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Thrombektomie bei Schlaganfall

Mechanische Thrombektomie

Für Sie auf neuestem Stand der Medizin: bahnbrechende Behandlungsmethode bei schweren Schlaganfällen.

Vielen von einem schweren Schlaganfall betroffenen Patientinnen und Patienten kann seit einigen Jahren eine neue Behandlungsmethode helfen: die Thrombektomie. Verstopft das Blutgerinnsel eine große Hirnarterie, kann es mechanisch mittels eines Katheters minimal-invasiv entfernt und die Durchblutung wiederhergestellt werden.

Thrombektomie

Ein bahnbrechend erfolgreiches interventionelles Verfahren

Eine Thrombektomie wird von Spezialkliniken wie der München Klinik Bogenhausen und der München Klinik Harlaching praktiziert.

Die aufwendige interventionelle Therapieform hat sich bewährt, wie die hohe Erfolgsquote in unseren Häusern zeigt. Bereits 2015 konnte gezeigt werden, dass die Thrombektomie - eine kathetergestützte mechanische Rekanalisation - bei Patientinnen und Patienten mit großen Gefäßverschlüssen hochwirksam ist.

Nicht jede Klinik kann eine Thrombektomie durchführen. Der Eingriff erfordert eine hohe medizinische Expertise und muss so schnell wie möglich durchgeführt werden.

Erhält die Patientin oder der Patient die Behandlung rechtzeitig, lassen sich dadurch schwere Behinderungen auch bei schweren Verläufen oft vermeiden. Es gibt bislang jedoch nur wenige Spezialisten, die einen solch komplizierten Eingriff vornehmen können.

Wie funktioniert die Thrombektomie?

Das Blutgerinnsel wird mechanisch entfernt.

Der Stent, mit dem das Blutgerinnsel entfernt wird.

Liegt ein schwerer Schlaganfall vor oder reicht die Thrombolyse-Behandlung nicht aus, um das Blutgerinnsel aufzulösen, steigt die Gefahr von schweren bleibenden Schäden. Um die verschlossenen Arterien an Hals oder Kopf wieder zu öffnen – in dem Fall der distalen Aorta carotis interna (ACI) und/oder der proximalen Aorta cerebri media (ACM) - kann eine mechanische Katheterbehandlung zusätzlich oder in Kombination mit der Lyse erfolgen.

Der Katheter wird wie bei einer Herzkatheteruntersuchung über die Leistenarterie möglichst weit in die Hals- oder Nackenschlagader geschoben und ein noch kleinerer Mikrokatheter darin in die verschlossenen Arterien des Gehirns hineinmanövriert. Dabei wird ein körbchenartiges Drahtgeflecht eingesetzt, medizinisch Stent-Retriever. Dieses entfaltet sich in der Arterie, das Blutgerinnsel verfängt sich in seinen Maschen und kann anschließend herausgezogen werden.

Wo werden Thrombektomien durchgeführt?

Interventions-Zentren in Ballungsräumen haben Spezialisten vor Ort - und bringen Hilfe auch ins Umland

Herausforderung: Spezialwissen wohnt im Zentrum

Für die mechanische Thrombektomie ist zum einen eine schnelle Diagnose und Identifikation der für geeigneten Patienten entscheidet. Zum anderen wird die besondere Expertise erfahrener interventioneller Neuroradiologen benötigt. Nur Spezialkliniken können ein solches Angebot rund um die Uhr ermöglichen, wie u.a. die München Klinik in ihren neurologischen Zentren in Harlaching und Bogenhausen.

Und die Versorgung auf dem Land? 
Gerade in den ländlichen Gebieten fehlt aber oft das nötige Spezialwissen. Das hat zur Folge, dass Patienten dort gar nicht oder mit unvertretbar langer Verzögerung behandelt werden können.

Lösung: Lücken schließen mit Telemedizin-Netzwerk

Das telemedizinische Schlaganfallnetzwerk „TEMPiS“ bietet eine schnelle Diagnostik für unterversorgte Regionen. Schlaganfall-Patienten mit anhaltender Symptomatik und CT-angiographisch nachgewiesenen proximalen Gefäßverschluss können über ein hochgesichertes Internet identifiziert werden.

Der Konsilarzt in der Tempis-Klinik organisiert umgehend eine Verlegung in ein aufnahmefähiges Interventions-Zentrum. Die Zeitspanne von der Entscheidung, dass ein Patient für die Thrombektomie geeignet ist und daher schnellstmöglich in ein Zentrum verlegt werden muss, liegt aktuell bei ca. 170 Minuten bis zum Beginn des Kathetereingriffes.

Pilotprojekt: Thrombektomie auch in kleineren Kliniken

Im Jahr 2018 startete ein Pilotprojekt mit dem Ziel, den Beginn der Behandlung zu beschleunigen und so die zeitraubende Prozedur der Verlegung in ein Interventionszentrum zu unterbinden: „Flying Intervention Team“.

Bei dem Projekt wird ein Interventionsteam aus dem Klinikum rechts der Isar oder der München Klinik Harlaching bei Bedarf umgehend per Helikopter aus München direkt in die TEMPiS-Klinik vor Ort eingeflogen, um den Eingriff in der lokalen Angiografieanlage vorzunehmen. Das verschlossene Gefäß kann so erheblich schneller wieder eröffnet werden als nach Verlegung des Patienten.

„Flying Intervention Team“ - Spezialeinheit der Lüfte

Statt dass der Patient zum Arzt kommt, fliegt der Arzt zum Patienten. Das spart Zeit, die bei einem Schlaganfall entscheidend ist.

2019 stellten die fliegenden Ärzte an der München Klinik Harlaching die ersten Ergebnisse vor: Mit einer Zeitersparnis von 110 Minuten gegenüber der herkömmlichen Patientenverlegung sind die fliegenden Ärzte schneller als erwartet.

Unsere Neuroradiologen für die Durchführung der Thrombektomie

Schlaganfall: Medizin und Schicksale