Die Behandlung

Die Behandlung eines Kindes oder Jugendlichen mit einer bösartigen Erkrankung umfasst weit mehr als nur die ursächliche Therapie.

Stationäre Behandlung

Die Therapie einer bösartigen Erkrankung besteht meist aus einem intensiven Abschnitt, der längere stationäre Aufenthalte beinhaltet, und leichteren Teilen, die dann in der Tagesklinik oder der Ambulanz betreut werden können. Auf unserer onkologischen Station (Station 24d) werden Kinder und Jugendliche von 0-18 Jahren und auch darüber hinaus bis ins junge Erwachsenenalter behandelt.

Neben hochspezialisierter, medizinischer und pflegerischer Versorgung und Behandlung bieten wir ihrem Kind und ihnen Betreuung durch ein motiviertes Psychosoziales Team an sowie Kontakt zu Elterninitiativen (Initiative KrebsKranke Kinder e.V. und Cura PLacida e.V.)

Stammzelltransplantation (SCT)

Die Transplantation von blutbildenden Stammzellen wird längst nicht mehr nur zur Therapie von Leukämien eingesetzt, sondern auch in der Behandlung z.B. von Sichelzellanämien, Thalassämien und anderen angeborenen Erkrankungen sowie manchmal auch von soliden Tumoren.

Wir bieten an der Kinderklinik München Schwabing alle Arten von Stammzelltransplantation an: Fremdspender Transplantation, Geschwistertransplantation, haploidente Transplantation (z.B. von einem Elternteil) und autologe Stammzelltransplantation. Die zu transplantierenden blutbildenden Stammzellen können entweder aus dem Knochenmark oder aus der Blutbahn eines Spenders gewonnen werden. Bei autologen SCT erhält der kleine Patient seine eigenen Blutstammstellen zurück, die vor der Therapie seinem Blut entnommen und tiefgefroren wurden.

Durch den geplanten Neubau wird unsere Stamzelltransplantationsabteilung mit 6 hochmodernen Einheiten deutlich vergrößert.

Hämato-/Onkologische Tagesklinik

In der onkologischen Tagesklinik (Staion24dt) werden alle Therapien, die stationär begonnen haben weitergeführt sowie Transfusionen und alle Arten von Medikamentengaben durchgeführt. Hier erfolgen auch diagnostische Untersuchungen wie z.B. Computertomographie oder andere bildgebende Verfahren sowie kleinere Eingriffe, die einer kurzen Narkose bedürfen.

Ferner werden alle Störungen des Blutbildenden Systems (Sichelzellanämie, Thalassämie) in der Tagesklinik betreut. Ausführliche Informationen können sie auch dieser webseite der GPOH entnehemen www.kinderblutkrankheiten.de 

Zum Spektrum der Tagesklink gehört auch die Diagnostik und Therapie von Histiozytosen

Auch die Nachsorge nach abgeschlossener Therapie oder Stammzelltransplantation findet in der Tagesklinik statt. Die Nachsorge dient der frühzeitigen Entdeckung von Spätfolgen der Therapie und ist eigentlich damit eine Vorsorge. Sie dient auch dazu, besonders direkt nach Abschluss der Therapie die ersten Monate und Jahren einen möglichen Rückfall frühzeitig zu entdecken.

Zur Überleitung unserer jugendlichen Patienten in die Erwachsenenmedizin haben wir ein sogenanntes Transitionsprogramm für Sarkom-Patienten entwickelt, das eine Übergabe so strukturiert, dass keine Informationen verloren gehen und Patient und künftiger Arzt über alle Details der individuellen Erkrankungsgeschichte bestens informiert sind.

Hämatologische Ambulanz (Kinderpoliklinik)

Die ambulante Betreuung ist unterteilt in die allgemeine hämato-/onkolgische Ambulanz (24dt) in der Patienten während der Akuttherapie zur Kontrolle der Blutwerte und des klinischen Zustandes gesehen werden und den Spezialsprechstunden.

  • Hämatologische Ambulanz für Patienten in Dauertherapie von Leukämien und Lymphomen (U9) und zur Abklärung von Blutarmut (Anämie)
  • Ambulanz für Hämoglobinopathien und Anämien (U9 und 24dt)
  • Gerinnungsambulanz (24dt) zur Abklärung und Behandlung von Störungen im Blutgerinnungssystem
  • Stamzelltransplantationsambulanz (24dt)
  • Hirntumorsprechstunde (24dt): Akutbetreuung und Nachsorge von Patienten mit Hirntumor durch eine Kinderneurologin und eine Kinderendokrinologien. Bei Bedarf kann der Kinderneurochirurg hinzugezogen werden.

Psychosoziale Begleitung

Unser Team aus Sozialpädagogen, Psychologen und Erzieherinnen begleitet den Patienten und seine Familie während der ganzen Therapie. Für alle Fragen im sozialrechtlichen Bereich und für die seelischen Nöte steht dieses Team ihnen zur Verfügung.

Die Kinder können während ihres Klinikaufenthalts auch an Kunst- und Musiktherapie teilnehmen und finden dadurch oft einen Zugang zu ihren Gefühlen.

Das psychosoziale Team in unserer Kinderonkologie hilft, die extreme seelische Belastung, die eine Krebs- oder chronische Bluterkrankung bei den Kindern selbst, aber auch bei den anderen Familienmitgliedern hinterlässt, abzufangen. Psychologen stehen für Gespräche bereit, in denen Ängste und Nöte offen zur Sprache kommen können.

Sozialarbeiter und Sozialpädagogen beraten über die Hilfsleistungen, die der Familie beispielsweise von den Krankenkassen zustehen, damit nicht auch noch finanzielle Schwierigkeiten auf die Familie zukommen. Diese Sozial-Experten kennen sich auch aus, wie sich am besten Regelungen mit dem Arbeitgeber treffen lassen, um für die Dauer der Behandlung bei dem Kind bleiben zu können, die Arbeitsstelle aber dennoch nicht zu verlieren. Zudem können sie Reha-Aufenthalte in darauf spezialisierten Kliniken organisieren.

Schule für Kranke

Ein schwere und langwierige Erkrankung reißt den Patienten aus seiner gewohnten Umgebung heraus. Besonders der Kontakt zu den Schulkameraden ist dadurch gefährdet.

Unsere Lehrer und Lehrerinnen der Schule für Kranke sorgen von Anfang an dafür, dass ein Austausch mit Heimatschule bestehen bleibt und unterrichten auch im Krankenhaus je nach Bedarf und Befinden des Kindes.

Wir bieten ihnen auf Wunsch auch an, dass eine Ärztin und eine Lehrerin die Heimatschule besuchen, um die Fragen und Sorgen der Mitschüler und Lehrer altersgerecht und einfühlsam zu beantworten. Natürlich nur wenn dies vom Patienten und seinen Eltern gewünscht wird.

Sport und Bewegungstherapie

Bewegung und Sport spielen eine sehr wichtige Rolle für die körperliche, geistige und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Während der intensiven Therapie bei Krebserkrankungen kommt die körperliche Aktivität häufig zu kurz.

Die Kinder haben wenig alltägliche Bewegung und können nicht an Schul-, Vereins- oder Freizeitsport teilnehmen. Umso wichtiger sind Angebote direkt in der Klinik, nah am Patienten und ohne große Hürden, um die Kinder und Jugendlichen bereits während der Therapie zu bewegen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass strukturierte Bewegungs- und Sportangebote erfolgreich in der Kinderonkologie umsetzbar sind – bei geringem Risiko. Sie haben einen positiven Einfluss auf Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Lebensqualität und Fatigue.

Mitmachen können alle jungen Patienten ab 3 Jahren. Das tägliche Sportprogramm wird sowohl auf der Station als auch in der Tagesklinik angeboten und von 2 erfahrenen Sportwissenschaftlern durchgeführt. Die Trainingsinhalte werden kontinuierlich mit Ärzten und Physiotherapeuten abgestimmt und ergänzen die medizinische Therapie in der Akutphase, Dauertherapie und in der Nachsorge.

Die Trainingseinheiten werden der individuellen Belastbarkeit sowie der Tagesform angepasst und finden in den Patientenzimmern, auf dem Flur/ Balkon oder im Klinikgarten statt. Trainiert wird einzeln oder in kleinen Gruppen, spielerisch und altersgerecht.

Das Bewegungsprogramm zielt darauf ab die jungen Patienten zu aktivieren, motivieren und den erkrankungs- und therapiebedingten Abfall der Leistungsfähigkeit zu mindern. Im Vordergrund stehen die Schulung der Koordinations- und Ausdauerleistungsfähigkeit sowie die Steigerung der Kraftfähigkeit. 

Wissenschaftliche Studien zur Sporttherapie

In enger Kooperation mit dem Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Technischen Universität München wird das Bewegungs- und Sportangebot wissenschaftlich begleitet.

Diese Studien sollen zum Erkenntnisgewinn und zur Optimierung der Angebote beitragen sowie langfristig die Verstetigung der sporttherapeutischen Betreuung unterstützen.

Kontakt

Dr. Sabine Kesting
Dominik Gaser

Telefon: 089-3068-7411
E-Mail: Sportteam.kinderonkologie.server-mail(at)mri.tum.de

Palliativbetreuung

Das Palliativteam „Kleine Riesen“ gewährleistet die Palliativversorgung für krebskranke Kinder und Jugendliche mit umfassender ärztlicher, pflegerischer und psychosozialer Betreuung. Die besondere Stärke unseres palliativmedizinischen Angebotes besteht in der engen Verbindung zwischen ambulanter und stationärer/teilstationärer Betreuung durch Kontinuität des betreuenden Teams von Beginn der Erkrankung an.

Die Qualität unserer Arbeit wird durch enge Kooperation eines multiprofessionell ausgerichteten Teams mit hoher ärztlicher, pflegerischer und psychosozialer Kompetenz erreicht. Wichtig ist uns dabei, dass Patienten und ihre Familien von Ärzten und Pflegern betreut werden mit denen sie vertraut sind. Das Vertrauensverhältnis ermöglicht uns auf persönliche, kulturelle und spirituelle Bedürfnisse individuell einzugehen. „Kleine Riesen“ bietet eine Versorgung zu Hause an und einen 24h Rufdienst.

Enge Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Kinderhospiz München (AKM)

Alle betroffenen Familien, die bei uns in der Kinderonkologie behandelt werden, können Unterstützung des Ambulanten Kinderhospizes München in Anspruch nehmen.

Überwiegend ehrenamtlich arbeitende Familienhelfer kommen entweder in die Wohnung der Familie, betreuen dort Geschwisterkinder und erledigen Hausarbeiten oder sie kommen zu dem kranken Kind in unsere Kinderklinik.

Vorgestellt: Hämatologie, Onkologie - Medizin, Mitarbeiter und Kontakte