Logout
Lunge, Atmen

Lungenkrebs (Lungenkarzinom)

Rund 58.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Lungenkrebs, auch Bronchialkarzinom bzw. weiter gefasst Lungenkarzinom genannt. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Hauptursache für ein Lungenkarzinom ist das Rauchen. Als zertifiziertes Lungenkrebszentrum verfügen wir über langjährige Expertise in der Diagnostik und Behandlung von Lungenkrebs. Mit der spezialisierten Radiologie im Haus bieten wir die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Früherkennung (Lungenkrebsscreening) über Diagnostik bis zur individuellen Behandlung von Lungenkrebs.

Lungenkrebs & Rauchen in Zahlen

90Prozent

aller Lungenkrebsfälle sind auf das Rauchen zurück zu führen.

30.Person

Etwa jeder dreißigste Raucher erkrankt im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs.

50Prozent

Nach 10 Jahren rauchfrei sinkt das Risiko um 50%, an Lungenkrebs zu erkranken.

Gemeinsam gegen Lugenkrebs

Für eine bestmögliche Versorgung ist ein frühzeitiges Erkennen und interdisziplinäres Behandeln bei Lungenkrebs zentral. Dafür arbeiten wir in der München Klinik Hand in Hand im zertifizierten Lungenkrebszentrum zusammen. Onkologie, Pulmonologie, Thoraxchirurgie, Strahlentherapie, Radiologie und Palliativmedizin erarbeiten für jede Patientin und jeden Patienten eine optimale, leitlinienkomforme Therapie.

Als Onkologie greifen wir auf jahrzehntelange Erfahrung in der Behandlung von Lungenkrebs zurück: von der Chemotherapie bis zu Antikörper-/Immuntherapien. Auch seltene Ausprägungen des Bronchialkarzinoms können wir behandeln.

Was ist Lungenkrebs?

Lungenkrebs ist ein bösartiger Tumor des Lungengewebes, meist verursacht durch Tabakrauchen. Zumeist sind zumeist die unteren Atemwege vom Lungenkrebs betroffen. Die Schleimhautzellen der Bronchien entarten, weshalb man den Krebs auch als Bronchialkarzinom bezeichnet.

Mediziner unterscheiden zwischen dem kleinzelligen und dem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom. Ersteres wächst schnell und bildet Metastasen aus. Ein Großteil der Patientinnen und Patienten, ca. 80 Prozent, leidet aber unter einem nicht-kleinzelligen Karzinom.

Symptome von Lungenkrebs sind lange unspezifisch: Husten und Atemnot, verminderte Leistungsfähigkeit, Abgeschlagenheit und leichtes Fieber kommen auch bei vielen anderen Krankheiten vor. Erst spät folgen Symptome wie Gewichtsverlust und blutigen Auswurf.

Diagnose von Lungenkrebs

Die Diagnose eines Bronchialkarzinoms wird oft zufällig im Rahmen einer Röntgen-Untersuchung aus anderem Anlass festgestellt. Besteht bereits ein Verdacht auf Lungenkrebs, wird der Arzt ebenfalls die Lunge röntgen oder eine Computertomografie (CT) durchführen. Ergänzt werden diese Diagnose-Verfahren durch eine Spiegelung der Lunge, die so genannte Bronchoskopie. In unserem Haus führen wir auch modernste NGS-Testung mit molekular stratifizierter Therapie durch.

Sollte sich der Krebsverdacht bestätigen, bestimmen wir die genaue Krebsart (SCLC = Small cell lung cancer = kleinzelliges Karzinom oder NSCLC = Non-small cell lung cancer = nicht kleinzelliges Karzinom) und das Stadium der Erkrankung.

Die gesammelten Ergebnisse geben uns ein gutes Bild Ihrer Erkrankung – und sind ein wichtiger Teil der weiteren Therapieplanung.

Unsere Diagnosemöglichkeiten im Überblick:

  • Bronchoskopie (Lungenspiegelung)
  • Röntgen, CT, MRT
  • Ultraschall (Sonografie Leber, Nieren, Milz, Lymphknoten)
  • Mediastinoskopie (Untersuchung des Brustkorbs)
  • Biopsie (Gewebeuntersuchung)
  • Sputum-Zytologie (Untersuchung des Hustenauswurfs)
  • Skelettszintigraphie (Knochenszintigraphie)
  • Blutuntersuchung zur Bestimmung der Tumormarker
  • Lungenspiegelung (Bronchoskopie), interventionell oder, wenn erforderlich, operativ
  • Gentestung
  • Selten erforderlich: diagnostische Thorakoskopie oder Thorakotomie
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
  • Kombination aus Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Computertomographie (PET-CT)

Lungenkrebsscreening: Programm zur Früherkennung von Lungenkrebs

Je früher Lungenkrebs entdeckt wird, desto höher liegen die Überlebenschancen. Deshalb ist Frühererkennung, insbesondere bei Rauchern so wichtig. Bislang war das Lungenkrebsscreening nur für Selbstzahler möglich. Ab April 2026 wird ein strukturiertes Lungenkrebsscreening als Kassenleistung für bestimmte Risikogruppen eingeführt.

Das Lungenkrebs-Screening richtet sich an Raucherinnen und Raucher mit erhöhtem Risiko:

  • Alter: 50 bis 75 Jahre
  • Packungsjahre*: 15 py über mind. 25 Jahre
  • Rauchhistorie: Raucher oder vor weniger als 10 Jahren aufgehört

*Beispiel Packungsjahre: Wer 20 Jahre lang eine Packung Zigaretten (20 Stück) täglich geraucht hat, kommt auf 20 Packungsjahre. Bei einer halben Packung täglich über 20 Jahre sind es 10 Packungsjahre.

Ablauf im Programm zur Früherkennung von Lungenkrebs

  1. Bitte beachten Sie: Zum 1. April 2026 ist das Lungenkrebsscreening laut B-GA Beschluss eine Kassenleistung. Ihr erster Ansprechpartner ist eine allgemeinmedizinische oder internistische Praxis.
  2. Hausarzt: Ihr Hausarzt prüft die Teilnahmevoraussetzungen, klärt Sie über das Screening auf und überweist Sie in eine radiologische Praxis.
  3. Radiologische Praxis: Hier erfolgt eine Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) des Thorax mit niedriger Strahlendosis. (Erstbefund)
  4. Bei auffälligen Befunden: Die radiologische Praxis veranlasst einen Zweitbefund. In München kommt dafür unsere spezialisierte Radiologie am Standort Bogenhausen in Frage. Diese leitet ihren Befund zurück an Ihre radiologische Praxis.
  5. Bei abklärungsbedürftigen Befund: Ihre radiologische Praxis klärt Sie auf und empfiehlt die Vorstellung in einem spezialisierten Lungenkrebszentrum wie unserem am Standort Bogenhausen.

Wie wird Lungenkrebs therapiert?

Die umfassende Lungenkrebs-Therapie erfolgt im Lungenzentrum und Lungenkrebszentrum der München Klinik. Die Therapie hängt vor allem davon ab, welche Form des Lungenkrebs vorliegt. Operation, Chemotherapie und Bestrahlung sowie modernste zielgerichtete Therapien sind die wichtigsten Säulen einer Behandlung bei Lungenkrebs. Ziel unserer Behandlungen ist – je nach Diagnose – die Heilung oder aber die spürbare Verbesserung Ihrer Lebensqualität.

Behandlung von Lungenkrebs

Unser Behandlungsspektrum umfasst alle Therapien, die für Sie erfolgsversprechend sein könnten, bewährte Methoden wie auch neueste zielgerichtete Therapien. Bei den supportiven Therapien sind wir an der Entwicklung von Tumormanualen des Tumorzentrums München (TZM) und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) beteiligt.

Wir bieten alle Therapiemöglichkeiten bei Lungenkrebs an:

  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie mit hochmodernem Linearbeschleuniger
  • Kombinierte Radiochemotherapie
  • Thoraxchirurgie
  • Moderne zielgerichtete Therapien
  • Immuntherapien mit Check-point-Inhibitoren
  • Bispezifische Antikörpertherapie in enger Kooperation mit unserer IMC
  • Supportivtherapie (nach den Standards von TZM, DGHO)
  • Psychoonkologische und sozialmedizinische Beratung
  • Weitere unterstützende Therapien, wie Physiotherapie, Aromatherapie, Ergotherapie
  • Palliativmedizinische Betreuung als Teil des Gesamtbehandlungskonzeptes

Weltweit einmalig: Pneumonektomie an selbstständig atmender Patientin

Das erste Mal weltweit wurde in unserer Thoraxchirurgie in Bogenhausen ein kompletter Lungenflügel an einer selbstständig atmenden Patientin entfernt. Normalerweise werden Patienten während einer Pneumonektomie künstlich beatmet. Allerdings barg die maschinelle Beatmung Risiken für die Patienten, denen ein Lungenflügel entfernt wurde: Lungenenzündungen und akutes Lungenversagen sind mögliche Folgeschäden. Zudem mussten sich die Patienten bisher mühsam von der Beatmungsmaschine entwöhnen.

Bei geeigneten Patienten wird das neue Verfahren nun routinemäßig angewendet.

Vorteile für die Patienten: geringeres Komplikationsrisiko und eine verkürzte Regenerationsphase.

Die erste nicht-intubierte Lungenflügelentfernung bei Lungenkrebs ist vor allem ein fächerübergreifender Teamerfolg zwischen der Thoraxchirurgie und Anästhesiologie. Durch das Verfahren der nicht intubierten Lungenchirurgie können wir einer möglichst schonende Patientenbehandlung nun noch besser gerecht werden, weil wir dadurch den minimal-invasiven Ansatz auch auf den Bereich der Narkoseführung ausweiten und die Risiken und Nebenwirkungen der Intubation reduzieren können.

Onkologisches Tumorboard bei Lungenkrebs

Wöchentlich treffen sich Ärztinnen und Ärzte der Onkologie, Pneumologie, Thoraxchirurgie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie.zur interdisziplinären Fallbesprechung und Behandlungsplanung.

Dieses Tumorboard ist Kernbestandteil unseres medizinischen Ansatzes. Es widmet sich jeder Patientin und jedem Patienten: der Diagnose, möglichen Therapiekonzepten, Überwachung der Therapie und der Genesung.

Dabei sind externe Kolleginnen und Kollegen gerne willkommen.

Standortübergreifende thorax-onkologische Tumorkonferenz der München Klinik

Jeden Montag ab 15:00 Uhr

am Standort Bogenhausen (Lungentumorzentrum)

Anmeldung 
Telefon: (089) 9270-2281
Telefax: (089) 9270-3563

Fachlich geprüft von:

Prof. Dr. F. Joachim Meyer
Chefarzt Pneumologie

Patienteninformation: Häufige Verfahren & Unterstützung in der Krebstherapie

Berichte aus der München Klinik zu Lunge und Lungenkrebs

Meldung
08.06.2026

Neubau Harlaching in Betrieb

Zur Meldung
Meldung
11.03.2026

Lungenkrebsscreening für Risikogruppen

München Klinik beteiligt sich an Lungenkrebs-Früherkennung für starke Raucherinnen und Raucher.

Zur Meldung
Meldung
25.07.2024

"Live"-OP in Griechenland

Experten aus Bogenhausen haben die erste minimal-invasive Lungenresektion an einem spontan atmenden Patienten in Griechenland durchgeführt.

Zur Meldung

Lungen- und Atemwegserkrankungen im Überblick