Der große Unterschied

Frauen zeigen manchmal andere Symptome als Männer und brauchen nicht selten eine andere Therapie.

X und Y

Frauen haben zwei X-, Männer ein X- und ein Y-Chromosom. Auf einem X-Chromosom liegen mehr als 1.000 Gene, auf das Y passen weniger als 100. Deshalb leiden Männer häufiger an Erbkrankheiten wie der Bluterkrankheit, die über das X-Chromosom vererbt werden. Frauen können einen Gendefekt über ihr zweites X-Chromosom ausgleichen.

Frauen sind anders gebaut

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Anders gebaut

Männer und Frauen sind anders gebaut: Das gilt nicht nur für die Körperform und die Geschlechtsorgane, sondern auch für viele Organe, Gefäße und sogar für jede einzelne Körperzelle.

Mehr Platz

Während Jungen in ihrer Kindheit häufiger unter Asthma leiden als Mädchen, ändert sich das nach der Pubertät – aus organischen Gründen: Die Atemnot „wächst“ sich bei den Jungs buchstäblich aus. Dank eines stärkeren Lungenwachstums vergrößert sich der Durchmesser der Atemwege im Verhältnis zum Lungenvolumen.

Kurze Wege

Die Harnwege und die Harnröhre der Frau sind kürzer, weshalb sie häufiger an Harnwegsinfektionen leiden. Erreger, die in die Harnröhre gelangen, können sich über die Blase bis zu den Nieren ausbreiten. Viele Männer wiederum bekommen im Alter Probleme beim Wasserlassen oder Harnwegsinfekte, weil sich ihre Prostata vergrößert hat und auf die Blase und die Harnröhre drückt.

Frauen sind anders krank

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Anders krank

Frauen zeigen manchmal andere Symptome als Männer und brauchen nicht selten eine andere Therapie.

Herzinfarkt

Frauen kommen mit einem Herzinfarkt in Schnitt erst zwei Stunden später als Männer in die Notaufnahme. Sie zeigen öfter andere Symptome und der Herzinfarkt wird häufiger nicht erkannt. Mittlerweile zeigen Schulungsprogramme Wirkung, sodass der "weibliche" Herzinfarkt in der Notaufnahme nicht übersehen wird.

Maus-Mann

Bevor Medikamente an Menschen getestet werden, finden Tierversuche mit Mäusen statt. Fast nur mit männlichen Mäusen, weil die Forscher fürchten, dass der weibliche Hormonzyklus die Testergebnisse beeinflusst. Genau das müsste man genauer erforschen.

Andere Medizin für Frauen

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Andere Medizin

In Pharmastudien sind Frauen unterrepräsentiert. Deshalb weiß man zu wenig über geschlechterspezifische Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten. Ein Grund dafür ist der Conterganskandal in den 1950er- und 1960er-Jahren. Danach wurden Frauen zum Schutz des ungeborenen Lebens lange Jahre von Medikamentenstudien ausgeschlossen.

1/2 Portion

Geschlechterunterschiede müssen bei der Dosierung von Medikamenten berücksichtigt werden. Nicht nur wegen des Gewichts: So braucht eine Tablette für den Weg durch Magen und Darm einer Frau circa doppelt so lange wie bei einem Mann. Auch der Abbau von Wirkstoffen in der Leber dauert länger. Deshalb genügt Frauen zum Beispiel bei Betablockern oft nur die halbe Dosis zum Therapieeinstieg.

Brüchig

Brüchige Knochen: Osteoporose ist kein rein weibliches Phänomen. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland 5,2 Millionen Frauen, aber auch 1,1 Millionen Männer an Osteoporose. Hier haben Männer einen Versorgungsnachteil. Denn der Arzt denkt oft nicht an die Ursache Knochenschwund, wenn er einen Mittfünfziger mit gebrochenem Arm sieht.

Frauen sind anders aufmerksam

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Anders aufmerksam

​​​​​​​Frauen achten mehr auf die Signale ihres Körpers, gehen regelmäßiger zum Arzt und zu Vorsorgeuntersuchungen als Männer. Sie ernähren sich gesünder, rauchen und trinken weniger. Der Lohn: Ihre Lebenserwartung liegt in Deutschland bei 83,4 Jahren, Männer werden durchschnittlich nur 78,4 Jahre alt.

Immun

Stichwort Männerschnupfen: Wenn Männer über Schnupfen oder Grippe stöhnen, geht es ihnen vielleicht wirklich schlechter als Frauen mit dem gleichen Infekt. Frauen haben ein stärkeres Immunsystem. Ursache ist das Hormon Östrogen, das die Vermehrung von Immunzellen unterstützt. Testosteron hingegen bremst deren Wachstum.

Wir haben verstanden

Die München Klinik will dem Geschlecht in der Gesundheitsversorgung mehr Gewicht verleihen. Derzeit wird ein Konzept für die geschlechterangepasste Versorgung in der München Klinik entwickelt. Der Fokus liegt am Anfang auf der Inneren Medizin, bei Herzerkrankungen, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen. Zudem arbeitet die München Klinik bald mit einem digitalen Verordnungsprogramm, das den Arzt über Genderaspekte informieren soll, wenn er ein Medikament verordnet. Davon profitieren alle Zielgruppen: Männer, Frauen, junge und alte Patienten.

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