Die Behandlung

Die Behandlung eines Kindes oder Jugendlichen mit einer bösartigen Erkrankung umfasst weit mehr als nur die ursächliche Therapie.

Je nach Komplexität und Intensität der Therapie wird diese stationär oder ambulant durchgeführt. Neben der hoch-spezialisierten medizinischen und pflegerischen Betreuung ist immer unser psychosoziales Team involviert. Daneben steht den Patienten und Angehörigen ein umfangreiches Betreuungsangebot zur Verfügung.

Unser Behandlungsspektrum im Überblick

Wir behandeln alle bösartigen Erkrankungen

  • Solide Tumore
  • Leukämien
  • Lymphome
  • Myelodysplastisches Syndrom
  • angeborenes Knochenmarkversagen
  • Hämophagozytische Lymphohistiozytose
  • Langerhanszell-Histiozytose
  • Hämoglobinopathien
  • Immunthrombozytopenie
  • Gerinnungsstörungen

Stationäre Behandlung und Chemotherapien

Meistens erfolgt die erste Diagnostik auf unserer Station 10k. Bei vielen Erkrankungen werden außerdem wiederholt Zyklen einer intensiven Chemotherapie durchgeführt, die eine stationäre Betreuung erforderlich machen.

Zwischen den stationären Chemotherapiezyklen und zur weiteren Diagnostik stellen sich die Patienten in der Tagesklinik oder Ambulanz vor.

Ambulante Behandlung (Tagesklinik)

In unserer Tagesklinik 10AT führen wir Laborkontrollen, ambulante Chemotherapien und Transfusionen durch.

Darüberhinaus erfolgen dort bildgebende Untersuchungen (CT. MRT, Sonographie) und kleine Eingriffe wie Knochenmark-und Lumbalpunktionen tagesklinisch.

Nach Beendigung der onkologischen Therapie und nach Stammzelltransplantation werden die Patienten ebenfalls im Rahmen der Nachsorge in der Tagesklinik betreut.

Die Nachsorge dient nicht nur der frühzeitigen Entdeckung eines Rezidives, sondern auch besonders der Erkennung und Behandlung von Folge- und Langzeitschäden der Therapie.

Stammzelltransplantation (SCT)

Die Transplantation von blutbildenden Stammzellen wird längst nicht mehr nur zur Therapie von Leukämien eingesetzt, sondern auch in der Behandlung z.B. von Sichelzellanämien, Thalassämien und anderen angeborenen Erkrankungen sowie manchmal auch von soliden Tumoren.

Wir bieten an der Kinderklinik München Schwabing alle Arten von Stammzelltransplantation an: Fremdspender Transplantation, Geschwistertransplantation, haploidente Transplantation (z.B. von einem Elternteil) und autologe Stammzelltransplantation.

Die zu transplantierenden blutbildenden Stammzellen können entweder aus dem Knochenmark oder aus der Blutbahn eines Spenders gewonnen werden. Bei autologen SCT erhält der kleine Patient seine eigenen Blutstammstellen zurück, die vor der Therapie seinem Blut entnommen und tiefgefroren wurden.

Durch den geplanten Neubau wird unsere Stamzelltransplantationsabteilung mit 6 hochmodernen Einheiten deutlich vergrößert.

Psychosoziale Begleitung durch Ihren Familienbegleiter

Die Krebserkrankung eines Kindes oder Jugendlichen stellt nicht nur die Betroffenen selbst sondern auch ihre Familien vor eine Vielzahl von Herausforderungen, die nicht nur den medizinischen und pflegerischen Bereich betreffen, sondern in alle Lebensbereiche hineinreichen. 

Unser Team aus Sozialpädagogen, Psychologen und Erzieherinnen begleitet den Patienten und seine Familie während der ganzen Therapie.

Die pädagogischen Mitarbeiterinnen sorgen durch Spiel- und Beschäftigungsangebote sowie durch die Organisation von Festen und Aktivitäten für Abwechslung vom Klinikalltag.

Ein Mitarbeiter des psychosozialen Teams nimmt bereits zu Beginn, kurz nach Ihrem ersten Eintreffen in unserer Klinik, Kontakt zu Ihnen auf und bleibt für die gesamte Behandlung Ihr „Familienbegleiter“.

Dieser Mitarbeiter steht Ihnen als Gesprächspartner jederzeit zur Verfügung. 

Ihr Familienbegleiter bleibt auch in ambulanten Behandlungsabschnitten und  Behandlungspausen Ihr kontinuierlicher Ansprechpartner. 

Die Aufgaben sind ...

  • der Familienbegleiter begleitet die gesamte Familie z.B. bei Arztgesprächen, Untersuchungen und der Bewältigung des Klinikalltags
  • der Familienbegleiter berät und unterstützt Sie z. B.
     - bei der Organisation von Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern in der Nähe der Klinik
     - bei der Herstellung von Kontakten zu niedergelassenen Therapeuten und Beratungsstellen im Bedarfsfall
     - bei der Neuorganisation des familiären, schulischen und beruflichen Alltages
     - bei sozialrechtlichen Fragen und materiellen Notlagen
  • der Familienbegleiter organisiert zum Ende der Behandlung
     - ein passendes Rehabilitationsangebot 
     - Kontakte zu entsprechenden psychosozialen Nachsorgeangeboten

Sport- und Bewegungstherapie

Bewegung und Sport spielen eine sehr wichtige Rolle für die körperliche, geistige und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass strukturierte Bewegungs- und Sportangebote erfolgreich in der Kinderonkologie umsetzbar sind – bei geringem Risiko. Sie haben einen positiven Einfluss auf Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Lebensqualität und Fatigue.

Mitmachen können alle jungen Patienten ab 3 Jahren. Das tägliche Sportprogramm wird sowohl auf der Station als auch in der Tagesklinik angeboten und von 2 erfahrenen Sportwissenschaftlern durchgeführt. Die Trainingsinhalte werden kontinuierlich mit Ärzten und Physiotherapeuten abgestimmt und ergänzen die medizinische Therapie in der Akutphase, Dauertherapie und in der Nachsorge. Die Trainingseinheiten werden der individuellen Belastbarkeit sowie der Tagesform angepasst.    

Trainiert wird einzeln oder in kleinen Gruppen, spielerisch und altersgerecht. Das Bewegungsprogramm zielt darauf ab die jungen Patienten zu aktivieren, motivieren und den erkrankungs- und therapiebedingten Abfall der Leistungsfähigkeit zu mindern. Im Vordergrund stehen die Schulung der Koordinations- und Ausdauerleistungsfähigkeit sowie die Steigerung der Kraftfähigkeit. 

Wissenschaftliche Studien zur Sporttherapie

In enger Kooperation mit dem Lehrstuhl für Präventive Pädiatrie der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Technischen Universität München wird das Bewegungs- und Sportangebot wissenschaftlich begleitet.

Diese Studien sollen zum Erkenntnisgewinn und zur Optimierung der Angebote beitragen sowie langfristig die Verstetigung der sporttherapeutischen Betreuung unterstützen.

Kontakt

Dr. Sabine Kesting
Dominik Gaser

Telefon: 089-3068-7411
E-Mail: Sportteam.kinderonkologie.server-mail(at)mri.tum.de

Palliativbetreuung

Das Palliativteam „Kleine Riesen“ gewährleistet die Palliativversorgung für krebskranke Kinder und Jugendliche mit umfassender ärztlicher, pflegerischer und psychosozialer Betreuung. Die besondere Stärke unseres palliativmedizinischen Angebotes besteht in der engen Verbindung zwischen ambulanter und stationärer/teilstationärer Betreuung durch Kontinuität des betreuenden Teams von Beginn der Erkrankung an.

Die Qualität unserer Arbeit wird durch enge Kooperation eines multiprofessionell ausgerichteten Teams mit hoher ärztlicher, pflegerischer und psychosozialer Kompetenz erreicht. Wichtig ist uns dabei, dass Patienten und ihre Familien von Ärzten und Pflegern betreut werden mit denen sie vertraut sind. Das Vertrauensverhältnis ermöglicht uns auf persönliche, kulturelle und spirituelle Bedürfnisse individuell einzugehen. „Kleine Riesen“ bietet eine Versorgung zu Hause an und einen 24h Rufdienst.

Enge Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Kinderhospiz München (AKM)

Alle betroffenen Familien, die bei uns in der Kinderonkologie behandelt werden, können Unterstützung des Ambulanten Kinderhospizes München in Anspruch nehmen.

Überwiegend ehrenamtlich arbeitende Familienhelfer kommen entweder in die Wohnung der Familie, betreuen dort Geschwisterkinder und erledigen Hausarbeiten oder sie kommen zu dem kranken Kind in unsere Kinderklinik.

Weitere Betreuungsangebote

In unserem Kindergarten, aber auch in den Patientenzimmern können die Patienten durch eine Erzieherin mit betreut werden.

Eine Ernährungsberaterin unterstützt die Eltern und Pateinten in diätetischen Fragen, z.B. bei Chemotherapie-bedingter Gewichtsabnahme.   

Ein Schachlehrer, die Klink-Clowns und das Projekt „Frucht-Alarm“ sorgen für weitere Ablenkung vom Stationsalltag.

Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern/Angehörige

Bis zum Alter von 6 Jahren kann eine Begleitperson mit aufgenommen werden. In Einzelfällen ist dies auch bei älteren Patienten möglich.

Wir verfügen über weitere Möglichkeiten der Unterbringung von Angehörigen in der unmittelbaren Nähe der Klinik, z.B. Elternwohnungen.

Schule für Kranke

Ein schwere und langwierige Erkrankung reißt den Patienten aus seiner gewohnten Umgebung heraus. Besonders der Kontakt zu den Schulkameraden ist dadurch gefährdet.

Unsere Lehrer und Lehrerinnen der Schule für Kranke sorgen von Anfang an dafür, dass ein Austausch mit Heimatschule bestehen bleibt und unterrichten auch im Krankenhaus je nach Bedarf und Befinden des Kindes.

Wir bieten ihnen auf Wunsch auch an, dass eine Ärztin und eine Lehrerin die Heimatschule besuchen, um die Fragen und Sorgen der Mitschüler und Lehrer altersgerecht und einfühlsam zu beantworten. Natürlich nur wenn dies vom Patienten und seinen Eltern gewünscht wird.

Vorgestellt: Hämatologie, Onkologie - Medizin, Mitarbeiter und Kontakte