Bauchaortenaneurysma: Gefäßprothesen aus dem 3D-Drucker

Ein Bauchaortenaneurysma ist lebensgefährlich. Es ist vergleichbar mit einem Luftballon, in den Luft gepustet wird. Irgendwann platzt er. Reißt eine solche Erweiterung der Bauchschlagader, stehen die Chancen zu überleben bei 50:50.

Arbeit nach Maß

Methode der Wahl zur Behandlung eines Bauchaortenaneurysmas ist die minimal-invasive OP durch die Leiste und die Beckengefäße. Sie ist weniger riskant als die offene Bauchoperation.

Durch den Katheter wird eine faltbare Stentprothese zum Aneurysma geschoben. Klingt banal, ist es aber nicht. Denn jede Aorta sieht anders aus. Daher muss fast jeder Stent individuell angepasst werden.

Das Team um PD Dr. Rolf Weidenhagen, Chefarzt der Gefäßchirurgie der München Klinik Neuperlach, hat eine neue Methodik entwickelt, die sie zu wahren Meistern macht.

Übungsmaterial aus dem 3D-Drucker

Bevor ein Eingriff erfolgen kann, kommen die Patienten in den Computertomographen. Die aus dem CT gewonnenen Daten werden für etwas ganz bestimmtes verwendet: Aus ihnen wird ein detailgenaues Modell aus dem  3D-Drucker angefertigt.

Das Aneurysma des Patienten mit all seinen Verzweigungen liegt als Plastikattrappe den Gefäßchirurgen  als Übungsmaterial vor. Die Operateure proben an dem Modell, ob der Stent sich an den Bestimmungsort bringen lässt und dort fest verankert werden kann.

Schneller und sicherer

Bei komplizierten Aneurysmen dauert die OP gut und gerne drei Stunden. Bevor Dr. Weidenhagen den 3D-Druck und die Probe-OPs einführte, vergingen schon mal sechs Stunden.

Zwischen 60 und 80 Bauchaneurysmen werden allein in Neuperlach pro Jahr behandelt.

Vorsorge ein Muss

Dr. Weidenhagen rät jedem Patienten ab 65 Jahren, einen Bauch-Ultraschall durchführen zu lassen. Die Untersuchung stellt kein Risiko dar und wird ein behandlungsbedürftiges Aneurysma festgestellt, lebt der Patient mit einem Stent deutlich sicherer.

München Klinik Neuperlach: Maßarbeit im Bauch