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Covid-19 Intensivzahlen - ein Lagebericht der MüK

Covid-19 - Lagebericht

Für die München Klinik ist die dritte Welle der Corona-Pandemie noch nicht vorbei. Das zeigen die Zahlen und Fakten aus unseren (Intensiv-)Stationen, die wir hier in unserem Lagebericht teilen.

Trotz sinkender Neuinfektionen ist die Lage in den Kliniken weiterhin anspruchsvoll. Die Anzahl der Covid-19-Patient*innen geht nur langsam zurück und rund jeder zweite muss intensivmedizinisch versorgt werden. In den ersten Wellen war es nur jeder fünfte. Mit unseren ECMO-Geräten bleiben wir noch länger an vorderster Front und versorgen überregional die jünger werdenden Patient*innen. Gerade das Alter wirkt sich auf die Behandlungsdauer aus. Fazit: Viel erreicht – noch viel zu tun.

Stand: 14.06.21 - Bericht der München Klinik

Änderung zum Vortag in Klammern. Nächste Datenaktualisierung geplant: 17.06.2021, 17:00 Uhr

21+7Covid-19 Patient*innen

Am 14.06.2021 werden in der München Klinik insgesamt 21 Personen (-1) mit bestätigter Covid-19-Infektion sowie 7 Verdachtsfälle (+6) betreut.

12Intensivpatient*innen

Wir betreuen 12 Patient*innen (+-0) auf den Intensivstationen in der München Klinik Schwabing, Harlaching, Neuperlach und Bogenhausen.

57,1%auf Intensiv

Aktuell werden deutlich über die Hälfte der hospitalisierten Covid-Patient*innen intensivmedizinisch betreut.

27,48%Fälle mit Intensivkontakt

2021 hatte bisher mehr als ein Viertel der Covid-Patient*innen einen Intensivkontakt. 2020 lag der Durchschnitt noch bei nur 18,65%.

63,92Ø-Alter auf Intensiv

Das Durchschnittsalter der Covid-Patient*innen, die aktuell intensivmedizinisch betreut werden müssen, liegt bei ca. 64 Jahren.

81%unter 74 Jahre

Wir versorgen Covid-Erkrankte jeden Alters. Aktuell sind 81% der Erkrankten unter 74 Jahre, 43% sind 45 bis 64 Jahre und 14% jünger als 44 Jahre alt.

67%Männeranteil

Stand heute sind auf unseren Stationen zwei Drittel aller zu behandelnden Patient*innen mit bestätigter Covid-19-Infektion männlich.

14,64Krankenhaustage

Die Verweildauer beträgt 2021 im Jahresdurchschnitt über zwei Wochen. Das ist deutlich länger als im Jahr 2020 mit durchschnittlich 11,32 Verweiltagen.

Coronavirus-Fallzahlen in München

Wir möchte auf dieser Seite einen transparenten Einblick in unsere Covid-Stationen geben. Alle Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die München Klinik.

Die aktuellen Zahlen der Landeshauptstadt München finden Sie auf dem Dashboard der Stadt

Inzidenz sinkt, ECMO-Auslastung bleibt

> 20ECMO-Behandlungen

Wir haben bis Ende Mai 2021 über 20 Patientinnen und Patienten an der ECMO behandelt, teils über Monate hinweg. Oft handelt es sich dabei um junge Patient*innen in den 30ern oder 40ern.

5ECMOs im Einsatz

Die München Klinik hat an allen vier Standorten auf den Intensivstationen erfahrene ECMO-Expertise und mit Harlaching, Neuperlach und Bogenhausen aktuell drei Standorte mit fester ECMO.

1Mobiles ECMO-Team

Die Hälfte der ECMO-Patient*innen sind Zuverlegungen. Da der Transport ein Risiko ist, nimmt sie unser mobiles ECMO-Team in den anderen Kliniken an die ECMO und bringt sie zu uns.

Steigende Nachfrage nach ECMO-Betten und vor allem ECMO-Expertise

Was ist ECMO?

Die ECMO (extrakorporale Membranoxygenisierung) ist eine Maschine, die außerhalb des Körpers übernimmt, was die gesunde Lunge sonst leistet: die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff und die Entfernung von Kohlendioxid. Im Einsatz ist auch eine Cardiac ECMO für das Herz.

In der 3. Pandemiewelle ist der Bedarf stark gestiegen. Ende April bewegt sich die Zahl der belegten ECMO-Plätze bayernweit bei etwa 70 Plätzen. (Höchststände belegten ECMO-Plätzen: 1. Welle: 40, 2. Welle 60)

„Mit der ECMO gewinnen wir bei akutem Lungenversagen vor allem Zeit, in der sich die Lunge erholen soll.“
Intensivmediziner der München Klinik

Patient beim erstem „Ausflug“ mit ECMO ins Freie nach 70 Tagen ECMO-Therapie

Der Kampf lohnt sich!

Jüngere Menschen können Lungenprobleme durch Covid lange kompensieren - und kommen deshalb oft zu spät ins Krankenhaus und dann direkt auf die Intensivstation. Reicht eine künstliche Beatmung nicht mehr aus, kommt die Herz-Lungen-Maschine als letztes Mittel zum Einsatz.

Unsere Erfolgsgeschichten machen Mut: Patient*innen mit Anfang 40 und katastrophalen Befunden konnten nach 71- bzw. sogar 91-tägiger ECMO-Therapie wieder zurück ins Leben gebracht werden.

„Es lohnt sich zu kämpfen!“
Dr. Stefan Volz, Oberarzt in Bogenhausen

Intensivbelastung in Grafiken und Bildern

Aktuelle Covid-19-Entwicklungen bei der München Klinik

Aus erster Hand: Fakten zur aktuellen Intensivbelastung

Wir haben die Entwicklung der Pandemie seit Jahresanfang als Grafiken aufbereitet. 

  • Grafik 1: Während die Inzidenz in München immer mehr fällt, geht die Belegung der Covid-19-Intensivstationen nur sehr langsam zurück. Ca. 25% unserer belegbaren Intensivbetten sind durch Covid-19 für andere Patient*innen blockiert.
  • Grafik 2: Der Anteil der Covid-19-Intensivpatient*innen an der Gesamtzahl aller Patient*innen mit Covid-19 ist deutlich höher als in den ersten beiden Wellen. Über die Hälfte der Erkrankten muss aktuell intensivmedizinisch versorgt werden.
  • Grafik 3: Die auf unseren Stationen behandelten Covid-19-Patient*innen werden zunehmend jünger. Zugleich zeigt sich ein positiver Impfeffekt bei über 84-Jährigen.

Maximal intensive Eindrücke von der Intensivstation

Unser Fotograf hat eine unserer vier München Klinik COVID-Intensivstationen besucht und stille Eindrücke mitgebracht. 

Die kurzen Aufnahmen dokumentieren eindrucksvoll den professionellen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Medizin und Pflege. Sie zeigen aber auch den hohen Betreuungsaufwand, den die Rettung der zahlreichen Infizierten in der 3. Welle der Corona-Pandemie für die Krankenhäuser weltweit bedeutet.

Die 3. Welle in eindrucksvollen Bewegtbildern:

Dieses Gefühl, auf der Intensivstation zu liegen, piepsende Monitore, ein Beatmungsschlauch, der bei der Atmung hilft. Wer auf der Intensivstation liegt, hat oft Angst und kann sich nicht immer verständigen. Unsere Mitarbeitenden sind für die Patientinnen und Patienten da. Das erfordert viele kleine und große Schritte, die dieses Video im Ansatz zeigt.

Unsere Intensiv-Botschaft: Helfen Sie weiter mit, unsere Stationen nicht an ihre Belastungsgrenzen zu bringen.

Intensivzahlen 2020

Wir haben für Sie Zwischenbilanz gezogen.

380Stunden

muss ein Intensivpatient mit Covid-19 durchschnittlich während seines Klinikaufenthalts beatmet werden.
Dazu kommen oft noch viele Stunden High Flow Sauerstofftherapie.

9 %

der Covid-19-Patienten der München Klinik verstarben insgesamt.

28 %

der Covid-19-Patienten, die auf die Intensivstation kamen schafften es nicht.

4 TageNicht-Covid

Die durchschnittliche Verweildauer eines Nicht-Covid-Patienten auf der Intensivstation liegt bei unter einer Woche.

15,5 TageCovid

Die durchschnittliche Verweildauer eines Covid-Patienten auf der Intensivstation liegt bei über zwei Wochen, wobei Schwerstkrankte mehrere Wochen bis Monate versorgt werden müssen.

5Mitarbeitende

braucht man zum Umlagern eines Patienten in Bauchlage, um seine Lunge besser zu belüften.

100pro Patient

So groß kann das Team aus Medizin, Pflege und Therapie sein, das Intensivpatienten mit Covid-19 bis zur Entlassung betreut.

26.700Stunden

Mehraufwand haben unsere Pflegerinnen und Pfleger von Februar bis Mai 2020 angesammelt.

1von 5

Knapp jeder fünfte Covid-19-Patient der München Klinik musste intensivmedizinisch behandelt werden.

3 Mio.Euro

hat die München Klinik von Februar bis Ende Oktober 2020 für die Schutzausrüstung ausgegeben.

25Prozent

der Intensivpatienten brauchen eine Dialyse. Covid-19 greift mehrere Organe an, darunter auch die Nieren.

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