Darmspiegelung (Koloskopie)

Die Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, verhilft zu detaillierten Einblicken in das Innere des Dickdarms. Sie gelten als die Vorsorgeuntersuchung gegen Darmkrebs und viele niedergelassene Internisten und Gastroenterologen haben sich darauf spezialisiert. Während der Darmspiegelung können nicht nur die Schleimhäute nach Entzündungen, Polypen, Blutungsquellen oder sonstigen krankhaften Veränderungen abgesucht, sondern auch gleich diverse Eingriffe vorgenommen werden. 

Warum sollte eine Darmspiegelung in einer Klinik erfolgen?

Darmspiegelungen gelten als die Vorsorgeuntersuchung gegen Darmkrebs und viele niedergelassene Internisten und Gastroenterologen haben sich darauf spezialisiert.

Patienten mit schweren Vorerkrankungen oder einem schlecht einstellbaren Diabetes können während der Darmspiegelung jedoch oftmals besser in einer großen Klinik betreut werden als in Praxen.

Auch Spezialfälle wie Patienten mit bestimmten mechanischen Herzklappen, die ihre blutverdünnenden Medikamente selbst kurzzeitig nicht absetzen dürfen, und Bluter (Hämophilie-Patienten) sind bei unseren Kardiologen und Gefäßspezialisten in besten Händen.

Wenn Verwachsungen die Passage des Darms massiv erschweren, wie dies beispielsweise bei der Divertikel-Erkrankung gelegentlich vorkommt, können unsere Gastroenterologen mit Spezialinstrumenten dennoch eine Darmspiegelung durchführen.

In den extrem seltenen Fällen, wenn sich unabsichtlich aufgetretene Löcher in der Darmwand nicht mehr endoskopisch verschließen lassen, stellen große chirurgische Abteilungen einen hohen Sicherheitsfaktor für die Patient*innen dar.

Falls Verdachtsmomente auf eine schwere Darmerkrankung vorliegen, sollte die Darmspiegelung möglichst direkt in einer Klinik erfolgen. Wir arbeiten sehr eng mit den niedergelassenen Ärzten zusammen.

In welchen Fällen ist eine Darmspiegelung sinnvoll?

  • unklare Blutarmut (Anämie)
  • schlimmer oder lang anhaltender Durchfall bzw. Bauchschmerzen
  • akute Blutungen im Darm
  • Blut im Stuhl
  • bei Verdacht oder Diagnose Darmkrebs
    Liegt ein Verdacht oder gar die Diagnose „Darmkrebs“ vor, verschafft die Darmspiegelung (Koloskopie) wichtige Mosaikbausteine für ein konkretes Bild von der Erkrankung: Wo ist der Tumor aufgetreten? Welche Größe hat er erreicht? Wie tief ist er bereits in die Darmwand eingewachsen? Ist der Dickdarm an der Stelle des Krebses noch durchgängig? Noch während der Darmspiegelung entnehmen wir Gewebeproben, die unsere Pathologen anschließend unter dem Mikroskop untersuchen, wodurch sich der Grad der Bösartigkeit der Krebszellen bestimmen lässt.  
  • bei Verdacht auf entzündliche Darmerkrankungen
    Bei einem Verdacht auf eine entzündliche Darmerkrankung – Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa – können wir uns ebenfalls das beste Bild mittels einer Koloskopie verschaffen. Unsere Darm-Experten können erkennen, welche Bereiche des Darms entzündet sind, wie weit sich die Entzündungen ausbreiten und wie stark sie ausgeprägt sind. Sie entnehmen Gewebeproben, mit deren Hilfe unsere Pathologen die Erkrankung eindeutig identifizieren können. 

Wie wir die Darmspiegelung mit unseren Patienten vorbereiten

Alle Patienten, die zu uns zur Darmspiegelung kommen, erhalten vorab einen Untersuchungstermin in unserer Ambulanz. Ein Arzt bespricht mit Ihnen, unter welchen Symptomen Sie leiden, und informiert sich über Vorerkrankungen und Medikamente.

Als sehr hilfreich hat sich erwiesen, wenn die Patienten zu diesem Termin eine Aufstellung über ihre Medikamente und Befunde von Vorerkrankungen mitbringen. „Wir informieren alle Patienten sehr ausführlich über den Ablauf der Darmspiegelung und die dazu nötigen Vorbereitungen“, versichert Oberärztin Dr. Irene Klingenberg. Bereits einige Tage vorher sollten Sie als Patient keine Eisenpräparate. Auch blutverdünnende Medikamente wie Marcumar müssen einige Tage vorher abgesetzt werden – dies erklären wir Ihnen beim Vorgespräch.

Was Sie zum Vorgespräch mitbringen sollten

  • Aufstellung Ihrer Medikamente
  • Befunde von Vorerkrankungen
„Wir informieren alle Patienten sehr ausführlich über den Ablauf der Darmspiegelung und die dazu nötigen Vorbereitungen“
Dr. Irene Klingenberg, Oberärztin München Klinik Bogenhausen

Was dürfen Sie noch essen?

Damit der Gastroenterologe die beste Sicht auf die Darmwände hat, sollte der Darm sauber sein. Daher müssen Patienten vor einer Darmspiegelung einige Essensregeln befolgen.

Die wichtigste ist, fünf Tage vor der Untersuchung auf ballaststoffarme und leicht verdauliche Nahrung umzustellen. Die Diätkost erleichtert die spätere Darmreinigung.

Was Sie nicht essen sollten

Auf gar keinen Fall sollten Sie Müsli oder Nahrungsmittel mit Körnern oder Kernen zu sich nehmen. Das gilt für Mohnbrötchen wie auch für Obst und Gemüse wie z.B. Weintrauben, Erdbeeren, Kiwis, Zucchini, Tomaten etc. Auch auf quellende Nahrungsmittel wie Kleie oder Flohsamen sollten Sie verzichten. 

Der Essensplan

Die Vorbereitung auf die Operation

Unsere Endoskopie-Räumlichkeiten und unsere Endoskopie-Ausstattung gehören zu den modernsten Deutschlands. Wir setzen Endoskope der neuesten Generation mit hochauflösender Bildtechnik und extragroßen Monitoren ein.

All unsere Patienten – außer auf ausdrücklichen Wunsch – erhalten für die Darmspiegelung eine Sedierung, wir versetzen sie also in einen vorübergehenden künstlichen Schlaf. Sie nehmen daher den Ablauf der Darmspiegelung nicht wahr, ihre gesamten Körperfunktionen (Atmung, Herzschlag, Harnblasenfunktion) bleiben jedoch erhalten.

Zwar ist Darmschleimhaut selbst nicht sensibel, so dass selbst Probenentnahmen mit der Zange oder das Abtragen von Polypen mit Schlingen keine Schmerzen verursachen.

Trotzdem empfinden die meisten Patienten die Darmspiegelung selbst durch die Zug- und Scherkräfte am Darm als unangenehm. Mit Hilfe der Sedierung wirkt die Endoskopie kaum belastend.

So läuft eine Darmspiegelung im Detail ab

Wann Viszeralchirurgen hinzugezogen werden

„In manchen Fällen rufen wir noch während der Darmspiegelung einen Viszeralchirurgen hinzu und beraten gemeinsam, ob für den Patienten die Abtragung von innen oder eine Operation am sinnvollsten ist“, schildert Dr. Irene Klingenberg, Oberärztin der Klinik für Gastroenterologie in Bogenhausen.

Die enge Zusammenarbeit mit den auf den Bauchraum spezialisierten Viszeralchirurgen im gleichen Hause gereicht den Patient*innen beispielsweise bei schwierigen Polypen zum Vorteil. Haben unsere Gastroenterologen größere oder mehrere Polypen entfernt, behalten wir unsere Patienten für in der Regel eine bis zwei Nächte in der Klinik, um Komplikationen sicher ausschließen zu können.

Was geschieht nach der Koloskopie?

Nach der Koloskopie fahren unsere Pflegekräfte die Patienten in einen Aufwachraum, wo sie dann meist noch eine halbe bis eine Stunde ausschlafen.

In der Regel dürfen die Patienten noch am selben Tag nach Hause, sollten sich aber von einem Angehörigen abholen und für die nächsten 24 Stunden betreuen lassen. 

Wie können Sie sich bei uns zur Untersuchung anmelden?

In unseren Kliniken können wir Darmspiegelungen auch als ambulante Untersuchungen durchführen, dazu benötigen wir eine Überweisung des Internisten oder Hausarztes.

Soll die Darmspiegelung im Rahmen eines stationären Aufenthalts erfolgen, ist eine Krankenhaus-Einweisung durch den niedergelassenen Arzt erforderlich.

Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Darmspiegelung

Dr. med. Marco
Ärztliche Leitung
Dr. med. Marco Rudolph
Prof. Dr. med. Wolfgang
Chefarzt, Leitung der Darmkrebs- & Pankreaskarzinomzentren
Prof. Dr. med. Wolfgang Schepp
Dr. med. Martin
Leitender Oberarzt, Koordinator der Darmkrebs- & Pankreaskarzinomzentren
Dr. med. Martin Fuchs
Dr. med. Joachim
Leitender Oberarzt
Dr. med. Joachim Klose

Warum Risiken und mögliche Komplikationen gering ausfallen

Strenge Kontrollen und Hygienemaßnahmen

Unsere Geräte werden vor jedem Patienten systematisch gereinigt und aufbereitet. Dazu verfügt unsere Klinik über Wasch- und Trockengeräte der neuesten Generationen und wir befolgen klare Hygiene-Leitlinien. Regelmäßig werden unsere Geräte und Abläufe strengen Kontrollen unterzogen.

Hoher Sicherheitsstandard

Die Expertise und Erfahrung unserer Mediziner, aber auch der fachlich versierten Pflegekräfte, gewährleistet einen hohen Sicherheitsstandard.

Als mögliche, wenn auch extrem seltene Komplikationen kann beim Abtragen von Polypen oder Karzinomen im Anfangsstadium ein Loch in der Darmwand entstehen, das sich nicht mehr von innen schließen lässt.

In ebenfalls sehr seltenen Fällen – und meist nur nach vorhergegangenen Darm-Operationen – könnte das Koloskop die Darmwand durchstoßen. Da wir jedoch stets unsere hochqualifizierten Viszeralchirurgen im Hintergrund wissen, können wir schnell adäquate Maßnahmen einleiten, die nur bei einem Maximalversorger möglich sind.

Zusammenarbeit mit Viszeralchirurgen

„Wir beherrschen ein sehr breites Spektrum an Eingriffen, aber wir kennen auch unsere Grenzen genau. Wir wissen, welche Geschwulste sich bei einer Koloskopie abtragen lassen und wann wir besser einen Viszeralchirurgen hinzuziehen“, betont Oberärztin Dr. Irene Klingenberg. Somit falle die Komplikationsrate – trotz teilweise komplexer Eingriffe – sehr niedrig aus.

Darm- und Bauchwanderkrankungen im Überblick