Gendermedizin und Pflege

Für die Patientinnen und Patienten gilt es durch die Integration von Gender- und Diversity-Aspekten in der Pflege und bei der medizinischen Versorgung eine zielgruppengerechte Versorgung anzubieten.  

Geschlechtsspezifische medizinische Versorgung in der München Klinik

Geschlechtsunterschiede bei Gesundheit und Krankheit sind bedeutender als bisher angenommen. Diese Erkenntnis wird in der München Klinik ernstgenommen.

Es gibt seit geraumer Zeit Initiativen von Ärztinnen und Ärzten, dem Thema Geschlecht in der Gesundheitsversorgung mehr Gewicht zu verleihen, entsprechende Kompetenzen sind in der München Klinik vorhanden, insbesondere in den Notfallzentren, wo auf unterschiedliche Krankheitsanzeichen und Risikokonstellationen geachtet wird.

Zur weiteren systematischen Umsetzung von Gendermedizin in der München Klinik werden derzeit konkrete Maßnahmen in den folgenden Handlungsfeldern entwickelt: 

  1. Informationsgewinnung und Daten 
    Die Hauptaufgabe der München Klinik liegt in der kommunalen Gesundheitsversorgung, dennoch gibt es auch Beteiligungen an medizinischen Forschungsprojekten. Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Möglichkeiten muss systematisch auf eine geschlechterdifferenzierte Auswertung aller vorliegenden Daten und Informationen geachtet werden. Dasselbe gilt für die Gewinnung und Auswertung eigener Daten, etwa anonymisierter Patientenbefragungen, Klinikbewertungen oder medizinischer Daten.   
  2. Interne Bewusstseinsbildung und Vernetzung
    Das Bewusstsein für die Relevanz von Geschlecht (neben Alter, kultureller Prägung und sozialer Lage) für die medizinische Versorgung ist zu schärfen. Dazu bedarf es einer internen Vernetzung und interdisziplinären Zusammenarbeit jeweils relevanter Fachbereiche. Derzeit wird die Entwicklung eines Kompetenznetzwerkes Gendermedizin im Städtischen Klinikum vorangetrieben.
  3. Wissenserwerb und Wissensvermittlung
    Das Wissen über Geschlechtsunterschiede in der Medizin nimmt derzeit sehr schnell zu. Aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse müssen laufend zur Kenntnis genommen werden. Dafür sind systematische Recherchen in allen Fachbereichen erforderlich, wofür geeignete Strukturen geschaffen bzw. angepasst werden. Darüber hinaus werden die neuen Erkenntnisse in die Aus- und Weiterbildung – sowohl in der Medizin als auch in der Pflege – integriert.
  4. Geschlechtsangepasste Versorgung
    Dieses Handlungsfeld bedarf einer interdisziplinären Zusammenarbeit jeweils relevanter medizinischer Fachbereiche. Derzeit wird ein Konzept zu Möglichkeiten und Strukturen geschlechterangepasster Versorgung in der München Klinik entwickelt. Begonnen wird damit im Bereich der Inneren Medizin, bei Herzerkrankungen, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen, wo bereits weitreichende Genderkompetenzen bei den Ärztinnen und Ärzten der München Klinik vorliegen.
  5. Öffentlichkeitsarbeit
    Es ist wichtig, für die Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass in der München Klinik die Beachtung von Geschlechteraspekten in Diagnostik und Therapie sehr wichtig genommen wird und aktiv in das medizinische und pflegerische Handeln einfließt. Deshalb muss auch in der medialen Aufbereitung und in der Unternehmenskommunikation auf diesen Aspekt großer Wert gelegt werden. Dazu gehört auch, den Münchner Bürgerinnen und Bürgern bestehende Geschlechterunterschiede in häufigen Erkrankungen aufzuzeigen und so einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitserziehung zu leisten. 

 

 

 

Veröffentlichungen zu Gender in Medizin und Pflege

  • Steinbeisser, K.; Grill E.; Holle, R.; Peters, A. & Seidl, H.: Determinants for utilization and transitions of long-term care in adults 65+ in Germany: results from the longitudinal KORA-Age study. BMC Geriatr. 18, 172:172 (2018)
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  • Krack, G.; Holle, R.; Kirchberger, I.; Kuch, B.; Amann, U.; Seidl, H.: Determinants of adherence and effects on health-related quality of life after myocardial infarction: a prospective cohort study. BMC Geriatrics 201818:136
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  • Seidl H, Hunger M, Meisinger C, Kirchberger I, Kuch B, Leidl R, Holle R. The 3-Year Cost-Effectiveness of a Nurse-Based Case Management versus Usual Care for Elderly Patients with Myocardial Infarction: Results from the KORINNA Follow-Up Study. Value in Health, 2016, DOI: 10.1016/j.jval.2016.10.001
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  • Kirchberger, I., Hunger, M., Stollenwerk, B., Seidl, H., Burkhardt, K., Kuch, B., Meisinger, C., Holle, R.: Effects of a 3-Year Nurse-Based Case Management in Aged Patients with Acute Myocardial Infarction on Rehospitalisation, Mortality, Risk Factors, Physical Functioning and Mental Health. A Secondary Analysis of the Randomized Controlled KORINNA Study. PLoS One. 2015 Mar 26;10(3):e0116693. doi: 10.1371/journal.pone.0116693.
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  • Meisinger, C., Stollenwerk, B., Kirchberger, I., Seidl, H., Wende, R., Kuch, B., Holle, R.: Effects of a nurse-based case management compared to usual care among aged patients with myocardial infarction: results from the randomized controlled KORINNA study. BMC Geriatrics, 13:115(2013)
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  • Peters, A … Seidl, H….: Multimorbidität und erfolgreiches Altern: Ein Blick auf die Bevölkerung im Rahmen der KORA-Age-Studie. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 44(Supp2):41-53(2011)
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  • Zebisch, Johanna (2015): Bei ärztlicher Kommunikation von Ärztinnen lernen? In: ÄRZTIN. Zeitschrift des Deutschen Ärztinnenbundes e.V., 62. Jhrg., August 2015, S.9. [Download PDF]
  • Zebisch, Johanna (2012): Gender-Medizin in der München Klinik. In: Arbeitshilfe des Deutschen Städtetages: Gender Mainstreaming. Beispiele aus den Kommunen zur Gleichstellung. Deutscher Städtetag, Berlin und Köln, September 2012, 37-45.
    Siehe Website Deutscher Städtetag

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Fachstelle Gender in Medizin und Pflege


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