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Aktuelle Mitteilung der München Klinik

Meldung
04.12.202312:33 Uhr

Fit für den Viren-Winter? Ärzte der München Klinik erklären, worauf es für Kinder und Erwachsene ankommt und warum RSV-Wellen bald der Vergangenheit angehören könnten

RSV, Influenza und Covid-19: Hochsaison ab dem Jahreswechsel

München, 4. Dezember 2023. Die Tage werden kälter und Covid-19-Schnelltests sind in den Apotheken wieder stark nachgefragt. Die Zahl der Atemwegserkrankungen, in der Fachsprache „akute respiratorische Erkrankungen“ (=ARE) genannt, steigt laut ARE-Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts. Mit Blick auf Länder wie Australien gehen Expert*innen davon aus, dass wir in Deutschland in diesem Winter von einer deutlichen Erkrankungswelle betroffen sein könnten. Der Höhepunkt der saisonalen Atemwegsinfektionen ist hierzulande meist nach dem Jahreswechsel und zieht sich bis in den Februar und März. Wie kommen wir gemeinsam gut durch die beginnende ARE-Saison mit RSV, Influenza, Covid-19 und weiteren Viren? Mediziner der München Klinik geben eine Einschätzung:

RSV: „Dank Impfung werden wir diese Erkrankung hinter uns lassen“

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein ansteckender Atemwegsinfekt, der saisonal auftritt. Symptome sind grippeähnlich, hinzu kommen Husten, Fieber und teilweise Atembeschwerden bis zur Atemnot. Normalerweise sind Kleinkinder im Alter bis sechs Monaten besonders schwer betroffen. Zahlen aus den USA zeigen jedoch, dass RSV auch für Erwachsene gefährlich sein kann. Dort kamen im vergangenen Jahr 177.000 Erwachsene mit RSV ins Krankenhaus, 14.000 von ihnen starben. Ältere Menschen ab 60 Jahren gehören hier zur Risikogruppe. In den Hochphasen der Erkrankungswellen stehen die Gesundheitssysteme regelmäßig unter Druck. Die kleinen und kleinsten Patient*innen brauchen Sauerstoff und einen Platz in der Klinik. Hier gibt es Ausblicke, die für Entlastung sorgen:

Prof. Marcus Krüger, Chefarzt der Kinderintensivstationen in der München Klinik Schwabing und Harlaching, über RSV: „Seit diesem Jahr haben wir zwei neue Impfmöglichkeiten gegen RSV. Das ist umso wichtiger, da es keine spezielle Therapie gegen das Virus gibt. Ältere Menschen können sich mit der neuen aktiven Impfung effektiv schützen. Für die Kindermedizin ist das wichtig, weil dann die Großelterngeneration als Infektionsquelle für Säuglinge wegfällt. Der gleiche Impfstoff wurde in Europa im Sommer für Schwangere zugelassen. Die von der Mutter gebildeten Antikörper, die die Schwangere selbst schützen, werden im Mutterleib auch auf das Kind übertragen. Sie schützen gerade in den ersten Wochen das Neugeborene effektiv, ohne dass es selbst geimpft werden muss. Zugleich können alle Neugeborenen mit einem Passiv-Impfstoff geschützt werden, der für alle Neugeborenen zugelassen ist und für eine ganze Wintersaison schützt. Hier wird die Kostenübernahme durch die Krankenkassen derzeit noch geklärt. Ich bin zuversichtlich, dass es RSV in ca. fünf Jahren nicht mehr in der Heftigkeit wie die letzten Winter geben wird, wenn beide Impfkonzepte breite Anwendung finden.

Tipps für Eltern bei RSV: Zuerst Kinderarzt/Hausarzt kontaktieren (am besten telefonisch). Ruhe bewahren, Kind beruhigen, Fieber senken – Elterliche Ruhe überträgt sich auf das Kind. Das Kind am besten hoch lagern – nicht allein lassen und Panik nehmen. Bei akuter Verschlechterung außerhalb der Sprechzeiten die Klinikambulanz aufsuchen.

Influenza: „Oft hilft der Hausarzt, noch besser hilft die Impfung“

Die Grippe (Influenza) ist eine Virusinfektion, die durch Husten oder Niesen übertragen wird und in der Regel etwa drei bis fünf Tage anhält, bei Risikogruppen aber auch zu schweren Krankheitsverläufen führen kann. Die „klassischen“ Grippesymptome sind geprägt von einem plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Husten oder Halsschmerzen sowie Muskel- oder Kopfschmerzen. Auch eine allgemeine Schwäche, Übelkeit oder Durchfall können auftreten. Für Senioren und abwehrgeschwächte Menschen kann eine Grippeinfektion gefährlich werden. Das Immunsystem ist dann häufig nicht mehr so leistungsfähig, außerdem haben Menschen in höherem Alter aufgrund von chronischen Vorerkrankungen häufig ein erhöhtes Komplikationsrisiko. Es kann beispielsweise zu einer Lungenentzündung kommen. Ab einem Alter von 60 Jahren sollte eine Grippeimpfung im Herbst deshalb zur alljährlichen Routine gehören – für sie steht ein eigener Impfstoff mit Wirkverstärker zur Verfügung.

Prof. Christoph Dodt, Chefarzt der Klinik für Akut- und Notfallmedizin in der München Klinik Bogenhausen, über Influenza/Grippe: „Wenn die Pandemie einen positiven Effekt hatte, dann wohl, dass das Wissen um Viren und deren Übertragungswege in unserer Gesellschaft nun tiefer verankert ist. Handhygiene gehört im Winter unbedingt dazu. Wer krank ist, sollte daheimbleiben. Wer husten oder niesen muss, macht das am besten in die Armbeuge. Einfach und wirksam ist der Eigen- oder Fremdschutz mittels Maske. In der Notaufnahme sind wir auf die Viren-Saison mit vielen schwerwiegenden Krankheitsverläufen vorbereitet und haben Test- und Isolationsmöglichkeiten, um Übertragungen innerhalb der Klinik zu vermeiden. Bei den meist leichten Krankheitsverläufen der Influenza ist tagsüber für Patient*innen der Hausarzt oder die Hausärztin der richtige Ansprechpartner, außerhalb der regulären Öffnungszeiten steht der ärztliche Bereitschaftsdienst unter Tel. 116117 zur Verfügung. Vor einem schweren Verlauf schützt am besten eine jährliche Grippeimpfung, Anfang Dezember ist dafür noch immer ein guter Zeitpunkt. Gerade für Risikogruppen – also Senior*innen, Schwangere und Menschen mit einer chronischen Erkrankung – und deren Angehörige ist das besonders wichtig.“

Covid-19: „Maske und Auffrischimpfung schützen weiterhin“

Auch wenn wir in keiner pandemischen Situation mehr sind, ist Covid-19 mit seinen verschiedenen Subvarianten weiterhin stark im Umlauf. In Deutschland dominiert aktuell die Eris-Variante, in anderen Ländern die Pirola-Variante. Als weitere Varianten kursieren aktuell JN1 und neu in den USA die Variante HV1, der „Enkel“ von Omikron. Alle Varianten haben gemeinsam, dass sie nach aktuellen Erkenntnissen nicht häufiger zu schweren Verläufen führen und dass die Impfungen gut gegen sie schützen. Neben Atemwegssymptomen können u.a. Durchfall, Schwellungen im Mund oder Hautausschläge auf eine Infektion mit den neuen Varianten hindeuten. Die München Klinik versorgt aktuell rund 60 Menschen, die an oder mit Covid-19 erkrankt sind. Davon wird eine einstellige Personenzahl auf Intensiv- und Überwachungsstationen versorgt.

Dr. Wolfgang Guggemos, Leitender Oberarzt der Infektiologie der München Klinik Schwabing, über Covid-19: „Hier in unserer spezialisierten Infektiologie hat sich Covid-19 mittlerweile in die Behandlung anderer infektiöser Krankheitserreger eingereiht – wir haben viel Erfahrung mit der Krankheit gesammelt und die Menschen erkranken heute seltener so schwer, dass sie eine stationäre Versorgung benötigen. Das sind nach anstrengenden Pandemiejahren gute Nachrichten. Gleichzeitig sollten wir die langfristigen Folgen einer Sars-CoV-2-Infektion weiterhin nicht unterschätzen und uns in der beginnenden Virensaison bestmöglich vor einer Ansteckung schützen. Die saisonale Covid-19-Auffrischimpfung sollte insbesondere für Menschen mit Risikofaktoren genauso zur Winter-Routine gehören, wie die Influenza-Impfung. Auch die Maske kann in bestimmten Situationen, wie im beengten Nahverkehr oder im Krankenhaus, weiterhin ein guter Begleiter sein. Die Entscheidung trifft jeder für sich – ein Blick in die Münchner U-Bahnen zeigt, dass immer mehr Menschen die bewährten Schutzmaßnahmen verinnerlicht haben und bei steigendem Infektionsgeschehen weiter oder wieder anwenden. Auch das ist eine gute Nachricht.“

Aktuelle Viren-Situation in München und in der München Klinik

Auch auf den Erwachsenenstationen und in den Kinderkliniken in München ist die Virensituation bereits spürbar. Ähnlich wie im vergangenen Jahr zur selben Jahreszeit sind alle am Gesundheitssystem Beteiligten - vom ambulanten Sektor bis zur klinikübergreifenden Versorgung in Deutschland und darüber hinaus betroffen. Diese Hochphasen der Infektions-Wellen spielen sich vor allem im Bereich der Kindermedizin ab – viele Kinder darunter auch Säuglinge mussten auch in der aktuellen Welle schon intensivmedizinisch behandelt werden. Es treten gehäuft Infektionen mit RSV und mit anderen Atemwegsviren (Rhinovirus, Parainfluenzavirus, andere Coronaviren und Influenza) auf. Sollten die Kapazitäten in München knapp werden und nahezu alle Betten belegt sein, dann helfen die Krankenhäuser sich gegenseitig mit Übernahmen aus. Das ist in saisonalen Hochphasen ein funktionierendes System. Dass auch außerhalb solcher Spitzenzeiten verfügbare Betten temporär knapp werden, ist einerseits durch den Pflegemangel in Deutschland und andererseits durch Fehlanreize im Finanzierungssystem zu erklären. Letzteres bedeutet, dass die Behandlung von Kindern deutlich aufwendiger und zeitintensiver ist und dafür zu niedrig vergütet wird. Das führt weiterhin dazu, dass es in „lukrativeren“ Medizinbereichen ein größeres Betten-Angebot gibt, als in Bereichen der gesundheitlichen Grundversorgung z.B. bei Kindermedizin. „Auch vor diesem Hintergrund ist die Zulassung von RSV-Impfstoffen eine wichtige Nachricht. Ähnlich wie Erkrankungen wie Tetanus oder Kinderlähmung ihren Schrecken verloren haben, kann auch damit RSV an Bedeutung verlieren“, betont Prof. Krüger.

 

Die München Klinik ist mit Kliniken in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Europas größter Hautklinik in der Thalkirchner Straße Deutschlands zweitgrößte kommunale Klinik und der größte und wichtigste Gesundheitsversorger der Landeshauptstadt München. Die München Klinik bietet als starker Klinikverbund Diagnostik und Therapie für alle Erkrankungen in München und im Umland und genießt deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf – mit innovativer und hoch spezialisierter Medizin und Pflege und gleichzeitig als erster Ansprechpartner für die medizinische Grundversorgung. Rund 110 000 Menschen lassen sich hier im Schnitt pro Jahr stationär und teilstationär behandeln. Mit jährlich über 6000 Geburten kommen hier deutschlandweit die meisten Babys zur Welt. Auch in der Notfallmedizin ist die München Klinik die Nummer 1 der Stadt: Über 130 000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht rund einem Drittel aller Notfälle der Landeshauptstadt. Die Kliniken sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München. Die hauseigene Pflege-Akademie ist mit rund 500 Ausbildungsplätzen die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern. Als gemeinnütziger Verbund finden in der München Klinik Daseinsvorsorge und herausragende Medizin zusammen und stellen das Gemeinwohl in den Vordergrund: Über die medizinisch-pflegerische Versorgung hinaus gibt es großen Bedarf, der vom Gesundheitssystem nicht refinanziert wird – wie etwa das Spielzimmer für Geschwisterkinder. Und auch die Mitarbeitenden aus Medizin und Pflege, die sich mit ihrer täglichen Arbeit für die Gesundheitsversorgung Münchens einsetzen, können von Zuwendungen in Form von Spenden profitieren – beispielsweise durch die Finanzierung von zusätzlicher Ausstattung, Erholungsmöglichkeiten und Fortbildungen. Dafür zählt jeder Euro.

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Prof. Marcus Krüger, Chefarzt der Kinderintensivstationen in der München Klinik Schwabing und Harlaching. Bildnachweis: München Klinik.

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Prof. Christoph Dodt, Chefarzt der Klinik für Akut- und Notfallmedizin in der München Klinik Bogenhausen. Bildnachweis: München Klinik.

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Dr. Wolfgang Guggemos, Leitender Oberarzt der Infektiologie der München Klinik Schwabing. Bildnachweis: München Klinik.

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