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Herzrhythmusstörungen

Arrhythmie, Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)

Schlägt das Herz nicht mehr im normalen Takt, spricht man von einer Herzrhythmusstörung. Eine der häufigsten ist Vorhofflimmern.

Das Erregungsleitsystem des Herzens sorgt für einen regelmäßigen Herzschlag im sogenannten Sinusrhythmus. Ist dieses System gestört, gerät das Herz aus dem Takt, Rhythmusstörungen treten auf. Die Ausprägung und Folgen solcher Herzrhythmusstörungen, medizinisch Arrhythmie genannt, sind verschieden. In jedem Fall sollte vom Kardiologen stets abgeklärt werden, ob eine Behandlung notwendig ist.

Die München Klinik ist spezialisiert auf die Behandlung von Herzrhythmusstörungen, insbesondere Vorhofflimmern - von der Elektrophysiologie bis zur Herzschrittmacher Therapie.

Das Herz schlägt normalerweise immer im gleichen Takt, 60 – 100 Mal pro Minute. Bei einer Herzrhythmusstörung kann das Herz langsamer, schneller oder unregelmäßig schlagen.

Man unterscheidet Herzrhythmusstörungen nicht nur nach ihrer Frequenz, sondern auch nach dem Ort ihres Auftretens: Sowohl der Sinusknoten als eigentlicher Taktgeber des Herzschlags als auch die Vorhöfe oder die Herzkammern können betroffen sein.

„Es gibt Störungen, die knapp außerhalb des Herzens in den Lungenvenen entstehen und von dort auf das Herz übergeleitet werden. Sie können dann Vorhofflimmern bei ansonsten herzgesunden Patienten auslösen. Meist ist Bluthochdruck die Ursache. Allerdings können Stoffwechsel und Elektrolytentgleisungen, Infektionen, Alkohol oder andere Drogen das Auftreten begünstigen.“
Prof. Ellen Hoffmann

Häufig behandelte Herzrhythmusstörungen im Überlick

Herzrhythmusstörung der Herzvorhöfe
(supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen)

  • Extrasystolen
  • Vorhofflimmern
  • Vorhofflattern, Vorhoftachykardien
  • Sinuatrialer Block (SA-Block)

Herzrhythmusstörung der Herzkammern
(ventrikuläre Herzrhythmusstörungen)

  • Extrasystolen
  • ventrikuläre Tachykardien
  • Kammerflattern
  • Kammerflimmern

Störungen der Erregungsbildung und -weiterleitung

  • Sick-Sinus-Syndrom (Syndrom des kranken Sinusknotens)
  • AV-Blockierungen
  • AV-Knoten-Reentrytachykardie (AVNRT)
  • Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW-Syndrom)
  • Ventrikulärer Ersatzrhythmus

Vorhofflimmern: Die häufigste Form der Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen sind für Menschen häufig belastend, da sie Herzstolpern oder Herzrasen verursachen können. Sie können aber auch völlig unbemerkt bleiben. Das Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Das Herz verliert beim Vorhofflimmern seinen typischen gleichmäßigen Sinusrhythmus, mit dem es das Blut normalerweise durch den Körper pumpt. Der Herzschlag ist dann unregelmäßig und meist beschleunigt.  

Rund zwei Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter Vorhofflimmern. In der Altersgruppe der 70- bis 80-jährigen sind bereits rund 15 Prozent vom Vorhofflimmern betroffen. Die Hauptursache für Vorhofflimmern ist in 50 Prozent aller Fälle Bluthochdruck. Weitere Risikofaktoren sind das Alter, der übermäßige Genuss von Alkohol und die Vorerkrankungen Diabetes oder die koronare Herzkrankheit.

Symptome eines Vorhofflimmerns

Vorhofflimmern ist charakterisiert durch einen unregelmäßigen, oftmals zu schnellen Herzschlag. Da sich ein zu schnell schlagendes Herz nicht gut füllen kann, gelangt zu wenig Blut in den Körper und es kommt zu Luftnot und Schwäche.

In vielen Fällen wird Vorhofflimmern nicht bemerkt, bei etwa einem Viertel der Patienten treten jedoch geringe oder starke Beschwerden auf wie Herzstolpern, Herzrasen, Luftnot bei Belastung, Schwindel oder allgemeine körperliche Schwäche.

Der natürliche Verlauf von Vorhofflimmern ist der Übergang von einer sporadischen Form, hin zu der anhaltenden Form, die nur schwer beendet werden kann. Das permanente Vorhofflimmern ist dauerhaft vorhanden und nicht mehr in den normalen Rhythmus zurückzubringen.

Verschleppung kann schwerwiegende Folgen haben
Das Vorhofflimmern ist zwar nicht lebensbedrohlich. Es kann aber unbehandelt schwerwiegende Folgen haben. Vor allem droht bei einem Vorhofflimmern die Bildung von Blutgerinnseln in den Herz-Vorhöfen. Werden diese verschleppt, kommt es zu Embolien oder auch einem Herzinfarkt. Die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, ist stark erhöht.

Wie wird Vorhofflimmern behandelt?

Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern ist sehr gut behandelbar. Die Abklärung und Behandlung einer möglichen Grunderkrankung steht immer am Anfang der Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Elektrophysiologie).

Die Einstellung des Blutdrucks ist dabei sehr wichtig. Dies gilt besonders für Frauen, die häufiger am sogenannten Bluthochdruckherz leiden.

Die drei Eckpfeiler der Behandlung sind:

  1. Vorbeugung von Schlaganfällen und Embolien
  2. Einstellung der Herzfrequenz mit Medikamenten
  3. Wiederherstellung des normalen Sinusrhythmus mit Medikamenten, mit Elektrokardioversion oder mit Katheterablation

Bradykarde Herzrhythmusstörung: Herzschrittmacher-Therapie bei langsamem Herzschlag

Bradykarde Herzrhythmusstörung

Ein häufige Herzrhythmusstörung ist die bradykarde Herzrhythmusstörung, die sich in einem zu langsamen Herzschlag äußert. Ist der Herzrhythmus zu langsam oder setzt zwischendrin immer wieder aus, kann die Herzrhythmusstörung mit einem Schrittmacher behandelt werden. Der Schrittmacher ist ein kleines batteriebetriebenes Gerät, das unter lokaler Betäubung eingesetzt wird. Durch regelmäßig ausgesendete elektrische Impulse an das Herz normalisert der Schrittmacher den Herzrhythmus.

Die heutigen Herzschrittmacher sind so konzipiert, dass sie an die individuellen körperlichen Bedürfnisse der Patientin bzw. des Patienten angepasst werden können.

Besonders schonend: Minimal-invasive Herzschrittmacher-Implantation

Die Implantation eines Herzschrittmachers erfolgt heute häufig in örtlicher Betäubung. Es wird ein lediglich 4 cm langer Hautschnitt unterhalb des Schlüsselbeins benötigt, um die Elektroden über die Vene bis zum Herz vorzuschieben.

Der Elektroden werden mit dem Schrittmacher verbunden, der unterhalb des Schlüsselbeins platziert wird. Der Eingriff erfolgt unter Röntgenkontrolle, um die genaue Position der Elektroden überprüfen zu können.

Bereits wenige Stunden nach der Operation kann die Patientin bzw. der Patient wieder aufstehen.

Kammerflimmern: Die lebensgefährlichste Form von Herzrhythmusstörungen

Sie zählen zu den gefährlichsten Formen von Herzrhythmusstörungen: Kammerflattern und Kammerflimmern. Das Herz schlägt unkoordiniert und viel zu schnell.

Bei 250 bis 320 Schlägen pro Minute spricht man vom Kammerflattern. Zieht sich der Herzmuskel öfter als 320 Mal pro Minute zusammen, handelt es sich um Kammerflimmern. Das Blut wird dann nicht mehr vom Herz durch den Körper gepumpt.

Mediziner bezeichnen diesen Zustand daher auch als funktionellen Herzstillstand. Es besteht absolute Lebensgefahr. Ohne Behandlung endet ein Kammerflimmern nach wenigen Minuten tödlich.

Meist sind die Ursachen für diese Herzrhythmusstörungen Herzerkrankungen wie z.B. Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankungen, Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung oder auch angeborene Herzfehler. Aber auch Narkosemittel, Medikamente oder Magnesium- oder Kaliummangel können die Ursachen für Kammerflimmern oder Kammerflattern sein.

Lebensrettend: Implantation eines Defibrillators

Trachykarde Herzrhythmusstörungen, das sogenannte Kammerflimmern, sind akut lebensbedrohliche Störungen. Das Herz schlägt viel zu schnell und kann das Blut nicht mehr ausreichend durch den Körper pumpen, um ihn mit Sauerstoff zu versorgen.

Patienten, die ein Kammerflimmern oder Herzinfarkt überlebt haben oder an einer hochgradigen Herzschwäche leiden, implantieren wir zu ihrem Schutz einen Defibrillator.

Das Gerät überwacht den Herzrhythmus und gibt beim Überschreiten einer einprogrammierten Grenzfrequenz den lebensrettenden Elektroschock ab.

Der Eingriff selbst wird durch einen etwa 5 cm langen Hautschnitt minimal-invasiv unterhalb des linken Schlüsselbeins vorgenommen. Die Elektrode wird über die Vene unter Röntgenkontrolle bis in die Spitze der rechten Herzkammer vorgeschoben, dort fixiert und mit dem Defibrillator verbunden.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Herzrhythmusstörungen

Das Geschlecht spielt bei der Auslösung von Herzrhythmusstörungen eine wesentliche Rolle.

Frauen haben unabhängig vom Alter einen höheren Puls als Männer und die elektrische Erholung des Herzens ist bei Frauen verlängert. Erklären lassen sich diese Phänomene über die unterschiedliche Verteilung der Ionenkanäle am Herzen, die die elektrische Erregungsbildung und Erregungsausbreitung bedingen. Ein weiterer Einflussfaktor ist der Östrogenspiegel vor der Menopause bzw. der Testosteronspiegel bei Männern.

Die bradykarde Rhythmusstörung wird bei Frauen häufiger durch einen kranken Sinusknoten, bei Männern dagegen durch einen kranken AV-Knoten verursacht. Die Häufigkeit von Vorhofflimmern nimmt mit dem Alter zu und tritt bei Männern in früherem Alter auf als bei Frauen. Hinzu kommt, dass Männer häufiger an einer koronaren Herzerkrankung leiden. Frauen erkranken dagegen häufiger an Bluthochdruck, Herzklappenerkrankung und Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion als Männer.

Gendermedizin in der München Klinik

Geschlechtsunterschiede bei Gesundheit und Krankheit sind bedeutender als bisher angenommen. Diese Erkenntnis wird in der München Klinik ernst genommen. Weitere Informationen zur Gendermedizin und den gesamten Fachartikel "Geschlechtsunterschiede beim Vorhoflimmern" mit Literaturnachweis finden Sie auf der folgenden Seite.

Gendermedizin und Fachartikel "Geschlechtsunterschiede beim Vorhofflimmern"

Beratungstermine zu Herzrhythmusstörungen erhalten Sie direkt in den Fachabteilungen

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Unsere Spezialistinnen & Spezialisten für Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen Wissen

Herzrhythmusstörungen sind der Überbegriff für eine ganze Reihe von Taktverschiebungen des Herzschlags.

< 60 bpmBradykardie

Liegt die Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute spricht man von einer bradykarden Herzrhythmusstörung.

> 100 bpmTachykardie

Eine erhöhte Herzfrequenz von mehr als 100 Schlägen pro Minute weist auf eine tachykarde Arrhythmie hin.

~+Extrasystolen

Zusätzliche, "falsch" ausgelöste Herzschläge außerhalb des eigentlichen Taktes, das Herzstolpern, nennt man Extrasystolen.

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