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Aktuelle Mitteilung der München Klinik

Meldung
08.06.202212:33 Uhr

MüK-Kriseninterventionsteam war das Erste in deutschen Kliniken – und unterstützt als einziges ALLE Menschen im Krankenhaus

Psychosozialer Unterstützungsbedarf für Mitarbeitende und Patient*innen ist in der aktuellen Zeit besonders groß

Im Krankenhaus liegen Alltag und Ausnahme nah zusammen: Psychosoziale Unterstützung für Mitarbeitende, Patient*innen und Angehörige hat in der München Klinik hohe Priorität.

Deutschlandweit einzigartig: Ein eigenes Kriseninterventionsteam unterstützt alle Menschen im Krankenhaus gleichermaßen in emotionalen Ausnahmesituationen. Rund 30 Kolleg*innen aus verschiedenen Fachbereichen und Berufsgruppen engagieren sich.

Psychosoziale Unterstützung auch für Patient*innen und Angehörige bedeutet große Entlastung für das Pflegepersonal, das sonst in Krisensituationen enorm beansprucht würde.

München, 8. Juni 2022. „Da sein in der Krise, zuhören, entlasten und die ersten Schritte in eine veränderte Wirklichkeit begleiten“, so beschreibt Simone Schwabe die Rolle der Krisenintervention. Sie ist Koordinatorin und fachliche Leitung des Kriseninterventionsteams (KiT) der München Klinik. Sie und ihr Team werden gerufen, wenn eine Operation unerwartet mit schweren Komplikationen verläuft oder es eine lebensverändernde Diagnose gibt. Oder, wenn ein Team auf eine Kollegin wartet, die nie mehr zum Dienst antreten wird. Dann überbringt das KiT auch manchmal die Todesnachricht in Begleitung von Ärzt*innen und Vorgesetzten, hält das Entsetzen mit aus und übernimmt während der Akutintervention bei Bedarf auch einmal den (Not-) Dienst auf Station, bis sich das Team zumindest etwas sammeln konnte oder Ersatz gefunden wurde. KiT schließt im Krankenhaus eine Lücke – und entlastet die Mitarbeiter*innen.

Als erste Klinik in Deutschland hat die München Klinik 2008 ein eigenes KiT-Team am Standort Neuperlach gegründet. Im Jahr 2017 wurde es als Teil des übergreifenden Betrieblichen Gesundheitsmanagements auf alle fünf Standorte des Klinikverbundes ausgeweitet und mit dieser Ausweitung die Einsatzzahlen um 300 Prozent gesteigert. Das zeigt die hohe Relevanz im Krankenhaus und die enorme Entlastung, die professionelle Krisenintervention für die Stationsteams schaffen kann. Noch heute sind solche internen Unterstützungseinheiten in deutschen Krankenhäusern jedoch nur vereinzelt etabliert und beschränken sich auf die Betreuung der Klinikbeschäftigten. Als einziges KiT-Team in Deutschland versorgt das KiT der München Klinik dagegen alle akut hilfsbedürftigen Menschen im Krankenhaus – Beschäftigte, Patient*innen und deren Angehörige – und hat damit ein bis heute hierzulande einzigartiges psychosoziales Unterstützungsangebot im Krankenhaus geschaffen.

Einzigartig: Unterstützung für alle entlastet das Pflegepersonal

„Psychosoziale Unterstützung für unsere Beschäftigten, aber auch für Patient*innen und deren Angehörige hat für uns einen hohen Stellenwert, nicht erst seit der Pandemie. Wir schaffen damit ein Auffangnetz für berufliche Ausnahmesituationen, aber auch wenn die private Welt unserer Mitarbeitenden aus den Fugen gerät. Hier übernimmt die München Klinik als Arbeitgeberin Verantwortung. Der Krisenintervention kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie kann helfen, mittel- und langfristige Folgen zu verringern – das muss vielerorts noch besser erkannt und sollte auch besser finanziert werden“, sagt Susanne Diefenthal, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der München Klinik. Die Verfügbarkeit von professioneller Krisenintervention für alle Menschen im Krankenhaus kommt dabei insbesondere dem Pflegepersonal zugute. Denn das Personal wird dadurch in Krisensituationen vom KiT entlastet und muss diese Situationen nicht selbst auffangen. Koordinationsleiterin Schwabe: „In Ausnahmesituationen werden Mitarbeitende enorm beansprucht – inmitten der Stationsabläufe wird die Zeit und Zuwendung für bspw. trauernde Angehörige da zu sein oft den eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Es entlastet, wenn man diese Arbeit abgeben darf und die Patient*innen oder deren Angehörige in der Krise in guten Händen weiß. Dann geht man mit dem Gefühl nach Hause, allumfassend einen guten Job gemacht zu haben. Darum gibt es bei uns Krisenintervention für ALLE, die letztlich auch immer allen Seiten zugutekommt.“

Krise hat viele Gesichter

Krisensituationen sind unvorhersehbar. Die Personen sind in diesen Ausnahmesituationen oft eingeschränkt in ihrer Handlungsfähigkeit, da das Ereignis so einschneidend ist, dass bisher gültige, bewährte Bewältigungsstrategien nicht mehr ausreichen. In solchen Situationen ist es wichtig, dass die betroffenen Personen nicht alleine sind und einen kompetenten Gesprächspartner an der Seite haben, der sich auskennt und die Zeit zum Zuhören und Begleiten hat. Zu den Ereignissen, bei denen das KiT das Personal, Patient*innen oder deren Angehörige direkt vor Ort, im Büro oder telefonisch unterstützt, gehören mitunter plötzliche Todesfälle, schwere (Arbeits-)Unfälle, plötzliche schwere Erkrankungen, Großschadenslagen, Kriminaldelikte, der Tod eines Team-Kollegen, Kindstod, Unfälle mit Kindern und Jugendlichen oder Suizide. Die betroffenen Personen werden aus der akuten Situation immer mit Nachsorgeempfehlungen entlassen. Das KiT hat Kontakte zu einer Vielzahl an Nachsorgeeinrichtungen in und um München zu den verschiedensten Einsatzschwerpunkten. Mitarbeiter*innen erhalten einige Wochen nach dem krisenhaften Ereignis einen Nachsorgebrief und haben immer die Möglichkeit sich jederzeit unbürokratisch zu melden.

365 Tage im Jahr sind Kolleg*innen für ihre Kolleg*innen einsatzbereit

Das KiT der München Klinik ist rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr im Einsatz. Als multiprofessionelles und interdisziplinäres Team ist es zusammengesetzt aus Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflegekräften, Seelsorgern, Notfallsanitätern, Hebammen, Ärzten, Psychologen und Sozialpädagogen. Die Mitglieder stammen aus allen fünf Standorten der München Klinik und haben eine speziell konzipierte Ausbildung inklusive einer individuellen Hospitationszeit. Die München Klinik unterstützt die Krisenintervention, die deutschlandweit an Kliniken Vorbildfunktion hat, mit eigenen Vollzeitstellen. Die 50-stündige Ausbildung der aktuell 28 KiT-Kolleg*innen und deren Einsätze werden bezahlt. „Neben der Ausbildung und der hauptberuflichen Tätigkeit gehört ein starkes persönliches Engagement dazu, in Krisensituationen da zu sein und Einsätze zu leisten“, so Koordinationsleitung Schwabe.

1800 Einsätze in der Corona-Pandemie: Krisenintervention als wichtige Säule für das Personal

In der Pandemie ist die Krisenintervention im Krankenhaus noch wichtiger und vielseitiger geworden. Hier unterstützt das KiT-Team vor allem auf den hochbelasteten Stationen, durch aufsuchende Arbeit wie das Gespräch auf dem Flur oder durch gezielte Einzel- und Teaminterventionen. Rund 1800 Einsätze waren es allein in den vergangenen zwei Pandemiejahren, einen großen Anteil nahmen Kolleg*innen und deren Nöte in Anspruch. In der Pandemie gab es immer wieder Einsätze und Gespräche vor Ort, etwa, wenn in einer Schicht in kurzer Zeit gleich mehrere Menschen auf einer Station an Corona sterben. „Wir geben dem Team Raum, das auszusprechen, was sonst unausgesprochen bleibt. Zu sehen, dass es dem Kollegen genauso schlecht geht wie mir, kann entlastend sein“ beschreibt Simone Schwabe. Wenn Angehörige leiden, entsteht oft ein hoher Anspruch an das pflegerische Team. Unter anderem muss es versuchen, verzweifelte Angehörige am Telefon zu begleiten. Gerade die Besuchseinschränkungen, die aus Infektionsschutzgründen wichtig sind, stellen für Corona-Patienten aber auch für Langlieger auf z.B. onkologischen Stationen eine große Belastung dar. Hier kann KiT zusammen mit der Klinikseelsorge Brücken bauen – und sollte dennoch ein Todesfall eintreten, werden die Angehörigen von bekannten Ansprechpartner*innen weiterbetreut.

Krieg gegen die Ukraine: Ansprechpartner für betroffene Kolleg*innen

In der München Klinik arbeiten Menschen aus über 80 Nationen, darunter auch Mitarbeitende mit ukrainischen Wurzeln, die direkt von den Kriegsgeschehnissen betroffen sind. Auch hier nimmt das KiT eine zentrale Rolle als interne Anlaufstelle für Kolleg*innen mit dem Wunsch nach psychosozialer Unterstützung ein. Zusätzlich wurden frühzeitig nach Kriegsbeginn weitere Angebote für die Beschäftigten geschaffen. Über den Partner „pme Familienservice“ wurde eine mehrsprachige 24/7-Krisenhotline für Beschäftigte und deren Angehörige eingerichtet. Dort erhalten die Mitarbeitenden neben einem Beratungsangebot auch Hilfe bei der Suche von Unterbringungsmöglichkeiten oder Soforthilfe bei Traumatisierungen. Auch über städtische Hilfsangebote und Hilfewege für Geflüchtete informiert die München Klinik ihre Mitarbeitenden immer aktuell.

Pflege im Fokus: Die München Klinik setzt aktuell neue Maßnahmen und Projekte für die Pflege um und berichtet dazu in den kommenden Wochen ausführlich. Auf den klinikeigenen Social-Media-Kanälen stellt sie begleitend die Professionalität des Pflegeberufs in den Fokus und zeigt in spannenden Insights, was Pflege wirklich (aus-)macht. Die weiteren Themen aus dieser Pflegeserie folgen im Wochentakt auch in Form von Presseinformationen. Ein Überblick über die bisherigen Themen: https://www.muenchen-klinik.de/jobs/pflege/zukunft

Die München Klinik ist mit Kliniken in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Europas größter Hautklinik in der Thalkirchner Straße Deutschlands zweitgrößte kommunale Klinik und der größte und wichtigste Gesundheitsversorger der Landeshauptstadt München. Die München Klinik bietet als starker Klinikverbund Diagnostik und Therapie für alle Erkrankungen in München und im Umland und genießt deutschlandweit einen ausgezeichneten Ruf – mit innovativer und hoch spezialisierter Medizin und Pflege und gleichzeitig als erster Ansprechpartner für die medizinische Grundversorgung. Rund 135 000 Menschen lassen sich hier im Schnitt pro Jahr stationär und teilstationär behandeln. Mit jährlich über 6000 Geburten kommen hier deutschlandweit die meisten Babys zur Welt. Auch in der Notfallmedizin ist die München Klinik die Nummer 1 der Stadt: Bis zu 160 000 Menschen werden jedes Jahr in den vier Notfallzentren aufgenommen – das entspricht rund einem Drittel aller Notfälle der Landeshauptstadt. Die Kliniken sind entweder Lehrkrankenhaus der Ludwig-Maximilians-Universität oder der Technischen Universität München. Die hauseigene Pflege-Akademie ist mit rund 500 Ausbildungsplätzen die größte Bildungseinrichtung im Pflegebereich in Bayern. Als gemeinnütziger Verbund finden in der München Klinik Daseinsvorsorge und herausragende Medizin zusammen und stellen das Gemeinwohl in den Vordergrund: Über die medizinisch-pflegerische Versorgung hinaus gibt es großen Bedarf, der vom Gesundheitssystem nicht refinanziert wird – wie etwa das Spielzimmer für Geschwisterkinder. Und auch die Mitarbeitenden aus Medizin und Pflege, die sich mit ihrer täglichen Arbeit für die Gesundheitsversorgung Münchens einsetzen, können von Zuwendungen in Form von Spenden profitieren – beispielsweise durch die Finanzierung von zusätzlichem Wohnraum. Dafür zählt jeder Euro.

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