Diabetologie: Langfristige Betreuung und Schulung

Mit Diabetes mellitus müssen die betroffenen Kinder ihr ganzes Leben lang zurechtkommen. Wer aber die Stoffwechselstörung Diabetes durchschaut und dementsprechend freier im Handeln wird, kann dem Kind eine altersgerechte Entwicklung ermöglichen.

Die ganze Familie ist gefordert, ohne dass sie auf einen normalen Familienalltag zu verzichten braucht.
Allerdings muss vieles vorgeplant und bedacht werden, was natürlich manchmal auf Kosten der Spontanität geht.

Stationärer Aufenthalt zur Einstellung und Einweisung, danach jahrelange Begleitung

Familien, deren Kinder an Diabetes erkrankt sind, erhalten in unserer Klinik nicht nur eine intensive Einweisung während des etwa zweiwöchigen stationären Klinikaufenthalts, bei dem wir den Blutzuckerspiegel Ihres Kindes erstmals einstellen.

Sondern wir geben Ihnen auch regelmäßige Besprechungstermine und bieten die Möglichkeit von Schulungen an, so dass die Familien und zunehmend auch die Kinder selbst zu Experten für ihre Diabetes-Erkrankung werden und Sicherheit gewinnen, wie sie diese im Griff halten können.

Sorgfältige Untersuchungen, bevor wir die Diabetes-Therapie einleiten

Der Diabetes mellitus Typ 1 tritt meist erst im Alter zwischen 7 und 12 Jahren oder bereits im Kleinkindalter auf. Zunehmend erkranken aber auch stark übergewichtige Kinder und Heranwachsende an Diabetes mellitus Typ 2, bei dem in manchen Fällen aber auch eine erbliche Veranlagung die Ursache sein kann.

Wenn Kinder mit dem Verdacht auf Diabetes in unsere Klinik kommen, dann untersuchen wir diese zunächst ganz sorgfältig. Nach der körperlichen Untersuchung verfolgen wir Laboruntersuchungen von Urin und Blut, führen spezielle Stoffwechsel-Funktionstests durch.

Wir stellen den Blutzuckerspiegel erstmalig während eines stationären Aufenthalts ein

Stellt sich bei den Untersuchungen heraus, dass Ihr Kind tatsächlich unter einem Diabetes leidet, nehmen wir das Kind – bei kleineren Kindern mit ihren Angehörigen – noch am gleichen Tag in unsere Station auf.

Denn in der Regel erfordert der Diabetes eine Insulintherapie: Dabei führt man das den körpereigenen Wirkstoff Insulin, der den Blutzuckerspiegel in Schach hält, künstlich zu.

Während des Klinikaufenthalts stellen wir den entgleisten Blutzuckerspiegel sorgfältig ein.

Speziell ausgebildetes Diabetes-Team schult die Familien für ihren Alltag

Da Diabetes-Therapie im Alltag stattfinden muss, legen wir größten Wert auf die Schulung der Familien. Zudem helfen unsere auf diesem Gebiet erfahrenen Pflegekräfte auf der Station bei der praktischen Durchführung, beispielsweise beim Spritzen des Insulins.

Für eine wirksame Diabetes-Therapie müssen die Kinder und ihre Familien das Wechselspiel zwischen Ernährung, Bewegung und notwendiger Insulin-Dosis verstehen. Der Blutzuckerspiegel soll möglichst wenig schwanken und sich möglichst wenig von den Werten eines Stoffwechsel-Gesunden unterscheiden, da ein hoher Blutzucker enorme Gesundheitsrisiken (etwa Gefäßverkalkungen) birgt und ein zu niedriger Blutzucker einen lebensgefährlichen Schock auslösen kann.

Praktische Tipps und Unterstützung für den Alltag mit der chronischen Erkrankung

Eine chronische Erkrankung bringt oft Einschränkungen und finanzielle Belastungen mit sich. Möglicherweise muss ein Elternteil seine Berufstätigkeit einschränken, um sich intensiv um die Therapie zu kümmern. Der Familien stehen dann Unterstützung und Sozialleistungen zu, worüber sie unsere Sozialarbeiter umfassend informieren können.

Doch auch die psychische Belastung fangen wir auf: Wenn die Eltern möchten, können sie Gespräche mit Psychologen führen, die mit dieser Thematik bestens vertraut sind und Ängste und Sorgen auffangen können.

Regelmäßige Termine und Schulungen, die dem Alter entsprechen

Wir betreuen unsere kleinen Diabetes-Patienten engmaschig, wobei wir eng mit den niedergelassenen Kinderärzten unserer jungen Patienten zusammenarbeiten.

In unserer Sprechstunde kommen die Kinder meist in dreimonatigen Abständen. Einmal im Jahr untersuchen wir sie ausführlicher im Hinblick auf mögliche Folgeschäden und Begleiterkrankungen.

Doch auch die fortlaufende Schulung ist uns ein wichtiges Anliegen: Je größer der Aktionsradius des Kindes wird, desto mehr muss es selbst Verantwortung für seine Insulingaben übernehmen. Daher ermöglichen wir unseren Diabetes-Kindern an altersgerechten Schulungen, beispielsweise kurz vor der Einschulung oder im Jugendlichen-Alter, teilzunehmen.

Doch nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional bringen diese Schulungen den Kindern viel: Sie lernen andere Kinder mit den gleichen Problemen kennen und tauschen sich gegenseitig aus.

Weiterer Klinikaufenthalt bei Therapie-Umstellungen

In manchen Fällen ist ein erneuter Klinikaufenthalt notwendig, wenn etwa der Blutzuckerspiegel akut entgleist oder wir anraten, die Therapie der Stoffwechselerkrankung umzustellen. Auch wenn wir moderne Insulintherapien wie Insulinpumpen oder kontinuierliche Glukose-Messungen einführen, schlagen wir unter Umständen einen erneuten Klinikaufenthalt vor.