Grippe (Influenza)

Wer unter Grippe leidet, hat sich mit dem Influenza Virus infiziert. Das Virus tritt in verschiedenen Formen auf. Am häufigsten und am gefährlichsten ist das Influenza Virus Typ A.

Übertragung & Inkubationszeit

Die Übertragung der Grippe erfolgt durch Tröpfchen-Infektion, z.B. beim Sprechen oder Niesen, oder Schmierinfektion. Die Inkubationszeit beträgt ein bis vier Tage.  

Symptome einer Grippe

Typische Symptome einer Grippe sind plötzlich auftretendes Fieber, Schüttelfrost, Reizhusten und Kopf- und Muskelschmerzen. Besonders bei Kindern, alten Menschen und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem können auch lebensgefährliche Komplikationen auftreten.  

Behandlung der Grippe

Bei frühzeitigem Behandlungsbeginn kann eine sogenannte antivirale Therapie zur Verhinderung der Virusvermehrung erfolgen.

Ansonsten ist eine symptomatische Therapie ausreichend z.B. mit fiebersenkenden Mitteln und zusätzlichen Maßnahmen wie Bettruhe halten und genug Flüssigkeit zuführen.  

Wie kann ich mich am besten schützen?

Hände weg vom Virus!

Ein wirksamer Schutz vor Grippe ist die Handhygiene. Denn Keime lauern überall. Auf Türkliniken, in der U-Bahn, der Tastatur etc. Wer mit seiner „keimbelasteten“ Hand die Schleimhäute von Auge, Nase oder Mund berührt, kann sich so anstecken. Daher immer gründlich die Hände waschen und im Krankenhaus zusätzlich die Hände desinfizieren.

Richtig Hände waschen

Ob mit Seife oder Desinfektionsmittel. Die Prozedur ist die gleiche. Der einzige Unterschied: Beim Händewaschen mit Seife braucht man Wasser. Und da ist es egal ob es kalt oder warm ist. Wichtig ist, dass die Hände richtig gereinigt werden.

Saubere Hände in 4 Schritten

Schützen Sie sich und andere!

Der sicherste Schutz vor einer Grippe ist die jährliche Grippeschutz-Impfung. Sie wird in Deutschland in der Regel im Oktober oder November durchgeführt und bietet nach zwei Wochen Schutz gegen die drei häufigsten Influenza-Typen.

Selbst wer gesund ist und meint, keine Impfung zu brauchen sollte Verantwortung für andere übernehmen. Denn für Kleinstkinder und schwerkranke Menschen kommt eine Impfung nicht in Frage. Gerade für diese Personen kann eine Virusgrippe gefährlich werden, da sie ohnehin ein geschwächtes Immunsystem haben.

Diesen Menschen hilft man, indem man sich selbst impfen lässt. Vor allem, wenn man häufiger mit Risikogruppen zu tun hat, wie Erzieher oder Pendler im öffentlichen Nahverkehr.

Erhöhte Belastung der Notfallzentren in der Grippesaison

Die beginnende Grippesaison führt zu einer erhöhten Belastung der Notfallzentren. Es kann daher für ambulante Patienten zu teils langen Wartezeiten kommen.

Bei normalen Krankheitsverläufen und ambulanten Fällen ist tagsüber für Patienten der Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten stehen ärztliche Bereitschaftspraxen zur Verfügung. So können die Notfallzentren entlastet und lange Wartezeiten bei leichten Erkrankungen vermieden werden. 

Unter der Nummer 116117 erfahren Sie, welcher niedergelassene Arzt gerade Dienst hat.

Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Grippe (Influenza)

Prof. Dr. med. Stefan
Chefarzt, Pädiatrie, Direktor der Kinderklinik Schwabing
Prof. Dr. med. Stefan Burdach
München Klinik Harlaching München Klinik Schwabing

Impfgegner. Warum sollte man sich impfen lassen?

3 Argumente von Impfgegnern – und warum sie falsch sind

„Impfungen rufen die Krankheiten erst hervor, vor denen sie schützen sollen.“
Impfgegner Argument Nummer 1

Bei den Impfstoffen gegen die Influenza handelt es sich um Totimpfstoffe, die nur noch inaktive Teile des Virus enthalten. Das menschliche Immunsystem reagiert darauf mit einer Immunantwort, bei der u. a. Antikörper gebildet werden. Eine Impfreaktion ist eher selten und dauert nur ein bis zwei Tage an. Es kann dann zu Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit oder Fieber kommen. 

Da bereits der Verdacht auf eine Impfkomplikation in Deutschland meldepflichtig ist, liegen dem Bundesgesundheitsministerium die konkreten Zahlen vor. In Deutschland werden jährlich im Durchschnitt 34 solcher Impfkomplikationen gemeldet – und das bei rund 50 Millionen Impfungen. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 0,0001 Prozent und ist damit verschwindend gering. Dagegen sind in der letzten schweren Grippesaison 2017/2018 rund 1700 Menschen in Deutschland an den Folgen der Virusgrippe gestorben.

„Ungeimpfte Kinder haben ein besseres Immunsystem.“
Impfgegner Argument Nummer 2

In den ersten Lebensmonaten sind Babys vor vielen Krankheiten geschützt, das nennt sich Nestschutz. Schwangere übertragen dafür Antikörper zum Schutz gegen bestimmte Infektionen über den Blutkreislauf an ihr ungeborenes Kind. Der Schutz hält nur wenige Monate an, danach muss das Kind ein eigenes Immunsystem entwickeln.

Und da es nur gegen wenige Erkrankungen wirksame Schutzimpfungen gibt, passiert das bei geimpften Kindern genauso wie bei ungeimpften. Außerdem trainiert jede Impfung die Abwehrkräfte zusätzlich. Besonders wichtig werden die Schutzimpfungen, wenn das Immunsystem beispielsweise durch eine andere Erkrankung schon geschwächt ist. Dann profitieren Kinder genauso wie Erwachsene vom wichtigen Impfschutz.

„Nicht Impfungen rotten Krankheiten aus, sondern bessere Hygieneumstände.“
Impfgegner Argument Nummer 3

Beides trägt zur Vermeidung von Infektionskrankheiten bei. Genauso wie bei der Virusgrippe die Kombination aus Impfung und richtigem Händewaschen der beste Schutz ist, ist sauberes Trinkwasser und eine gute Handhygiene wichtig in der Prävention von schweren Infektionskrankheiten wie Typhus oder Cholera.

Bei Krankheiten, die über Tröpfcheninfektion über Distanzen von bis zu 1,5 Metern übertragen werden, wie die Influenza, spielt die Hygiene im Gegensatz zur Impfung aber nur eine untergeordnete Rolle. Hier ist der Herdeneffekt ausschlaggebend – wenn über 95 Prozent der Bevölkerung durch Impfung immunisiert sind, lassen sich solche Infektionskrankheiten ausrotten.

Das gelang beispielsweise mit dem Pockenvirus, an dem noch bis in die 50er Jahre hinein jährlich Millionen Menschen starben und der seit den 80er Jahren als weltweit ausgerottet gilt.

Grippe bei Kindern

Was Eltern wissen sollten

In der Regel treten bei Kindern die gleichen Symptome auf wie bei Erwachsenen – allen voran plötzlich eintretendes und sehr hohes Fieber, das 39 Grad Celsius und mehr erreichen kann. Zusätzliche Anzeichen, die auf eine Virus-Grippe hindeuten können, sind starke Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein trockener, starker Reizhusten.

Bei Kindern können aber auch eher untypische Symptome wie Bauchweh oder starke Übelkeit auftreten. Konsultieren Sie bei anhaltenden Beschwerden Ihren Kinderarzt.

Ist eine Virus-Grippe für Kinder gefährlicher als für Erwachsene?

Das Immunsystem von (Klein-)Kindern ist oft noch nicht vollständig ausgereift, deswegen stecken sich Kinder besonders häufig an. In der Regel ist die Grippe für Kinder nicht gefährlich und nimmt bei richtiger Behandlung und ausreichend Schonzeit meist einen harmlosen Verlauf.

Wenn das Kind eine chronische Vorerkrankung, beispielsweise des Herz-Kreislauf-Systems, des zentralen Nervensystems, des Immunsystems oder des Stoffwechsels hat, kann die Grippe allerdings zu gefährlichen Folgeerkrankungen wie einer Lungenentzündung oder Herzschäden führen. Chronisch kranke Kinder sollten deshalb vorsorglich geimpft werden. Da die Impfung erst ab einem Alter von 6 Monaten möglich ist, sollte sich bei Babys und Kleinkindern auch das familiäre Umfeld immunisieren lassen.

Wie kann ich mein Kind (neben der Impfung) vor Grippe schützen?

Besonders in der kalten Jahreszeit ist eine vitaminreiche Ernährung für Kinder wichtig. Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte und findet sich vor allem in Zitrusfrüchten. Vitamin A ist gut für die Schleimhäute und in Milchprodukten enthalten.

Eltern sollten außerdem darauf achten, dass ihre Kinder viel Flüssigkeit zu sich nehmen, denn die trockene Heizungsluft entzieht diese schneller. Trockene Schleimhäute sind besonders anfällig für Viren und Bakterien.

Grippe bei Senioren

Was Senioren beachten sollten

Für Senioren und abwehrgeschwächte Menschen kann eine Grippeinfektion gefährlich werden. Das Immunsystem ist dann häufig nicht mehr so leistungsfähig, außerdem haben Menschen in höherem Alter aufgrund von chronischen Vorerkrankungen häufig ein erhöhtes Komplikationsrisiko.

Es kann beispielsweise zu einer Lungenentzündung kommen. Ab einem Alter von 60 Jahren sollte eine Grippeimpfung im Herbst deshalb zur alljährlichen Routine gehören, auch wenn bayerische Senioren laut Statistiken des Robert Koch Instituts zunehmend „impfmüde“ werden.

Warum gibt es für ältere Menschen einen eigenen Grippeimpfstoff?

Mit steigendem Alter sinkt die Immunantwort auf den Grippeimpfstoff. Deswegen steht für Menschen ab einem Alter von 65 Jahren ein eigener Impfstoff mit Wirkverstärker zur Verfügung.

Im Einzelfall sollte dies mit dem Arzt besprochen werden.

Wie kurieren Senioren eine Grippe am besten aus?

Ältere Menschen sollten sich auf jeden Fall ausreichend Zeit zum genesen geben und dem Körper und der Seele Ruhe gönnen. Mit steigendem Alter braucht der Mensch länger, um wieder zu Kräften zu kommen. Das kann oft mehrere Wochen dauern. Allerdings sollten Senioren deshalb keinesfalls strikte Bettruhe wahren, denn die Muskeln bauen im Alter schnell ab und das kann zu dauerhafter Gebrechlichkeit führen.

Ältere Menschen sollten deshalb sobald wie möglich wieder Bewegung in den Alltag integrieren, leichte Bewegung im häuslichen Umfeld ist anfangs schon ausreichend. Auch eine eiweißreiche Ernährung unterstützt während der Schonzeit die Muskeln.

Häufig behandelte Allergien, Immunsystem- & Autoimmunkrankheiten, Infektionen