Bronchoskopie, Lungenspiegelung

Bei der Bronchoskopie gewinnen unsere Lungenspezialisten einen detaillierten Einblick in die Luftröhre und in deren große Abzweigungen in die Lunge, die Bronchien. Dazu führen sie ein Bronchoskop durch Mund oder Nase ein. Umgangssprachlich wird die Bronchoskopie auch als Lungenspiegelung bezeichnet.  

Was ist ein Bronchoskop?

Das Bronchoskop besteht aus einem in den meisten Fällen beweglichen, weniger als einen halben Zentimeter dünnen Schlauch, der vorne eine Lichtquelle und einen leistungsfähigen Kamera-Chip trägt. Die Bronchoskopie kann mit einem flexiblen oder starren Schlauch durchgeführt werden. In den meisten Fällen erfolgt die Bronchoskopie mit einem flexiblen Bronchoskop. Diesen meist zwei bis sechs Millimeter dünnen Schlauch führt der Arzt behutsam durch Mund oder Nase ein.

Durch den Kehlkopf und die Stimmbänder hindurch gelangt das optische System in die Luftröhre. Anhand eines Joysticks können die Pneumologen das Bronchoskop lenken, auch verbiegen und drehen. Sie können gezielt die Schleimhäute der Atemwege in den ersten zwei bis drei Verästelungen der Lunge nach Auffälligkeiten absuchen und genau inspizieren.

Das Bronchoskop enthält nicht nur Licht und Kamera, sondern auch einen Arbeitskanal, durch den kleine Spezialinstrumente vorgebracht werden können. Während der Untersuchung können weitere Eingriffe erfolgen.

Wann eine flexible Bronchoskopie eingesetzt wird

Wann eine starre Bronchoskopie eingesetzt wird

Während früher die Bronchoskopie oftmals mit einem starren Rohr statt des flexiblen Schlauches durchgeführt wurde, brauchen wir diese Untersuchungsform heute deutlich seltener. Bestimmte Eingriffe erfordern aber immer noch eine starre Bronchoskopie.

Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?

Nach der Bronchoskopie bleiben die Patienten noch etwa ein bis zwei Stunden in einem Aufwachraum, wo sie ärztlich überwacht werden. Da der Rachen lokal betäubt wurde, dürfen die Patienten mindestens zwei Stunden nach der Untersuchung nichts essen oder trinken und auch nicht rauchen, da sonst die Gefahr des Verschluckens zu groß wäre.

Aufgrund der Schlafmittelgabe dürfen die Patienten 24 Stunden lang nicht selbstständig Auto fahren und sollten sich auch von einer Bezugsperson betreuen lassen.

Patienten, bei denen wir eine starre Bronchoskopie durchführen und größere Eingriffe vornehmen, werden bei uns stets stationär aufgenommen. Somit können wir sicherstellen, dass sie bei – extrem selten auftretenden – Komplikationen sofort in besten Händen sind.

Ist eine Bronchoskopie belastend?

Die Untersuchung belastet die Patienten in der Regel nicht stark, meist erhalten sie eine lokale Betäubung für den Rachen und gegen den Hustenreiz sowie eine Sedierung durch Schlaf- und Schmerzmittel. Sie können dabei ganz normal weiteratmen, da neben dem dünnen Schlauch genug Platz für die Atemluft bleibt. Zusätzlich erhalten die Patienten über die Nase Sauerstoff zugeführt.

Zwar ist die Untersuchung nicht schmerzhaft, selbst wenn Proben mit Zangen entnommen werden, weil die Atemwege keine Schmerzfasern besitzen. Doch empfinden viele Patienten die Bronchoskopie als unangenehm, weshalb die medizinischen Leitlinien eine Sedierung vorsehen.

Vor allem wenn wir Fremdkörper entfernen oder größere therapeutische Eingriffe vornehmen müssen, führen wir die Bronchoskopie als Vollnarkose durch.

Wann wird eine Bronchoskopie durchgeführt?

Wir können Bronchoskopien sowohl als ambulante Untersuchungen als auch im Rahmen von stationären Aufenthalten durchführen. Niedergelassene Pneumologen überweisen uns Patienten, bei denen ein Verdacht auf eine Lungenerkrankung aufgetreten ist. Eine Bronchoskopie ist notwendig bei

  • chronischem Husten, bei dem die Ursache abzuklären ist
  • Bluthusten
  • Lungenentzündungen (Pneumonien), deren Ursache unklar ist oder die atypisch verlaufen
  • Verdacht auf Lungenkrebs oder sonstigen Krebserkrankungen in den Atemwegen oder im Lungengewebe
  • Verdacht auf interstitielle Lungenerkrankungen (Lungenfibrose, Sarkoidose)
  • eingeatmeten Fremdkörpern

Wann eine Bronchoskopie auf der Intensivstation zum Einsatz kommt

Auch auf unseren Intensivstationen können wir direkt am Bett der Patienten Bronchoskopien durchführen. Diese können dann erforderlich sein, wenn es gilt, die Lage des Beatmungsschlauchs zu korrigieren. In manchen Fällen ist es angezeigt, Beatmungsschläuche nicht operativ einzusetzen, sondern eine weniger belastende Dilatationstracheotomie durchzuführen, bei der die Bronchoskopie die erforderliche Sicht liefert. Außerdem lässt sich Sekret zur mikrobiologischen Analyse gewinnen.

Kontrolle des Schluckvorgangs

Gemeinsam mit unseren Logopäden kontrollieren wir, ob schwer beeinträchtigte Patienten ihren Schluckakt noch koordiniert ausüben können. Mittels des Bronchoskops beobachten wir Rachen und Kehlkopf während des Schluckvorgangs und können somit erkennen, ob die beteiligten Muskelgruppen funktionieren und das Schlucken effektiv erfolgt. Durch diese sehr gut abgestimmte interdisziplinäre Zusammenarbeit können wir Schluckstörungen erkennen und einer adäquaten Therapie zuführen.

Wie Sie sich auf eine Bronchoskopie vorbereiten

Für die Bronchoskopie müssen die Patienten nüchtern zu dem Untersuchungstermin kommen. Auch sollten sie ab dem Vorabend aufs Rauchen verzichten. Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente wie Aspirin oder Marcumar einnehmen, sollten mit ihrem Pneumologen besprechen, wie sie diese rechtzeitig aussetzen. Zudem führt der Pneumologe einige notwendige Voruntersuchungen durch.

Bronchoskopien in der München Klinik: über 4.000 im Jahr

Für die Bronchoskopie setzen wir in unserer Klinik HD-Video-Geräte der neuesten Generation ein. Auf speziellen Monitoren erhalten wir hochaufgelöste Bilder, so dass wir auch kleinste Auffälligkeiten in der Bronchialschleimhaut entdecken und somit eine treffsichere Tumor-Früherkennung durchführen können. Insgesamt finden allein im Lungenzentrum München jährlich weit über 4.000 Bronchoskopien statt.

24-Stunden-Bereitschaft

Unsere Bronchoskopie ist 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr in Bereitschaft. Somit können wir notwendige Untersuchungen und Eingriffe, vor allem bei Blutungen und Fremdkörpern in der Lunge innerhalb kürzester Zeit ausführen.

Denn nicht nur Fachärzte, sondern auch unsere hochqualifizierten Pflegekräfte – mit speziellen Weiterbildungen für die Endoskopie – sind schnell vor Ort.

Sicherheit eines großen Maximalversorgers

Nebenwirkungen sind bei der Bronchoskopie, wenn geübte Ärzte sie ausführen, extrem selten. Nur ganz wenige Patienten leiden unter Fieber, Luftnot, Blutungen, Halsschmerzen oder Verletzungen der Bronchien. Bei all diesen eventuell denkbaren Nebenwirkungen können wir schnell gegensteuern.

Als großer Maximalversorger können wir – vor allem bei mehrfacherkrankten Patienten – auf hochspezialisierte Experten relevanter Fachrichtungen zugreifen – was nicht nur für die Vorbereitung, sondern auch bei der Therapie von eventuellen Komplikationen sehr wertvoll ist. 

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