Cochlea-Implantat - für hochgradig Schwerhörige und Gehörlose

Das Cochlea Implantat ist die erste Prothese, die ein Sinnesorgan ersetzen kann.

Wenige Zentimeter groß ist die Hörprothese. Sie übernimmt die Funktion des Innenohrs, der Cochlea, um akustische Signale an das Gehirn zu übertragen. Das Cochlea-Implantat (CI) ist sowohl für Kinder geeignet, die vor dem Abschluss des Spracherwerbs ertaubt sind, als auch für Erwachsene, die später ertaubt sind. Wir setzen das Cochlea Implant ein, wenn sich herkömmliche Hörgeräte als nicht oder nicht mehr wirksam erwiesen haben. Die Entscheidung, ob ein CI für einen Patienten geeignet ist, hängt von einer Reihe von Faktoren ab und wird durch verschiedene Voruntersuchungen mit Ihnen erarbeitet.

Elektrische Impulse stimulieren den intakten Hörnerv

Beim Cochlea-Implantat handelt es sich um eine elektronische Innenohrprothese, die direkt in die Hörschnecke implantiert wird.

Das Implantat wandelt Schall in elektrische Impulse um, die defekten Hörzellen werden mittels eines Elektrodenbündels überbrückt und so selbst stimuliert. Dadurch können Sprache und Geräusche wieder wahrgenommen werden.

Ein intakter Hörnerv ist jedoch unbedingt Voraussetzung für eine erfolgreiche Funktionalität der Hörprothese. Dies zu prüfen, wird immer einer der ersten Schritte in unserer Klinik sein.

„Nicht zu sehen trennt von den Dingen, nicht zu hören trennt uns von den Menschen.“
Immanuel Kant

Zwei erfolgversprechende Einsatzgebiete des Cochlea-Implantat

1. Implantation, bevor Kinder sprechen lernen

Etwa eines von tausend Babys kommt gehörlos oder hochgradig schwerhörig auf die Welt. Hier ist eine möglichst frühe Operation teilweise schon ab dem 9. Lebensmonat wichtig.

Bei den kleinen Patienten wird ein Elektrodenträger in das Innenohr eingesetzt und ein Mikrofon am Ohr leitet die Geräusche über ein Kabel von außen zum Elektrodenträger. So wird der Hörnerv elektrisch stimuliert – das ausgefallene Innenohr quasi überbrückt – und das Gehirn erkennt den Schall.

Studien zeigen, dass gehörlose Kinder, die rechtzeitig ein solches Implantat bekommen, die gleiche Sprachentwicklung haben wie Kinder ohne Hörbehinderung. Viele der jungen Patienten können mit einem Implantat eine Regelschule besuchen. 

Weltweit erfolgreicher Eingriff

Weltweit gab es bis Ende 2011 ca. 300 000 Cochlea Implantationen, in Deutschland schätzt man die Zahl auf etwa 40.000 Patienten (Quelle: Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e.V.). Die Erfahrung zeigt, dass Betroffene sehr selten die Implantation des Cochlea-Implantats bereut haben.

2. Implantation nach einem Hörverlust

Wenn Menschen später im Leben gehörlos werden, kann eine Hörprothese viel zur Lebensqualität beitragen. Hören und Sprache wird dann mit dem Implantat neu erlernt.

Zur zweiten Patientengruppe zählen daher Erwachsene, die das Hörvermögen verloren haben und bei denen beispielsweise medikamentöse Behandlungen und/oder eine Operation erfolglos blieben.

Mit dem Cochlea-Implantat muss die Wahrnehmung von Sprache und das Hören - mit Hilfe eines Hörtherapeuten - völlig neu erlernt werden. Vorteilhaft beim Eingriff bei Erwachsenen ist, dass die Hörstörung hier erst nach einem ersten Spracherwerb eingesetzt hat, damit erlernt man das neue Hören leichter, ganz ähnlich wie Sie eine Ihnen heute unbekannte Sprache erlernen.

„Eine Innenohrprothese empfiehlt sich auch bis in das hohe Alter, denn diese Patienten nehmen dann weiterhin am Leben teil und bleiben aktiv. Es gibt sogar 90-Jährige, die ein Cochlea Implantat bekommen.“
Professor Wagner erklärt, warum der Eingriff nicht nur bei Kindern angezeigt ist

Wie das Cochlea Implantat hört …

1 -Soundprozessor: Ein kleines Mikrofon nimmt Schallwellen auf, die dann vom äußerlich getragenen Soundprozessor in digital kodierte Signale umgewandelt werden.
2 - Sendespule: Über die Sendespule werden die Signale an das unter der Haut liegende Implantat übertragen.
3 - Implantat: Das Implantat wandelt die kodierten Signale in elektrische Impulse um und leitet sie an den Elektrodenträger weiter.
4 - Elektrodenträger: Die Elektroden simulieren die Hör-Nervenfasern in der Cochlea – im Gehirn entsteht ein Höreindruck.

Cochlea-Implantat - das Vorgehen in unserer HNO-Klinik

  • Ihre Fragen: Vorabklärung erster Fragen per E-Mail oder per Telefon
  • Beratung: Erstes ausführliches Beratungsgespräch in unserer Klinik
  • Ausführliche Diagnostik
    Allgemeine und HNO-ärztliche Untersuchungen, verschiedene Hörprüfungen, Magnetresonanztomografie (MRT) sowie die Überprüfung des Hörnerven

Prof. Dr. Wagner zeigt den Soundprozessor eines Cochlea Implantats

  • Die Entscheidung: Sie sollten sich ganz sicher sein und sich genügend Zeit nehmen, zu entscheiden, ob die CI-Implantation für Sie oder Ihr Kind geeignet ist. Anschließend wird der Hersteller ausgewählt. Ihr Vorteil ist, dass wir mit allen führenden Herstellern gleichermaßen zusammenarbeiten. Daher sind wir bzgl. der Implantatauswahl ein neutraler Ratgeber und letztlich können Sie nach Beratung das für Sie passende Implantat bestimmen.
  • Die Operation des Cochlea Implantat: nach der etwa 2- bis 3-stündigen OP verbringt der Patient etwa 2 Tage in der HNO-Klinik in München Schwabing.Unser Krankenhaus liegt zentral und ist verkehrsmäßig optimal angebunden. Sie profitieren von der langjährigen Erfahrung des Chefarztes am Cochlea-Implantat-Zentrum der Universitätsklinik Tübingen.
  • Ersteinschaltung: Nach einer Heilungsphase von vier Wochen wird das Implantat erstmals eingeschaltet. Dies erfolgt in gewohnter Umgebung in unserer Klinik durch einen darauf spezialisierten Ingenieur.
  • Rehabilitation: Nach der Ersteinschaltung folgen zwei Behandlungsstränge parallel. Zum einen stellt ein eigens dafür geschulter Hörgeräteakustiker Ihr Implantat immer wieder optimal auf Sie ein. Dies erfolgt ambulant. Die Zahl der Termine richtet sich nach dem individuellen Verlauf, 5 – 20 Einstellungstermine im ersten Jahr sind aber typisch. Der zweite Behandlungsstrang ist ein intensives, ebenfalls ambulant durchgeführtes Hörtraining in einem Münchner Institut, das ausschließlich auf die Behandlung von Schwerhörigen und CI-Trägern spezialisiert ist.
  • Bei Kindern: Bei Kindern erfolgt eine umfassende pädaudiologische Diagnostik und das postoperative Hör- und Sprachtraining durch das erfahrene Team des KBO-Kinderzentrums München.

Terminvereinbarung und ausführliche Beratung

Wichtig ist, dass wir Sie durch alle Behandlungsschritte führen und Ihnen immer genau erklären, wie es weitergeht.

Unsere Klinik arbeitet unter Berücksichtigung der gültigen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. zur Cochlea-Implantat-Versorgung.

Bei Interesse nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit dem Sekretariat von Prof. Wagner.

Wir besprechen die Möglichkeiten, Chancen und Risiken ausführlich gemeinsam mit Ihnen und beraten Sie als Ihre Münchner Klinik individuell und ohne finanzielle Interessen.

Für Ihre Anliegen (Fragen, Termine) stehen wir gerne zur Verfügung

Telefonische Kontaktaufnahme

Wenden Sie sich bitte einfach an den geeigneten Ansprechpartner.

Sekretariat für gesetzlich Versicherte: 089 3068-2309
Sekretariat für privat Versicherte: 089 3068-2690

Plastische Nasen-Operationen: 089 3068-2690
Cochlea-Implantat-Sprechstunde: 089 3068-2690

Online-Kontakt für alle Anliegen

Zur Entlastung des Sekretariats nutzen Sie bitte auch unseren Online-Fragebogen. Das Formular hilft uns den für Sie geeigneten Ansprechpartner gezielt auszuwählen. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.

Online: Termine & Anfragen an uns

Vorträge, Veranstaltungen und Presse

Prof. Wagner spricht regelmäßig zum Thema Cochlea und wird als Experte interviewt.

  • 05.03.2016: 1. Schwabinger Tag des Hörens
  • 22.07.2017: 2. Schwabinger Tag des Hörens (Flyer als PDF)
  • Januar 2017: "Ein besonderer Moment", Wir Magazin (PDF-Download)
  • 14.03.2018: Vortrag „Cochlea Implantate – Welche Versorgungsmöglichkeiten gibt es heute?“ beim 4. Münchner Forum für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • 20.03.2018: Vorträge zu den Themen Mittelohrerkrankungen und Cochlea Implantate im Rahmen einer Veranstaltung der Münchner Volkshochschule im Gasteig
  • 18.04.2018: Vortrag „Das Cochlea Implantat“ im Rahmen eines Professionals Event der Fa. Vitakustik
  • 25.04.2018: Vortrag „Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen“ im Rahmen eines Expertentages im Gasteig in Kooperation mit den Firmen Advanced Bionics, Terzo-Zentrum und Vitakustik
  • 02.08.2018: Vortrag und Vorstellung unserer Klinik in der Selbsthilfegruppe „MuCIs“
  • 04.03.2019: "Hört, hört", Artikel in der Süddeutschen Zeitung (zum Artikel)
  • 16.03.2019: „HNO-Symposium“ in der München Klinik Schwabing
  • 29.03.2019: 3. Schwabinger Tag des Hörens (Flyer als PDF)

Kooperationspartner vom Münchner CI-Zentrum

Vorgestellt: unsere HNO-Klinik im Überblick