Aortenaneurysma

Eine Aussackung oder Ballonierung der Hauptschlagader bezeichnet man als Aortenaneurysma. Es wird zwischen einem Aneurysma der Aorta auf Höhe des Brustkorbs - dem thorakalen - von abdominellen, also Bauchvarianten unterschieden. Wird ein Aneurysma nicht entdeckt und schreitet es weiter fort, droht eine Ruptur, bei der der Betroffene innerlich verbluten kann.

Wie entsteht ein Aneurysma?

Am häufigsten ist das Bauchaortenaneurysma. Ursache ist eine Gefäßwandschwäche, die dem Blutdruck nachgibt. Männer erkranken fünfmal häufiger als Frauen. Als Hauptrisikofaktoren gelten das Alter und das Rauchen.

Ist der Gefäßdurchmesser über 30 mm bei Männern und über 27 mm bei Frauen, liegt ein Aneurysma vor. Eine andere Einteilung spricht von einem Aneurysma, wenn der Durchmesser 1,5-mal größer ist als normalerweise erwartet.

Zufallsbefund Aortenaneurysma

Das Aneurysma ist häufig ein Zufallsbefund und verursacht nur wenig Beschwerden. Wenn es Beschwerden verursacht, ähneln die Symptome denen eines Herzinfarkts.

Auf Empfehlung der Fachgesellschaften sollten Männer ab 65 Jahren und Frauen mit Rauchervergangenheit ab 65 Jahren auf ein Bauchaortenaneurysma untersucht werden.

Notfall geplatztes Aortenaneurysma

Platzt ein Aneurysma verspürt der Betroffene einen starken Vernichtungsschmerz im Brust- oder Bauchbereich. Die starken inneren Blutungen führen zu einem Kreislaufschock. Der Patient muss sofort operiert werden.

Behandlung kleiner Aneurysmen

Die Methode der Wahl zur Feststellung eines Aortenaneurysmas ist der Gefäßultraschall.

Besteht ein Aneurysma und es ist keine OP notwendig, reichen in Abhängigkeit der Größe sonographische Kontrolluntersuchungen in festen Zeitintervallen von 6 Monaten bis zu zwei Jahren aus. Weitere Begleiterkrankungen wie mögliche Herz-Kreislauferkrankungen sollten optimal behandelt werden. 

Behandlung großer Aortenaneurysmen

Schonende Techniken auch für Hochrisikopatienten

Überschreitet das Aortenaneurysma einen Durchmesser von ca. 5,5 cm bei Männern oder ca. 5,0 cm bei Frauen bzw. ist die Wachstumsrate über einem Zentimeter im Jahr, wird ein geplanter Eingriff zur Ausschaltung empfohlen.

Verschiedene operative Verfahren stehen zur Verfügung: der offene chirurgische Eingriff, der vor allem bei thorakalen Aneurysmen durchgeführt wird oder die Implantation von Gefäßstützen (sogenannte Stents) zur Stabilisierung der Bauchschlagader (EVAR). Das EVAR-Verfahren ist ein minimal-invasives Verfahren und damit besonders schonend für Patienten. Auch Hochrisiko-Patienten können mit den schonenden Verfahren erfolgreich operiert werden.

Bei einem thorakalen Aneurysma, also einem Aneurysma in Herznähe, wird der betroffene Abschnitt der Aorta durch eine Gefäßprothese ersetzt. Der Eingriff erfolgt immer in enger Zusammenarbeit zwischen Gefäßchirurgen und Herzchirurgen.

 

Gefäßerkrankungen im Überblick