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Herzwochen 2022

Herz-Kreislauf-Erkrankungen - aktueller im Fokus: Vorhofflimmern
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Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck ist eines der größten Gesundheitsrisiken unserer Zeit.

Fast jeder Dritte in Deutschland leidet an Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt. In den meisten Fällen von Bluthochdruck handelt es sich um eine so genannte essentielle (primäre) Hypertonie. Wann ist der Blutdruck zu hoch? Was sind die Risikofaktoren? Und wie sieht die Behandlung aus? Wir geben Antworten.

Bluthochdruck - der Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

90Prozent

Bis zu 90 % der Hypertonien sind primär; d.h. es handelt sich um einen dauerhaft hohen Blutdruck ohne erkennbare Grunderkrankung.

230/130mmHg

Bei einer hypertensiven Krise schnellt der Blutdruck plötzlich in die Höhe. Er erreicht Werte von über 230/130 mmHg.

3/4Patient*innen

Bluthochdruck lässt sich gut behandeln. 3/4 der Patient*innen, die sich behandeln lassen, erreichen durch die Therapie gute Blutdruckwerte.

Blutdruck

Was bedeuten die Blutdruckwerte? Und welche Flogen hat Bluthochdruck?

Was die Blutdruckwerte bedeuten

  • Normal
    120/80 mmHg
  • Hoch-Normal
    130/85 mmHg
  • Hypertonie Grad I (leichter Bluthochdruck)
    140/90 mmHg
  • Hypertonie Grad II (mittelschwerer Bluthochdruck)
    160/100 mmHg
  • Hypertonie Grad III (schwerer Bluthochdruck)
    >180/110 mmHg

Welche Erkrankungen Bluthochdruck auslösen kann

Bluthochdruck kann unbehandelt die Gefäße schädigen. Die Folge sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch die Nieren, das Gehirn oder die Augen können betroffen sein. Typische Erkrankungen sind:

  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Herzschwäche und Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Netzhautschäden
  • Nierenschäden

Risikofaktoren für Bluthochdruck

Viele wissen gar nicht, dass sie unter Bluthochdruck leiden. Denn zunächst verursacht der Bluthochdruck keine Beschwerden, außer erste Warnsignal wie morgendlicher Kopfschmerz oder Abgeschlagenheit. Sogar fünf Prozent der Kinder und Jugendliche sind bereits von einer Hypertonie betroffen.

Umso wichtiger ist ein grundsätzlich gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung sowie natürlich die regelmäßige Vorsorge.

Risikofaktoren auf einen Blick

Zu den klassischen Risikofaktoren für die essentielle oder primäre Hypertonie (Bluthochdruck) zählen:

  • Übergewicht
  • mangelnde Bewegung
  • Alkohol
  • hoher Salzkonsum
  • familiäre Neigung

Bluthochdruck tritt zudem gehäuft bei Frauen nach den Wechseljahren auf.

Bluthochdruck-Selbsttest

Wie hoch ist Ihr Bluthochdruck-Risiko? Mit unserem Online-Selbsttest können Sie kostenlos und schnell eine erste Einschätzung vornehmen, ob bei Ihnen ein erhöhtes Risko besteht.

Der Test wurde mit Hilfe der Kardiologie der München Klinik entwickelte.

Online-Selbsttest Bluthochdruck

Blutdruck messen - aber richtig

Wer einmal einen erhöhten Blutdruck hatte, muss noch lange keinen behandlungsbedürftigen haben. Der Blutdruck schwankt im Laufe des Tages. Sport, Kaffeegenuss oder aber der Arzt selber kann einen hohen Blutdruck verursachen. Diese Nervösität der Patientin oder des Patienten dem Arzt gegenüber wird als Weißkittelhochdruck bezeichnet.

    Um aussagekräftige Werte zu erhalten, sollten mehrmalige Messungen durchgeführt werden.

    Am besten messen Sie zu drei verschiedenen Zeitpunkten am Tag. Auch Langzeit-Messungen, die über 24 Stunden stattfinden, sind sinnvoll, wenn tageszeitliche Schwankungen beobachtet werden sollen. 

    Selbst Blutdruck messen mit Blutdruckmanschette:

    • Manschette in Herzhöhe anlegen oder Handgelenk in Herzhöhe halten
    • Keine größeren Bewegungen während der Messung durchführen
    • Werte zur besseren Kontrolle notieren

    Bedenken Sie, dass Sie nicht gestresst sein sollten, wenn Sie die Messung durchführen.

    Wie Bluthochdruck behandelt wird

    Die Behandlung des Bluthochdrucks hängt von der Grund- sowie Begleiterkrankungen sowie dem Alter des Patienten ab. Basis einer Therapie ist zumeist die Änderung des Lebensstils:

    • Reduzierung des Übergewichts
    • Änderung der Ernährungsgewohnheiten
    • regelmäßige Bewegung
    • Rauchverzicht
    • Reduzierung des Alkoholkonsums

    Reicht eine Änderung der Lebensgewohnheiten nicht aus, werden zusätzlich blutdrucksenkende Mittel verordnet. Manchmal reicht ein Medikament, um den Blutdruck erfolgreich zu senken, oft ist aber eine Kombination verschiedener Medikamente notwendig.

    • ACE-Hemmer
    • AT1-Antagonisten
    • Beta-Blocker
    • Diuretika
    • Kalzium-Antagonisten

    Hypertensive Krise und Notfall durch Bluthochdruck

    Den Ernstfall richtig erkennen und schnell handeln

    Wenn aus dem Bluthochdruck eine hypertensive Krise entsteht

    Bei einer hypertensiven Krise schnellt der Blutdruck plötzlich in die Höhe. Er erreicht Werte von über 230/130 mmHg. Ein gesunder Blutdruck liegt normalerweise bei etwa 120 zu 80 mmHg. Häufig spüren Patient*innen bei der hypertensiven Krise kaum Symptome. Warnzeichen können ein roter Kopf, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Nasenbluten sein. Sehr hoher Blutdruck ist immer ein Alarmsignal für eine hypertensive Krise.

    Hypertensiver Notfall

    Die hypertensive Krise kann schnell zu einem hypertensiven Notfall werden; d.h. Organschäden und Lebensgefahr bedeutet. Anzeichen sind z.B. Atemnot, Engegefühl in der Brust und Sehstörungen. Dabei gibt es keinen bestimmten Grenzwert des Blutdrucks, bei dem sich aus einer hypertensiven Krise ein hypertensiver Notfall entwickelt. Ein Herzinfarkt, eine Gehirnblutung oder auch Augenschäden sind Symptome bei einem hypertensiven Notfall.

    Bei einem hypertensiven Notfall besteht Lebensgefahr und es sollte der Notarzt alarmiert werden.

    Ursachen und Akutbehandlung

    Setzen Patient*innen z.B. plötzlich ihre Medikamente ab, kann eine hypertensive Krise drohen. Aber auch Stress und Panikattacken, bestimmte Medikamente und Drogen können dies auslösen. Schwangerschaft, Nierenerkrankungen und Hormonstörungen erhöhen das Risiko.  

    Oft beginnt die Blutdruck-senkende Therapie bereits im Rettungswagen. Diese Behandlung muss allerdings kontrolliert erfolgen, um Organe durch einen plötzlichen Abfall des Blutdruckes nicht zusätzlich zu schädigen.

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