Magen-OP

Ein Großteil der Magenoperationen ist aufgrund gut- oder bösartiger Geschwülste im Magen erforderlich. Dann entfernen die Chirurgen entweder nur das Geschwulst, einen Teil des Magens oder den gesamten Magen mit den umliegenden Lymphknoten und schließen die entstandene Lücke mittels Nähten. Bei der kompletten Magenentfernung verbinden sie die Speiseröhre mit dem Dünndarm, so dass auch dann ein natürlicher Verdauungsvorgang aufrechterhalten bleibt.  

Wann am Magen operiert wird

Magenoperationen führen unsere Chirurgen sowohl in der offenen Operationstechnik als auch im Rahmen von minimal-invasiven Eingriffen (Laparoskopie) durch.

Bei den minimal-invasiven Techniken führen wir sowohl Licht und Kamera als auch die Operations-Instrumente über stabförmige Trokare ein, die nur wenige Millimeter langer Schnitte bedürfen. Welcher Operationsmethode wir uns bedienen, hängt in der Regel davon ab, welche Erkrankung den Anlass für den Eingriff bildet.

OP von Magengeschwüren

Operationen wegen Magengeschwüren sind im Vergleich zu früher sehr selten geworden und finden fast nur noch im Rahmen von Notfällen statt. „Nur wenn ein Geschwür durchbricht oder eine so starke Blutung verursacht, dass diese nicht im Rahmen einer Magenspiegelung zu stillen ist, müssen wir operativ eingreifen“, erklärt Prof. Dr. Iesalnieks. Ansonsten lassen sich Magengeschwüre mittels moderner Medikamente so gut behandeln, dass ohne akute Notfälle keine Operationen bei diesem Krankheitsbild erfolgen.

Wenn ein Magengeschwür durchgebrochen ist oder eine starke Blutung verursacht hat, operieren wir in diesen Notfällen fast immer im Rahmen einer offenen Operation, setzen also einen Bauchschnitt. Das Geschwür nehmen wir heraus und nähen dann die entstandene Lücke wieder zu.

OP bei Magenkrebs

Die meisten Magen-Operationen finden heutzutage aufgrund von Magenkrebs statt: Nur indem sie den Magen – meist komplett – entfernen, können die Mediziner die Heilungschancen bewahren. Nur sehr frühe Formen des Magenkrebses können endoskopisch behandelt werden, doch diese Fälle sind äußerst selten.

Falls der Tumor in der Nähe des Magenausgangs liegt, kann unter Umständen der obere Teil des Magens erhalten bleiben, dann werden etwa vier Fünftel des Magens herausoperiert.

Auf jeden Fall entnehmen die Chirurgen zudem die Lymphbahnen und die umliegenden Lymphknoten, da das Risiko besteht, dass sich dort bereits Krebszellen eingenistet haben.

Operationen bei Magenkarzinomen führen wir stets als offene Operation mit einem Bauchschnitt durch. Nachdem wir den Magen und die ihn umgebenden Lymphknoten entfernt haben, verbinden wir die Speiseröhre mit dem Dünndarm. Die Nähte erstellen wir mittels eines speziellen Klammergerätes, das wir durch die Speiseröhre einführen. Konnten wir den oberen Teil des Magens erhalten, wird dieser mittels Handnähten mit dem Dünndarm verbunden.

Operation bei gastrointestinalem Stromatumor (GIST)

Da gastrointestinale Stromatumore (GIST) in der Regel nicht in die Lymphknoten absiedeln, können sich unsere Chirurgen bei der Operation darauf beschränken, den Stromatumor aus der Magenwand herauszuschneiden.

Dies geschieht mit einem Sicherheitsabstand von wenigen Zentimetern und eine komplette Magenentfernung ist nicht erforderlich. Die GIST-Operation können wir fast immer minimal-invasiv, also ohne Bauchschnitt, durchführen. Spezielle Instrumente, die gleichzeitig schneiden und nähen, verschließen die Lücken in der Magenwand.

OP bei Sodbrennen

Falls sich ein schmerzhaftes Sodbrennen (gastroösophagealer Reflux) trotz monatelanger medikamentöser Therapie nicht lindern ließ, bieten wir den Patienten eine spezielle Magenoperation an, die sogenannte Fundoplicatio. Dieser Eingriff kann beinahe immer minimal-invasiv erfolgen.

Das Ziel der Fundoplicatio liegt darin, aus einem Teil des Magens eine Art Manschette zu formen, die den unteren Schließmuskel der Speiseröhre verstärkt. Dazu befreien wir den obersten Teil des Magens, Magenkuppel oder Fundus genannt, von seinen Gefäßen und lösen ihn aus dem umliegenden Gewebe. Dann bilden wir – ohne den Magen in irgendeiner Form einzuschneiden – aus dieser Magenkuppel eine Art Schal, den wir von beiden Seiten um die Speiseröhre herumwickeln und zusammennähen. Zudem nähen wir diese Manschette an der Speiseröhre fest.

Die Manschette wirkt wie ein Ventil: Sobald sich der Magen mit Nahrung füllt, gewinnt auch die Manschette an Volumen und verhindert somit, dass saurer Nahrungsbrei in die Speiseröhre zurückfließt. Somit kann durch die Fundoplicatio eine Reflux-Erkrankung, die auf keinerlei andere Behandlungsmethoden zu lindern war, nachhaltig eingedämmt werden.

Das Ziel der Fundoplicatio liegt darin, aus einem Teil des Magens eine Art Manschette zu formen, die den unteren Schließmuskel der Speiseröhre verstärkt.

OP bei Zwerchfellbrüchen

Brüche im Zwerchfell können zu Magenschmerzen, Schluckbeschwerden und Sodbrennen führen, die nur durch eine Operation zu beheben sind. Diese Operation kann minimal-invasiv, also ohne große Bauchschnitte und unter Kamerasicht erfolgen.

Zunächst nähen unsere Chirurgen den Bruch zu, wobei sie darauf achten, dass die Speiseröhre mehrere Zentimeter in den Bauchraum hineinragt.

Im Anschluss nehmen die Chirurgen eine sogenannte Fundoplicatio vor, bei der sie aus dem obersten Teil des Magens, Magenkuppel oder Fundus genannt, eine Manschette um die Speiseröhre bilden. Dazu müssen sie diesen Magenteil aus dem umliegenden Gewebe freilegen und wie einen Schal um die Speiseröhre wickeln und festnähen. Diese Manschette verhindert – wie eine Art Stöpsel – dass erneut Teile des Magens in den Brustraum hochrutschen könnten.

Unsere Spezialistinnen und Spezialisten für Magen-OP

Prof. Dr. med. Ayman
Chefarzt, Stv. Leitung der Darmkrebs- & Pankreaskarzinomzentren
Prof. Dr. med. Ayman Agha
Prof. Dr. med. Natascha C.
Chefärztin (Allgemein-, Viszeralchirurgie und endokrine Chirurgie)
Prof. Dr. med. Natascha C. Nüssler
Dr. med. Thomas
Leitender Oberarzt (Viszeralchirurgie)
Dr. med. Thomas Klier

Wie lange bleibt man in der Klinik?

Nach einer Operation wegen Sodbrennen oder Zwerchfellbrüchen können die Patienten unsere Klinik meist nach drei bis vier Tagen verlassen. Zuvor vergewissern wir uns aber, dass sie gut schlucken können und auch sonst keine Probleme aufgetreten sind.

Bei Operationen nach Magengeschwüren, Magenkrebs und GIST bleiben die Patienten länger in der Klinik. Das Gewebe, welches wir bei der Operation entnommen hatten, wird in der Zwischenzeit in unserer Pathologie untersucht. Wir wollen herausfinden, ob und welche Krebszellen aufgetreten sind, und bei schlechten Befunden eine entsprechende Folgetherapie erarbeiten. Vor der Entlassung stellen wir durch verschiedene Untersuchungen sicher, dass die Nähte dicht geblieben sind und gut heilen.

Kann nach der OP die Ernährung auf normalem Wege erfolgen?

Selbst wenn der komplette Magen entfernt wurde, können die Patienten sich weiterhin relativ normal ernähren. Sie verteilen ihre Nahrungsaufnahme meist auf sechs bis acht kleinere Mahlzeiten.

Vorbereitung auf die Magen-OP

Bei Magenkrebs besteht in vielen Fällen eine Säule der Behandlung darin, den Magen (oder in selteneren Fällen einen Teil des Magens) operativ zu entfernen.

Bei fortgeschrittenen Tumoren erfolgt vorab eine Chemotherapie, wodurch sich Tumore verkleinern lassen und die Chancen auf eine langfristige Heilung nach der Operation steigen.

Vor der Magen-Operation führen wir ein ausführliches Gespräch mit unseren Patienten.

„Wir legen sehr viel Wert darauf, dass unsere Patienten alle offenen Fragen und auch ihre Sorgen äußern können“, unterstreicht Prof. Dr. Igors Iesalnieks, Leitender Oberarzt der Viszeralchirurgie in der München Klinik Bogenhausen.

Die Chirurgen und auch unsere Anästhesisten sprechen offen über mögliche Komplikationen, die auftreten könnten. Doch können wir den Patienten versichern, dass aufgrund unserer Erfahrung und der häufig und routiniert durchgeführten Eingriffe die Komplikationsraten in unserer Klinik unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen.

Sicherheit einer Maximalversorger-Klinik

Nicht nur bei den Magenkrebs-Operationen, sondern auch bei Notfällen wie Verletzungen, Durchbrüchen oder starken Blutungen können wir auf eine gute Intensivmedizin zurückgreifen. Unsere operierten Patienten können bei Bedarf auf unseren Intensivstationen überwacht und gepflegt werden.

Zudem können wir als Maximalversorger-Klinik stets versierte Experten anderer Disziplinen (z.B. Kardiologen) hinzuziehen, so dass auch Patienten mit mehreren Erkrankungen bei uns in besten Händen sind.

Häufig bei uns behandelte Erkrankungen der Organe des Bauchraums