltevorrichtungen der U-Bahn überall und durch sorgsame Handhygiene lassen sich bis zu 35 Prozent der Krankenhausinfektionen verhindern, darunter auch die Ausbreitung der Grippeviren. Das Team der Klinikhygiene rät auch Besuchern zur Vorsicht und klärt bei der Anmeldung über die nötigen Maßnahmen auf. Ohne Schutzkittel, Mund- und Nasenschutz und vorherige sowie anschließende Händedesinfektion sollte in der Grippesaison kein Krankenzimmer betreten werden. Außerdem sollten beim Husten und Niesen immer Mund und Nase bedeckt werden und wer bereits erkrankt ist, sollte sich zuhause auskurieren.

Händewaschen in fünf Schritten

  • Halten Sie die Hände unter das fließende Wasser und wählen Sie eine Temperatur, die für Sie angenehm ist. Ob warmes oder kaltes Wasser, ist für die Handhygiene nicht entscheidend.
  • Seifen Sie die Hände gründlich ein. Denken Sie an Handrücken, Fingerspitzen, Zwischenräume, Daumen und Fingernägel.
  • Reiben Sie die Seife etwa 20 bis 30 Sekunden lang ein.
  • Spülen Sie die Hände danach unter fließendem Wasser ab.
  • Trocknen Sie die Hände danach sorgfältig ab, auch in den Fingerzwischenräumen. In einem geteilten Haushalt sollte jeder ein eigenes Handtuch verwenden.

Profi-Tipps zur richtigen Händedesinfektion
Ausreichend Desinfektionsmittel in die trockenen Hände geben und 30 Sekunden lang gründlich einreiben:

  • auf der Handinnenfläche und dem Handrücken

  • zwischen den gespreizten Fingern

  • am Daumen

  • auf den Fingerkuppen und dem Nagelfalz 

Das Personal der München Klinik lässt sich regelmäßig impfen

Als medizinisches Personal gehören Ärzte, Pfleger und andere Krankenhausmitarbeiter ebenfalls einer Risikogruppe für Grippeerkrankungen an. Die alljährlichen internen Impfaktionen mit Vierfachimpfstoff kommen beim Klinikpersonal deshalb immer gut an und sind auch dieses Jahr wieder frühzeitig im Oktober gestartet. „Es freut mich sehr, dass auch dieses Jahr bereits wieder viele Kolleginnen und Kollegen das Impfangebot wahrgenommen haben. Unsere Mitarbeiter übernehmen damit Verantwortung und schützen gleichermaßen sich selbst und die Patienten vor den Grippeviren“, sagt Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung. Er selbst hat die interne Grippeimpfung ebenfalls bereits in Anspruch genommen.

Grippaler Infekt vs. Grippe – das ist der Unterschied

Häufig werden die Begriffe Erkältung (grippaler Infekt) und Grippe synonym verwendet, dabei könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Die Grippe wird von Influenzaviren ausgelöst, bei der Erkältung setzen sich andere Viren in der kalten Jahreszeit im Nasen- und Rachenraum fest. In den Symptomen unterscheiden sich beide Krankheitsbilder signifikant: Die Erkältung kommt schleichend mit einzelnen Symptomen daher, während die Grippe immer schlagartig einsetzt. Häufig ist die Grippe von starken Halsschmerzen und hohen Fieber begleitet. Schnupfen und verstopfte Nase sind jedoch klassische Erkältungssymptome und treten bei der „echten“ Grippe nicht auf. Wer sich nicht sicher ist, kann sich bei seinem Hausarzt auf Influenza testen lassen.

Bei Lebensgefahr die 112 – bei anderen Beschwerden hilft die 116117

Auch dieses Jahr rechnet die München Klinik wieder mit einer erhöhten Belastung der Notfallzentren in der Grippesaison. Mit Isolationsmöglichkeiten und der möglichen Aktivierung weiterer Bettenkapazitäten ist der Klinikverbund auch für Grippewellen mit vielen schwerwiegenden Erkrankungsverläufen gewappnet. Bei entsprechenden Häufungen kann ebenfalls gezielt das Ausbruchsmanagementteam der Kliniken einberufen werden. Prof. Dodt ruft die Münchner Bevölkerung zum sorgsamen Umgang mit der Notrufnummer 112 auf und weist darauf hin, dass es in den Notfallzentren (in den Kliniken Schwabing, Bogenhausen, Harlaching und Neuperlach) für ambulante Patienten während der Grippewelle auch zu längeren Wartezeiten kommen kann. Damit die reibungslose Versorgung von schwerwiegenden Erkrankungen, für die die Notfallzentren zuständig sind, durchgehend gewährleistet ist, werden Influenza-Tests bei konkretem Verdacht bei den stationären Patienten durchgeführt. Bei leichten Krankheitsverläufen und ambulanten Fällen ist tagsüber für Patienten der Hausarzt der richtige Ansprechpartner, außerhalb der regulären Öffnungszeiten stehen ärztliche Bereitschaftspraxen zur Verfügung. So können die Notfallzentren entlastet werden und lange Wartezeiten bei leichten Erkrankungen vermieden werden – unter der Nummer 116117 erfahren Patienten, welcher niedergelassene Arzt gerade Dienst hat.

3 Fragen, 3 Antworten zu Grippe und Kindern – was Eltern wissen müssen

mit Dr. Dr. Florian Bauer, Leitender Oberarzt für Kinder- und Jugendmedizin an der München Klinik Harlaching

Welche Grippesymptome treten bei Kindern auf?

In der Regel treten bei Kindern die gleichen Symptome auf wie bei Erwachsenen – allen voran plötzlich eintretendes und sehr hohes Fieber, das 39 Grad Celsius und mehr erreichen kann. Zusätzliche Anzeichen, die auf eine Virus-Grippe hindeuten können, sind starke Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein trockener, starker Reizhusten. Bei Kindern können aber auch eher untypische Symptome wie Bauchweh oder starke Übelkeit auftreten. Konsultieren Sie bei anhaltenden Beschwerden Ihren Kinderarzt.

Ist eine Virus-Grippe für Kinder gefährlicher als für Erwachsene?

Das Immunsystem von (Klein-)Kindern ist oft noch nicht vollständig ausgereift, deswegen stecken sich Kinder besonders häufig an. In der Regel ist die Grippe für Kinder nicht gefährlich und nimmt bei richtiger Behandlung und ausreichend Schonzeit meist einen harmlosen Verlauf. Wenn das Kind eine chronische Vorerkrankung, beispielsweise des Herz-Kreislauf-Systems, des zentralen Nervensystems, des Immunsystems oder des Stoffwechsels hat, kann die Grippe allerdings zu gefährlichen Folgeerkrankungen wie einer Lungenentzündung oder Herzschäden führen. Chronisch kranke Kinder sollten deshalb vorsorglich geimpft werden. Da die Impfung erst ab einem Alter von 6 Monaten möglich ist, sollte sich bei Babys und Kleinkindern auch das familiäre Umfeld immunisieren lassen.

 

Wie kann ich mein Kind (neben der Impfung) vor Grippe schützen?

 

 

Besonders in der kalten Jahreszeit ist eine vitaminreiche Ernährung für Kinder wichtig. Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte und findet sich vor allem in Zitrusfrüchten, Vitamin A ist gut für die Schleimhäute und in Milchprodukten enthalten. Eltern sollten außerdem darauf achten, dass ihre Kinder viel Flüssigkeit zu sich nehmen, denn die trockene Heizungsluft entzieht diese schneller. Trockene Schleimhäute sind besonders anfällig für Viren und Bakterien.

 

 

 

3 Fragen, 3 Antworten zu Grippe und älteren Menschen

 

mit Privatdozentin Dr. Brigitte Buchwald-Lancaster, Chefärztin des Zentrums für Akutgeriatrie und Frührehabilitation an der München Klinik Neuperlach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum sollen sich ältere Menschen impfen lassen?

 

 

Für Senioren und abwehrgeschwächte Menschen kann eine Grippeinfektion gefährlich werden. Das Immunsystem ist dann häufig nicht mehr so leistungsfähig, außerdem haben Menschen in höherem Alter aufgrund von chronischen Vorerkrankungen häufig ein erhöhtes Komplikationsrisiko. Es kann beispielsweise zu einer Lungenentzündung kommen. Ab einem Alter von 60 Jahren sollte eine Grippeimpfung im Herbst deshalb zur alljährlichen Routine gehören, auch wenn bayerische Senioren laut Statistiken des Robert Koch Instituts zunehmend „impfmüde“ werden.

 

Warum gibt es für ältere Menschen einen eigenen Grippeimpfstoff?

 

 

Mit steigendem Alter sinkt die Immunantwort auf den Grippeimpfstoff. Deswegen steht für Menschen ab einem Alter von 65 Jahren ein eigener Impfstoff mit Wirkverstärker zur Verfügung. Im Einzelfall sollte dies mit dem Arzt besprochen werden.

 

 

Wie kurieren Senioren eine Grippe am besten aus?

 

 

Ältere Menschen sollten sich auf jeden Fall ausreichend Zeit zum genesen geben und dem Körper und der Seele Ruhe gönnen. Mit steigendem Alter braucht der Mensch länger, um wieder zu Kräften zu kommen. Das kann oft mehrere Wochen dauern. Allerdings sollten Senioren deshalb keinesfalls strikte Bettruhe wahren, denn die Muskeln bauen im Alter schnell ab und das kann zu dauerhafter Gebrechlichkeit führen. Ältere Menschen sollten deshalb sobald wie möglich wieder Bewegung in den Alltag integrieren, leichte Bewegung im häuslichen Umfeld ist anfangs schon ausreichend. Auch eine eiweißreiche Ernährung unterstützt während der Schonzeit die Muskeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Prof. Christoph Dodt, Chefarzt im Notfallzentrum der München Klinik Bogenhausen. Rund 160.000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht über 40 Prozent aller Notfälle der Landeshauptstadt. Prof. Dodt ist außerdem Past Präsident und stimmberechtigtes Mitglied des Vorstandes der DGINA und seit 12. September 2018 Vizepräsident der Europäischen Gesellschaft für Notfallmedizin (EUSEM). Bildnachweis: München Klinik

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Dr. Dr. Florian Bauer, Leitender Oberarzt für Kinder- und Jugendmedizin an der München Klinik Harlaching. Bildquelle: München Klinik

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Privatdozentin Dr. Brigitte Buchwald-Lancaster, Chefärztin des Zentrums für Akutgeriatrie und Frührehabilitation an der München Klinik Neuperlach. Bildquelle: München Klinik

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Die München Klinik ist der größte und wichtigste Gesundheitsversorger unserer Stadt. Mit Kliniken in Bogenhausen (5), Harlaching (4), Neuperlach (6), Schwabing (2) und Europas größter Hautklinik in der Thalkirchner Straße (3) ist die München Klinik an insgesamt fünf Standorten jederzeit für alle Münchnerinnen und Münchner da. Die Akademie (1) ist mit rund 500 Ausbildungsplätzen die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern. Die München Klinik bietet als starker Klinikverbund Diagnostik und Therapie für alle Erkrankungen – hoch spezialisiert und erster Ansprechpartner für die medizinische Grundversorgung. Der Verbund bietet innovative Medizin und Pflege ganz nah bei den Patienten und deren Bedürfnissen. Rund 135.000 Menschen lassen sich jährlich stationär und teilstationär behandeln. Auch in der Notfallmedizin ist Deutschlands zweitgrößtes kommunales Klinikunternehmen die Nr. 1: Rund 160.000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht über 40 Prozent aller Notfälle der Landeshauptstadt. Die Kliniken sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München.

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