So schütze ich mich vor Infektionen!

Unsere Hygieneexperten geben Tipps, wie Sie das Risiko einer Ansteckung minimieren können.

Am effektivsten: Händehygiene

Die Händehygiene ist der wichtigste Schritt und ein ebenso simpler wie wirksamer Weg, um sich vor den meisten Infektionen wie z.B. der Grippe zu schützen. Denn Hände gehören zu den häufigsten Überträgern von Infektionserregern. 

Sie sollten sich nicht nur die Hände waschen, wenn sie sichtbar schmutzig sind, sondern regelmäßig, vor allem in Erkältungszeiten: Zum Beispiel beim nach Hause kommen, vor den Mahlzeiten, nach Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, vor der Behandlung von Wunden, vor und nach Zubereitung von Speisen, nach Kontakt mit Tieren, nach dem Toilettengang etc.

Bereits erkältete Personen sollten sich beim Husten oder Nießen keinesfalls die Hand vor den Mund halten, sondern in die Armbeuge husten – und zusätzlich besonders auf die eigene Händehygiene achten.

Auf den Handschlag zur Begrüßung darf gerade in den Herbst- und Wintermonaten auch außerhalb von Krankenhäusern zugunsten der Gesundheit gerne verzichtet werden. Krankenhausbesucher sollten sich deshalb nicht wundern, wenn das Klinikpersonal Ihnen zur Begrüßung lieber nett zuwinkt, statt die Hand zu schütteln.

Achtung: So wäscht man die Hände richtig!

Auf die Wassertemperatur kommt es beim Händewaschen nicht an, viel wichtiger ist, dass alle Handbereiche gründlich und ausreichend lange eingeseift und unter fließendem Wasser abgewaschen werden.

1.

Halten Sie die Hände unter das fließende Wasser und wählen Sie eine beliebige Wassertemperatur, die für Sie angenehm ist.

2.

Seifen Sie die Hände gründlich ein. Denken Sie an Handrücken, Fingerspitzen, Zwischenräume, Daumen und Fingernägel.

3.

Reiben Sie die Seife etwa 20 bis 30 Sekunden lang ein. Wenn Sie zweimal Happy Birthday singen, haben Sie die 30 Sek. geschafft.

4.

Spülen Sie die Hände anschließend unter fließendem Wasser gründlich ab.

5.

Trocknen Sie die Hände und Finger sorgfältig. Nutzen Sie Papiertücher oder jeder ein eigenes Handtuch.

Wann man die Hände chemisch desinfizieren sollte

In unserem persönlichen Umfeld ist das Waschen mit Wasser und Seife völlig ausreichend. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann im Anschluss und auch zwischendurch zusätzlich zum Desinfektionsmittel greifen. Gerade wenn man unterwegs ist, ist es nicht immer möglich, sich die Hände zu waschen. Hier können Händedesinfektionsmittel Abhilfe schaffen.

Insbesondere vor und nach dem Besuch eines Patienten im Krankenhaus ist die Händedesinfektion sogar dringend notwendig. In den Krankenhäusern sind daher überall Desinfektionsmittelspender aufgestellt, damit die Patienten geschützt sind. Wer zu Hause einen Angehörigen pflegt, sollte mit dem Hausarzt besprechen, ob eine regelmäßige Händedesinfektion ratsam wäre.

So hält man die Erreger auf Distanz

Atemwegseffekte werden meist über Tröpfcheninfektion übertragen. Die AHA-Regeln sollte man sich daher merken: Abstand– Hygiene– Alltagsmaske. Das Meiden eines zu engen Kontaktes mit anderen verringert das Ansteckungsrisiko erheblich, ebenso wie Hygieneregeln und das Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske als Atemschutz.

Zusätzlich zu den sogenannten AHA-Regeln können weitere Maßnahmen helfen, z.B. wenn ein Haushaltsmitglied erkrankt ist:

  • Waschen Sie sich immer gründlich die Hände, wenn Sie Kontakt zu dem Erkrankten hatten und vermeiden Sie, sich mit ungewaschenen Händen an Augen, Nase oder Mund zu berühren, da dies häufig die Eintrittspforten für Krankheitserreger sind.
  • Bei Magen-Darm-Infektionen sollten Erkrankte – wenn möglich – eine separate Toilette benutzen. Ist dies nicht gegeben, sollte die Toilette nach jedem Gebrauch desinfiziert werden. Waschbecken, Spültaste, Türklinke und Lichtschalter nicht vergessen!
  • Es kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn sich der Erkrankte in einem separaten Zimmer aufhält und schläft.
  • Lüften Sie alle Räume regelmäßig. So kann die Zahl erregerhaltiger Tröpfchen in der Luft reduziert werden. Gerade in der Heizperiode ist regelmäßiges Lüften sinnvoll, um die Schleimhäute feucht zu halten. Sind sie zu trocken, haben Erreger leichtes Spiel.
  • Achten Sie darauf, dass Sie Ihre persönlichen Utensilien wie Handtücher, Kosmetikartikel, Schminkutensilien, Rasierklingen oder Besteck nicht mit anderen teilen.
  • Verwenden Sie für den Sanitärbereich separate Putzlappen
  • Wechseln Sie Putzlappen häufig und waschen Sie sie mindestens bei 60°C.

So vermeidet man Wundinfektionen

Selbst kleine Verletzungen können eine Eintrittspforte für Krankheitserreger sein. Reinigen Sie ihre Hände vor der Versorgung der Wunde. Auch die Wunde sollte gesäubert werden.

Verwenden Sie gegebenenfalls ein Antiseptikum. Bedecken Sie die Wunde mit einem Pflaster oder Verband, damit keine Keime eindringen können.

So schützt man sich im Schwimmbad

Warzen oder Fußpilz fängt man sich häufig beim Besuch des Schwimmbads oder in öffentlichen Duschen ein, da die Erreger leicht in die aufgeweichte Haut eindringen können.

Tragen Sie deshalb immer Badeschuhe und trocknen Sie Ihre Füße und Zehen gut ab. So reduzieren Sie das Risiko einer Ansteckung.

So lassen sich Infektionen durch Lebensmittel vermeiden

Auch Lebensmittel können krank machen, wenn sie nicht richtig gelagert oder zubereitet werden. Häufig treten dann Durchfall und Erbrechen auf.

Bereits beim Einkaufen kann es zu einem fehlerhaften Umgang mit Lebensmitteln kommen, wenn bei verderblicher oder tiefgefrorener Ware die Kühlkette unterbrochen wird. Verwenden Sie daher immer eine Kühltasche. Das Auftauen gefrorener Lebensmittel sollte immer im Kühlschrank erfolgen. Auf ungekühlter Ware könnten sich sonst Salmonellen leicht vermehren.

Nutzen Sie bei der Zubereitung von rohen Lebensmitteln getrennte Utensilien, z.B. getrennte Schneidebretter für Fleisch und Geflügel, sowie für Gemüse und Salat, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.

Verpackungen und Tauwasser von Fleisch und Geflügel sollten sofort entsorgt werden. Alle Gegenstände und Arbeitsflächen, die damit in Berührung gekommen sind, sollten gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden oder direkt in die Spülmaschine geräumt werden, so dass keine anderen Lebensmittel damit in Kontakt kommen.

Da die meisten Erreger Temperaturen von 70 – 100°C nicht überstehen, sollten Sie Speisen ausreichend erhitzen. Das gilt auch fürs Aufwärmen von Gerichten.

Da auch pflanzliche Nahrungsmittel verunreinigt sein können, sollten Sie sie zuvor gründlich waschen, wenn sie roh verzehrt werden sollen.

Darum sollte man sich beim Kochen öfter die Hände waschen

Vor allem in der Küche tummeln sich viele Keime. Im Grunde ist die Küche sogar der schmutzigste Ort der gesamten Wohnung. Allein im Spülschwamm tummeln sich Milliarden Mikroorganismen pro Quadratzentimeter. Auch das Spülbecken ist ein Keimparadies. Würde ein Lebensmittel in die Toilette fallen, wäre es tatsächlich hygienischer dieses zu essen als eines, das ins Spülbecken gefallen ist.

Auch wenn Ihre Hände sauber erscheinen, sollten sich bei der Zubereitung von Speisen öfter zwischendurch einmal die Hände waschen.

Dies gilt vor allem, wenn Sie rohe Lebensmittel angefasst haben, wie z.B. Fleisch oder wenn Sie Speisen zubereiten, die roh verzehrt werden sollen. 

Keimfalle Küche: So reduziert man die Keimbelastung!

  • Alle Küchenutensilien sollten mit heißem Wasser und Spülmittel oder am besten in der Spülmaschine bei 60°C gereinigt werden
  • Verwenden Sie für Geschirr, Arbeitsflächen und Fußboden separate Reinigungstücher
  • Lappen und Geschirrtücher sollten Sie ausgebreitet trocknen lassen und regelmäßig bei 60°C waschen
  • Spültücher und Schwämme müssen regelmäßig ausgetauscht werden
  • Spülbecken, Arbeitsflächen, Küchengeräte sowie Tür- und Schrankgriffe sollten Sie regelmäßig mit warmem Wasser und Reinigungsmittel säubern
  • Den Kühlschrank sollten Sie einmal im Monat mit Essigwasser reinigen

So wird die Waschmaschine nicht zur Infektionsschleuder

Werden beim Wäschewaschen nur niedrige Temperaturen verwendet, können sich nicht nur auf der Wäsche, sondern auch in der Waschmaschine Mikroorganismen ansiedeln. Spüllappen, Putztücher, Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche sollten bei mindestens 60°C gewaschen werden.

Damit sich in der Waschmaschine kein Biofilm mit Mikroorganismen bildet, sollte die Maschine einmal die Woche ein 60°C-Programm durchlaufen.

Für normale Oberbekleidung reichen aber niedrige Temperaturen völlig aus.