Aktuelle Mitteilung der München Klinik

Neuigkeit
06.05.201912:33 Uhr

Weniger Fehldiagnosen bei Schlaganfall und Schwindel: Jetzt per Telemedizin und Videobrille

252.000 Euro für telemedizinisches Schwindelprojekt

Jeder dritte Schlaganfall mit Schwindelsymptomen wird bislang nicht erkannt. Zudem leidet jeder dritte Deutsche im Laufe seines Lebens einmal an der Volkskrankheit Schwindel. Davon erhält aber wiederum nur jeder Dritte auf Anhieb eine gesicherte Diagnose und damit eine schnelle Behandlung. Das neue telemedizinische Projekt „TeleSchwindelTriage“ der München Klinik Harlaching soll beides verbessern: Schwindelpatienten in 19 teilnehmenden regionalen Partnerkliniken des Schlaganfallnetzwerks TEMPiS in Südostbayern erhalten ihre Diagnose künftig per Videobrille und Live-Schalte von Experten in den telemedizinischen Zentren in Harlaching, Regensburg und Altötting. Das Projekt wird vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert, im Mai überreichte Staatsministerin Melanie Huml den symbolischen Scheck über 252.000 Euro.

München, 6. Mai 2019. Die München Klinik Harlaching übernimmt als großes Schlaganfallzentrum mit dem telemedizinischen Schlaganfallnetzwerk „TEMPiS“ bereits seit über 15 Jahren Verantwortung für die Schlaganfallversorgung in der Region Südostbayern. Das Ziel ist dabei, Patienten in der Stadt und auf dem Land ortsunabhängig schnelle Expertenhilfe zukommen zu lassen, denn nach einem Schlaganfall sterben ohne Behandlung pro Minute 1,9 Millionen Nervenzellen ab. Mit dem Förderprojekt „TeleSchwindelTriage“ wird TEMPiS jetzt um den Bereich Schwindel erweitert. Wenn Schwindel das einzige Symptom eines Schlaganfalls ist, so ließ sich dieser bisher nur schwer diagnostizieren. Durch das telemedizinische Projekt sollen Schwindelpatienten in der Region Südostbayern künftig schneller die richtige Therapie erhalten.

Hochmoderne Videobrillen ermöglichen die gesicherte Diagnose

Vor einem Jahr startete die Vorbereitungsphase für das Projekt TeleSchwindel. Die 19 teilnehmenden Partnerkliniken wurden in der Schwindeldiagnostik geschult und haben je eine Videobrille erhalten. Damit sind jetzt alle Voraussetzungen für den Projektstart im laufenden Betrieb erfüllt. Die Brillen sind hochmoderne Diagnosegeräte, die rund 15.000 Euro kosten. Bei Patienten mit Schwindelsymptomen können nun mithilfe der Brille subtile Augenbewegungsstörungen sichtbar gemacht werden, die für die richtige Diagnose oft entscheidend sind. Die Videobrille ist an eine mobile Telemedizinstation angeschlossen, über die die „Live-Schalte“ aus der Partnerklinik in das Schwindelzentrum stattfindet. So kann der Schwindelexperte im Zentrum die Untersuchung anleiten, die gemessenen Daten direkt nachvollziehen und aus der Ferne die richtige Diagnose stellen. Bei geschätzt 800 der jährlich 7.000 im TEMPiS-Netzwerk durchgeführten Telekonsile wird die Brille erwartungsgemäß im Einsatz sein. „Schwindel ist eines der häufigsten Symptome und tritt bei verschiedensten Krankheitsbildern auf. Deshalb ist die Diagnose so schwierig und oft nur in spezialisierten Zentren möglich. Es freut mich sehr, dass wir nun per Telemedizin die Möglichkeit haben, diese Expertise in die Fläche zu tragen. Patienten im ländlichen Südost-Bayern können wir damit eine schnellere Diagnostik und bessere Versorgung anbieten“, freut sich Projektleiter Dr. Peter Müller-Barna von der München Klinik Harlaching. Staatsministerin Melanie Huml ergänzt: „Die umfassende und flächendeckende Gesundheitsversorgung in Bayern ist mir ein großes Anliegen. Wir begreifen Telemedizin hier als große Chance und werden innovative Projekte wie die TeleSchwindelTriage voranbringen.“ Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit von 2,5 Jahren, Projektträger ist die München Klinik Harlaching. Beteiligt sind 19 TEMPiS-Partnerkliniken, die Schlaganfallzentren München Klinik Harlaching und Universitätsneurologie Regensburg sowie die Schwindelzentren München Klinik Harlaching und Kreisklinik Altötting. Das Projekt wird vom Bayerischen Gesundheitsministerium und der Deutschen Stiftung Neurologie finanziell gefördert.

Wenn sich alles dreht und schwankt: Das herausfordernde Symptom Schwindel

Fast jeder Mensch kennt Schwindelgefühle. Neben Kopfschmerzen ist Schwindel eines der häufigsten auftretenden neurologischen Symptome. Manchmal wird es völlig gesunden Menschen schwindlig. Der Schwindel kann aber auch ein Anzeichen für eine schwerwiegende neurologische Erkrankung sein. Plötzlich auftretender Schwindel ist eine häufige Begleiterscheinung beim Schlaganfall, daneben können weitere Anzeichen, wie die typische Halbseitenlähmung, auch ausbleiben. Deswegen muss bei akut aufgetretenem Schwindel auch ein Schlaganfall als Ursache in Erwägung gezogen werden. Neben dem Schlaganfall verbergen sich häufig andere neurologische Erkrankungen oder Störungen im Innenohr hinter akut auftretendem Schwindel. Wenn der Schwindel bei Änderung der Kopfposition auftritt, kann es sich auch um einen Lagerungsschwindel handeln, der durch abgelöste Kristalle im Innenohr entsteht. Betroffene sollten zum Arzt gehen, wenn der Schwindel ohne Anlass neu auftritt, sie häufiger Schwindelattacken erleben, ihnen bei bestimmten Bewegungen schwindlig wird, der Schwindel länger anhält oder zusätzliche Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Hörstörungen hinzukommen.

Angebot der München Klinik Harlaching für Schwindelpatienten

Die Klinik für Neurologie und Neurologische Intensivmedizin der München Klinik Harlaching ist bereits seit über 20 Jahren auf die Behandlung von Schwindel spezialisiert und nutzt für die Diagnostik eine hochmoderne technische Ausstattung, darunter seit sechs Jahren auch spezielle Videobrillen. Im Rahmen von TEMPiS stellt die Klinik ihre Expertise nun als telemedizinisches Schwindelzentrum auch den Patientinnen und Patienten aus der gesamten TEMPiS-Region Südost-Bayern zur Verfügung. Die Bürgerinnen und Bürgern aus dem Einzugsgebiet München erhalten bei akut auftretendem Schwindel schnelle und direkte Unterstützung in der neurologischen Tagesklinik der München Klinik Harlaching. Hier stehen modernste Geräte zur umfassenden Diagnostik und Therapie von Schwindelerkrankungen bereit. Und Patienten mit anhaltendem Schwindel erhalten bei Bedarf eine gezielte Therapie, wie z.B. vestibuläre Rehabilitation.

Weitere Informationen zum Telemedizinischen Schlaganfallnetzwerk TEMPiS

TEMPiS gehört seit 2003 mit 23 angebundenen Kliniken, zwei Telemedizinzentren in Harlaching und Regensburg und mehr als 10.000 Patienten pro Jahr zu den größten Netzwerken seiner Art in Europa. Die Ärzte in den Partnerkliniken werden bei der neurologischen Untersuchung, der bildgebenden Diagnostik und der Therapieentscheidung von ausgewiesenen Schlaganfallspezialisten in den Zentren telemedizinisch, also per „Video-Liveschalte“, unterstützt. Mit bis heute über 70.000 durchgeführten Telekonsilen hat sich das Konzept des Netzwerks als Erfolg erwiesen: höhere Versorgungsqualität, geringere Sterblichkeit, kürzere Verweildauer und frühere Diagnose heben den Versorgungsstandard in ländlichen Regionen auf das gleiche Niveau wie in der Stadt. Dazu, dass Patienten über das gesamte Therapiespektrum wohnortnah behandelt werden können, trägt seit 2018 auch das integrierte Pilotprojekt „Flying Intervention Team“ bei. Die fliegenden Ärzte sind erfahrene interventionelle Neuroradiologen aus der München Klinik Harlaching und dem Klinikum rechts der Isar in München. Bei besonders schweren Schlaganfällen, bei denen ein spezieller Kathetereingriff (Thrombektomie) größere Heilungschancen verspricht, fliegen sie per Helikopter in die Partnerklinik und behandeln den Patienten direkt vor Ort. Dem Patienten kann so eine Verlegung in ein Schlaganfallzentrum erspart werden, durch parallele Abläufe lässt sich zudem eine Zeitersparnis von rund 110 Minuten im Vergleich zur herkömmlichen Verlegepraxis erreichen. Durch den Zeitvorteil kann gerade schwer Betroffenen das Leben gerettet und schwerwiegende Behinderungen erspart werden.

 

Über die München Klinik
Die München Klinik ist der größte und wichtigste Gesundheitsversorger unserer Stadt. Mit Kliniken in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Europas größter Hautklinik in der Thalkirchner Straße ist die München Klinik an insgesamt fünf Standorten jederzeit für alle Münchnerinnen und Münchner da. Die Akademie ist mit rund 500 Ausbildungsplätzen die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern. Die München Klinik bietet als starker Klinikverbund Diagnostik und Therapie für alle Erkrankungen – hoch spezialisiert und erster Ansprechpartner für die medizinische Grundversorgung. Der Verbund bietet innovative Medizin und Pflege ganz nah bei den Patienten und deren Bedürfnissen. Rund 135.000 Menschen lassen sich jährlich stationär und teilstationär behandeln. Auch in der Notfallmedizin ist Deutschlands zweitgrößtes kommunales Klinikunternehmen die Nr. 1: Rund 160.000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht über 40 Prozent aller Notfälle der Landeshauptstadt. Die Kliniken sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München.

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Projektleiter Dr. Peter Müller-Barna, Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik, und Gesundheitsministerin Melanie Huml testen gemeinsam die Videobrille. Bildnachweis: Klaus Haag.

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Von links nach rechts: Prof. Roman Haberl (Chefarzt der Klinik für Neurologie der München Klinik Harlaching), Dr. Gordian Hubert (Projektkoordinator TEMPiS), Gesundheitsministerin Melanie Huml, Dr. Peter Müller-Barna (Projektleiter TeleSchwindel) und Dr. Axel Fischer (Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik). Bildnachweis: Klaus Haag.

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Die Videobrille im Einsatz. Bildnachweis: Klaus Haag.

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Diese Videobrillen kommen jetzt telemedizinisch zur Diagnose von Schlaganfall und Schwindel im Tempis-Netzwerk zum Einsatz. Bildnachweis: Klaus Haag.

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Tempis-Physiotherapeutin Nina Schütt-Becker mit dem neuen Rotundum. Bildnachweis: Klaus Haag.

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