Corona-Test. Wie funktioniert er?

Coronavirus-Test. Wie funktioniert er?

Ist man mit SARS-CoV-2 infiziert oder nicht? Um SARS-CoV-2-Erreger nachzuweisen, werden Abstriche aus Mund-, Nasen- oder Rachenraum entnommen. Ist man infiziert, kann in dem Abstrich das Erbgut des Virus enthalten sein.

Was passiert im Labor?

Durch einen empfindlichen molekularen Test wird im Labor dann das virale Erbgut nachgewiesen. Ausgesprochen heißt der Test Real-time Polymerase-Kettenreaktion oder einfach abgekürzt RT-PCR.

Die Probenvorbereitung im Labor erfolgt unter der sogenannten Sicherheitswerkbank. Eine Sicherheitswerkbank ist ein Arbeitstisch mit einem Gehäuse, das speziell belüftet wird. Sie schützt den Nutzer vor Mikroorganismen und Aerosolen. Anschließend erfolgt die RNA Extraktion im Automat. Hier werden die Erbinformationen aus dem Virus (RNA) für die anschließende Amplifikation, sprich Vervielfältigung, freigelegt. Für die Amplifikation muß die RNA-Erbinformation des Virus vorher mittels des Enzyms Reverse Transkriptase in DNA umgeschrieben werden.

Das genetische Material der Probe wir dabei in mehreren Zyklen vervielfältigt. Im letzten Schritt werden mittels Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer (FRET) die gesuchten Gensequenzen sichtbar gemacht, gemessen und so die Viruskonzentration in der Probe bestimmt. Liegt keine Infektion mit dem Erreger vor, erscheint kein fluoreszierendes Material.

Sicherheitswerkbank im MediZet der München Klinik: hier werden die Proben vorbereitet und bearbeitet.

Wie hoch ist die Viruskonzentration?

Wie lange dauert es, bis ein Testergebnis vorliegt?

Der reine Labornachweis dauert circa vier bis fünf Stunden. Wann eine getestete Person ihr Ergebnis erhält, ist abhängig von der Probenentnahme, dem Transport und der Laborkapazität. Daher dauert es meist zwischen 24 und 48 Stunden, bis eine getestete Person ihr abschließendes Ergebnis vorliegen hat.

Im Labor wird dann, wie auf dem Bild zu sehen, die Viruskonzentration analysiert.

Kann ich auch falsch negativ getestet sein?

Die Corona-Tests untersuchen bestimmte Bereiche der Virus-RNA. Meist sind das zwei oder mehrspezifische Gene. Der Test fällt positiv aus, wenn durch die Amplifikation aller detektierten Gene ein ausreichend starkes Fluoreszenzsignal entsteht. Gibt es kein fluoreszierendes Material, bedeutet es, dass keine Infektion mit dem Erreger vorliegt, der Test also negativ ausfällt.

Leider gab es immer wieder Meldungen, dass Personen negativ getestet wurden, jedoch in Wirklichkeit mit dem SARS-CoV-2-Erreger infiziert waren. Hierbei handelte es sich aber um Einzelfälle und oft war der Mensch selber die Fehlerquelle.

Anfangs haben vermutlich Abstriche aus den unteren Atemwegsbereichen in China zu negativen Ergebnissen geführt, obwohl die Personen infiziert waren. Daher müssen in der frühen Phase der Infektion Proben aus den oberen Atemwegen genommen werden. Zudem muss auch genügend Material gesammelt werden. Eine kurze Berührung mit dem Wattestäbchen reicht nicht aus.

Zudem besteht immer die Möglichkeit, sich zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich mit dem Virus infiziert zu haben, auch wenn der erste Test korrekterweise negativ ausfiel.

Wann testet die Mikrobiologie der München Klinik?

Eigene Laborkapazitäten für Mitarbeiter*innen und stationäre Patient*innen

Im Labor der medizinischen Mikrobiologie und technischen Hygiene der München Klinik am Standort Schwabing werden im Verdachtsfall Corona-Tests für stationäre Patienten und Mitarbeiter durchgeführt.

Innerhalb von einer Woche wurden die Testkapazitäten von den Labormitarbeitern für mehrere hundert Proben pro Tag etabliert. Für weiter steigende Anforderungen sind auch Testansätze über Nacht geplant.

Neben den Corona-Tests bearbeiten die Mitarbeiter der Mikrobiologie auch weiterhin die mikrobiologischen Routineeinsendungen und sind für die Diagnostik anderer Infektionskrankheiten verantwortlich.

„Ein PCR-Schnelltest zum Nachweis viraler Nukleinsäuren wird voraussichtlich noch im April auf den Markt kommen. Die Testdauer soll, ähnlich wie beim Influenza-Test, weniger als eine Stunde betragen. Sobald verfügbar, werden wir diese Tests selbst anbieten. Allerdings sind sie nicht für die großen Serien geeignet. Sie ergänzen aber die bestehenden Plattformen.“
Michael Eschenbach, Leitender med.-techn. Laborassistent

Die München Klinik führt keine ambulanten Tests durch!

Für ambulante Corona-Testungen müssen sich Betroffene an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden.

Entweder telefonisch unter 116 117 oder über die Website 116117.de