Klinik für Urologie

Blasenkrebs, Blasentumor

Wenn ein Verdacht auf Blasenkrebs auftritt, gaben meist Blutabsonderungen im Urin, die nicht mit Schmerzen verbunden waren, die ersten auffälligen Signale. In den meisten Fällen stecke zwar ein Harnwegsinfekt hinter diesen Symptomen, die von den Medizinern als Makrohämaturie bezeichnet wird. Doch sollte tatsächlich ein Tumor existieren, sei die frühe Diagnose entscheidend für die Prognose.

Diagnostik: Mit Flouro-Technik Tumore erkennen

Neben dem Patientengespräch mit körperlicher sowie Ultraschall-Untersuchung führen wir bei einem begründeten Verdacht auf Blasenkrebs eine Blasenspiegelung durch. Die Untersuchung erfolgt ambulant mittels flexiblem Spiegelungsgerät durch die Harnröhre, um den Patienten weitestgehend eine Schmerzfreiheit zu ermöglichen.

Um selbst kleine oder wenig erhabene Tumore entdecken zu können, spritzen wir etwa eine Stunde vor dem Eingriff eine Flüssigkeit in die Blase, die fluoreszierende Stoffe enthält. Durch die fluoreszierenden Stoffe erkennen wir Krebszellen, die aufgrund ihrer höheren Stoffwechselaktivität stärker leuchten im Blaulichtmodus. Dieses Verfahren nennt sich photodynamische Diagnostik, kurz PDD.

„Mittels der PDD können wir somit auffällige Stellen im Blasengewebe entdecken, die unter Weißlicht und ohne Fluoreszenz trotz sorgfältiger Untersuchung verborgen geblieben wären.“
PD Dr. med. Atiqullah Aziz, Chefarzt der Klinik für Urologie

TURB: transurethrale Resektion der Blasentumore

Diagnostik und Behandlung in einem Verfahren bei oberflächlichen Tumoren

Werden während der Blasenspiegelung Tumore entdeckt, wird die transurethrale Resektion der Blasentumore (TURB) angewendet, um den Tumor zu entfernen und zu untersuchen. Diesbezüglich entfernen wir die Blasentumore durch die Harnröhre im Gesamten mithilfe einer Elektroschlinge.

Für diejenigen Patienten, bei denen die Tumore noch nicht in das Muskelgewebe der Blase vorgedrungen sind, stellt die TURB somit nicht nur die Diagnostik, sondern auch gleichzeitig die Therapie dar. Bei etwa 75 Prozent der Blasenkrebs-Patienten finden sich die Tumore lediglich in der Oberfläche – die Mediziner sprechen daher von einem nicht-muskelinvasiven Blasenkrebs.

Sämtliche verdächtigen Geschwulste werden abgetragen und untersucht. Um eventuelle freischwimmende oder unsichtbare restliche Krebszellen zu bekämpfen, spülen wir in die Blase kurz nach der TURB ein Medikament, ein sogenanntes Mitomycin, bekannt als Frühinstallation.

Pathologische Untersuchung wichtiger Bestandteil der Behandlung

Die bei der TURB entfernten auffälligen Teile des Blasengewebes werden in unserer Pathologie auf Krebszellen hin untersucht. Die Befunde der Pathologie ermöglichen uns, das Tumorstadium und weitere Risikofaktoren einzuordnen.

Auch können wir erkennen, ob tatsächlich ein ausreichender Saum aus gesundem Gewebe um den Tumor herum entfernt werden konnte.

Warum wir die TURB nach vier Wochen wiederholen

Blasenkrebs wächst schnell nach und trotz adäquater Diagnostik kann es vorkommen, dass nicht sämtliches Tumorgewebe entfernt werden konnte oder gar Tumore in den Muskelschichten erkennbar waren. Für eine TURB bleiben die Patienten in der Regel zwei bis drei Tage in der Klinik.

Am ersten Tag nach der Operation wird der Katheter gezogen und wenn es keine Probleme mit dem Wasserlassen gibt, können die Patienten am darauf folgenden Tag aus der Klinik entlassen werden.

„Durch die zweite TURB wollen wir leitliniengerecht eine onkologische Sicherheit für jeden Patienten erreichen, indem wir ausschließen, dass noch Resttumorgewebe existiert.“
PD Dr. Atiqullah Aziz, Chefarzt der Klinik für Urologie

Muskelinvasive Blasenkarzinome: operative Therapien

Bei den Patienten, deren Tumor trotz mehrfachen TURBs persistiert, in die Muskelschichten der Blase oder gar darüber hinaus in andere Organe eingewachsen ist bzw. in die Lymphknoten gestreut hat nehmen wir weitere diagnostische Schritte vor.

Um herauszufinden, ob Tumorzellen in den oberen Harntrakt gewandert sind bzw. in andere Organe oder Lymphknoten gestreut haben, führen wir mehrphasige Kontrastmittel-CTs oder MRTs des Bauchraumes und des Brustkorbs durch.

Nur bei Knochenschmerzen respektive neurologischen Ausfällen ist zudem eine nuklearmedizinische Untersuchung (Szintigraphie) des Skeletts bzw. des Schädels angesagt.

Ein muskelinvasiver Tumor fordert eine radikale Entfernung

Im Falle eines muskelinvasiven Blasenkarzinoms müssen wir die Blase in der Regel komplett entfernen. Neben der Entfernung der Blase beinhaltet die radikale Zystektomie bei Männern zudem die Entfernung der Prostata, der Samenblasen und der umliegenden Lymphknoten. Bei Frauen ist zudem eine gleichzeitige Entfernung der Gebärmutter, der Eileiter, der Eierstöcke und des oberen Scheidendachs erforderlich.

Erhalt der Geschlechtsorgane möglich
Wir bieten Frauen, die ihre Menopause noch nicht erreicht haben oder gar einen Kinderwunsch hegen, möglichst eine genital-sparing Zystektomie an, bei der die inneren Geschlechtsorgane erhalten bleiben. Dies erfordert jedoch eine sorgfältige Abwägung, ob die Lage und Ausbreitung des Tumors dieses abgemilderte Vorgehen erlaubt, ohne Sicherheitsrisiken einzugehen.

Warum wir mehr Lymphknoten entfernen als standardgemäß vorgesehen

Im Rahmen der Blasenentfernung entnehmen wir nicht nur die direkt in der Nähe liegenden Lymphknoten, sondern auch die im weiteren Umfeld.

„ Mit der ausgedehnten Lymphknoten-Entfernung können wir eventuelle Metastasen entdecken und für die Patienten eine bessere Prognose erreichen.“
PD Dr. med. Atiqullah Aziz, Chefarzt der Klinik für Urologie

Trotz entfernter Blase: Harnausscheidung auf natürlichem Weg

Nach der Blasenentfernung ermöglichen verschiedene Formen der Harnableitung eine Ausscheidung des Harns. Wir bieten unseren Patienten das gesamte Spektrum der Harnableitungen an. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen sehen wir eine gute Lösung in der Neo-Blase, einem Blasenersatz aus Dünndarmgewebe, der den natürlichen Weg und in den meisten Fällen die Kontinenz wiederherstellt. Stets fällen wir die Entscheidung über die Form der Harnableitung gemeinsam mit unseren Patienten.

Wir legen sehr viel Wert auf eine ausführliche Beratung und berücksichtigen Nebenerkrankungen und Lebensumstände des Patienten. Daher ist nicht immer eine Neo-Blase möglich. In diesen Fällen bieten wir eine Harnableitung mittels künstlichem Ausgang (Ileum-Conduit oder Harnleiter-Haut-Fistel) an. Die Patienten erlernen noch im Rahmen des stationären Aufenthaltes den Umgang mit der neuen Harnableitung.

Wir beraten Sie gerne.

Wir haben für Ihre Fragen eine urologisch-onkologische Sprechstunde eingerichtet.

Da es sich beim Blasenkrebs um eine schnell wachsende, aggressive Krebsart handelt, möchten die Patienten schnell Gewissheit erhalten, wie weit der Krebs bereits vorgedrungenist. Daher bieten wir unseren Patienten kurzfristige Sprechstunden-Termine und eine zügigeBehandlung an, wobei wir aber dennoch Wert legen auf eine differenzierende, sorgfältige Diagnostik, ausführliche Beratungsgespräche und eine individuelle Therapie auf Grundlage aktueller Leitlinien.

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