Sicherheit und Geborgenheit für Früh- & Neugeborene

Anerkannte Experten arbeiten bei uns eng zusammen – bei der vorgeburtlichen Diagnostik, bei der medizinischen Begleitung während der Geburt und bei der Sorge um die neugeborenen Kinder. Daher sind wir als Perinatalzentrum der Maximalstufe (Level 1) zertifiziert. Somit können wir auch frühgeborene Säuglingen und Kinder, die mit Fehlbildungen oder Erkrankungen auf die Welt kommen, nach den neuesten Erkenntnissen der Frühgeborenen-Intensivmedizin behandeln. Nicht nur unsere moderne technische Ausstattung, die vor allem bei den Beatmungsgeräten hohe Flexibilität ermöglicht, sondern auch die fachliche Qualifikation und langjährige Erfahrung unserer Mediziner und speziell ausgebildeten Kinder-Intensivpflegekräfte gewährleistet, dass wir die Kleinsten optimal betreuen.

Risikoschwangerschaften, Fehlbildungen: Wir begleiten Sie schon vor der Geburt

Vor allem Schwangere, die Mehrlinge erwarten oder bei denen Komplikationen aufgetreten sind, schätzen die Sicherheit unserer großen Geburtsklinik mit der angeschlossenen Neonatologie. Bei Fehlbildungen, die heutzutage aufgrund der hochauflösenden Ultraschall-Technik oftmals schon vor der Geburt erkannt werden, klären wir sie sofort umfassend auf. Die Frauenärzte legen dann gemeinsam mit den Kinderärzten und eventuell weiteren hinzugezogenen Spezialisten den optimalen Zeitpunkt für die Geburt Ihres Kindes fest. Die Eltern erfahren, wie die Mediziner vorzugehen gedenken und welche Perspektiven sie für die Entwicklung des noch ungeborenen Kindes sehen.

Die süßen Vierlinge kamen im Oktober 2014 gesund zur Welt

Bereits im Kreißsaal: Frühgeborene mit nicht-invasiver Beatmung bestärken

„Nur so viel beatmen wie nötig“, bedeutet für uns auch: Diejenigen Kinder, die bei der Geburt zwar selbständig atmen können, deren Lungenbläschen aber aufgrund der Unreife nach der Ausatmung zusammenfallen würden, unterstützen wir durch so genannte nicht-invasive Beatmung über eine Nasenmaske, CPAP genannt. Damit beginnen wir meist gleich nach der Geburt im Kreißsaal, um die Atemwege zu stabilisieren.

Untersuchungen und Therapien führen wir möglichst direkt am Bett des Kindes durch

Ob Ultraschall oder Röntgen – unsere Untersuchungen nehmen wir mittels spezialisierter Geräte vor, die stets auf der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation bereitstehen. Somit vermeiden wir Transporte und Stress für das Neugeborene. Falls kranke Frühgeborene eine Operation benötigen, führen wir diese in der Regel auf unserer Station, entweder in unserem Eingriffsraum oder direkt am Bett des kleinen Säuglings durch.

Für unreife Frühgeborene - sehr feinfühlige Beatmung und medizinische Hilfe

Unsere speziellen Frühgeborenen-Beatmungsgeräte steuern die Luftzufuhr besonders behutsam. Wir variieren unsere Beatmungsstrategien behutsam von Kind zu Kind, wobei die Eigenaktivität stets einbezogen wird (synchronisierte Beatmung). Als Spezialverfahren nutzen wir zudem die Hochfrequenz-Oszillationsbeatmung (HFOV) und die Beatmung mit inhalativem Stickstoffmonoxid (iNO).

Mit Surfactant die Atemsituation verbessern

Aufgrund ihrer verfrühten Geburt produziert der kleine Körper mancher Säuglinge nicht ausreichend Surfactant, ein körpereigener Stoff, der die Oberflächenspannung der Lungenbläschen herabsetzt. Bei diesen Frühchen verabreichen wir Surfactant durch einen hauchfeinen Schlauch, den wir durch die Luftröhre in die Lunge einführen und bereits nach wenigen Minuten wieder entfernen. So erreichen wir, dass der Gasaustausch in der Lunge erleichtert und die Atemsituation verbessert wird.

Wir stören Ihr Kind so wenig wie möglich und pflegen es in seinem Rhythmus

Auf unserer Station arbeiten sehr viele speziell ausgebildete Früh- und Neugeborenen-Pflegekräfte, die sich einerseits gut mit der Überwachungstechnik auskennen und andererseits Liebe und Geduld für die kleinen Zwerge ausstrahlen. Sie schirmen die frühgeborenen oder kranken Kinder von Licht und Lärm ab, gestalten ihr Lager durch Nestchen so komfortabel wie möglich und richten die Pflege nach dem Rhythmus der Kinder. Langsam nähern sie sich den Säuglingen an, bereiten sie ruhig auf das Wickeln, Sondieren der Nahrung oder sonstige Pflegemaßnahmen vor. Sie haben in Schulungen für so genannte „Entwicklungsfördernde Pflege“ gelernt, das kleine Kind so zu berühren, dass es dies als angenehm empfindet und seine Entwicklung dadurch begünstigt wird.

Muttermilch ist das Beste für Ihr Kind

Obwohl ihr Kind, so lange es auf unserer Frühgeborenen-Intensiv-Station liegt, in der Regel zu schwach ist, um an der mütterlichen Brust selbständig zu trinken, ist Muttermilch – bis auf wenige Ausnahmen – die beste Nahrung für Ihr Kind. Wir unterstützen Sie, wenn Sie Ihre Milch abpumpen möchten, so dass diese bei uns hygienisch zwischengelagert wird und zuverlässig zu Ihrem Kind gelangt.

Täglich fördernde Therapien fürs Kind und für die Familie ein unterstützendes Angebot

Unsere Frühchen und kranken Kinder erhalten nahezu täglich gezielte Behandlungen von speziell in der Früh- und Neugeborenen-Therapie geschulten Physiotherapeuten. Da mit der unerwartet frühen Geburt oftmals auch organisatorische und finanzielle Probleme verbunden sind, hilft Ihnen ein Sozialarbeiter unserer Klinik und berät sie über Unterstützungsleistungen und sonstige Rechte, die Ihnen in dieser schweren Situation zustehen. Falls Sie als Eltern dies wünschen, können Sie auch Gespräche mit einem unserer Psychologen führen. Denn so eine plötzliche Geburt oder die Krankheit des Kindes lassen Ängste und Sorgen entstehen, die sich oft nur schwer alleine bewältigen lassen.

Wir betreuen die Kinder nach der Intensivstation noch auf der Überwachungsstation

Wenn unsere Früh- und Neugeborenen sich soweit stabilisiert haben, dass sei keiner oder nur noch einfacher Atemhilfen bedürfen, verlegen wir sie von unserer Neugeborenen-Intensivstation auf unsere Überwachungsstation. Dort werden sie von erfahrenen Kinderärzten und speziell ausgebildeten Kinderpflegekräften umhegt, bis zu gesund und schwer genug sind, um mit ihren Eltern nach Hause zu fahren.

Überwachungsstation auch für Kinder mit diversen Anpassungsschwierigkeiten

Auch Kinder, die eingangs keiner intensivmedizinischen Behandlung bedurften, aber etwas zu früh oder zwar zum erwarteten Zeitpunkt, aber sehr klein oder nicht gesund auf die Welt kamen, betreuen wir in unserer Überwachsungsstation. Ebenso übernehmen wir dort Kinder, die unter einer ausgeprägten Neugeborenen-Gelbsucht leiden, die wir behandeln müssen.

Auch Kinder, die unter Infektionen leiden oder sonstige Anpassungsschwierigkeiten zeigen, nehmen wir vorsichtshalber in unsere Obhut. Während der Zeit auf unserer Überwachungsstation klären wir dann sorgfältig ab, ob Erkrankungen vorliegen, die zu den ungewöhnlichen Symptomen oder Anpassungsschwierigkeiten geführt haben.

Rooming-in in den Tagen vor der Entlassung

Wenn Ihr Kind bald soweit ist, dass Sie es mit nach Hause nehmen können, dann ermöglichen wir Ihnen, die letzten Tage im Krankenhaus Tag und Nacht mit Ihrem Kind gemeinsam in einem Zimmer zu verbringen (Rooming-in).

Sie lernen mit unserer Unterstützung, ihr Kind zu wickeln, zu füttern und ihm eventuell Medikamente zu verabreichen. Dadurch lässt sich der Übergang in den Alltag daheim reibungsloser gestalten.

Wir beziehen Sie als Eltern eng mit ein: Tägliches Arztgespräch und erste Pflegemaßnahmen

Täglich führt einer unserer Ärzte ein Gespräch mit Ihnen als Eltern. Wir sind offen für alle Fragen und möchten Sie bei allen Entscheidungen – soweit möglich – einbeziehen. Auch unsere versierten Kinderschwestern und –pfleger unterstützen Sie dabei, nach und nach erste pflegerische Aufgaben wie Wickeln oder Mundpflege zu übernehmen. Sie sind jederzeit zwischen 8.00 und 20.00 Uhr in unserer Neonatologie-Station willkommen. Allerdings bitten wir Sie eindringlich, die strengen Regeln der Händedesinfektion einzuhalten.

Sehr wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes: Inniger Kontakt zu Ihnen als Eltern

Während allgemeine Geräusche den kleinen Säugling eher stören, helfen ihm die bekannten Stimmen seiner Eltern und der innige Körperkontakt sehr. Kommen Sie zu Ihrem Kind so oft, wie Sie das einrichten können, streicheln Sie es und legen Sie es – sobald dies medizinisch möglich ist – auf Ihre Brust. Eigens dafür stellen wir Ihnen bequeme Liegen bereit. Denn: Der vertraute Herzschlag beim so genannten „Kängu-ruhen“ auf der elterlichen Brust bedeutet für ihr Kind einen wichtigen Anker in der sonst noch so ungewohnten Umgebung. Ihre Zuwendung und ihre liebevollen Worte fördern die Entwicklung ihres Kindes ungemein.

Mit Hilfe des Harlekin-Vereins können wir Sie auch daheim weiter unterstützen

Bereits 1996 haben Mitarbeiter unseres Klinikum Harlaching den Verein Harlekin ins Leben gerufen, der inzwischen unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dieter Reiter und Alt-Bürgermeister Christian Ude steht. Dieser gemeinnützige Verein ermöglicht uns, Frühgeborene sowie chronisch kranke Kinder und ihre Familien auch nach der Entlassung weiter zu unterstützen. Kinderkrankenschwestern, die dem kleinen Kind bereits von der Neonatologie-Station vertraut sind, kommen in die Familie und beraten bei pflegerischen Fragen. Zudem bekommen die Familien Therapie-Angebote durch die Frühförderstellen und weitere Hilfestellungen.
Zur Webseite des Vereins Harl.e.kin e.V.


Die Spezialgebiete der Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Harlaching