Die Entbindung

Sobald die Wehen regelmäßig einsetzen, beginnt die Geburtsphase. Anfangs treten sie in Abständen von fünf bis 20 Minuten auf und dauern zwischen 10 und 30 Sekunden. Später nehmen die Kontraktionen zu.  Die Wehen setzen in Abständen von zwei bis vier Minuten ein und halten circa eine Minute an. Ziel der Wehen ist es, den Gebärmutterhals zu verkürzen und den Muttermund zu weiten.

Der Kreißsaal

Hilfsmittel zur Unterstützung bei der Geburt

Unsere Entbindungs- und Neugeborenenbereiche sind freundlich gestaltet, mit viel Licht und hellen Farben. Den zukünftigen Müttern stehen viele Hilfsmittel zur Verfügung, die die Gebärende bei der Geburt unterstützen und erleichtern sollen. Die aufrechte Position ist dabei ein zentraler Schlüssel für einen guten Fortschritt bei der Geburt. Wir wollen Ihnen die anstrengenden Stunden der Geburt durch Positionen erleichtern, die Sie persönlich als angenehm empfinden. Ausprobieren erwünscht:

  • Roma-Rad
  • Gebärhocker
  • Geburtswanne für Wassergeburt
  • Gymnastikbälle
  • Sprossenwand
  • Seile zum Einhalten

Die Anfangsphase

Rückzug ins Kuschelzimmer

In der Anfangsphase der Geburt, wenn die Wehen noch schwach und von längeren Ruheintervallen unterbrochen sind, besteht für Paare die Möglichkeit, sich in ein „Kuschelzimmer“ zurückzuziehen. Es ist mit einem großen Doppelbett ausgestattet, in dem Sie gemeinsam mit ihrem Partner entspannen können.

Auch wenn noch keine Wehen eingesetzt haben, aber die Fruchtblase geplatzt ist, können Sie es sich im Wehenzimmer bequem machen.

Einfach nur entspannen oder Wassergeburt?

In unseren Kliniken stehen zwei voll ausgestattete Badezimmer zur Verfügung. Schwangere können sich während der Eröffnungsphase einfach nur im Wasser entspannen oder eine Wassergeburt durchführen.

Sicherheitsbedenken brauchen Schwangere nicht zu haben. Auch im Wasser ist es möglich, die Herztöne und Wehen kabellos zu verfolgen.

Die entscheidende Phase der Entbindung

Kabellose Überwachung des Ungeborenen

Die Herztöne des ungeborenen Kindes und auch die Wehen verfolgen wir mit einen so genannten CTG-Gerät, das Sie vermutlich bereits aus Ihrer Frauenarztpraxis kennen.

Die Überwachung erfolgt mittels Telemetrie. Kein Kabel stört und Schwangere können sich ungezwungen bewegen.

Dem Schmerz begegnen

Viele Optionen durch Hebamme und Ärzte

Eine Geburt geht nicht ohne Schmerzen vonstatten. Wie Sie den Schmerzen während der Entbindung begegnen können, werden Hebammen und Ärzte ganz individuell mit Ihnen besprechen. Falls die – in der Geburtsvorbereitung erlernten – Atemtechniken nicht ausreichen, können zunächst einige alternative Methoden der Schmerzlinderung wie Akupunktur, Aromatherapie, Homöopathie oder auch ein Entspannungsbad mit aromatischen Zusätzen Abhilfe schaffen.

Sind die Schmerzen dennoch nicht auszuhalten, stehen unsere Anästhesisten bereit, Ihnen mit Medikamenten oder auch einer rückenmarksnahen Betäubung (PDA) zu helfen.

Als Vater dabei sein

Auch andere Begleitpersonen sind herzlich willkommen

In unseren Kliniken fördern wir eine familienorientierte Geburt, denn auch viele Väter wollen bei der Entbindung mit dabei sein. Wenn gewünscht, werden werdende Väter oder andere Begleitpersonen aktiv in das Geschehen eingebunden.

Für nervöse Papas steht bei uns auch immer eine Tasse Kaffee oder Tee bereit sowie ein kleiner Rückzugsraum, wenn eine kleine Pause notwendig ist. Sollten Sie eine andere Begleitperson, eine Freundin oder Mutter, zur Unterstützung wünschen, ist diese ebenfalls herzlich willkommen.

Bonding

 Die Eltern-Kind-Beziehung startet bereits im Kreißsaal

Ein Neugeborenes braucht Wärme, Zuneigung und Sicherheit. Diese Geborgenheit geben ihm seine Eltern. Die Eltern-Kind-Beziehung, Mutter-Kind-Bindung oder auch Bonding genannt, entwickelt sich unterschiedlich. Bei manchen tritt es bereits in der Schwangerschaft auf, bei anderen erst einige Tage oder Wochen nach der Geburt.

Um das Bonding zu vertiefen und zu beschleunigen, legen wir Ihnen auf Wunsch Ihr Kind auf den Bauch. So hört es Ihren vertrauten Herzschlag und Sie können über den Hautkontakt eine enge Beziehung zu Ihrem Baby vom ersten Moment an aufbauen.

Ambulante Geburten

Früh zurück in die vertraute Umgebung

Voraussetzung für eine frühe Entlassung ist eine vorhandene Nachsorgehebamme. Wenn Sie eine ambulante Entbindung planen, empfehlen wir Ihnen, sich bereits frühzeitig um eine Hebamme für die Nachsorge zu bemühen, die Sie im Wochenbett betreut.

Wenn alles gut gegangen ist und es Ihnen und Ihrem Kind gut geht, können Sie auf Wunsch bereits einige Stunden nach der Geburt nach Hause.

Was, wenn Komplikationen auftreten?

Unsere Kinderärzte sind Tag und Nacht in der Frauenklinik präsent

Über 6.000 Säuglinge kommen jedes Jahr in unseren Geburtskliniken zur Welt. Innerhalb weniger Minuten sind speziell ausgebildete Fachärzte für Neugeborene im Kreißsaal, falls irgendwelche Komplikationen auftreten sollten.

Daher ist auch bei Risikoschwangerschaften und unerwarteten Zwischenfällen eine optimale Versorgung Ihres Kindes sichergestellt.

Dammschnitt, Saugglocke und Geburtszange

Ist der Muttermund ausreichend geöffnet, beginnt die Austreibungsphase. Das ist bei 8 – 10 cm der Fall. Bei normaler Lage des Babys kommt zuerst der Kopf, dann Schultern und der restliche Körper des Kindes. Ein Dammschnitt wird nur noch durchgeführt, wenn unter der Geburt Komplikationen auftreten. Durch den Dammschnitt kann die Austreibungsphase um wertvolle Minuten verkürzt werden.

Gerät die Geburt ins Stocken, obwohl sie bereits weit fortgeschritten ist, können mitunter eine Saugglocke oder Geburtszange als Hilfsmittel eingesetzt werden, um den Geburtsvorgang zu unterstützen. Auch bei Komplikationen, wenn die Geburt schnell beendet werden sollte, kommen sie zum Einsatz. Der Einsatz der Hilfsmittel wird vaginal-operative Entbindung genannt und es ist immer ein Dammschnitt notwendig.

Kaiserschnitt – jederzeit möglich

Treten während der Geburt Komplikationen auf, können wir jederzeit einen Kaiserschnitt anberaumen. Der Kaiserschnitt ist ein Routineeingriff und die modernen Operationstechniken sind sehr schonend.  Er wird meist in Teilnarkose (PDA bzw. Spinalanästhesie) durchgeführt.

Ist man sich des Risikos vorher bewusst, z.B. bei Mehrlingsschwangerschaften, wird ein Termin für einen geplanten Kaiserschnitt im Vorfeld vereinbart.

Auch bei der Kaiserschnittentbindung kann der Partner anwesend sein. Mit dem Team der Geburtshilfe und Anästhesie wird es genau besprochen und individuell entschieden.

Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Sie

Prof. Dr. med. Marcus
Chefarzt, Neonatologie
Prof. Dr. med. Marcus Krüger
München Klinik Harlaching München Klinik Schwabing
 Silke
Oberärztin, Neonatologie
Silke Brodkorb

Informationen zu Geburt, Fehlgeburt und Frühgeburt