Lungen-OP, Thorax-OP

Operationen an der Lunge und im Brustkorb (Thorax) erfolgen zum überwiegenden Teil aufgrund bösartiger Erkrankungen: Tumore oder Absiedlungen (Metastasen) müssen mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernt werden. Aber auch Rippenfellvereiterungen, Verletzungen, der Lungenkollaps (Pneumothorax) und Brustkorbdeformitäten gehören zum Spektrum der Thoraxchirurgie.

Bei welchen Krankheiten erfolgt eine Lungen-OP?

Operationen an der Lunge und dem Thorax können angesagt sein bei
  • Lungenkrebs
  • Lungenmetastasen
  • Thymome, Thymusdrüse
  • Erkrankungen des Mittelfellraums
  • Pleuraempyem
  • Pneumothorax
  • Brustkorbdeformitäten
  • Lungenemphysem / COPD: Sind Teile der Lunge aufgrund einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) mit Lungenemphysem stark überbläht, kann eine operative Entfernung dieser stark veränderten und funktionslosen Lungenbereiche die Lungenkraft verbessern. Dieser Eingriff wird als Lungenvolumenreduktion bezeichnet. Anhaltende oder wiederkehrende Einrisse in überblähten Lungenabschnitten können wir operativ abdichten.
  • Entzündlich zerstörte Lungenabschnitte, Pilzerkrankungen oder Atemwegsaussackungen (Bronchiektasen): Zumeist bringt nur die operative Entfernung der betroffenen Lungenabschnitte einen anhaltenden Erfolg bei diesen Erkrankungen.
  • Angeborene Lungenfehlbildungen: Betroffene Lungenabschnitte entfernen wir je nach Alter der Patienten mittels der Schlüsselloch-Methode oder herkömmlicher Operationstechniken.
  • Erkrankungen der Luftröhre: Tumore oder narbige Verengungen in der Luftröhre können erfordern, dass ein Teil der Luftröhre entfernt werden muss. Je nachdem, welcher Abschnitt der Luftröhre betroffen ist, erfolgen die Eingriffe an der Luftröhre entweder über einen Schnitt am unteren Halsende oder durch Öffnung des Brustbeins oder über die seitliche Öffnung des Brustkorbs.
  • Herzbeutel-Erguss (Perikard-Erguss): Da die Pumpleistung des Herzens stark beeinträchtigt wird, wenn sich im Herzbeutel Flüssigkeit ansammelt, erfolgt in diesen Fällen ein minimal-invasiver Eingriff: Wir legen eine Öffnung - ein sogenanntes Fenster - am Herzbeutel an, damit die Flüssigkeit daraus abrinnen kann.

Warum die video-assistierte Thorakoskopie Methode der Wahl ist

Über 90 Prozent der Eingriffe nehmen die Thoraxchirurgen in unserer Klinik über die video-assistierte Thorakoskopie (VATS) vor. Durch einen kleinen Hautschnitt führen sie das stabförmige Thorakoskop, das vorne Licht und einen Kamerachip trägt, zwischen zwei Rippen hindurch in die Brusthöhle ein. Auf hochauflösenden Bildschirmen können die Chirurgen das Operationsgebiet stark vergrößert einsehen. Entweder durch den gleichen Zugang (uniportal) oder aber durch weitere kleine Schnitte bringen sie dann die kleinen Operationsinstrumente ein, die speziell für diese Operationsmethode entwickelt wurden.

Durch die minimal-invasive Thorakoskopie – auch Schlüssellochmethode genannt – können die unangenehmen Belastungen, welche in Folge jeder Operation auftreten, deutlich reduziert werden:

  • Spürbar weniger Beeinträchtigung der Brustkorbmuskulatur und der Rippen mit ihren empfindlichen Nerven
  • weniger Schmerzen
  • raschere Erholung von der Operation
  • kaum Einschränkungen der Brustkorbbeweglichkeit und damit der Atemfunktion

In der Regel können die Patienten bereits wenige Tage nach der Operation wieder nach Hause entlassen werden.

Operationen bei Lungenkrebs

Die operative Lungenkrebstherapie verfolgt das Prinzip, den Tumor vollständig zu entfernen und dabei möglichst alle Lymphknoten in der betroffenen Brusthöhle mitzunehmen.

Stets muss dabei der gesamte betroffene Lungenabschnitt (Lungenlappen) komplett entfernt werden – selbst wenn der Tumor noch sehr klein ist. Denn anderenfalls wäre das Risiko eines Erkrankungsrückfalls zu groß.

Die Operationsmethoden

Schonende Operationsverfahren für Krebspatienten wichtig

„Möglichst schonende Operationsverfahren sind nicht nur in Hinblick auf den ohnehin schon oft geschwächten Zustand von Krebspatienten ganz entscheidend“, unterstreicht Chefarzt Prof. Johannes Bodner, „Nicht selten schließen sich nach der Operation noch weitere Behandlungsverfahren an, daher ist es wichtig, dass die Patienten so wenig wie möglich durch die Operation belastet werden und sich möglichst rasch erholen.“

Qualitätskriterium zertifiziertes „Lungenkrebszentrum“
Unsere Klinik hat sich bereits 2011 als Lungenkrebszentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizieren lassen. Das Zertifikat garantiert, dass die beteiligten Fachkliniken hohen Anforderungen und Qualitätskriterien entsprechen und vernetzt zusammenarbeiten. Gut strukturierte Verfahrensabläufe – auch mit den niedergelassenen Zuweisern – gehören ebenfalls zu den Voraussetzungen, die wir bei der Zertifizierung als Lungenkrebszentrum erfüllt haben.

Operation von Lungenmetastasen

Die chirurgische Behandlung von Lungenmetastasen verfolgt das Ziel, möglichst alle verdächtigen Veränderungen komplett zu entfernen und dabei möglichst wenig gesundes Lungengewebe mitzunehmen.

Anhand welcher Methode wir Metastasen in der Lunge operieren, hängt von Anzahl, Größe und Lage der Metastasen ab.

Die Operationsmethoden

Thymome, Thymusdrüse (Myasthenie), Erkrankungen des Mittelfellraums

Die aktuellen medizinischen Leitlinien empfehlen, dass Thymome, Geschwüre in der Thymusdrüse, stets operativ entfernt werden, wann immer dies komplett möglich ist. Denn selbst wenn die Veränderungen derzeit noch als gutartig einzuordnen sind, verdrängen sie möglicherweise benachbarte Strukturen und bereiten damit Probleme.

Es besteht zudem das Risiko, dass gutartig erscheinende Thymome entarten könnten. Bei der neurologischen Erkrankung Myasthenie kann – unter bestimmten Umständen – die Entfernung der Thymusdrüse die Beschwerden verbessern.

Die Operationsmethoden

Erkrankungen des Mittelfellraums nur in Spezialzentren
Operationen im Mittelfellraum sind auch bei anderen (seltenen) Tumoren, die im Mittelfell auftreten, angesagt. „Erkrankungen des Mediastinums sollten ausschließlich an thoraxchirurgischen Spezialabteilungen wie bei uns in Bogenhausen behandelt werden“, unterstreicht Chefarzt Prof. Dr. Johannes Bodner. Denn durch deren hohe Expertise sei eine möglichst schonende Operation gewährleistet.

Wann kann der Patient nach Hause?

Die minimal-invasiven Operationen im Mittelfellraum (Mediastinum) belasten die Patienten nicht sehr stark und bereiten auch nur wenig Schmerzen. Meist ist eine Drainage – wenn überhaupt – nur 24 Stunden lang erforderlich und die meisten Patienten können am zweiten Tag nach der Operation wieder heimgehen.

Operationen von eitrigen Rippenfellentzündungen (Pleuraempyem)

Weit fortgeschrittene eitrige Rippenfellentzündungen (Pleuraempyem) können meist nur operativ behandelt werden. Die Operation verfolgt dann mehrere Ziele.

Die Eiteransammlungen, die sich oftmals in einer Eiterhöhle abgekammert haben, beseitigen wir komplett. Somit schaffen wir wieder Platz für die Lunge in der räumlich begrenzten Brusthöhle. Zum  anderen muss die Lunge entfesselt werden.

Die Operationsmethoden

Operation des Pneumothorax

Sollte – meist aufgrund von geplatzten Lungenbläschen – Luft in den Pleuraspalt zwischen Lungen- und Rippenfell eindringen, geht der Unterdruck verloren, den die Lunge braucht, um sich aufzuspannen.

Entfaltet sich die Lunge trotz einer Drainage, die die Luft aus der Lunge absaugt, auch nach mehreren Tagen nicht, ist eine operative Behandlung angezeigt.

Die Operationsmethode

Operation von Brustkorbdeformitäten

Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Lungen-OPs

Vor & nach Lungen-OP: enge Betreuung essentiell

Nicht nur diverse Fachärzte, sondern auch ein erfahrenes Team an Physiotherapeuten und Atemtherapeuten ist von Beginn der Therapie eng eingebunden in die Patientenbetreuung.

Zudem helfen Psychoonkologen, speziell auf die Krebstherapie spezialisierte Psychologen, den Patienten und ihren Angehörigen, mit der belastenden Diagnose umzugehen und die seelischen Nöte zu bewältigen.

Gemeinsam verfolgt das gesamte Team das Ziel: die Patienten bestmöglich und in einer angenehmen Atmosphäre medizinisch zu versorgen.

Stärken Sie Ihre Lunge

Studien belegen: Je fitter der Patient, desto schneller die Erholung nach der Lungen-OP. Trainieren Sie Ihre Lunge mit unseren Lungenübungen.

Fit für die Lungen-OP. Lungenübungen

Wie wir Lungenoperationen vorbereiten

Zunächst ist vor jeder Operation wichtig, möglichst viele Informationen über die krankhafte Veränderung in der Lunge oder im Brustkorb zu erlangen.

In unseren Sprechstunden nehmen wir körperliche Untersuchungen vor, besprechen die bereits vorhandenen Befunde und veranlassen eventuell noch notwendige Diagnoseschritte.

 

Für eine weitergehende Diagnostik stehen in unserer Klinik verschiedenste Methoden zur Verfügung, wobei wir eng mit den Medizinern der Lungenheilkunde (Pneumologen) und der Röntgenabteilung (Radiologen) zusammenarbeiten. Im Rahmen einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie) nehmen die Pneumologen Einblick in die Luftröhre und die oberen Bronchien und können dabei auch Gewebeproben entnehmen, wobei sie teilweise eine Ultraschallsonde zur Hilfe nehmen.

Diagnostische Maßnahmen und Planung

Lungenerkrankungen im Überblick