Aktuelle Mitteilung der München Klinik

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07.09.201606:29 Uhr

Sepsis ist dritthäufigste Todesursache

München, 7. September 2016.  Sepsis ist eine der heimtückischsten Krankheiten weltweit, von der auch so berühmte Persönlichkeiten wie Papst Johannes Paul II, Fürst Rainier III. von Monaco, Hollywood-Schauspieler Christopher Reeve oder Sänger George Michael betroffen waren. 

Alleine in Deutschland erkranken pro Jahr über 150 000 Menschen, fast 60 000 Menschen überleben die Krankheit nicht. Damit ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache hierzulande.

Anlässlich des Weltsepsistages am 13. September appelliert die München Klinik, die Erkenntnisse über das „richtige Management“ dieser häufigen, zeitkritischen und lebensgefährlichen Erkrankung noch stärker in die tägliche Praxis einzubringen.

Die München Klinik ist seit vielen Jahren auf die Früherkennung und rechtzeitige Behandlung von lebensgefährlich erkrankten Patienten mit Sepsis spezialisiert. Durch eine frühestmögliche Diagnose, schnelle Initialtherapie und Einweisung in eine geeignete Zielklinik können mindestens 25 Prozent der Todesfälle verhindert werden. Zudem spielen die hygienischen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle – diese werden im Städtischen Klinikum von einer eigens eingerichteten Stabsstelle Hygiene überwacht.

Die umgangssprachlich als Blutvergiftung bekannte Infektion wird noch immer häufig zu spät erkannt und oftmals in der Folge nicht rechtzeitig behandelt. Die Gründe sind vielfältig: die Menschen werden älter und damit anfälliger für schwere Infektionen, da die Stärke des Immunsystems im Alter nachlässt. Auch die Zahl der Patienten, deren Immunsystem durch andere Krankheiten, Medikamente oder Therapien geschwächt sind, steigt. Hier reicht oftmals ein an sich harmloser Infekt, der zu einer generalisierten Entzündungsreaktion und damit zu einer schweren Sepsis führen kann.

 

Hintergrund: häufige Fragen und Antworten

Was bedeutet Sepsis?

Sepsis bzw. multiples Organversagen - auch Blutvergiftung genannt - ist eine außer Kontrolle geratene Entzündung, die ohne sofortige intensivmedizinische Behandlung immer tödlich ist. Die Sepsis ist eine der heimtückischsten Krankheiten weltweit, an der alleine in Deutschland pro Jahr ca. 150.000 Menschen erkranken, fast 60.000 von ihnen sterben daran. Damit ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache hierzulande. Drei Stadien der Sepsis werden unterschieden: Bei einer einfachen Sepsis verlassen die Krankheitserreger bzw. die von ihnen produzierten Gifte den Entzündungsherd und breiten sich im Körper aus (sog. Ganzkörperinfektion). Bei einer schweren Sepsis versagen zusätzlich einzelne Organe. Beim septischen Schock fällt der Blutdruck massiv ab, bei gleichzeitigem Versagen mehrerer Organe (sog. Multiorganversagen).

Welche Symptome deuten auf eine Sepsis hin?
Symptome können sein: Fieber über 38 Grad oder eine Untertemperatur unter 36 Grad, plötzliche Verwirrtheit, ein erhöhter Puls, niedriger Blutdruck und  beschleunigte Atmung. Zudem sehen die erkrankten häufig sehr blass oder grau-fahl aus. Die Herausforderung bei einem Erkrankten ist dabei, dass die Symptome nicht eindeutig sind. So sind viele Krankheitsanzeichen wie bspw. Fieber, Schüttelfrost oder erhöhter Puls auch typische Vorboten anderer Krankheiten, wie z.B. einer Grippe.
Klar ist: Treten die genannten Symptome gemeinsam auf, dann ist das ein Hilferuf Ihres Körpers. Hören Sie auf ihn und suchen Sie umgehend medizinische Hilfe (Notarzt, Notaufnahme)! Jede Sekunde zählt!

Was passiert bei einer Entzündungsreaktion?
Die Gefäße um den Infektionsherd werden geweitet, durchlässiger und stärker durchblutet. Damit wird auch das Blut gebremst und fließt langsamer. Dadurch können weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Botenstoffe durch die Gefäßwand ins Gewebe eindringen, um dort die Krankheitserreger zu bekämpfen. Typisch für die lokale Entzündungsreaktion des Körpers ist, dass es um den Infektionsherd - sofern dieser von außen sichtbar ist - zur Wärmeerzeugung, Rötung, Schmerz sowie Schwellung kommt.

Können Impfungen schützen?
Auch heute noch stellen Impfungen eine wichtige Vorsorgemaßnahme dar. Einen ganz besonderen Stellenwert hat dabei die Impfung immungeschwächter Menschen. Das sind einerseits Kinder, die entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) geimpft werden sollten. Andererseits betrifft dies aber auch ältere Menschen (ab 60), denen wir dringend empfehlen, die freiwillige Impfung gegen die wichtigsten Erreger der bakteriellen Lungenentzündung, die Pneumokokken, durchführen zu lassen. Die Impfung dieser beiden Altersgruppen stellt zusammen einen effektiven Schutz gegenüber der gefährlichen Übertragung von den Enkeln auf Ihre Großeltern dar. Lungenentzündungen sind zudem die häufigste Ursache für die Entwicklung einer Sepsis.
Außerdem profitieren auch alle diejenigen von einer Impfung, denen die Milz entfernt wurde. Zu den Hauptaufgaben der Milz zählt die Filterung des Blutes und Entfernung überalterter roter Blutkörperchen. Des weiteren spielt die Milz eine entscheidende Rolle im Immunsystem. Vor allem bekapselte Bakterien, wie die Erreger der Lungenentzündung und Hirnhautentzündung, werden durch die Milz im Blutstrom aufgespürt.

Quelle: Deutsche Sepsis-Hilfe e.V.

Mit seinen fünf Standorten in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und der Thalkirchner Straße sowie dem medizinischen Dienstleistungszentrum Medizet bietet die München Klinik eine umfassende Gesundheitsversorgung auf höchstem medizinischen und pflegerischen Niveau. Jährlich lassen sich hier rund 140.000 Menschen stationär und teilstationär behandeln – aus München, der Region und der ganzen Welt. Auch in der Notfallmedizin ist Deutschlands zweitgrößtes, kommunales Klinikunternehmen die Nr. 1: Rund 170.000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht über 40 Prozent aller Notfälle der Landeshauptstadt. Die Kliniken sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München. In den über 60 Fachabteilungen gibt es zudem zahlreiche interessante Einsatzmöglichkeiten. Die hauseigene Akademie bietet vielfältige Einstiegs- und Entwicklungsperspektiven und verantwortet die aktive Nachwuchssicherung. Mit rund 500 Ausbildungsplätzen jährlich ist sie die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern.

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