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Coronavirus

Coronavirus-Infektion (Covid-19)

Covid-19: Infektion, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird.

Viele Millionen Menschen sind mittlerweile weltweit mit dem Coronavirus infiziert worden. Über zwei Millionen sind an der Erkrankung Covid-19 bereits verstorben. Der Ausgangspunkt der Pandemie war in China in der Provinz Hubei. Wann der Erreger genau auf den Menschen übergesprungen ist und über welche Zwischenwirte, ist noch nicht definitiv geklärt. Ausgangspunkt dürften Fledermäuse sein und wahrscheinlich kam es über Marder oder ähnliche Säugetiere zu den ersten Ansteckungen bei Menschen.

Aktuell breitet sich der Virus vor allem auf den beiden amerikanischen Kontinenten, in Europa und in Indien weiter stark aus, wohingegen aus China kaum noch Neuinfektionen gemeldet werden.

Die Krankheit COVID-19

Das Coronavirus SARS-CoV-2 gehört zur Familie der Coronaviridae und damit der gleichen Artengruppe an wie SARS oder MERS. Coronaviren sind genetisch hochvariabel und können auch Artenbarrieren überwinden. Sie infizieren also Menschen und Tiere. Weitere Informationen zu den Coronaviridae bei Wikipedia

Die Krankheit COVID-19 (coronavirus disease 2019, also Coronavirus-Krankheit 2019) wird durch SARS-CoV-2 ausgelöst. COVID-19 ist eine Infektion der Atemwege. Häufig Fällen befällt der Erreger zuerst die oberen Atemwege. Erst nach einigen Tagen kann es zum Befall der unteren Atemwege mit schwerer Lungenentzündung kommen.

ICD-Schlüssel

Die WHO hat die Erkrankung COVID-19 mit folgendem ICD-Schlüssel belegt:

ICD U07.1

COVID-19 ist unter dem Primärkode U07 "Krankheiten mit unklarer Ätiologie und nicht belegte Schlüsselnummern" angelegt. 

Mutationen des Coronavirus SARS-CoV-2 breiten sich rasant aus. Wir klären auf.

Coronavirus-Mutationen

Wie ansteckend ist das Coronavirus?

SARS-CoV-2 ist ansteckender als das SARS-1- und MERS-Virus. Laut einer der ersten Studien unserer Ärzte der Klinik für Infektiologie & Tropenmedizin in der München Klinik Schwabing, des Instituts für Virologie der Charité und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr kann das Coronavirus bereits bei schwachen Symptomen bzw. vor Symptombeginn übertragen werden. Dies wurde in mehreren weiteren Studien im Verlauf mehrfach bestätigt.

Die Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Erreger erfolgt hauptsächlich über Tröpfcheninfektion. Auch eine Schmierinfektion scheint denkbar, da das Virus einige Stunden an trockenen Oberflächen überleben kann. 

Die Inkubationszeit beträgt im Schnitt fünf bis sechs Tage. Es sind aber auch Fälle von bis zu zwei Wochen bekannt. 

Die Krankheitszeichen der untersuchten Patienten ähnelten zunächst eher einer harmlosen Erkältungskrankheit als einer schwerwiegenden Lungenentzündung. Beim Husten können die Viren daher von Mensch zu Mensch übertragen werden. Das Virus ist dabei aber ansteckender als Influenzaviren.

Untersuchungen der Münchner Fallgruppe liefern Erkenntnisse zur Übertragbarkeit des Virus

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

5-6 TageInkubationszeit

Der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Symptome beträgt fünf bis sechs Tage. Doch auch bis zu zwei Wochen sind bekannt.

80 Prozentleichter Verlauf

Man kann davon ausgehen, dass die Covid-19 Erkrankung bei 80% der Menschen leicht verläuft und keine schweren Symptome vorliegen.

1 von 5schwere Symptome

Vor allem in der 2. Krankheitswoche kommt es bei 20% der Erkrankten zu schweren Symptomen mit Luftnot, Husten, persistierendem Fieber.

Die Symptome von COVID-19 ähneln sehr der einer Influenza oder Erkältung. Bei milden oder symptomlosen Infektionen suchen die Infizierten häufig keinen Arzt auf, entgehen somit der Diagnostik und tauchen entsprechend auch in keiner Statistik auf. Die Dunkelziffer könnte um den Faktor 4 bis 5 höher liegen als die tatsächlich gemeldeten Neuinfektionsraten des RKI. 

Das Virus dringt über eine Bindung an das in der Zellmembran verankerte Enzym ACE2 in die menschliche Zelle ein.

Bei 20% der Erkrankten kommt es zu schweren Symptomen. Diese Patienten benötigen im Verlauf eine stationäre Behandlung und ein Teil dieser Patienten auch eine intensivmedizinische Betreuung. Gefürchtet ist vor allem die schwer verlaufende Viruspneumonie, also eine Lungenentzündung, die häufig auch zum Lungenversagen führt und eine maschinelle Beatmung erforderlich macht. Das Virus greift aber nicht nur die Lunge an, sondern auch Leber, Niere, Herz und das zentrale Nervensystem.

Es kommt insbesondere in der 2. Krankheitsphase (nach 7-11 Tagen) zu einer überschießenden Immunaktivierung mit einer generalisierten Entzündung in den kleinen Blutgefäßen. Darüber erklärt man sich auch die hohe Rate an Embolien/Thrombosen, also Blutgerinnseln, die sich in verschiedenen Organen entwickeln können und die Prognose und den Verlauf der Erkrankung weiter negativ beeinflussen können.

Des Weiteren tritt auch eine Beteiligung des Zentralnervensystems häufiger auf als initial vermutet. Covid-19 kann zu Schwindel, Wesensänderung, Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen führen. Aber auch Schlaganfälle durch Covid-19 wurden häufiger beobachtet.

Leider ist die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 auch bei uns in Deutschland in den letzten Monaten deutlich angestiegen. Pro Tag verstarben rund um den Jahreswechsel 2020/2021 bis zu 1.000 Patienten an Covid-19 ca. 300 bis 500 Patienten in Deutschland an Covid-19 (von den 50.000 Todesfällen in Deutschland verstarben 30.000 seit dem 9.12.2020). Die Sterblichkeit ist deutlich höher als bei einer saisonalen Grippe (Influenza).

Wer ist besonders gefährdet, an COVID-19 zu erkranken?

Menschen jeden Alters können erkranken. Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sind aber anfälliger für einen schweren Verlauf der Erkrankung. In den Kliniken werden aber auch jüngere Patienten unter 50 Jahren auf Intensivstation behandelt, die keine bekannten Vorerkrankungen haben.

Warum die klinischen Verläufe sehr heterogen sind und von asymptomatisch bis zu schwersten Verlaufsformen reichen, ist nicht immer zu erklären, wenngleich die Risikofaktoren für schwere Verläufe mittlerweile gut definiert sind.

Zur Risikogruppe zählen vor allem ...

  • ältere Personen ab etwa 50–60 Jahren und männliches Geschlecht
  • stark übergewichtige Menschen
  • Personen mit Vorerkrankungen:
    • des Herz-Kreislauf-Systems (z.B. koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck)
    • chronische Lungenerkrankungen (z.B. COPD)
    • chronische Lebererkrankung
    • Diabetes mellitus
    • Krebserkrankung
    • geschwächtes Immunsystem (aufgrund einer Erkrankung oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten)

Coronavirus - Aktuelle Informationen für Schwangere

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Alle wichtigen Informationen für Schwangere

Welche Symptome treten auf?

Die Symptome ähneln einer Erkältungskrankheit. Fieber ist ein Hauptsymptom.

Zusätzlich können auftreten:

  • Trockener Husten
  • Erschöpfung
  • Geruchs- und Geschmacksverlust

In schweren Fällen kann es zu starken Atembeschwerden, Lungenentzündungen mit Atemnot und hohem Fieber kommen.

Seltener sind:

  • Muskel- und Gliederschmerzen
  • Atemnot
  • Hals- und Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schnupfen
  • Durchfall

Wie können Sie sich vor einer Infektion schützen?

Infektionsprävention und Schutzimpfung gegen COVID-19

Die meisten Menschenleben werden durch die Infektionsprävention gerettet: Abstand halten, Hygienemaßnahmen beachten, Kontakte minimieren.

    Auch das Tragen von Masken ist derzeit unerlässlich. Auch ein einfacher chirurgischer Mund-Nasen-Schutz kann die Infektionsgefahr bei Kontakt zu einem Covid-19 Patienten um 60-80% reduzieren , eine FFP2 Maske um 95-99%.

    Maßnahmen, die auch zur Vermeidung anderer Infektionskrankheiten wie Influenza oder Magen-Darm gelten:

    • Desinfizieren Sie Oberflächen
    • Waschen oder desinfizieren Sie sich regelmäßig die Hände
    • Vermeiden Sie sich ins Gesicht zu fassen
    • Husten oder Niesen Sie in die Armbeuge oder in ein Taschentuch
    • Halten Sie Abstand zu Erkrankten
    • Vermeiden Sie Hände zu schütteln

    COVID-19-Impfung

    Aktuell stehen drei Impfstoffe zur Verfügung:

    • Die beiden mRNA-COVID-19-Impfstoffe Comirnaty® von BioNTech-Pfizer und COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna werden für Erwachsene empfohlen. Man geht von einer Effektivität von 94-95% aus.
    • Der Vektorimpfstoff AstraZeneca wird vom RKI für alle Erwachsenen empfohlen. Es nennt eine Impfeffektivität von bis zu 80%. Der Impfstoff schützt gegen einen schweren Verlauf zu nahezu 100%.

    Für die volle Schutzwirkung sind bei den aktuell zur Verfügung stehenden Impfstoffen zwei Impfungen im Abstand von drei bzw. vier Wochen bei den mRNA- sowie 12 Wochen bei AstraZeneca erforderlich. Die zweite Impfung erfolgt mit dem gleichen Impfstoff wie die erste, um den vollen Impfschutz zu erlagen.

    Beim Impfstoff von Johnson & Johnson ist eine Impfdosis ausreichend.

    Später evtl. erforderliche Auffrischungsimpfungen können mit jedem verfügbaren Impfstoff erfolgen.

    Infektionsprävention

    Trotz Impfung ist weiterhin eine Infektionsprävention notwendig; d.h. Abstand halten, Maske tragen und Händehygiene einhalten. Dies gilt, da der Schutz nicht sofort nach der Impfung einsetzt und noch nicht ausreicht geklärt ist, ob geimpfte Personen das Virus weiterverbreiten können. Zudem ist noch nicht bekannt, wie lange der Impfschutz anhält.

    Weitere Fakten zur Covid-Impfung

    Wie erfolgt der Nachweis einer Infektion?

    PCR-Test und Antigen-Schnelltest

    Besteht Verdacht, dass sich der Betroffene mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert hat, wird der Erreger in der Regel mit einem molekularbiologischen Test nachgewiesen. Ein Arzt entnimmt dabei einen Abstrich aus den oberen Atemwegen. Parallel kann auch ein Abstrich der tieferen Atemwege erfolgen, meist in Form von ausgehustetem Schleim. Neben dem PCR-Test stehen zusätzlich auch sogenannte Schnelltests zur Verfügung, für die keine Laborausrüstung erforderlich ist.

    Wie erfolgt die Testung genau?

    Wie funktioniert der Corona-Test?

    Der Antikörpertest

    Ein Antikörpertest ist in einer frühen Phase der Infektion nicht sinnvoll. Nicht alle Patienten bilden den frühen Antikörper Immunglobulin M (IgM) aus, daher ist der Test nur als Ergänzung zum PCR-Test zu sehen.

    Späte Antikörpertests weisen eine bereits abgeschlossene Infektion durch die Antikörper Immunglobulin A oder G nach. Zwei Wochen nach Auftreten der ersten Symptome bildet der Körper die Antikörper Immunglobulin A (IgA), drei Wochen später die Antikörper Immunglobulin G (IgG). Die Höhe der Antikörper-Titer variiert im Zeitverlauf zwischen den einzelnen Patienten sehr stark. Bei einigen Patienten ist nach mehreren Monaten kein relevanter Antikörper-Titer mehr nachweisbar, dies heisst aber nicht automatisch, dass kein Immunschutz mehr besteht.

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Die Patienten werden, wie bei einer Grippe, symptomatisch behandelt. Da es sich um einen Virus handelt, helfen keine Antibiotika. Je nach Symptomatik können Schleimlöser oder fiebersenkende Mittel gegeben werden. Ist jemand milde erkrankt, ist keine Therapie notwendig.

    Ist eine stationäre Aufnahme erforderlich, werden die Patienten zusätzlich mit Sauerstoff versorgt, symptomatisch behandelt und engmaschig überwacht. Bei zunehmender Atemnot trotz Sauerstoffgabe müssen sie auf die Intensivstation verlegt werden. Je nach Bedarf wird eine nicht-invasive oder invasive Beatmung angewendet.

    Eine zuverlässige antivirale Therapie existiert nicht. Die überschiessende Immunreaktion in der 2. Krankheitsphase lässt sich oft mit Kortison positiv beeinflussen.

    Desweiteren muss bei schwerer erkrankten, hospitalisierten Patienten unbedingt auf eine suffiziente medikamentöse Thromboseprophylaxe geachtet werden.

    Wenn Patienten beatmet werden müssen

    Eine intensivmedizinische Überwachung und Versorgung ist bei Patienten mit schwerem und kritischem Verlauf indiziert. Dies sind z.B. Patienten, die aufgrund einer schweren Covid-Pneumonie in ihrer Atmung schwer beeinträchtigt sind. Je nach Bedarf wird eine High-Flow-Therapie, eine nicht-invasive oder invasive Beatmung angewendet. Die Beatmung von COVID-19-Patienten ist anspruchsvoll und muss individuell angepasst werden.

    Bei langen Erkrankungsverläufen kann sich das Lungengewebe versteifen und es kann zur Lungenfibrose kommen. Unter Umständen ist eine Beatmung abwechselnd in Bauch- und Rückenlagerung notwendig, um den Gasaustausch zu verbessern. In der München Klinik kümmern sich spezielle Lagerungsteams um diese Patienten.

    Sauerstoffgabe und HighFlow-Verfahren

    In der München Klinik werden Patienten, die mit COVID-19 und respiratorischer Erschöpfung auf der Intensivstation liegen, zunächst mittels Sauerstoffsubstitution über Nasenbrille bzw. „HighFlow“ - also der Sauerstoffgabe mit höherem Fluss - stabilisiert. Ziel ist, eine Sauerstoffsättigung über 90 Prozent zu erreichen.

    Insbesondere bei jüngeren Patienten und Patienten ohne schwere Lungenvorerkrankung scheinen von dieser Behandlung zu profitieren. Es konnten hierdurch invasive Beatmungen vermiede, eine schnellere Verlegung von den Intensivstationen auf Normalstationen und eine schnellere Rekonvaleszenz erreicht werden.

    Intubation und ECMO

    Bei trotz dieser Maßnahmen zunehmender Verschlechterung der Atmung und weiter abfallender Sauerstoffsättigung, also zunehmender Oxygenierungsstörung, muss intubiert und eine sog. Invasive Beatmung durchgeführt werden. Das heisst, dass die Beatmungsmaschine die Atemarbeit übernimmt und dem Patienten ein Luft-Sauerstoffgemisch verabreicht wird.

    Sollte auch hierunter keine ausreichende Oxygenierung erreicht werden können, steht noch die ECMO Therapie (=extrakorporale-Membranoxygenierung) zur Verfügung. Hierbei wird das Blut außerhalb des Körpers über eine Maschine mit Sauerstoff angereichert und dem Blut Kohklenstoffdioxid entzogen. Die Sauerstoffanreicherung findet also außerhalb des Körpers und nicht in der Lunge statt. Diese Therapie mit der veno-venösen ECMO ist sehr komplex und aufwändig. Ziel der ECMO ist es, die Lunge zu entlasten, bis diese sich von der virusbedingten Entzündung erholt hat.

    Welche Medikamente werden bei COVID-19 eingesetzt bzw. erprobt?

    Die Studienlage zu den diskutierten Medikamenten:

    Bei Patienten mit schwerem Verlauf kommt es in der zweiten Krankheitswoche häufiger zu einer überschießenden Immunreaktion. Hier können immunmodulierende Medikamente eingesetzt werden. Vor allem Dexamethason (ein Kortisonpräparat) hat hier sehr überzeugende Effekte in der klinischen Anwendung gezeigt und dieser positive Effekt konnte in mehreren Studien bestätigt werden.

    Manche Patienten bekommen eine Superinfektion, also zusätzlich zu der Covid-Lungenentzündung eine Infektion mit Bakterien. Hier müssen klassische Antibiotika verabreicht werden. Eine Hemmung des Immunsystems ist dann kontraindiziert.

    Bereits eingesetzt werden kann das Spike-Antikörper Medikament REGN-COV2, wobei die Verantwort beim Arzt liegt. Denn das Medikament darf nur sehr ausgewählten Patienten in der Frühphase der Infektion verabreicht werden. Andernfalls besteht die Gefahr einer schweren Immunreaktion bis hin zum allergischen Schock. Auch sogenanntes Rekonvaleszentenplasma, also aus dem Blut Genesener gewonnene Antikörper, werden eingesetzt. Doch diese Therapie ebenfalls frühzeitig begonnen werden.

    Neben den bereits eingesetzt Medikamenten beruht die Hoffnung auf den vielen weltweit laufenden Studien, die mit hohen Summen in der Entwicklung unterstützt werden.

    Hoffnungsträger
    ■ Die jüngsten Hoffnungen beruhten auf einem Medikament mit synthetisch hergestellten Antikörpern namens Bamlanivimab. Von 100 therapeutischen Einheiten haben wir bisher an der München Klinik nur eine Einzige verwendet.
    ■ Ganz aktuell wird zudem an neuartigen Medikamenten geforscht, die eine Zerstörung der Lunge verhindern.
    ■ Die Hoffnungen in das Ebolamedikament Remdesivir haben sich leider nicht erfüllt.

    Frührehabilitation und Verlauf nach bzw. bei Covid-19

    Eine Covid-19 Erkrankung und ein Aufenthalt auf der Intensivstation mit Beatmung können Patientinnen und Patienten körperlich sehr stark schwächen. Neben Lungenproblemen zählen dazu eine starke Schwächung der Muskulatur, Nierenprobleme oder die Entwicklung eines Delirs.

    Invasiv beatmete Patienten können zudem eine Schluckstörung entwickeln. Ein frühzeitiger Beginn von Rehamaßnahmen unter entsprechenden hygienischen Vorkehrungen ist zu empfehlen und wird in der München Klinik durch „mobile Frühreha-Teams“ umgesetzt.

    Leider gibt es zunehmend mehr Hinweise auf lang anhaltende Beschwerden nach durchgemachter Covid-19 Infektion. Mittlerweile hat sich der Begriff „Long-Covid-Syndrom“ etabliert.

    Bei bis zu einem Drittel der symptomatischen Patienten kommt es zu verlängerten Rekonvaleszenzphasen. Bei schwer kranken und intensivpflichtigen Patienten sind nach neuesten Daten noch >60% nach 3 Monaten in ihrem Alltag kompromitiert. Häufig klagen diese Patienten über anhaltendes Erschöpfungsgefühl (Post-Covid-Fatigue), Konzentrationsstörungen, Reizhusten, Atemnot.

    Während Männer verglichen zu Frauen häufiger komplizierte und schwere Verläufe in der akuten Phase zeigen, ist bei Frauen die verlängerte Rekonvaleszenz, bzw. das Post-Corona-Fatigue Syndrom 3-4 mal häufiger. Häufig sind anhaltende Muskelschwäche, Konzentrationsstörungen, geistige und körperliche Erschöpfung.

    Atemtherapie bei COVID-19

    Die Atemtherapie ist ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zur Genesung. Sie muss früh ansetzen, damit keine funktionellen Störungen zurückbleiben bzw. der Patient seine verbliebene Lungenfunktion verbessern kann.

    Mit Atemtherapie Lungenschäden minimieren

    Ist man nach überstandener Infektion immun?

    Bei Personen, die eine COVID-19-Erkrankung überstanden haben, konnten Antikörper im Blut nachgewiesen werden. Dies allerdings in unterschiedlicher Konzentration. 

    Aufgrund von Tierversuchen und früheren Erkenntnissen zu SARS gehen Mediziner davon aus, dass genesene Patienten ein sehr geringes Reinfektionsrisiko haben. Wie lange die Immunität anhält kann aber derzeit noch nicht gesagt werden.

    Desweiteren muss die Entwicklung der aktuell zunehmend nachgewiesenen mutierten SARS-CoV-2 Virusstämme genau beobachtet werden.

    Verlauf, Prognose & Langzeitfolgen

    Neue Erkenntnisse bringen bessere Überlebenschancen für schwerkranke Patienten.

    Covid-19 Patienten sind nach ihrer Genesung von der akuten Erkrankung in vielen Fällen keineswegs gesund: Betroffene schildern, dass Beschwerden über Monate immer wieder kommen. Prof. Dr. med. Joachim Meyer, Pneumologe, Intensivmediziner und Chefarzt des Lungenzentrums an der München Klinik, berichtet der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am 7.1.2021 von einer wiederkehrenden "rezidivierenden Symptomatik" und einem "wellenförmigen Verlauf".

    US-Forscher schlüsselten den Verlauf aktuell in drei Phasen auf:

    1. die akute Infektion
    2. ab ein bis zwei Wochen nach Infektion könnten hyperinflammatorische Reaktionen folgen, Entzündungsvorgänge durch eine überschießende Immunreaktion. Sämtliche Organe können davon betroffen sein, neben der Lunge auch Niere und Herz. Diese Phase kann auch mit Organversagen und langfristigen Organschäden einhergehen.
    3. ab der vierten Woche können zusätzliche kardiovaskuläre, neurologische und psychische Folgen manifest werden. Des Weiteren gibt es neue Daten über protrahierte Rekonvaleszenzphasen mit anhaltender Fatigue (s.o.). Dabei kann die Rekonvaleszenz durchaus wellenförmig verlaufen und verschiedene Symptome können längere Zeit immer wieder in unterschiedlicher Ausprägung auftreten.
    „"Es bleibt eine neue Erkrankung, die wir kennenlernen müssen"“
    Experte Prof. Dr. med. Joachim Meyer

    Schwere der Verläufe insgesamt besser unter Kontrolle
    Wir haben viel in den letzten Monaten gelernt und können durch die Erfahrungen der letzten Monate sehr viel besser und noch zielgerichteter behandeln. Wir haben unsere Behandlungsmethoden weiterentwickelt und optimiert (Thromboseprophlyaxe, Gerinnungsmanagement, antiinflammatorische und antivirale Therapie, Beatmungsformen, Managment auf Intensivstation). Unerlässlich ist in diesem Zusammenhang die enge Zusammenarbeit national wie international, der Austausch medizinischer Erkenntnisse und die fortlaufende und intensive Beschäftigung mit dem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zu SARS CoV- 2 und Covid-19.

    Dennoch gibt es weiterhin viele offene Fragen in Zusammenhang mit SARS-CoV-2. Noch immer lässt sich nicht mit letzter Sicherheit vorhersehen, welcher Patient einen schweren und lebensbedrohlichen Verlauf der Covid-19 Infektion entwickelt.Die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung der Pandemie liegt deshalb weiterhin in der Prävention.

    An wen wende ich mich im Verdachtsfall?

    Im Verdachtsfall wenden Sie sich - wie bei jedem Infektionsverdacht - bitte zuerst TELEFONISCH an Ihren Hausarzt.

    Wer Kontaktperson zu einem Coronapatient ist oder war, sollte das für Ihn zuständige Gesundheitsamt kontaktieren!

    Das bayerische Gesundheitsministerium hat zusätzlich eine eigene Hotline eingerichtet. Coronavirus-Hotline: 09131 6808-5101.

    Für die Ärzteschaft in den Praxen wurden Hinweise zum Umgang mit Verdachtsfällen bei einer Infektion mit dem neuen 2019-nCoV bereitsgestellt. Download über die Webseite des Infektionsmonitor Bayern.

    Coronavirus (Covid- 19) - was tun?

    Notfallzentren sind keine COVID-19-Teststationen oder -Impfstationen!
    Wo können Sie sich testen oder impfen lassen?
     Informationen finden Sie hier.

    Informationsseite: Coronavirus - Was ist zu tun?

    Wissenswertes rund um das Coronavirus

    Seit dem ersten Covid-19-Patienten informiert Sie hier die München Klinik rund um die Covid-19-Versorgung und gibt wertvolle Einblicke in die tägliche Arbeit.

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