Parkinson, Parkinson-Syndrom

Papst Johannes Paul II., Boxer Muhammad Ali, der Kabarettist Otti Fischer, der Tenor Peter Hoffmann – viele berühmte Persönlichkeiten litten und leiden an Parkinson.

In Deutschland sind ca. 150.000 bis 200.000 Patienten von der Parkinsonschen Krankheit (Morbus Parkinson) betroffen. Neben der Alzheimer-Demenz ist die Parkinson-Krankheit damit eine der häufigsten fortschreitenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems in höherem Alter. Von Morbus Parkinson Betroffene sind bei der Diagnose meist zwischen 50 und 79 Jahren alt. Mit wachsender Lebenserwartung in den westlichen Industrieländern ist daher mit einem weiteren Anstieg der Patientenzahlen zu rechnen.

Wie entwickelt sich die Zahl der Parkinson-Patienten?

Jeder 50. Mensch über 60 Jahren muss damit rechnen, an Parkinson zu erkranken. Zwischen fünf und zehn Prozent der Patienten sind bei Ausbruch der Krankheit unter 40 Jahre alt. Dabei sind Männer und Frauen zu gleichen Teilen betroffen. Nach Alzheimer ist Parkinson die zweithäufigste degenerative Erkrankung des Nervensystems.

Die Erkrankung könnte häufiger sein, als wir denken. Eine neue Schätzung der Parkinson-Erkrankten in Deutschland kommt zu deutlich höheren Ziffern als bisher gedacht. Damit könnte auch in Verbindung stehen, dass die Zahl der behandelten Patienten mit schwerer Parkinson-Erkrankung in deutschen Krankenhäusern seit 2010 um bis zu 85 Prozent zugenommen hat.

Ursachen & Symptome von Parkinson

Typische Symptome von Morbus Parkinson sind Bewegungsstörungen. Die häufigsten Symptome sind verlangsamte Bewegungen, steife Muskeln und das typische Muskelzittern (Parkinson-Tremor).

Zu den Bewegungsstörungen zählen vor allem

  • zunehmende Bewegungsarmut,
  • Muskelstarre,
  • Zittern und
  • eine instabile Körperhaltung.

Ursache der Symptome ist das Absterben bestimmter Nervenzellen im Gehirn. Dadurch kommt es zu einem Dopaminmangel. Dieser Botenstoff ist gemeinsam mit einigen anderen für die Steuerung von Bewegungsabläufen zuständig.

Diagnose & Therapie von Parkinson

Der Arzt stellt die Diagnose auf Parkinson an Hand der Zeichen der Krankheit. Liegen mindestens zwei der charakteristischen Symptome für Morbus Parkinson vor, schließt er andere Ursachen oder eine andere Erkrankung mit Hilfe bildgebender Verfahren wie Magnetresonanz-Tomografie (MRT) oder Computer-Tomografie (CT) aus.

Die Krankheit nimmt meist einen langsamen Verlauf, bei dem über viele Jahre nach und nach Gehirnzellen absterben. Bislang gilt Parkinson als nicht heilbar, allerdings gewinnt die Wissenschaft laufend neue Erkenntnisse über die Krankheit.

Die Therapie von Morbus Parkinson basiert in der Regel auf Medikamenten, die die Botenstoffe im Gehirn wieder in Einklang bringen sollen. Besonders häufig kommt bei der Therapie - insbesondere zum Ausgleich des Dopaminmangels - der Arzneistoff L-3,4-Dihydroxyphenylalanin zum Einsatz.

Unterstützt wird die Behandlung von Parkinson durch Physiotherapie, logopädische, ergotherapeutische und weitere Maßnahmen, die als spezialisierte Komplexbehandlung angeboten werden können.

Wo steht die Forschung zur Parkinson-Krankheit im Jahr 2019?

Das wichtige Forschungsergebnis des letzten Jahres: Endlich konnte das Rätsel gelöst werden, ob das Standardmedikament der Parkinson-Behandlung, Levodopa, als Vorläufer des im Gehirn fehlenden Dopamins den Erkrankungsverlauf bremst oder sogar beschleunigt. Die Antwort war eindeutig: Die Behandlung schadete dem Gehirn während der Studie keineswegs, hielt den Erkrankungsverlauf aber auch nicht auf. Eine inhalierbare, also lungengängige Zubereitung von Levodopa wurde in den USA zugelassen und Levodopa könnte auch bald schon in Europa zugänglich werden.

Weitere neue Forschungsansätze

Viele Bemühungen zielen aktuell darauf, Eiweißablagerungen in Gehirnzellen mit möglicherweise schädlichen Wirkungen zu verhindern oder wieder aufzulösen.

Ein weiterer Forschungsbereich ist die Klärung eines möglichen Transports schädlichen Eiweiße von Zelle zu Zelle und damit von Gehirnregion zu Gehirnregion im Rahmen des Fortschreitens der Parkinson-Erkrankung.

Uneinheitlich sind noch Beobachtungen, ob die Entfernung des Wurmfortsatzes im Darm das spätere Risiko mindert: Falls sich dies bestätigt, wäre es ein weiterer Hinweis, dass die Parkinson-Erkrankung nicht im Gehirn, sondern im Darm beginnt , der ja Unmengen von Nervenzellen enthält.

Die Beobachtung, dass einem kleinen Teil der Parkinson-Erkrankungen erbliche Veränderungen zugrundeliegen, könnte vielleicht auch dem Gros der Parkinson-Erkrankten helfen: Erste Studien testen nun Hemmer der überaktiven Eiweißstoffe auch bei Parkinson-Kranken ohne genetische Veränderungen.

Wie könnte die Parkinson-Krankheit entstanden sein?

Einige Forscher spekulieren in einer interessanten neuen Hypothese, dass die Parkinson-Erkrankung evolutionsbedingt ausgelöst worden sein könnte. Danach ist die Entwicklung des Großhirns in der Entwicklung des modernen Menschen so rasch vonstattengegangen, dass andere bewegungssteuernde Nervenzellknoten im Wachstum nicht Schritt halten konnten. Diese Nervenzellenknoten gelangen demgemäß im Lauf ihres sehr aktiven Lebens an ihre Leistungsgrenzen, bis hier Zellen nach und nach verloren gehen.

Ist Parkinson bald heilbar?

Das vergangene Forschungsjahr hat uns einer Heilung der Parkinson-Erkrankung noch nicht näherbringen können, lieferte aber wertvolle Erkenntnisse auf dem Weg zu einem besseren Krankheitsverständnis und einer wirksameren Therapie.

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