Allergien, Neurodermitis, Asthma und Lungenerkrankungen

Verquollene Augen, ständig triefende oder verstopfende Nasen machen den Frühling oder Frühsommer zur Qual. Andere Kinder zeigen heftige Reaktionen auf eine nicht zu identifizierende Zutat im Essen oder erleben sogar einen Schock, wenn eine Biene oder Wespe sie sticht.

Juckende Hautstellen, an denen vor allem kleinere Kinder sich ständig wund kratzen, oder die Angst, keine Luft mehr zu bekommen, beeinträchtigen das Leben der kleinen Patienten sehr. Sie alle leiden an einer Form von Allergie, deren Behandlung zu einem unserer Schwerpunkte zählt.

Zudem gehören Lungenerkrankungen, etwa die immer wieder auftretenden Bronchialerkrankungen, zu unserem Spektrum.

Wir setzen vielfältige Therapien ein, die sich bewährt haben

Die Therapie von Allergien ist sehr unterschiedlich: Manchmal müssen die Familien lediglich streng darauf achten, dass das Kind das Allergen nicht mehr mit der Nahrung zu sich nimmt.

In manchen Fällen – vor allem dann, wenn die Allergene eine Schockreaktion, die so genannte Anaphylaxie, auslösen – führen wir eine Hyposensibilisierung durch, damit der Körper lernt, den Allergie auslösenden Stoff (zum Beispiel das Wespengift) nicht mehr als krankmachend einzuordnen. Durch diese Hyposensibilisierung, die wir teils stationär und teils ambulant durchführen, gelingt es uns, dass die Allergie-Anfälle schwächer werden oder auch ganz verschwinden.

Detektivische Fragen und differenzierte Diagnostik

Wie Detektive müssen wir vorgehen, um den Ursachen der Allergien auf die Spur zu kommen. Daher stellen wir Ihnen zunächst sehr viel Fragen und führen dann gezielte Allergie-Tests durch.

Zum Teil müssen wir dafür Blut abnehmen oder ihrem Kind über feine, kaum schmerzende Stiche, Spuren von Allergenen (Allergie-auslösenden Stoffen) in die Haut eingeben, um über die Reaktion der kindlichen Haut Erkenntnisse gewinnen zu können (Prick-Tests).

Bei Asthma und anderen Lungenerkrankungen führen wir Lungenfunktionsmessungen durch. Diese können wir auch unter Belastung, also beispielsweise während ihr Kind Rad fährt, oder in der realistischen Allergie-Situation durchführen: Wir provozieren Ihr Kind dann bewusst mit den Allergenen, von denen wir vermuten, dass sie die Atemnotanfälle auslösen. So können wir beobachten, was in der Lunge während eines solchen Anfalls passiert.

Fingerspitzengefühl, Erfahrung, kindgerechte Atmosphäre – das zeichnet uns aus

Bei der Diagnostik und Therapie von Allergien können wir auf eine langjährige und durch viele schwierige Fälle trainierte Erfahrung verweisen. Wir können das gesamte Spektrum der Allergietests, zu denen auch spezifische Antikörperbestimmungen (RAST) gehören, einsetzen und mit Fingerspitzengefühl die oftmals knifflige Diagnose treffen und eine entsprechende, individuell an die Symptome bei Ihrem Kind angepasste Therapie vorschlagen.

Zudem wissen wir, dass Ihr Kind oft schon viele Arztbesuche hinter sich hat und seit langem unter der Allergie leidet. Daher schaffen wir bewusst eine kindgerechte Atmosphäre in unseren Gesprächen und der sich anschließenden Behandlung. Wir bieten eine ambulante und wenn notwendig auch eine stationäre Behandlung an, um die Ursachen in Ruhe abzuklären und eine zielgerichtete Therapie einzuleiten.

Allergischer Schnupfen – wir suchen das auslösende Allergen und setzen Vermeidungstaktiken ein

Landläufig wird diese Allergie-Form als Heuschnupfen tituliert, was aber den Kern nicht immer trifft, da die allergischen Reaktionen nicht nur bei Gräserpollen, sondern auch bei Baumblüten-Pollen und bei vielen anderen Pflanzenpollen, Schimmelpilzen, Tierhaaren oder Hausstaubmilben auftreten können.

Verschiedene Allergietests, zum Beispiel auf der Haut (Prick-Tests) oder auch Blutuntersuchungen zur spezifischen Antikörperbestimmung (RAST) helfen uns, den Allergenen auf die Spur zu kommen. Dabei setzen wir manchmal sogar bewusst Provokationen ein, versuchen also die allergische Reaktion unter kontrollierten Bedingungen auszulösen.

Sobald wir die Ursache für die allergischen Reaktionen gefunden haben, empfehlen wir Medikamente, um die Symptome zu lindern. In der Regel gilt es aber vor allem, die auslösenden Allergene so gut wie möglich zu vermeiden oder abschirmende Maßnahmen zu treffen (wie zum Beispiel spezielle Bettbezüge bei Allergiene gegen Hausstaubmilben). Manchmal erscheint uns auch eine Hyposensibilisierung sinnvoll, um die (fehlgeleitete) Immunabwehr umzuerziehen und damit die Allergie-Symptome zu vermindern oder ganz zu verschwinden zu lassen.

Bei Allergien, die von Fachleuten als allergische Rhinitis oder Konjunktivitis bezeichnet werden, zeigen sich ähnliche Reaktionen: Die Augen sind entzündet, schwellen zu und jucken. Die Nase ist ständig verstopft oder rinnt in einer Tour. Möglicherweise quälen auch Kopfschmerzen oder Druck in den Ohren die betroffenen Kinder und Jugendlichen.

Allergien gegen Bienen- und Wespengift – wir helfen mit Hyposensibilierungs-Therapien

Falls Bienen- oder Wespenstiche dramatische Schockreaktionen auslösen, mindert die Angst davor gerade bei spielenden Kindern die Lebensqualität enorm: Stets müssen die Familien in den Frühlings- und Sommermonaten auf der Hut sein, damit ja das Risiko minimiert wird. Wir helfen diesen Familien selbstverständlich zunächst mit Notfall-Medikamenten und der entsprechenden Einweisung, so dass sie bei einem auftretenden anaphylaktischen Schock adäquat reagieren können.

Möglichst bald beginnen wir mit einer Hyposensibilisierungs-Therapie gemäß der anerkannten medizinischen Leitlinien (so genanntes Rush-Schema), so dass die Reaktionen auf das Bienen- und Wespengift geringer ausfallen und möglicherweise ganz verschwinden.

Neurodermitis – wir suchen die Auslöser und schulen die Familien in der Hautpflege

Die Symptome der Neurodermitis, von Fachleuten atopische Dermatitis genannt, treten meist in den ersten beiden Lebensjahren auf: Die Haut ist entzündet, juckt und die Kinder können sich kaum zurückhalten und kratzen die Stellen auf, was die Entzündungen dann noch ausweitet.

Die Entzündungen, die wir als Ekzeme bezeichnen, verschlimmern sich oft in Schüben und klingen zwischendurch wieder ab. Mittels Allergie-Tests finden wir heraus, ob eventuell Nahrungsmittel-Allergien die Erkrankung negativ beeinflussen. In vielen Fällen wirkt sich auch psychischer Stress verschlimmernd aus.

Neurodermitis können wir nur behandeln, wenn die Familien dabei mitarbeiten. Daher liegt ein großer Schwerpunkt unserer Arbeit darin, die Familien zu schulen und in die richtige und kontinuierliche Hautpflege einzuweisen.

Akute und chronische Nesselsucht – Juckende Quaddeln, deren Ursachen wir ergründen

Die Nesselsucht, von Mediziner Urtikaria genannt, zeigt sich durch plötzlich auftretende Quaddeln, die stark jucken und sich meist unregelmäßig über die ganze Haut verteilen. Sie ähneln den Quaddeln, die nach dem Kontakt mit Brennnesseln entstehen, woher auch der Name der Erkrankung rührt. In manchen Fällen kommen noch Schwellungen der Haut hinzu.

Akute Infektionen, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, beispielsweise gegen Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffe, Medikamente oder auch physikalische Reize wie Wärme, Kälte oder Licht können eine Nesselsucht hervorrufen, die dann als chronisch eingeordnet wird, wenn sie länger als sechs Wochen anhält.

In einem ausführlichen Anamnese-Gespräch suchen unsere Allergie-Experten nach den auslösenden Reizen, die es dann möglichst zu meiden gilt. Bei einer Infektion wird in erster Linie diese therapiert, da dann meist die Nesselsucht von alleine abheilt oder zumindest deutlich zurückgeht. Eine medikamentöse Therapie mit so genannten Anti-Histaminika kann in manchen Fällen verhindern, dass sich weitere Quaddeln bilden.

Nahrungsmittel-Allergien – wir wappnen Sie gegen den Notfall der Schockreaktion

Nahrungsmittel-Allergien sind derzeit in aller Munde, doch werden meist Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten fälschlicherweise als solche bezeichnet. Echte Nahrungsmittel-Allergien können – anders als die Unverträglichkeiten – eine dramatische Reaktion des Immunsystems bis hin zum allergischen (anaphylaktischen) Schock auslösen.

Bei Kindern treten meist Allergien gegen Kuhmilch, Hühnerei, Nüsse, Weizen, Soja und Fisch auf. Jugendliche leiden oft unter so genannten Kreuzallergien: Zunächst traten jahrelang die Symptome einer Pollenallergie auf, dann kam aber noch eine Allergie gegen (beispielsweise) Kern- oder Steinobst hinzu.

Wir suchen – in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Patienten und ihrer Familien – nach den Auslösern der allergischen Reaktionen. Dies kann eine Weile in Anspruch nehmen, da wir uns durch das Vermeiden „verdächtiger“ Stoffe herantasten müssen. Für diese Übergangszeit weisen wir die Familien aber in den Gebrauch von Notfall-Medikamenten ein, damit die nächste dramatische allergische Reaktion nicht wieder in einen Notfall eskalieren kann.

Sobald wir das auslösende Allergen gefunden haben, können wir den Familien nur empfehlen, dieses konsequent wegzulassen. Unsere Diätassistentinnen können im Rahmen einer Ernährungsberatung helfen, die Ernährung so umzustellen, dass diese auch ohne die Allergie-auslösenden Nahrungsmittel gesund und ausgewogen bleibt.

Asthma bronchiale – wir kombinieren medikamentöse Therapien und weisen die Familien ein

Asthma bronchiale ist gekennzeichnet durch Allergie-bedingte Entzündungen in den Bronchien. Diese meist im Vorschul- oder Schulalter auftretende Erkrankung ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Plötzliche auftretende Asthma-Anfälle, also bedrohliche Atemnot-Situationen, verstärken die chronische Symptomatik oft nochmals. Diese Asthma-Anfälle können durch Tabakrauch, Smog, körperliche Anstrengung, Infektionen oder andere Faktoren ausgelöst werden.

Durch ein ausführliches Anamnese-Gespräch versuchen wir herauszufinden, welche Faktoren bei Ihrem Kind die Asthma-Symptome hervorrufen. Wir führen Bluttests und Lungenfunktionsuntersuchungen, auch unter körperlicher Belastung, durch. Möglicherweise brauchen wir auch noch Röntgenaufnahmen oder weitere Untersuchungen, um uns ein klares Bild zu verschaffen. Denn auch ein Rückfluss von Magenflüssigkeit (gastroösophagealer Reflux) kann Asthma-Symptome oder chronischen Husten verursachen.

Heutzutage ist Asthma als chronische Erkrankung in der Regel gut zu kontrollieren, doch müssen Eltern und auch die Kinder selbst gut über die Krankheit Bescheid wissen und verstehen, wie sie die jeweils notwendigen Therapien einsetzen müssen. Daher vermitteln wir dieses Wissen in speziellen Asthma-Schulungen, in denen die Kinder zudem atemerleichternde Stellungen erlernen, die ihnen bei einem Asthma-Anfall sehr hilfreich sind.

Bei der Asthma-Therapie setzen wir auf viele verschiedene Bausteine, die gemäß der anerkannten medizinischen Leitlinien dosiert werden: Wir kombinieren Medikamente, die die Bronchien erweitern und meist als Sprays (Dosieraerosole) verabreicht werden, mit Medikamenten, die die die Entzündung hemmen. Diese Medikamente müssen die betroffenen Kinder in der Regel inhalieren.

Chronische obstruktive Lungenerkrankungen – Medikamente verringern die Anfälligkeit

Viele Kleinkinder leiden immer mal wieder unter einer Infektion der Atemwege, die sich als Erkältung mit Husten äußert. Bei manchen Kindern ist der Husten häufig mit einer Verengung der Bronchien (Obstruktion) verbunden, die durch ein pfeifendes Atemgeräusch erkennbar ist. Für diese Kinder, die unter wiederkehrenden obstruktiven Lungenerkrankungen leiden, erarbeiten wir einen umfassenden Behandlungsplan, der die Familien bei der Therapie im Krankheitsfall, auch im Notfall, unterstützt. Unsere Therapie beugt aber auch dagegen vor, dass die Lunge bei Infekten derart stark verkrampft. Dadurch verengen sich die Bronchien nicht mehr so sehr und die Symptome, die der Infekt nach sich zieht, fallen weniger stark aus. Unsere Pflegekräfte und Physiotherapeuten weisen die Familien zudem sorgfältig beispielsweise in den Gebrauch der Inhalationsgeräte ein.

Chronischer Husten – differenzierte Diagnostik, um der Ursache auf die Spur zu kommen

Wenn ein Kind länger als acht Wochen ständig hustet und kein Zusammenhang mit einem Infekt zu erkennen ist, dann ordnen Mediziner diese Erkrankung als chronischen Husten ein. Da der Husten die Nachtruhe ständig stört, fühlen sich die Familien durch diese Erkrankung stark belastet. Da die Ursachen für chronischen Husten sehr unterschiedlich sein können, nehmen wir die Kinder für die differenzierte Diagnostik manchmal auch stationär auf. Wir versuchen organische von nicht organischen Ursachen (Husten-Tic) zu unterscheiden und führen eine Vielzahl von speziellen Untersuchungen durch, nach deren Ergebnissen sich dann unsere Therapie-Vorschläge ausrichten.

Seltene angeborene oder erworbene Lungenkrankheiten

Kinder, bei denen angeborene oder erworbene Lungenerkrankungen oder gar ein Tumor in der Lunge auftreten, sind bei uns ebenso in guten Händen. Wir behandeln zudem Kinder, wenn ihre Lungen nach extremen Frühgeburten oder sonstigen Beatmungssituationen in der Funktion eingeschränkt wurden (bronchopulmonale Dysplasie).